Orientierung für eine klimafreundliche Wärmeversorgung in Köln

Die Stadt Köln hat die erste Kommunale Wärmeplanung (KWP) fertiggestellt. Sie bietet Eigentümer*innen von Immobilien, Netzbetreibern und Unternehmen eine wichtige Orientierung für zukünftige Entscheidungen rund um die Wärmeversorgung. Sie zeigt auf, welche Möglichkeiten beim Heizungstausch perspektivisch in den jeweiligen Stadtgebieten primär in Betracht kommen. Ziel der Kommunalen Wärmeplanung ist es, den Übergang zu einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung bis 2045 gezielt und planbar zu gestalten.

Grundlage der Wärmeplanung ist eine systematische Analyse des aktuellen Wärmebedarfs sowie der lokalen Potenziale für erneuerbare Energien und Abwärme. Darauf aufbauend wurden Gebiete danach kategorisiert, ob sie sich für Fern- bzw. Nahwärme oder für dezentrale Lösungen eignen. Der Wärmeplan dient damit als Planungshilfe und Orientierung. Etwaige Verpflichtungen für Eigentümer*innen oder Unternehmen ergeben sich aus den Bestimmungen des aktuell geltenden Gebäudeenergiegesetzes (GEG).

Im Laufe des Jahres werden umfassende Informations- und Beratungsangebote bereitgestellt. Diese Angebote sind Teil der Umsetzungsstrategie, mit der die Stadt Köln die Wärmewende begleitet. So macht zum Beispiel im März das Kölner Energiemobil an mehreren Terminen Station auf dem Maternusplatz in Rodenkirchen. Gebäudeeigentümer*innen erhalten eine kostenlose und unabhängige Energieberatung rund um eine energetische Gebäudemodernisierung, unter anderem zum Thema Heizungstausch.

Oberbürgermeister Torsten Burmester:

Mit der Fertigstellung der Kommunalen Wärmeplanung haben wir einen entscheidenden Meilenstein erreicht. Nun wird es darum gehen, bestmöglich zu informieren und aufzuklären. Dies werden wir seitens der Stadt nach Kräften unterstützen. Denn eine zukunftssichere Wärmeversorgung ist ein zentraler Baustein für eine lebenswerte und klimagerechte Großstadt.

William Wolfgramm, Beigeordneter für Klima, Umwelt und Liegenschaften der Stadt Köln:

Die Wärmeplanung zeigt auf, welche Möglichkeiten für eine sichere und klimafreundliche Wärmeversorgung bestehen. Eigentümer*innen und Unternehmen erhalten dadurch Orientierung, um einen anstehenden Heizungswechsel frühzeitig zu planen. Die Kommunale Wärmeplanung ist der Auftakt zu einem langfristigen Prozess und wird alle fünf Jahre fortgeschrieben und aktualisiert.

Die RheinEnergie AG und ihre Tochtergesellschaft RheinNetz GmbH als Verteilnetzbetreiberin engagieren sich vielfältig im Kontext der Kommunalen Wärmeplanung. Gemeinsam investieren die Unternehmen in den Ausbau und die Dekarbonisierung der Strom- und Wärmenetze, unter anderem durch Netzverdichtung, Kapazitätserweiterungen und klimafreundliche Wärmeerzeugung. Die RheinEnergie engagiert sich ebenfalls bei dezentralen dekarbonisierten Erzeugungssystemen, etwa bei Miete oder Erwerb von Wärmepumpen und Hybridsystemen, in Kooperation mit dem Handwerk.
Von den rund vier Milliarden Euro, die die RheinEnergie/RheinNetz in den kommenden Jahren in eine resiliente, klimaneutrale und sichere Energie- und Wärmeversorgung investiert, werden fast zwei Milliarden Euro in die Infrastruktur fließen. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf dem Ausbau und der Stärkung der Netze für Strom (wichtig bei verstärktem Einsatz von dezentralen Wärmepumpen) und Fernwärme. So wurde für das Fernwärme-Innenstadtnetz durch die RheinEnergie ein Transformationsplan aufgestellt, für die anderen Teilnetze ist er nahezu fertig. Kernstück ist eine dekarbonisierte Wärmeerzeugung: Der Baubeginn für Europas größte Flusswasser- Wärmepumpe auf Basis von Rheinwasser mit einer thermischen Leistung von 150 MW steht unmittelbar bevor. Das Investitionsvolumen beträgt rund 280 Millionen Euro; das Projekt ist aufgrund seiner überragenden Bedeutung auch von Bund und EU gefördert.  Der Baubeginn ist ab 2026 und die Inbetriebnahme für das Jahr 2028 geplant.

Andreas Feicht, Vorstandsvorsitzender der RheinEnergie:

Die RheinEnergie folgt damit konsequent ihrer Strategie, eine sichere und für die Menschen bezahlbare Energieversorgung für die Zukunft zu schaffen, die auch den Anforderungen an den Klimaschutz Rechnung trägt. Wir stehen vor der Herausforderung, Kapazitäten bei Netz und Wärmeerzeugung zu erweitern und diese gleichzeitig zu dekarbonisieren. Das ist in einem hochverdichteten Ballungsraum wie der Stadt Köln eine anspruchsvolle Aufgabe. Im Großen lösen wir sie mit der Flusswasser-Wärmepumpe, im Kleinen mit direkten Angeboten auch für Privatleute.

Die Kommunale Wärmeplanung wurde seit 2023 von der Stadtverwaltung in einem engen fachlichen Austausch mit der RheinEnergie AG, der RheinNetz GmbH sowie weiteren rund 150 Fachakteuren aus Unternehmen und Stadtgesellschaft erarbeitet. Nach dem Beschluss durch den Rat wird die Kommunale Wärmeplanung dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen vorgelegt und anschließend auf der Internetseite der Stadt Köln veröffentlicht. Die erste Kommunale Wärmeplanung der Stadt Köln ist damit abgeschlossen, wird aber alle fünf Jahre fortgeschrieben. Auf sich gegebenenfalls ändernde Rahmenbedingungen, zum Beispiel neue Gesetzesvorgaben, wird der weitere Prozess eingehen.

Die Kommunale Wärmeplanung findet auf Grundlage gesetzlicher Vorgaben auf Bundes- und Landesebene statt. Mit dem Wärmeplanungsgesetz (WPG, 2023) und dem dazugehörenden Landeswärmeplanungsgesetz (LWPG-NRW) von 2024 wurde erstmals ein einheitlicher Rahmen für die Wärmeplanung in ganz Deutschland und NRW geschaffen. Mit der Erstellung der Wärmeplanung erfüllt die Stadt Köln die gesetzliche Verpflichtung für Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohner*innen, spätestens bis 30. Juni 2026 einen kommunalen Wärmeplan zu veröffentlichen. Die Beschlussvorlage sowie der Bericht der Kommunalen Wärmeplanung wird nun den politischen Gremien der Stadt Köln vorgelegt.

Weitere Informationen unter: SessionNet | Kommunale Wärmeplanung (KWP): Kenntnisnahme und Beschluss

Stadt Köln - Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit