Spätestens nach den Hitze- und Dürresommern 2018 und 2019 ist klar: Die Folgen des Klimawandels sind spürbar! Aufgrund der dichten Baustruktur und der hohen Einwohnerzahl sind besonders Millionenstädte wie Köln anfällig für Überhitzung, langanhaltende Hitzeperioden und die Zunahme der Hitzeereignisse. Die daraus resultierenden Wärmeinseleffekte verstärken die Anzahl der Tropennächte. Dies hat Auswirkungen auf die Umwelt, Wirtschaft und die Lebensqualität in Städten und stellt ein ernstes Gesundheitsrisiko insbesondere für ältere Menschen und chronisch Kranke, aber auch für die gesamte Stadtbevölkerung dar.

Übersichtskarte zur Hitzebelastung und der Trinkbrunnen in Köln

Warming Stripes

© Deutscher Wetterdienst, bearbeitet durch LANUV NRW

Die Zunahme an Hitzeereignissen und die fortschreitende Erwärmung des Klimas wird vor allem in den vergangenen Jahrzehnten deutlich.

Eine einfache, aber prägnante Symbolisierung, um den Klimawandel zu visualisieren, entwickelte der Klimawissenschaftler Ed Hawkins. Die sogenannten Warming Stripes stellen für einen bestimmten Ort oder eine Region die mittlere Jahrestemperatur dar. Die Daten werden dabei chronologisch seit Messbeginn aufgetragen. Die einzelnen Jahre werden als farbcodierte Streifen dargestellt, das kälteste Jahr erscheint dunkelblau, das wärmste dunkelrot.

Für Nordrhein-Westfalen reicht die Spanne vom Minimum mit 7,4 °C Jahresdurchschnittstemperatur, die 1888 auftrat, bis zum Maximum von 11,1 °C, die 2020 erreicht wurde. Es ist leicht zu erkennen, dass in den letzten Jahrzehnten die roten Streifen zugenommen haben. Aktuell sind die Jahre 1881 bis 2021 dargestellt.

Die Abbildung zeigt die Warming Stripes konkret auf Köln bezogen. Das kälteste Jahr in Köln war 1888 mit 8,84 °C, das wärmste war 2020 mit 12,53 °C.

Klimawandelgerechte Metropole Köln

Die Studie "Klimawandelgerechte Metropole Köln" zeigt wertvolle Erkenntnisse zum Klimawandel in Köln im 21. Jahrhundert und entsprechende Anpassungsmöglichkeiten aus sieben unterschiedlichen Handlungsfeldern. Für Köln stehen die künftige Wärmebelastung im Sommer und die Zunahme von Starkregenereignissen im Vordergrund.

Mehr zur Studie und zum dahinterstehenden Projekt

Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter

Aufbauend auf der Studie "Klimawandelgerechte Metropole Köln" startete 2019 das Verbundprojekt "Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter für die Stadt Köln". Ziel des Projektes ist die Minimierung von gesundheitlichen Risiken durch Hitzeperioden für Menschen im Alter und die Erhöhung der Gesundheitskompetenz insbesondere bei alleinlebenden Menschen über 65 Jahren. Umgesetzt werden soll dies durch den Aufbau eines Aktionsplanes und eines Informationssystems. Das dreijährige Projekt, welches vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert wurde, vereint Wissenschaft und Forschung mit kommunaler Verwaltung und einem Trinkwasserversorger.

Mehr zum Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter

Analyse der Windsysteme in der Kölner Bucht

Mit stadtklimatischen Modellen können in Planungsprozessen die Veränderung der klimatischen Bedingungen, wie beispielsweise der Temperatur und der Belüftungsfunktionen, untersucht werden. Aus diesen Erkenntnissen werden Maßnahmen für zukünftige Bauprojekte abgeleitet. Durch den anhaltenden Wohnungsmangel wird der Druck zur Schaffung von Bauland in Randlagen von Ballungszentren verstärkt und damit gewinnt die Frage nach der Bedeutung des Belüftungseffekts von Freiflächen an Bedeutung. In dem Fachbeitrag zu den lokalen und regionalen Windsystemen werden die regional bedeutsamen Kaltluftströmungen in der Kölner Bucht mit vorhandenen Messdaten abgeglichen. Insbesondere wird auf die Bedeutung der bodennahen Kaltluftströmung bei besonders hitzebelasteten Strahlungswetterlagen im Nachtverlauf sowie dem Einfluss der regionalen Anströmung eingegangen. Die differenzierte Auswertung der Messdaten zeigt den Effekt einer talabwärts gerichteten Strömung entlang des Rheintals, die durch die Kaltluftzuflüsse aus den Rheinnebentälern und durch lokale Kaltluftentstehungsgebiete gespeist wird. Die Erkenntnisse bestätigen die Ergebnisse stadtklimatischer Untersuchungen und sind Grundlage für zukünftige Optimierungsmöglichkeiten in Planungsprozessen.

Windsysteme Rheintalwind 2022
PDF, 3134 kb

Weitere Informationen

Klimawandel und Anpassungsstrategien Links zum Klimawandel