© Zeller Kölmel Architekten GmbH

Wir sanieren das denkmalgeschützte Ensemble des Tanzbrunnens, Kölns berühmtes Veranstaltungsgelände am Rheinufer. Dabei modernisieren wir das Bühnenhaus von 1957 mit allen technischen Anlagen und erweitern es um ein neues Bühnendach. Die prägenden "Baumstützen" der denkmalgeschützten Bühne lassen wir freilegen, um die ursprüngliche Leichtigkeit der Konstruktion wiederherzustellen.

Darüber hinaus erneuern wir die Beschallungs- und Bühnentechnik. Rechts und links der Bühne errichten wir Boxentürme, in denen die neue Lautsprecheranlage Platz findet. So sorgen wir bei gleicher Klangqualität für geringere Schallemissionen.

Wir erneuern und ergänzen außerdem die markanten pilzförmigen Schirme über dem Zuschauerbereich denkmalgerecht. Die historischen Schirme haben wir demontiert und vorerst eingelagert, da sie nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen. An ihrer Stelle haben wir neun neue Schirme errichtet, die bei gleicher Form besseren Witterungsschutz bieten.

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Tanzbrunnen-Perspektive während eines Konzerts

Damit das stehende Publikum eine bessere Sicht hat, passen wir die Höhen der hinteren Schirme an. In Zukunft soll es auch möglich sein, Bühnentechnik in die Schirme zu integrieren. Zudem wird die Bespannung der neuen Schirme wieder näher an das Erscheinungsbild der Originale aus den 1970er Jahren kommen. Bis zum Frühsommer 2026 wollen wir mit allen Arbeiten fertig sein.

Historie des Tanzbrunnens

Die grundsätzliche Struktur des Tanzbrunnen-Areals entstand bereits in den 1920er Jahren. In dieser Zeit entwickelte Konrad Adenauer mit seinem Stadtbaumeister Adolf Abel das rechtsrheinische Messeareal. Es fanden dort große internationale Ausstellungen wie die Pressa im Jahr 1928 statt. 

Nördlich der Messehallen mit Messeturm entstand ein großer kreisrunder Platz mit Brunnenanlage und Wasserfläche als Mittelpunkt. Dieser Platz diente als Bindeglied zwischen den Messeflächen und der nördlich angelegten Parkanlage. Dort, wo heute das Parkcafé steht, wurden die Reste eines preußischen Forts als Ausflugslokal genutzt. An der Ostseite des Platzes entstand das Staatenhaus, das den dahinter angelegten Ausstellungshallen eine repräsentative Fassade gab. In architektonischer Entsprechung mit den Arkaden des Staatenhauses gliederte sich ein Rheinrestaurant an, das im Krieg beschädigt und nach dem Krieg durch die heutigen Rheinterrassen ersetzt worden ist. Auch ein Bühnenpavillon wurde bereits in dieser Zeit errichtet. Er befand sich gegenüber des Staatenhauses vor dem Rheinufer.

Die Nutzung des Areals wurde nach dem Zweiten Weltkrieg beibehalten. 1949 wurde die Brunnenanlage neugestaltet und die namensgebende ringförmige Tanzfläche über der Wasserfläche errichtet. Mit den Bundesgartenschauen in den Jahren 1957 und 1971 bekam das Ensemble seine heutige denkmalgeschützte Form.

Für die erste Bundesgartenschau in Köln wurden nach Entwürfen des Architekten Hans Schilling die Rheinterrassen sowie ein neuer Bühnenpavillon errichtet, der seinen heutigen Platz zwischen dem Restaurant und dem Staatenhaus erhielt. Der spätere Pritzker-Preisträger Frei Otto schuf für den Tanzbrunnen das Sternwellenzelt, das als Vorbild der Überdachung des Münchener Olympiastadions gilt.

© Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
Die Terassenschirme von Frei Otto am Tanzbrunnen (RBA L011058 13)

Im Rahmen der zweiten Bundesgartenschau wurde 1971 die Platzfläche neugestaltet und fünf der ebenfalls von Frei Otto geplanten charakteristischen Trichterschirme wurden vor dem bestehenden Bühnenpavillon errichtet. Ursprünglich war geplant, die gesamte Fläche des Innenraums auf diese Weise zu überdachen.

Falls Sie sich ein ausführlicheres Bild vom historischen Tanzbrunnen machen wollen, empfehlen wir einen Blick in die Bilddatenbank des Rheinischen Bildarchivs "Kulturelles Erbe Köln":

Der Tanzbrunnen in der Bilddatenbank des Rheinischen Bildarchivs