Visualisierung Römisch-Germanisches Museum, © Jangled Nerves GmbH © Jangled Nerves GmbH
Visualisierung des Gebäudes nach der Sanierung bei Nacht

Wir haben ein Generalunternehmen beauftragt, das für uns das Römisch-Germanische Museum saniert, ausbaut und schlüsselfertig bereitstellt. Das Unternehmen wird auch die Ausführungsplanung erarbeiten, denn bislang liegt nur die Entwurfsplanung vor, und den musealen Ausbau übernehmen. Dabei sind zahlreiche Schwerlast-Exponate zu bewegen, einige davon mit Gewichten über 500 Kilogramm. Es handelt sich um rund 250 teils einmalige historische Museumssstücke, die mit besonderer Vorsicht sukzessive zu ihren Ausstellungsorten gebracht werden müssen.

Im Umgang mit den beiden berühmten Großexponaten Dionysos-Mosaik und Poblicius-Grabmal ist noch mehr Achtsamkeit geboten. Mosaik und Grabmal, einzigartige Funde und Herzstücke des Museums, verbleiben während der Bauzeit im Haus. Sie sind durch verkleidete Gerüstkonstruktionen geschützt, die im Inneren klimatisiert sind. Im Zuge der Bauausführung müssen diese Einhausungen mehrmals umgebaut werden, damit wir die umliegenden Bereiche sanieren können. 

Die bauliche Ausführung startet mit der Betonsanierung im Innenbereich eines Bunkers aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs (Baujahr 1941/1942). Das Museum war 1974 auf diesem Bunker errichtet worden und bildet mit ihm eine bauliche Einheit. Im Anschluss werden wir die Gebäudehülle, Dach und Fassaden instandsetzen, bevor die Arbeiten im Inneren des Museums starten können. Das Gebäude ist zweigeschossig und steht unter Denkmalschutz. Die Gesamtkostenprognose inklusive Risiko, Nebenkosten, zusätzliche Kosten des Museums und eines GU-Zuschlags liegt bei 177 Millionen Euro brutto. Eine Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau ist beantragt. Diese beträgt maximal 2,5 Millionen Euro.

Was wir bisher gemacht haben

© Jennifer Rumbach
Blick vom Dom auf die Dombauhütte mit der Baustelle für die Decke der Dombauhütte

Los ging es 2022 mit dem Abbau und der Einlagerung der Figuren auf dem Poblicius-Grabmal, den Abdichtungen der benachbarten Decke über der Dombauhütte und der Sanierung einer Trafostation. Beim Öffnen der Decke haben wir Schäden entdeckt, die nicht nur eine Schadstoff-, sondern auch eine Betonsanierung erforderlich machten. Über der Dombauhütte und der Trafostation auf dem Roncalliplatz liegt eine "Röhbaudecke" aus den 1960er Jahren. Diese enthält im Inneren Hohlräume aus Pappröhren. Die Untersuchung konnten wir erst nach Freilegung der Tragstruktur durchführen. Dabei haben wir entdeckt, dass die komplette Deckenstruktur aufwändig statisch verstärkt werden musste. Die Decke über der Trafostation ist zwar eine massive Betondecke, doch auch dort haben sich erhebliche Schäden gezeigt. Wir haben die Decken über der Dombauhütte und der Trafostation in zwei Bauabschnitten saniert.

Den Rückbau im Innenbereich des Museums, inklusive der Schadstoffe, haben wir im ersten Quartal 2024 abgeschlossen. Auch die Untersuchungen aller tragenden Elemente hinsichtlich einer notwendigen Ertüchtigung und des Brandschutzes sind beendet.

Und so könnte es einmal im neuen Museum aussehen

Alle Details in den innenarchitektonischen Entwürfen sind als erster Eindruck zu verstehen. Details, die etwa die Exponate und Wandgestaltungen betreffen, sind in ihrer endgültigen Ausgestaltung dem Museum überlassen und können abweichen.