Sterben Kinder vor, während oder unmittelbar nach der Geburt, bricht für Eltern und Angehörige eine Welt zusammen. Der Tod zerstört jäh die mit der Elternschaft verbundenen Hoffnungen, Wünsche und Zukunftsperspektiven. Anfang und Ende eines Lebens schließen unbarmherzig einen Kreis. Die Hinterbliebenen fallen nicht selten in ein tiefes seelisches Loch und bleiben in ihrer Hilflosigkeit allein. Noch schwerer wird der Umgang mit dieser Situation, wenn die Angehörigen das Leid nicht teilen können, sondern es mit einem Mantel des Schweigens zugedeckt wird. Wir fühlen uns verpflichtet, Verstorbenen das letzte Geleit zu geben und Trauernden in aufrichtiger Anteilnahme beizustehen. Das gilt ganz besonders für tote Kinder, deren Eltern und Familien in dieser schweren Zeit Trost benötigen. 

Information zur Beisetzung von Tot- und Fehlgeborenen

Die Tot- oder Fehlgeburt als ungewolltes Ende einer Schwangerschaft stellt für die betroffenen Eltern eine schwere seelische Belastung dar. In dieser schwierigen Lebenslage sind die Hinterbliebenen insbesondere auf die Beratung und Unterstützung der betreuenden Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte, Seelsorgerinnen und Seelsorger in den Kliniken angewiesen.

Die nachfolgenden Informationen bieten eine Hilfestellung zur Erstberatung der Eltern, die über die Beisetzung ihres tot- oder fehlgeborenen Kindes entscheiden müssen.

Beurkundung von Tot- und Fehlgeborenen

Fehlgeborene Kinder sind Kinder, die in der frühen Schwangerschaft sterben und unter 500 Gramm wiegen. Ab 500 Gramm spricht man von einer Totgeburt. Bei einem Geburtsgewicht von mehr als 500 Gramm besteht eine standesamtliche Beurkundungspflicht.  

Mit der zum 14. Mai 2013 in Kraft getretenen Änderung des Personenstandsgesetzes können allerdings auch fehlgeborene Kinder unter 500 Gramm dem Standesamt, in dessen Zuständigkeitsbereich die Fehlgeburt erfolgte, angezeigt werden. In diesem Fall stellt das Standesamt der anzeigenden Person auf Wunsch eine Bescheinigung aus.  

Bestattung von Tot- und Fehlgeborenen

Obgleich für die Eltern keine Bestattungspflicht besteht, haben sie nach § 14 Absatz 2 des Bestattungsgesetzes des Landes Nordrhein Westfalen einen Anspruch auf Beisetzung ihres tot- oder fehlgeborenen Kindes.

Wenn die Fehlgeburt, der Schwangerschaftsabbruch oder die Totgeburt in einer Einrichtung erfolgt, hat die Trägerin/der Träger der Einrichtung sicherzustellen, dass die Eltern auf die Bestattungsmöglichkeiten hingewiesen werden. Liegt keine Erklärung der Eltern zur Bestattung vor, sind Tot- und Fehlgeburten von den Einrichtungen auf eigene Kosten unter würdigen Bedingungen zu sammeln und zu bestatten.

Verschiedene Kliniken in Köln verfügen auf den städtischen Friedhöfen über eigens angelegte Gräberfelder für die Sammelbeisetzung der Tot- und Fehlgeborenen. Andere Kliniken veranlassen Sammelbeisetzungen in die nachfolgend erläuterten Sondergrabstätten für Tot- und Fehlgeborene.

Wünschen Eltern eine eigene individuelle Bestattung ihres Kindes, dann tragen sie alle Kosten.

Grabstätten für Tot- und Fehlgeborene

Wir bieten auf verschiedenen Friedhöfen Sondergrabstätten für Tot- und Fehlgeborene an:

Friedhof Brück, Lehmbacher Weg
Nordfriedhof
Ostfriedhof
Steinneuerhof
Südfriedhof
Westfriedhof

Einzelgräber

Die Sondergrabstätten für Tot- und Fehlgeborene werden als Einzelgräber nach § 21 der Friedhofssatzung der Stadt Köln für einen Zeitraum von 3 Jahren vergeben. Die Eltern legen die 60 mal 60 Zentimeter große Grabstätte an und stellen die Pflege sicher. Es kann ein Holzkreuz aufgestellt oder eine Messing- beziehungsweise Steinplatte in der Größe von maximal 12 mal 20 Zentimeter angebracht werden.

Für das Grabnutzungsrecht werden Gebühren in Höhe von derzeit 52 Euro erhoben. Die Beisetzung des kleinen Sarges wird mit Gebühren in Höhe von 194 Euro in Rechnung gestellt.

Thematisch gestaltete Gemeinschaftsgrabfelder

Neben Einzelgräbern für Tot- und Fehlgeborene bieten wir auch die Beisetzung in thematisch gestalteten Gemeinschaftsgrabfeldern an. Die Gebühren von Einzelgräbern und Gräbern in Gemeinschaftsgrabfeldern sind hierbei gleich, allerdings übernehmen wir die Errichtung und die pflegerische Unterhaltung der Gemeinschaftsgrabfelder für Tot- und Fehlgeborene.

Gemeinschaftsgrabfelder gibt es auf dem Nord-, Ost- und Südfriedhof. Auf dem Nordfriedhof ist die erste Gemeinschaftsanlage unter dem Namen "Fluss des Lebens" bereits 2010 eröffnet worden und seitdem eine wichtige Anlaufstelle und Begegnungsstätte für trauernde Eltern. Aufgrund der zwischenzeitlich begrenzten Bestattungsfläche auf diesem Gräberfeld wurde 2014 ein weiteres Gemeinschaftsgrabfeld für Tot- und Fehlgeborene mit der Themenüberschrift "Universum" auf dem Nordfriedhof angelegt. Das Konzept einer Gemeinschaftsgrabanlage für Tot- und Fehlgeborene wurde auf dem Kölner Südfriedhof in Form eines Sterns umgesetzt. Ende Oktober 2015 erfolgte dann auf dem Kölner Ostfriedhof die Eröffnung eines weiteren Gemeinschaftsfeldes für Tot-und Fehlgeborene. Die Gestaltung orientiert sich diesmal an dem Symbol des Schmetterlings.

Sonstige Bestattungsmöglichkeiten

Neben der Bestattungsmöglichkeit in einer als Einzelgrab oder als Gemeinschaftsgrab angelegten Sondergrabstätte für Tot- und Fehlgeborene können sich Eltern auch für den Erwerb aller anderen, auf den Kölner Friedhöfen angebotenen Grabarten entscheiden. Die Gebühren für die Grabnutzungsrechte sind in diesem Fall jedoch deutlich höher. Darüber hinaus käme eventuell auch die Beisetzung in ein bereits bestehendes Familiengrab in Betracht.

Beratungsangebot der Friedhofsverwaltung Köln

Für Rückfragen zu den städtischen Sondergrabstätten für Tot- und Fehlgeborene und die weiteren Bestattungsmöglichkeiten sowie zur Abwicklung der Beisetzung stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kölner Friedhofsverwaltung unter folgenden Rufnummern zur Verfügung:

0221 / 221-25108
0221 / 221-25124