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Infolge des Klimawandels müssen wir in den kommenden Jahren mit einem allmählichen Temperaturanstieg rechnen, der folgende Auswirkungen nach sich zieht:

  • häufigere Hitze- und Trockenperioden,
  • verlängerte Vegetationsphasen und Pollenflug,
  • häufigeres Auftreten von Starkregen und Sturm sowie
  • häufigeres Auftreten von (neuen) Krankheiten und Schädlingen.

Der Trend zu wärmeren, trockeneren Sommern und ungleich verteilten Niederschlägen bedeutet für die Bäume zusätzlich Belastung (Stress) und somit höhere Anfälligkeit gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Die zunehmende Trockenheit führt daneben zu Welkerscheinungen, Absterben von Ästen und Rindennekrosen durch Sonnenbrand.

Die Folgen des Klimawandels werden die Standortbedingungen von Bäumen in den Städten noch weiter verschlechtern. Ein umfassendes Baummanagement von der Pflanzung bis zum Altbaum wird daher in der Zukunft nötig sein. Diese integriert optimale Standortvoraussetzungen und Pflanzenauswahl (hohe Biodiversität bietet größere Sicherheit gegenüber Ausfällen). Das bedeutet erhöhte Kosten für die Baumkontrolle und –pflege.

Neben einem Bewässerungskonzept, das unter anderem eine verstärkte Wässerung der Jungbäume bis zum siebten Standjahr vorsieht, werden kontinuierlich die Pflanzstandards hinterfragt und weiterentwickelt, das heißt Standortbedingungen werden bestmöglich optimiert.
Außerdem geht es darum, den Stadtbaumbestand sukzessive umzubauen, da immer mehr der bisher vorhandenen Arten Schwierigkeiten bekommen, den klimatischen innerstädtischen Bedingungen standzuhalten.

Trockenheit - Kräfte bündeln für die Kölner Bäume
Podcast: "Der Klimawandel ist auch eine Chance"

Aktuelles

Baumfällarbeiten im Stadtgebiet

Durch die andauernde Trockenheit der letzten Jahre sind zahlreiche Bäume äußerst anfällig für Schädlingsbefall geworden und in der Folge abgängig oder bereits abgestorben. Holz zersetzende Pilze reduzieren schließlich die Bruchsicherheit der Bäume. Daher müssen die betroffenen Bäume in Bereichen des Publikumsverkehrs entnommen werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleiten.

Aus Gründen des Vogelschutzes werden Fällarbeiten weitestgehend in der vegetationsfreien Zeit durchgeführt, sofern die Dringlichkeit der Maßnahme dies zulässt. Es sind jedoch auch Baumfällungen im gesamten Jahresverlauf erforderlich. Dem BNatSchG entsprechend wird jeder Baum vorab auf Habitatstrukturen und eventuelle Nisttätigkeiten hin überprüft. Auch die Untere Naturschutzbehörde wird regelmäßig von uns eingebunden.

Zur Kompensation pflanzen wir permanent Bäume auf Plätzen, in Straßen und Grünanlagen nach, in geschlossenen Beständen wird bevorzugt auf Naturverjüngung gesetzt. Bei der Baumartenwahl steht die Erweiterung der Artenvielfalt im Vordergrund, um für jeden Standort einen zukunftsfähigen Baum zu finden und den Baumbestand insgesamt widerstandfähiger zu gestalten.

Als Grünflächenamt kümmern wir uns jeden Tag um den Fortbestand des gesunden Grüns in der Stadt und haben dabei das Wohl der Bäume, trotz notwendiger Maßnahmen, immer im Fokus.

Straßenbaumtest der GALK

Wir nehmen am bundesweiten Straßenbaumtest der GALK (Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz = Zusammenschluss der kommunalen Grünflächenverwaltungen) teil. Dabei werden vielversprechende "neue" Arten und Sorten, wie Blauglockenbaum, Amberbaum, japanischer Schnurbaum, Silberlinde oder Ginkgo oder aber auch der einheimische Feldahorn gepflanzt. Parameter wie Zuwachs, Pflegeaufwand, Anfälligkeit für Schaderreger werden jährlich erfasst und zentral ausgewertet.

Ende des Jahres 2020 veröffentlichten GALK und BdB (Bund deutscher Baumschulen) eine neue Broschüre, die insgesamt 65 neue und altbewährte Arten/Sorten aus der GALK-Straßenbaumliste vorstellt und detailliert beschreibt. 

Zukunftsbäume für die Stadt
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Pflanzung von Straßenbäumen

Erstellung eines Straßenbaumkonzeptes für Neupflanzungen

Die beiden letzten Sommer haben die Auswirkungen des Klimawandels auch in Köln spürbar gemacht. Ziel der Klimaanpassung ist es deshalb mehr Grün in der Stadt zu etablieren, beispielsweise durch die Pflanzung zusätzlicher neuer Straßenbäume.

Für jeden der neun Stadtbezirke soll daher ein eigenes Konzept zur Pflanzung neuer Straßenbäume erstellt werden. Im Rahmen dieser Konzepterstellung wird jeder Bezirk und die dazugehörigen Stadtteile untersucht. In den Straßen, in denen keine Bäume stehen, wird anhand eines Geographischen Informationssystems überprüft, ob diese ausreichend Platz für neue Bäume bieten.

Ist dies der Fall, werden sämtliche unterirdische Leitungstrassen erfasst. Dort, wo zum Beispiel eine Gasleitung, eine Fernwärmeleitung oder durch Wurzelwuchs gefährdete Versorgungsleitungen liegen, können keine Bäume gepflanzt werden.

Die Untersuchung erfolgt zunächst ohne Berücksichtigung des Wegfalls von Parkplätzen. Es wird jedoch kenntlich gemacht, wie viele Parkplätze durch Baumneupflanzungen in den jeweiligen Straßen entfallen müssten. Nach dieser eingehenden Untersuchung wird für jeden Stadtteil ein gesonderter Plan erarbeitet, in dem die vorhandenen Straßenbäume, wie auch die potentiell neu zu pflanzenden Bäume eingetragen werden. In den Straßen, in denen keine Bäume eingezeichnet sind, ist, wegen vorhandener Leitungen, Einfahrten oder fehlendem Platz, keine Baumpflanzung möglich.

Aufgrund dieser Voruntersuchungen entscheidet die jeweilige Bezirksvertretung über die potentiellen neuen Baumstandorte. Für die betroffenen Straßen wird zusätzlich eine Parkraumbilanz erstellt, aus der hervorgeht, wie hoch der Parkdruck zu unterschiedlichen Tageszeiten ist.

Nach dem Stadtbezirk Ehrenfeld sind die Voruntersuchungen für den Bezirk Innenstadt nun ebenfalls abgeschlossen und die Bezirksvertretung hat das Straßenbaumkonzept zur Umsetzung freigegeben.

Folgende Standorte im Stadtbezirk Ehrenfeld wurden bereits fertiggestellt:

- Georg-Kaiser-Straße
- Lasker-Schüler-Straße
- Alfred-Döblin-Straße
- Büchner Straße

Zukünftige Maßnahmen im Stadtbezirk Ehrenfeld

Bauabschnitt 1

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Lageplan Ehrenfeld gesamt
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Braubachstraße
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Georg-Weerth-Straße
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Heinrich-Mann-Straße
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Ollenhauerring
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Stefan-Zweig-Straße
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Sternheimstraße
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Methweg
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Schlösserstraße
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Wöhlerstraße
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Ersatzpflanzungen 2020

Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen pflanzte im Jahr 2020 461 Straßenbäume als Ersatz für Exemplare, die wegen Krankheit oder aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden mussten.

Dabei wurden alle neun Stadtbezirke wie folgt bedient:

  • Innenstadt: 44
  • Rodenkirchen: 65
  • Lindenthal: 158
  • Ehrenfeld: 29
  • Nippes: 54
  • Chorweiler: 74
  • Porz: 28
  • Kalk: 28
  • Mülheim: 17

 

80 neue Bäume für die Vogelsanger Straße

Aktuell pflanzen wir im Rahmen der Umgestaltung der Vogelsanger Straße die ersten 28 Bäume. Es handelt sich um "Chinesische Waldahorne" (Acer trunctatum oder Pacific Sunset), die unseren zukünftigen Klimaanforderungen in besonderem Maße entsprechen und mit einer außergewöhnlichen Herbstfärbung von orange über rot bis dunkelviolett auffallen.

Insgesamt sind knapp 80 der ebenso widerstandsfähigen wie schön anzusehenden Bäume im Abschnitt zwischen der Inneren Kanalstraße und dem Ehrenfeldgürtel zur Pflanzung vorgesehen. Im Frühjahr 2021 werden die nächsten 11 Bäume gepflanzt, die den Straßenzug mit farbenprächtiger Natur aufwerten. Im Herbst 2021 erfolgt dann die Ergänzung der restlichen Waldahorne im Abschnitt Mechternstraße bis Innere Kanalstraße.

Wie können Sie sich für die Kölner Bäume einsetzen?

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Sie möchten ein Stück Natur vor Ihrer Haustür hegen und pflegen, Verantwortung übernehmen für das Ortsbild, zur Verbesserung der Umwelt und des Klimas für Pflanzen und Tiere beitragen?

Immer mehr Bürger*innen engagieren sich inzwischen für das Kölner Grün und pflegen beispielsweise ehrenamtlich Grünflächen und Baumscheiben vor der eigenen Haustür.

Kölner Grün - Mitgestalten

Baumkrankheiten und Schädlinge

Baumkrankheiten und deren Folgen sind vielfältig und erschließen sich meist nicht auf den ersten Blick. Daher stellen wir hier beispielhaft einige Baumkrankheiten, Parasiten und deren Bedeutung für Baum und Mensch vor.

Eichenprozessionsspinner
Der Eichenprozessionsspinner ist eine Nachtfalterart, die nur Eichen befällt. Diese Insektenart liebt Wärme und hat sich durch die Klimaerwärmung mittlerweile in Deutschland etabliert. Ab Mai können ihre Gespinste in Kronen und Astgabeln zu erkennen sein, die viel direkte Sonne abbekommen.

Die Raupe des Eichenprozessionsspinners schädigt den Baum häufig nicht nachhaltig. Sie bildet jedoch ab der dritten Häutung Brennhaare, die ein Eiweißgift enthalten. Der Kontakt mit diesen Brennhaaren kann bei Menschen und auch bei Hunden zu Reizungen und allergischen Reaktionen von Haut und Atemwegen führen.
An Stellen mit viel Publikumsverkehr werden betroffene Bäume mit Absperrband markiert. Mensch und Tier sollten solche Bäume zur ihrer Sicherheit umgehen.

Wir entfernen die Raupen gemeinsam mit Fachfirmen mit Hilfe eines Spezialsaugers. Eine aufwändige Methode, die aber gegen Larven in jedem Entwicklungsstadium wirksam ist. Befallene Bäume werden je nach Lage in vier Prioritätsstufen eingeteilt und anhand dieser Priorisierung bearbeitet.

Übrigens: Häufig kommt es zur Verwechselung mit den Larven von Gespinstmotten. Diese fressen Gehölze völlig kahl und spinnen sie komplett mit ihren Netzen ein. Diese Motten und ihre Netze sind für den Menschen jedoch völlig ungefährlich. Auch die Pflanzen erholen sich wieder von einen Befall. Larven von Gespinstmotten sind nie an Eichen zu finden. Der Eichenprozessionsspinner kommt dagegen ausschließlich an Eichen vor.


Massaria Krankheit
In Köln gibt es viele alte und große Platanen. Durch den Klimawandel ist der Massaria-Pilz vom Mittelmeerraum nach Deutschland gelangt. Er tötet zunächst die Rinde von Ästen und das darunter liegende Kambium und verursacht eine Moderfäule mit raschem Holzabbau. Dadurch kann es zu Gefahren für die Verkehrssicherheit kommen. Häufigere Entnahmen von Totholz aus der Krone sind daher nötig. Da der Befall nur die Baumkrone, und dort zunächst die Astoberseite, betrifft, ist er vom Boden aus kaum erkennbar.


Buchenkomplexkrankheit
Seit 2014 stellt die Buchenkomplexkrankheit ein Problem für den Kölner Baumbestand dar. Dabei schwächen mehrere Ursachen gleichzeitig die Bäume. Zu den Ursachen gehören vor allem Trockenstress und in der Folge Pilz- und Insektenbefall. Die Folgen sind das Absterben der Rinde, Holzabbau durch Fäule, meist durch den Pilz Pfennigkohlenkruste, und der Ausbruch von Teilen der Baumkrone. An Straßen, Wegen und Plätzen ist eine Fällung aus Gründen der Verkehrssicherheit oftmals unumgänglich.


Rußrindenkrankheit
Die Rußrindenkrankheit betrifft vornehmlich den Bergahorn, der 14 Prozent des städtischen Baumbestandes ausmacht. Er kommt in der Rinde vor und nutzt Stressphasen, wie zum Beispiel längere Trockenheit, um wirksam zu werden. Zuerst bilden sich längliche Risse in der Rinde die Schleim absondern. Dann verwelken die Blätter und in der Krone sterben Äste ab. Bald entwickelt sich dann eine Weißfäule und die Bruchfestigkeit des Holzes geht verloren. Von den dunklen Sporen des Pilzes kann durch Einatmen auch eine Gesundheitsgefahr für den Menschen ausgehen. Erkrankte und nicht mehr bruchfeste Bäume werden, unter Beachtung strenger Schutzmaßnahmen, gerodet. Durch Trockenstress und große Hitze wird der Bergahorn derart geschwächt, dass der Pilz leichtes Spiel hat und somit zu einem flächendeckenden Problem wird. Der Klimawandel hat hier eine direkte Auswirkung auf den Baumbestand.


Fällungen sind immer Einzelfallentscheidungen!
Vitale Bäume müssen nicht automatisch verkehrssicher sein, verkehrssichere Bäume sind nicht immer vital. Der Brandkrustenpilz beispielsweise verursacht Fäule im Wurzelstock. Da die Wasser- und Nährstoffversorgung über den äußeren Holzbereich erfolgt, wird die Baumkrone weiterhin gut versorgt und sieht gesund aus. Die Standsicherheit jedoch kann bereits stark beeinträchtigt sein und eine Fällung nötig machen.

Genauso kann ein "toter" Baum trotzdem noch einen sicheren Stand haben. Eine Birke kann beispielsweise aufgrund von Wassermangel rasch absterben. Bis das Holz durch Pilztätigkeit seine Festigkeit verliert geht von dem "toten" Baum aber zunächst noch keine Gefahr aus.

Ob und mit welcher Dringlichkeit ein Baum gefällt werden muss oder ein Kronenrückschnitt nötig ist, ist immer eine individuelle Entscheidung, die durch die Fachleute des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen getroffen wird. Der Erhalt des Baumes ist dabei immer das vorrangige Ziel!

Für vertiefende Informationen stehen wir Ihnen unter der Service-Nummer 0221 / 221-35341 zur Verfügung.

Aktuelle Baumpflegemaßnahmen

Um die Kölner*innen immer über Baumpflegemaßnahmen im Stadtgebiet auf dem Laufenden zu halten, informieren wir in Form von Pressemitteilungen. Nachfolgend sind alle größeren Pflegemaßnahmen an Straßenbäumen einschließlich der dazu notwendigen Straßensperrungen aufgeführt:

Hier wird aktuell an Bäumen gearbeitet
Was machen eigentlich Baumkontrolleur*innen?

Stürme und Sturmschäden

© Meike Blazy

Das Thema "Stürme", tritt im Zuge des Klimawandels immer öfter bei uns auf und stellt eine der großen zukünftigen Herausforderungen des Grünflächenamtes dar. 

Zum einen entsteht hier ein logistischer Aufwand durch notwendige zusätzliche Baumkontrollen, potentielle Sperrungen von Parks, Friedhöfen etc. und den entsprechenden Meldungen an die Presse. Zum anderen müssen wir die Sturmschäden im Anschluss erfassen und beheben.