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Die Nord-Süd Stadtbahn wird von der Haltestelle Marktstraße über die Bonner Straße bis zum Verteilerkreis Süd verlängert. Zukünftig verkehrt hier die Stadtbahnlinie 5. Mit der sogenannten 3. Baustufe erhalten rund 26.000 Menschen im Kölner Süden direkten Anschluss an das Stadtbahnnetz.
Vier neue Haltestellen mit einer Bahnsteighöhe von 90 Zentimetern ermöglichen Ihnen künftig den barrierefreien Zugang zu den Bahnen. Nach Fertigstellung der ersten drei Baustufen verkürzt sich Ihre Fahrzeit vom Verteilerkreis Süd zum Hauptbahnhof von zurzeit 30 auf 13 Minuten. Wir erwarten dadurch eine deutliche Verlagerung vom Auto zum Öffentlichen Personennahverkehr.
Auf der circa 2,1 Kilometer langen Strecke sind vier neue Haltestellen vorgesehen. Des Weiteren planen wir den Bau einer P+R-Palette an der Endhaltestelle.
- Cäsarstraße
- Bonner Straße/Gürtel
- Ahrweilerstraße
- Arnoldshöhe (Endhaltestelle)
Rückblick: Führungen für Anliegende im September 2025
Am 17. und 19. September 2025 haben wir wieder Rundgänge entlang der Baustelle für Anlieger*innen angeboten. Die rund 50 Teilnehmenden konnten vor Ort Fragen stellen, den Baufortschritt begutachten und spannende Einblicke in den Bauablauf erhalten. Während im Vorjahr der Kreuzungsbereich Marktstraße im Fokus stand, führten die Rundgänge dieses Jahr zum Kreuzungsbereich Raderberggürtel/Bayenthalgürtel.
Die Baufirmen, das Anliegermanagement und unsere Expert*innen erklärten anschaulich die verschiedenen Phasen des Bauprojekts und erläuterten die aktuellen Herausforderungen sowie anstehende Arbeitsschritte. Hierbei standen unter anderem die Gleisbauarbeiten am Raderberggürtel und Bayenthalgürtel sowie die Kampfmittelsituation im Fokus.
Kampfmittel und Bodenuntersuchungen
Im Frühjahr und Sommer 2022 haben wir bei den Bauarbeiten drei 250 Kilogramm schwere Fliegerbomben gefunden. Um weitere Verdachtspunkte zu untersuchen, mussten wir die Arbeiten vorübergehend unterbrechen. Im Frühjahr 2023 haben wir zwei Brandbomben gefunden. Der bisher letzte und sechste Fund war im August 2023 mit einer 250 Kilogramm schweren englischen Fliegerbombe.
Derzeit haben wir etwa 75 Prozent des Baufeldes untersucht. Dabei wurden etwa 270 sogenannte Verdachtspunkte erkannt. Diese konnten wir durch kleinräumige Aufgrabungen überprüfen und als unkritisch bewerten. Feuerwerker*innen überwachen die Arbeiten und geben die Aushubtiefen vor. So arbeiten wir uns Lage für Lage vor. Derzeit bereiten wir Untersuchungen weiterer Verdachtspunkte vor.
Bauzeit
Wir werden die Straßenbauarbeiten auf der Bonner Straße voraussichtlich 2028 bis auf wenige Restarbeiten abschließen. Die Fertigstellung der Gleisanlage und die Inbetriebnahme der Stadtbahn durch die KVB streben wir für 2029 an.
Verkehrsführung
Umleitungsempfehlung Bonner Straße
Während der Baumaßnahme haben wir eine Umleitung entlang der Bonner Straße von der Schönhauser Straße / Marktstraße über den Gürtel bis zum Verteilerkreis Süd eingerichtet, die auch eine Rettungsgasse berücksichtigt.
Vorfahrtsregelung Marktstraße
Der südliche Ast der Marktstraße, die alte Hauptroute, ist eine Sackgasse. Den Durchgangsverkehr leiten wir mit Vorfahrtsberechtigung über den nördlichen Ast der Marktstraße. Bitte achten Sie bei der Ein- und Ausfahrt von der "alten" südlichen Marktstraße auf die "neue" nördliche Marktstraße auf diese Vorfahrtsregelung.
Vollsperrung der Einmündung Leyboldstraße / Bonner Straße
Die Leyboldstraße ist im Einmündungsbereich zur Bonner Straße voraussichtlich bis Ende September 2026 gesperrt.
Einbahnstraße zwischen Raderberggürtel / Bayenthalgürtel und Schönhauser Straße
Seit März 2022 ist die Bonner Straße zwischen Raderberggürtel / Bayenthalgürtel und Schönhauser Straße als Einbahnstraße aufgrund der beengten Straßenverhältnisse nur noch in Richtung Innenstadt befahrbar.
In diesem Bauabschnitt stehen noch Gleisarbeiten, Mastgründungen und Baumpflanzungen an.
Öffentlicher Personennahverkehr
Den Busverkehr werden wir während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten. Je nach Bauphase kann es jedoch zu Sperrungen oder Umleitungen kommen, die von den Verkehrsbetrieben rechtzeitig bekannt gegeben werden.
Die Bauarbeiten im Überblick
Hier finden Sie einen Überblick über die Bauarbeiten:
Asphalt- und Pflasterarbeiten
Wir haben rund 23.000 Quadratmeter Straße fertiggestellt, darunter die Fahrbahn auf der Ost- und Westseite bis zum Raderberggürtel / Bayenthalgürtel sowie südlich des Gürtels die Fahrbahn auf der Ostseite zwischen der Bonner Straße 417 bis zur Einmündung Andernacher Straße.
Abstellmöglichkeiten für Fahrräder
Entlang der Bonner Straße haben wir Fahrradabstellanlagen installiert, darunter an der Kreuzung Bonner Straße / Marktstraße, am Raderberggürtel / Bayenthalgürtel, an der Haltestelle Gaedestraße und an der Einmündung zur Marienburger Straße. Derzeit prüfen wir, an welchen Standorten weitere Stellplätze möglich und sinnvoll sind.
Zudem stellen wir derzeit am Brohler Platz Bänke als Sitzmöglichkeit auf.
Baumpflanzungen
Für die spätere Begrünung und Aufwertung der Bonner Straße mit Bäumen haben wir bereits 120 neue Baumpflanzgruben hergestellt. In diese werden wir im späteren Baufortschritt die Bäume einpflanzen. So stellen wir nach und nach den Alleecharakter der Bonner Straße wieder her.
Damit das umliegende Pflaster bis zum Einsetzen der Bäume nicht verrutscht, verschließen wir die unterirdisch angelegten Baumpflanzgruben provisorisch bis zum Einpflanzen der Bäume.
An folgenden Stellen haben wir die Pflanzungen und Rasensaaten nahezu abgeschlossen:
- Am Treidelweg
- Auf dem Schneeberg
- Feuerwache Süd
- Friedenswald
- Industriestraße
- Südpark
- Weißer Straße
Im Laufe des Jahres stehen noch Pflegearbeiten an.
Neue Bushaltestelle
Gleisbau
Anfang April 2024 haben wir an der Kreuzung Marktstraße / Bonner Straße die ersten Gleistragplatten und Schienen für die Stadtbahn eingebaut. Das Einheben der Gleistragplatten in den Baustellenbereich führten wir mittels eines Baukrans durch. Den Einbau an der Kreuzung Bonner Straße / Raderberggürtel haben wir Ende September 2025 fertiggestellt.
Fahrleitungsmaste
Insgesamt sind 90 Fahrleitungsmaste geplant, 17 davon haben wir bereits aufgestellt. Außerdem haben wir 50 Fundamentrohre hergestellt. An 75 Stellen, an denen neue Fahrleitungsmaste geplant sind, haben wir im Boden nach vorhandenen Leitungen gesucht, um diese bei den Arbeiten nicht zu beschädigen. Für 70 dieser Stellen wurden bisher Bodengutachten erstellt, um sicherzustellen, dass die Maste stabil stehen. 75 Stellen haben wir bereits auf Kampfmittel untersucht. 56 Maststandorte sind nach erfolgten Kampfmitteluntersuchungen für die weiteren Arbeiten freigegeben worden.
Leitungsarbeiten
Die RheinEnergie AG und die Stadtentwässerungsbetriebe Köln führen auf der gesamten Strecke umfangreiche Leitungs- und Kanalbauarbeiten durch. Zurzeit werden die Einstiegsschächte und Sinkkästen der Stadtentwässerungsbetriebe und die Leitungen der RheinEnergie AG sowie verschiedener Telekommunikationsunternehmen in die neu herzustellenden Nebenanlagen verlegt.
Der Gemeinschaftsgraben für die Telekommunikationsunternehmen und Versorger auf der Ostseite der Bonner Straße ist mit einer Länge von rund 2.200 Meter fertiggestellt. Auf der Westseite sind bereits 2.100 Meter von 2.200 Metern fertiggestellt.
Insgesamt verlegt die RheinEnergie AG mehr als 18 Kilometer neue Leitungen, um die zuverlässige Versorgung mit Trinkwasser und Energie auch in Zukunft sicherzustellen. Von den insgesamt 263 neuen Sinkkästen zur Straßenentwässerung haben wir bereits 235 Sinkkästen hergestellt.
Die geplanten Leitungen im Gas- und Wasserleitungsnetz haben wir, bis auf eine Gasquerung von rund 24 Meter Länge, vollständig hergestellt.
Insgesamt haben wir 3.364 Meter Gasleitungen und 3.460 Meter Wasserleitungen verlegt. Anschließend führen wir noch Einbindearbeiten und die Erstellung beziehungsweise Umklemmung von Hausanschlüssen aus. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende April 2026.
Die Ergebnisse der Überprüfung der Abwasserleitungen und mögliche Sanierungsverfahren werden den Grundstückseigentümer*innen vor der Umsetzung der Maßnahmen schriftlich mitgeteilt.
Den Grundstückseigentümer*innen gehören die Anschlussleitungen und sie müssen die Schadensbeseitigung auf eigene Kosten durchführen lassen. Hierzu erfolgen mit Schreiben der Stadtentwässerungsbetriebe Köln detaillierte Informationen.
Vorangegangene Beteiligungsmöglichkeiten
Dank Ihrer intensiven Beteiligung im Jahr 2013 ist es uns gelungen, dieses Projekt mit geringstmöglichen Eingriffen in die bestehende Bebauung zu realisieren. Unser Ziel war es, alle Interessierten bereits vor Einleitung des Planfeststellungsverfahrens an der Planung zu beteiligen, um Anregungen und Optimierungsvorschläge in der Planung berücksichtigen zu können.
Eine Informationsveranstaltung bildete den Auftakt. Es folgten zwei Straßenbegehungen sowie ein Werkstattgespräch. Die Ergebnisse veröffentlichten wir nach Abstimmung mit den zuständigen politischen Gremien und stellten sie Ihnen vor. Einen Teil der erarbeiteten Änderungsvorschläge haben wir in die weitere Planung aufgenommen und diese damit optimiert. Vor Baubeginn informierten wir Sie am 29. September 2021 im Rahmen einer digitalen Veranstaltung.
Rasengleis und viele Bäume
Die Bahntrasse erhält ein Rasengleis. Damit entsteht eine fast 12.000 Quadratmeter große Grünfläche. Die denkmalgeschützte Allee der Schönhauser Straße erfährt mit dem Umbau eine einheitliche Gestaltung. Bäume, die der Umgestaltung der Straßenkreuzung Schönhauser/Bonner Straße weichen müssen, werden wir ersetzen und den Straßenzug einheitlich neu bepflanzen.
Ausblick
Gemeinsam mit der KVB treiben wir den Ausbau der Schienen-Infrastruktur weiter voran. Mehrere große Stadtbahnprojekte sind für den ÖPNV-Bedarfsplan des Landes NRW angemeldet, unter anderem die Ertüchtigung der Ost-West-Achse, die Anbindung von Rondorf und Meschenich sowie die Verlängerung der Gürtelstrecke der Linie 13.
Die 3. Baustufe der Nord-Süd Stadtbahn ist damit ein weiterer wichtiger Schritt, um den Anteil des Öffentlichen Personennahverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen in der Stadt zu erhöhen. Dieser Ausbau ist Teil des nachhaltigen Mobilitätsplans. Insbesondere durch den Ausbau des städtischen Schienennetzes soll bei wachsender Stadtbevölkerung gleichzeitig ein höherer Anteil der Wege auf den ÖPNV verlagert werden, um überhöhte Schadstoffbelastungen zu vermeiden und eine zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur in der Innenstadt zu gewährleisten.
Finale Verkehrsführung
Für den Autoverkehr sehen wir südlich des Gürtels zwei und nördlich davon jeweils einen Fahrstreifen in jeder Richtung vor. Für den Radverkehr planen wir südlich des Gürtels baulich getrennte Radwege und nördlich davon Schutzstreifen auf der jeweiligen Fahrbahn.
Parkplätze entlang der Bonner Straße ordnen zukünftig den ruhenden Verkehr. Außerdem werden wir Konzepte zur Parkraumbewirtschaftung erarbeiten.
Die Kreuzungen Bonner Straße/Marktstraße/Schönhauser Straße und Bonner Straße/Brühler Straße werden wir großzügig umbauen, um den zukünftigen Verkehrsbedürfnissen aller Verkehrsteilnehmenden gerecht zu werden.
In diesem Zug werden wir auch die Marktstraße in Verbindung zur Bonner Straße und die angrenzende Schönhauser Straße umgestalten und verkehrstechnisch optimieren.
Den Durchgangsverkehr auf der Marktstraße werden wir auf den nördlichen, größtenteils gewerblich genutzten Teil verlegen. Die südliche Marktstraße, die überwiegend von Wohnbebauung geprägt ist, wird in einen verkehrsberuhigten Bereich mit ausreichenden Parkmöglichkeiten umgebaut. Die Grünfläche in der Mitte der heute noch zweiteiligen Marktstraße, das sogenannte Tälchen, werden wir vergrößern und ihre Aufenthaltsqualität durch eine Neugestaltung verbessern.
Im Verlauf der gesamten Baumaßnahme werden wir mit dem Einbau taktiler Elemente und der Ausstattung mit Blindensignalisierung ein barrierefreies Umfeld schaffen.
Finale Stadtbahnführung
Für die Stadtbahn ist auf dem gesamten Abschnitt ein durchgehender besonderer Bahnkörper geplant, der weitestgehend gerade und parallel verläuft. Die Gleistrasse wird lediglich an den Hauptkreuzungen sowie den Einmündungen Cäsarstraße, Annastraße und Sinziger Straße unterbrochen. An ausgewählten Stellen werden Wendemöglichkeiten in Z-Form für den Individualverkehr eingerichtet. Der Fußverkehr erhält neue Querungsmöglichkeiten.
- Gesamtlänge der Strecke: 1.950 Meter
- Doppelter Gleiswechsel nördlich der Endhaltestelle
- Bushalt südlich der Endhaltestelle für die aus Rondorf und Meschenich kommende Linie
- Bau eines Unterwerks im Bereich der P+R-Anlage zur Versorgung der neuen Strecke mit Strom
- 90 Fahrleitungsmasten in den Nebenflächen zwischen den Bäumen
Der Vorrang der Stadtbahn an Ampeln gewährleistet einen zügigen und pünktlichen Betrieb. Die Leistungsfähigkeit der Straße bleibt für den Fahrzeugverkehr erhalten. Dies zeigen umfangreiche Verkehrsuntersuchungen, auch unter Berücksichtigung der künftigen Siedlungsentwicklungen im Kölner Süden.
Ausstattung der Haltestellen
- 90 Zentimeter Bahnsteighöhe
- Bahnsteigrampen für barrierefreien Zugang
- Regelnutzlänge 50 Meter, Breite zwischen vier und fünf Metern
- spätere Verlängerung der Bahnsteige auf 80 Meter möglich
- taktiles Leitsystem in Abstimmung mit den Behindertenverbänden
- Informationsanlage
- akustische Wiedergabe der Informationen
- Beleuchtungsanlagen
- Lautsprecheranlage zur KVB-Leitstelle aufgeschaltet
- Videoüberwachung
Wissenswertes und Downloads
Mitteilungen
Informationsbüro während der Bauarbeiten
Auf der Bonner Straße 242 steht Ihnen ein Informationsbüro zur Verfügung. Dort können Sie sich über den konkreten Bauablauf informieren und in baulichen Belangen beraten lassen.
Sie erreichen uns telefonisch Montag bis Freitag, 8:30 bis 17 Uhr, unter der Rufnummer 0221 / 42915191 oder per E-Mail.
Aufgrund von Baubesprechungen und Ortsterminen bieten wir Ihnen zudem offene Sprechstunden vor Ort im Informationsbüro an:
- Montag und Mittwoch, 15 bis 17 Uhr
- Donnerstag, 10 bis 12 Uhr
Sollten Sie zu diesen Zeiten verhindert sein, haben Sie die Möglichkeit, per Telefon oder E-Mail einen Termin zu vereinbaren.
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Bei Fragen stehen wir Ihnen unter der Telefonnummer 0221 / 221-24717 gerne zur Verfügung, oder nutzen Sie unser sicheres Kontaktformular.