Zusammen mit der RheinEnergie und den Abfallwirtschaftsbetrieben sind wir für die Bäume im Einsatz - alle Kölnerinnen und Kölner können beim Gießen mithelfen!

Die Wetterprognosen für die Sommermonate lassen befürchten, dass es immer trockenere Zeiten geben wird – ein Härtetest für viele Bäume, denen in unserer wachsenden und dichtbesiedelten Stadt eine besondere Bedeutung zukommt. Nicht nur als Schattenspender, sondern auch für die Luftqualität spielen Bäume eine besondere Rolle.

Vor allem junge Bäume sind besonders gestresst, weil sie meist noch kein ausreichendes Wurzelwerk ausbilden konnten. In den ersten drei Jahren werden sie von beauftragten Unternehmen gewässert. Danach haben sie bei normalen Witterungsverläufen ausreichend tiefe Wurzeln entwickelt um in tiefe, noch feuchte Bodenschichten vorzudringen.

Aufgrund der langen Trockenheiten der letzten beiden Jahre und der sich aktuell für 2020 abzeichnenden Wetterlage sind wir dazu übergegangen, die Jungbäume bis zum siebten Jahr zu wässern. Zu diesem Zweck haben wir drei neue Schlepper angeschafft und verfügen jetzt über insgesamt vier Schlepper. Jeder Schlepper hat ein Fassungsvermögen von 2.500 Litern Wasser. 

© Stadt Köln

Diesen Jungbäumen widmen wir besondere Aufmerksamkeit, und wir müssen sie regelmäßig mit Wasser versorgen. Dabei hilft uns die RheinEnergie mit ihren Standrohren,

sagt Dr. Joachim Bauer vom Amt für Landschaftspflege und Grünflächen.

Der Wasserversorger stellt uns eine gewisse Anzahl von Standrohren für die mobile Wasserentnahme bereit und wir koordinieren deren Einsatz. Aufgrund der begrenzten Anzahl der Standrohre können hier ausschließlich Vereine, Initiativen und Gruppen, die sich für das öffentliche Grün engagieren, berücksichtigt werden.

Wir danken an dieser Stelle noch einmal herzlich den mehr als 1.000 Baumpatinnen und Baumpaten, die durch ihr großes ehrenamtliches Engagement ebenfalls zu einer Entspannung der Lage beitragen. Denn die Bewässerung der in die Baumscheiben eingebrachten Unterpflanzung kommt auch den Bäumen zugute.

Neben den Jungbäumen haben wir auch Straßenbäume im Blick, die auf schwierigen Untergründen stehen, wie beispielsweise über Tiefgaragen, Stadtbahntunneln oder aber in Pflanztrögen. 

Ältere Bäume an geeigneten Standorten brauchen hingegen keine zusätzlichen Wassergaben, weil deren Wurzeln derart weit verzweigt sind, dass sie sich in tiefen Erdschichten selbst versorgen können.

In diesem Jahr setzen wir auch wieder Wassersäcke ein, die gut gefüllt an den Baumstämmen platziert werden und dann tröpfchenweise ihr Wasser über einen längeren Zeitraum direkt an den Wurzelraum abgeben. Auch zum Füllen dieser Säcke sind die Standrohre der RheinEnergie sinnvoll, weil mobil einsetzbar. Wir verteilen die Wassersäcke an unsere Baumpatinnen und -Paten, um deren Engagement für unsere Straßenbäume zu unterstützen.

Auch den vielen anderen Kölnerinnen und Kölnern, die sich um den Baum "vor ihrer Haustüre" kümmern und ihn mit dem einen oder anderen Eimer Wasser verwöhnen, gilt unser Dank!

Video - Wassersäcke für die Bäume

Wie können Sie unterstützen?

Folgende Bäume freuen sich über zusätzliche Wassergaben:

  • Jungbäume mit einem Stammumfang von bis zu 40 Zentimeter, gemessen in einem Meter Höhe
  • Bäume auf schwierigen Untergründen, wie Tiefgaragen, Stadtbahntunnel oder in Pflanztrögen.

Wie gieße ich richtig?

Grundsätzliches:

Ein Kubikmeter Boden kann unter Umständen hunderte Liter Wasser aufnehmen. Große Bäume können mehrere hundert Liter Wasser am Tag transpirieren. Das benötigte Wasser beziehen Straßenbäume nicht aus Oberflächenwasser, welches aufgrund des generell hohen Versiegelungsgrades kaum verfügbar ist. Mit den Jahren haben sie sich tiefer liegende Bodenschichten erschlossen. Bäume mit einem Stammumfang von mehr als 40 Zentimetern (gemessen in einem Meter Höhe) lassen sich daher nur in Ausnahmefällen sinnvoll bewässern.  

In der Baumscheibe, also im Wurzelbereich des Baumes, dürfen keine Grabearbeiten durchgeführt und kein Erdreich aufgetragen werden.

Das Gießen des Wassers in die Belüftungsrohre des Baumes ist bei noch jüngeren Bäumen nicht sinnvoll, da das Wasser in der Regel zu großen Teilen in den tieferen Schichten des Bodens versickert und es dann nicht mehr für den Baum verfügbar ist.  

Zur Praxis:  

Am einfachsten gießt man das Wasser vorsichtig mit einem Eimer aus geringer Höhe an den Baum. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass nichts verloren geht. Sofern die Baumscheibe die Wassermenge nicht vollständig aufnehmen kann, sollte man mehrmals gießen und langsam vorgehen, bis die benötigte Menge ausgebracht wurde.  

Eine einmalige Wassergabe von 100 Litern erzielt positivere Ergebnisse als über zehn Tage aufeinanderfolgende Wassergaben von 10 Litern, da somit die Verluste durch Oberflächenverdunstung deutlich geringer sind und die Durchwurzelung tieferer Bodenschichten gefördert wird.

Wie funktioniert ein Wassersack?

Bei konventioneller Bewässerung fließt das Wasser an der Oberfläche ab, geht größenteils verloren und erreicht die Wurzeln nicht. Mit einem Wassersack werden die Wurzeln direkt versorgt. Der Sack wird um den Stamm gelegt, mit dem Reißverschluss fixiert und anschließend mit Wasser gefüllt. Das Wasser tropft langsam ab. Dadurch wird die Erde kontinuierlich durchfeuchtet und die Wurzeln werden optimal versorgt. Bei Bedarf können zwei Säcke aneinander platziert werden. Je nach Stammdurchmesser passen circa 50 bis 75 Liter Wasser in einen Sack. Die Abtropfzeit ist abhängig von Bewässerungssack-Modell und Füllmenge und beträgt circa drei bis acht Stunden.

Sie sind schon "offizielle" Baumpatin oder Baumpate und brauchen einen Wassersack?

Dann schreiben Sie uns eine E-Mail mit Angabe Ihrer Adresse. Wir senden Ihnen einen Wassersack zu. 

E-Mail: Wassersack anfordern

Sie sind noch nicht "offizielle" Baumpatin oder Baumpate, möchten aber mithelfen?

Dann schicken Sie uns bitte eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten und den Standort des Baumes, den Sie wässern möchten. Sie erhalten dann von uns eine Patenschaftsurkunde und einen Wassersack für den Baum. 

E-Mail: Wassersack anfordern