Wir haben mit der Hauptmaßnahme der Sanierung des Römisch-Germanischen Museums begonnen. Zuerst erfolgt die Betonsanierung im Innenbereich eines Bunkers aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs (Baujahr 1941/1942). Auf diesem wurde das Museum errichtet und der mit bildet mit ihm eine bauliche Einheit. Im November 2026 beginnen wir mit den Rohbauarbeiten. Von Mitte 2028 an sehen wir die Arbeiten an der Gebäudehülle, der Innen- sowie Ausstellungsbau und die Rückkehr der Großexponate vor. Dabei sind zahlreiche Schwerlast-Exponate zu bewegen, einige davon mit Gewichten über 500 Kilogramm. Es handelt sich um rund 250 teils einmalige historische Museumssstücke, die mit besonderer Vorsicht sukzessive zu ihren Ausstellungsorten gebracht werden müssen. Im ersten Quartal 2030 wollen wir die Maßnahme baulich fertigstellen. Bis zum dritten Quartal 2030 dauern danach noch die technischen Inbetriebnahmen sowie die abschließende Arbeiten, wie das Zurückbauen der Baustelleneinrichtung oder das Einbringen der Kleinexponate an.
Im Umgang mit den beiden berühmten Großexponaten Dionysos-Mosaik und Poblicius-Grabmal ist noch mehr Achtsamkeit geboten. Mosaik und Grabmal, einzigartige Funde und Herzstücke des Museums, verbleiben während der Bauzeit im Haus. Sie sind durch verkleidete Gerüstkonstruktionen geschützt, die im Inneren klimatisiert sind. Im Zuge der Bauausführung müssen diese Einhausungen mehrmals umgebaut werden, damit wir die umliegenden Bereiche sanieren können. Vor Ort ist ein Generalunternehmen für uns tätig.
Das Museum wurde 1974 errichtet. Das Gebäude ist zweigeschossig und steht unter Denkmalschutz. Die Gesamtkostenprognose inklusive Risiko, Nebenkosten, zusätzliche Kosten des Museums und eines GU-Zuschlags liegt bei 177 Millionen Euro brutto. Eine Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau ist beantragt. Diese beträgt maximal 2,5 Millionen Euro.
Was wir bisher gemacht haben
Los ging es 2022 mit dem Abbau und der Einlagerung der Figuren auf dem Poblicius-Grabmal, den Abdichtungen der benachbarten Decke über der Dombauhütte und der Sanierung einer Trafostation. Beim Öffnen der Decke haben wir Schäden entdeckt, die nicht nur eine Schadstoff-, sondern auch eine Betonsanierung erforderlich machten. Über der Dombauhütte und der Trafostation auf dem Roncalliplatz liegt eine "Röhbaudecke" aus den 1960er Jahren. Diese enthält im Inneren Hohlräume aus Pappröhren. Die Untersuchung konnten wir erst nach Freilegung der Tragstruktur durchführen. Dabei haben wir entdeckt, dass die komplette Deckenstruktur aufwändig statisch verstärkt werden musste. Die Decke über der Trafostation ist zwar eine massive Betondecke, doch auch dort haben sich erhebliche Schäden gezeigt. Wir haben die Decken über der Dombauhütte und der Trafostation in zwei Bauabschnitten saniert.
Den Rückbau im Innenbereich des Museums, inklusive der Schadstoffe, haben wir im ersten Quartal 2024 abgeschlossen. Auch die Untersuchungen aller tragenden Elemente hinsichtlich einer notwendigen Ertüchtigung und des Brandschutzes sind beendet.
Und so könnte es einmal im neuen Museum aussehen
Alle Details in den innenarchitektonischen Entwürfen sind als erster Eindruck zu verstehen. Details, die etwa die Exponate und Wandgestaltungen betreffen, sind in ihrer endgültigen Ausgestaltung dem Museum überlassen und können abweichen.