© Stadtbibliothek Köln

Das Team der Stadtbibliothek möchte für Sie, die Kölner Bürgerinnen und Bürger, das Beste erreichen und mit seiner engagierten Arbeit eine zukunftsweisende Bibliothek gestalten.

Heinrich Böll, dessen Arbeitszimmer wir in der Zentralbibliothek beherbergen, sagte 1979 bei ihrer Eröffnung:

Lesende Staatsbürger sind nicht die gehorsamsten.

Dieser Satz passt auch hervorragend in die heutige Zeit. Gerade wenn junge Menschen wieder auf die Straße gehen und für ihre Zukunft demonstrieren, wenn Fake News und dubiose Berichterstattungen versuchen, die Menschen hinters Licht zu führen, kommt Bibliotheken wieder eine wegweisende Bedeutung zu. Das rasche Aufgreifen aktueller und drängender gesellschaftlicher Aufgaben, wie die Integration von Zugewanderten oder das Eingehen auf Medienkompetenz und Datensicherheit, gehören zu den Grundprinzipien einer zutiefst demokratischen Einrichtung wie einer Bibliothek.

Wissensvermittlung und Teilhabe 

Junge Menschen besuchen immer mehr die Bibliotheken. So auch bei uns in Köln: die nutzungsstärkste Besuchergruppe bei den Erwachsenen sind die 20- bis 30-jährigen. Interkulturelle Programme und Mehrsprachigkeit werden in einer bunter werdenden globalisierten Gesellschaft immer wichtiger.

Bereits 1890 wurde die Kölner Stadtbibliothek gegründet, um einen Beitrag zur "Lösung der sozialen Frage" zu leisten. Unter anderen Vorzeichen tun wir dies auch heute noch in vielfältiger Weise - mit Programmen wie "Wir sprechen viele Sprachen", niederschwelligen Angeboten wie den "minibibs" oder den "Alphabetisierungsstudios", mit Angeboten für ältere Menschen, die der Einsamkeit vorbeugen, oder dem "sprachraum", wo sich fast 140 Menschen ehrenamtlich engagieren.

Ein viel beachtetes Buch des amerikanischen Soziologen Eric Klinenberg nimmt diesen Aspekt auf. In "Palaces for the People" legt er sehr anschaulich dar, dass Bibliotheken nicht nur Bildungs- und Kultureinrichtungen, sondern auch ein wichtiger Teil der sozialen Infrastruktur einer Stadt sind. Die Rolle der Bibliotheken hat sich durch die Digitalisierung verändert, ihre Grundaufgabe ist jedoch nach wie vor dieselbe: die zeitgemäße Vermittlung von Bildung und Wissen. Der gleichberechtigte Zugang zu Wissen hat sich weit über das geschriebene Wort hinaus entwickelt und der Umgang mit neuen Technologien und den sozialen Netzwerken ist einer der Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe.

Ein Ort für alle in Zeiten des Wandels

Auf der Fassade der "Akademie der Bildenden Künste" unserer niederländischen Partnerstadt Rotterdam steht in Neonbuchstaben das Motto des Malers Willem de Kooning:

I have to change to stay the same.
(Ich muss mich verändern, um zu bleiben, wie ich bin.)

Dies passt sehr gut zu unserer aktuellen Situation. Organisationen auf der ganzen Welt müssen ihre klassischen Denkweisen und Arbeitsverfahren loslassen, um den Weg in eine andere, häufig unsichere Zukunft einzuschlagen, ohne ihre Prinzipien und ihren gesellschaftlichen Auftrag zu verleugnen. In Zeiten der Digitalisierung und der ständigen Erreichbarkeit wird das Analoge immer mehr zur Nische. Physische Orte - mit Dingen, die man anfassen kann, wo man Menschen begegnet, mit ihnen ins Gespräch kommt - gewinnen deshalb zunehmend an Attraktivität. Heutzutage ist viel vom "Dritten Ort" die Rede - ein Ort neben der Wohnung und der Arbeitsstelle. Ein solcher Ort ist auch unsere Bibliothek.

Bibliotheken erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Zu uns in Köln kommen jedes Jahr etwa 2,4 Millionen Menschen. Wir decken ein breites Spektrum für unterschiedlichste Alters- und Interessengruppen ab: von den Bücherbabys bis hin zu den Silver Gamern. Bei uns entstehen Angebote, die vom Engagement vieler Menschen leben, die ihre eigenen Ideen einbringen und ihr Wissen mit anderen teilen. Wir beherbergen nicht nur viele Medien, sondern wir bieten auch Erlebnisse und neue Erkenntnisse. Bei uns heißt es "tüfteln statt büffeln". Bürgerschaftliches Engagement und Partnerschaften aller Art spielen für uns eine entscheidende Rolle, denn Bibliotheken sind Orte der gesellschaftlichen Teilhabe, und vor allem: Bibliotheken gehören den Bürgerinnen und Bürgern!

Innovation und Experiment 

Häufig, schon fast inflationär, wird das Wort "innovativ" verwendet. Doch was steckt dahinter? Eine Innovatorin oder ein Innovator braucht Empathie, sie oder er muss sich in andere Menschen hineinversetzen und Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Außerdem ist es wichtig, groß zu denken und bereit zu sein, ganz neue Lösungen zu entwickeln. Und zu guter Letzt darf das Experimentieren nicht zu kurz kommen. Hier können Kinder ein sehr gutes Vorbild sein: Dieser Entdeckergeist, das Angstfreie, dieser Drang, alles zu hinterfragen - genau davon brauchen wir Erwachsenen wieder mehr!

Bei uns in der Stadtbibliothek verbinden und ergänzen sich Bewährtes und Innovatives bestens. Beides - die Bedeutung des Buches und das Beschreiten neuer Wege - werden auch künftig unsere Aufgaben bestimmen. Dabei werden wir auch weiterhin nach den Sternen greifen und Nelson Mandelas Ausspruch im Auge behalten:

It always seems impossible until it's done
(Es scheint immer unmöglich, bis es getan ist.) 

Unser Angebot

Inspiration, Information, Interaktion und Integration - dafür steht unsere Stadtbibliothek. Mit rund 2,4 Millionen Besucherinnen und Besuchern im Jahr sind wir Kölns publikumsstärkste Kultureinrichtung und dienen der Bildung, Information, Kommunikation und Freizeitgestaltung aller Bürgerinnen und Bürger.

Die Zentralbibliothek, der Bücherbus, 11 Stadtteilbibliotheken, die Literaturarchive und die minibibs bieten eine hochwertige und aktuelle Medienvielfalt, eine moderne Technikausstattung, ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm und attraktive Räumlichkeiten, die zum Verweilen einladen. Zusammen mit einem umfassenden Digitalangebot schaffen wir damit für alle Altersgruppen und Lebenslagen ein hervorragendes Entwicklungs- und Bildungsangebot zur Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben.

Schwerpunkte sind die Bereiche Sprach- und Leseförderung, interkulturelle Bibliotheksarbeit, Alphabetisierung, die Förderung von Medien- und Informationskompetenz sowie die Vermittlung von Kenntnissen in den MINT-Fächern mit Workshops, Makerspace-Angeboten und der Bibliothek der Dinge. Vor Ort in der Bibliothek können Sie nicht nur Ihre Vinyl-Schallplatten, Filmstreifen, Musik- und Videokassetten digitalisieren, sondern auch die Overlock-Nähmaschinen, unsere VR-Stationen oder unsere 3D-Drucker kennenlernen und nutzen - alles ist im Bibliotheksausweis inklusive!

Zu den entleihbaren Medien zählen zum Beispiel Computerspiele, Filme, Musikinstrumente, Rad- und Wanderkarten, VR-Brillen und die bei Kindern so beliebten Tonies. Aber auch E-Medien, Datenbanken, Sprachlernprogramme, Streamingdienste für Film und Musik sowie intensive Kundenkommunikation in den sozialen Netzwerken sind selbstverständlicher Teil des Portfolios.

Eine Anmeldung ist in allen Bibliotheken mit Ausnahme der minibibs möglich und dauert nur wenige Minuten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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