Eine Kampagne für Kinder und Jugendliche

© Stadt Köln

In unserer Stadt leben 111.506 Menschen im Alter von 6 bis 18 Jahren. Zum Vergleich: Das sind mehr Kinder und Jugendliche als Menschen im Stadtbezirk Ehrenfeld leben.

Köln ist für viele Menschen ein attraktiver Wohn- und Lebensraum. Dies kann man auch an der stetig wachsenden Bevölkerungszahl ablesen. In unserer Metropole gibt es viel zu erleben, zu sehen und auch zu entscheiden.

Heute werden die Weichen für das Leben morgen gelegt. Viele politischen Entscheidungen haben Auswirkungen auf das Morgen und damit auf die nachfolgenden Generationen.

In unserer kinder- und jugendfreundlichen Kommune sollen alle Menschen wissen, dass junge Menschen eigene Rechte haben. Dafür müssen wir uns alle mit ihren Rechten, Anliegen und Themen beschäftigen. Wir müssen respektvoll mit ihrer aktuellen Lebenssituation und ihrer Zukunft umgehen, damit junge Menschen auch weiterhin gut in unserer lebenswerten Stadt aufwachsen können.

Unsere Plakataktion ist der Startschuss für diese Kampagne. Wir planen weitere Aktivitäten und Projekte, um die Stimmen von jungen Menschen in unserer Stadt hörbar und sichtbar zu machen.

Unsere Plakate zur Kampagne

© Grafik: Känguru Colonia Verlag/Petra Sonnenberg; Gestaltung: Stadt Köln
© Grafik: Känguru Colonia Verlag/Petra Sonnenberg; Gestaltung: Stadt Köln

Du willst mitgestalten?

Kinder und Jugendliche haben zu vielen Themen eine Meinung. Sie wünschen sich, dass sie ihre Stimme häufiger einbringen und damit auch konkret Einfluss nehmen können. Alle politischen Entscheidungen, die heute in Köln getroffen werden, haben Einfluss auf die nächsten Generationen. Daher hat die Beteiligung von jungen Menschen eine große Bedeutung, wenn Köln kinder- und jugendfreundlicher werden möchte.

Was beschäftigt Kinder und Jugendliche?

  • Warum darf ich erst mit 18 wählen gehen?
  • Ich engagiere mich in meiner Freizeit ehrenamtlich in einem Jugendverband.
  • Zu Hause kann ich mitentscheiden, was wir machen. In der Schule nicht.
  • Ich bin schon interessiert an Politik. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass die Menschen, die Politik machen, sich für mich interessieren.
  • Ich möchte gerne mitbestimmen, weiß aber gar nicht, welche Möglichkeiten es dafür gibt.

Gut zu wissen:

  • Es gibt viele Gesetze, die die Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen vorschreiben. Zum Beispiel sagen die Artikel 12 und 13 der UN-Kinderrechtskonvention:
    - sie haben das Recht, sich eine eigene Meinung zu bilden
    - dazu brauchen sie Zugang zu Informationen
    - ihre Meinung dürfen sie frei äußern
    - diese Meinung soll angemessen berücksichtigt werden
  • Es gibt Projekte, die sich dafür einsetzen, dass Kinder und Jugendliche bereits ab 14 Jahren wählen dürfen, die sogenannten U-Wahlen. 2021 haben bei diesem Projekt zur Bundestagswahl 10.887 Kölner Kinder und Jugendliche mitgemacht. 
  • Wir haben einen Ort, an dem Kinder und Jugendliche sich über alle Möglichkeiten der Mitbestimmung informieren können: das Kooperative Kinder- und Jugendbüro.
  • In den Stadtbezirken gibt es mindestens ein städtisch gefördertes Kinder- und Jugendforum. Hier können Kinder und Jugendliche ihre eigenen Themen, ihre Kritik und ihre Wünsche für ihr Veedel und ihre Stadt einbringen.
  • Wir sind seit 2018 als erste Millionenstadt Deutschlands Trägerin des Siegels Kinderfreundliche Kommune. Wir verpflichten uns damit in besonderem Maße den Kinderrechten und ihrer Umsetzung und arbeiten stetig daran, kinder- und jugendfreundlicher zu werden.
  • In Deutschland engagiert sich fast die Hälfte aller jungen Menschen ehrenamtlich. Das sind mehr als bei den Erwachsenen.
  • Der Rat hat Ende 2018 Qualitätsstandards für die Öffentlichkeitsbeteiligung beschlossen. Die Leitlinien dazu sind in einem mehrjährigen Prozess durch Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft entwickelt worden. Auf unserem Beteiligungsportal können sich alle Bürger*innen informieren oder auch direkt beteiligen.

Interessante Links:

Kinder- und Jugendbüro Kinder- und Jugendforen Kinderfreundliche Kommune Kölner Jugendring Freiwilliges Engagement junger Menschen Beteiligungsportal

Wusstest du?

Junge Menschen interessieren sich genau wie Erwachsene für vielfältige Themenfelder. Ihre Bedürfnisse sind jedoch manchmal anders als die der Erwachsenen.

Wir brauchen zu den verschiedenen Themen Lösungen für alle. Dies können wir nur durch Beteiligung erreichen. Exemplarisch haben wir einige Themenschwerpunkte zusammengestellt. Wir zeigen, was aus Sicht der Kinder und Jugendlichen wichtige Anliegen und Wünsche sind.

Freizeitangebote

© Känguru Colonia Verlag/Petra Sonnenberg

Freizeitangebote kennen wir alle. Dazu zählen zum Beispiel Sportvereine, kulturelle Einrichtungen wie Theater, aber auch das Jugendzentrum um die Ecke. Manche Angebote sind dauerhaft, andere können spontan besucht werden. Manche kosten Geld und mache sind kostenlos, was auch "nicht-kommerziell" genannt wird.

Warum ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche solche Angebote nutzen können? Sie brauchen einen Ausgleich zur Schule, Möglichkeiten, sich mit Freund*innen zu treffen, andere junge Menschen kennenzulernen und sich auszuprobieren. Bei der Suche nach einem passenden Freizeitangebot könnt ihr euch folgende Fragen stellen:

  • Was macht mir Spaß?
  • Wo finde ich offene Ohren für meine Anliegen?
  • Wo kann ich mich ehrenamtlich engagieren?

Es ist wichtig, dass möglichst viele Menschen die außerschulischen Freizeitangebote kennen und Kinder und Jugendliche darüber informieren.

Was beschäftigt Kinder und Jugendliche?

  • Ich möchte selbst entscheiden, was ich in meiner Freizeit mache. Dafür fehlt mir allerdings die Zeit und/oder das Geld.
  • Ich brauche kein Geld, um mich mit meinen Freund*innen außerhalb von zu Hause zu treffen.
  • Ich kann bei Fragen und Problemen jemanden ansprechen und habe einen Ort, wo ich hingehen kann.
  • Ich kann mich hier ohne Leistungsdruck aufhalten und ausprobieren.
  • Ich wünsche mir, dass bestimmte Freizeitangebote wie Schwimmen oder Klettern weniger kosten würden.
  • Ich finde, dass es nicht in jedem Stadtteil genügend Freizeittreffs für Jugendliche gibt.

Gut zu wissen:

Junge Menschen haben sogar rechtlich einen Anspruch auf Freizeit. Dies ist unter anderem in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. Dort heißt es in Artikel 31, Spiel, Frei­zeit und Er­ho­lung: "Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Ruhe und Freizeit an, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben."

Bei uns lebt jedes fünfte Kind in Armut. Es ist damit oft im Hinblick auf Bildungserfolge, Gesundheit und soziale Teilhabe benachteiligt. In manchen Stadtteilen ist sogar jedes zweite Kind betroffen. Oberbürgermeisterin Reker sagt dazu: 

Alle Kinder und Jugendlichen haben ein Recht auf gleiche Chancen für Bildung und Teilhabe. Um besonders die am stärksten benachteiligten jungen Menschen rechtzeitig und umfassend fördern zu können, müssen wir Möglichkeiten bündeln und wirksamer machen. Das ist für uns als Kinderfreundliche Kommune sehr wichtig: wir wollen ein positives Umfeld für alle Kinder und Jugendliche in unserer Stadt und gerechte Beteiligung schaffen. Das ist auch eine der zentralen Forderungen, die zusammen mit Jugendlichen auf dem ersten internationalen Gipfel Kinderfreundlicher Kommunen formuliert wurde, den wir zusammen mit UNICEF im Gürzenich veranstaltet haben.

Kölner Kinder stärken! Ferien und Freizeit in Köln

Sauberkeit

© Känguru Colonia Verlag/Petra Sonnenberg

Vielleicht sind manche überrascht, dass das Thema Sauberkeit auch für Kinder und Jugendliche wichtig ist? Es zeigt uns, dass die Bedürfnisse von jungen und älteren Menschen oft gar nicht so unterschiedlich sind.

Dieses Anliegen wird oft formuliert: In unserer Stadt sollte weniger Müll herumliegen, aber auch grundsätzlich weniger Müll entstehen. Wir müssen Umwelt und Natur schützen, damit Kinder und Jugendliche noch lange gute Lebensbedingungen vorfinden.

Was beschäftigt Kinder und Jugendliche?

  • Mich stört, dass es in Köln so viel Müll gibt.
  • Es wäre gut, wenn wir erst gar nicht so viel Müll erzeugen würden.
  • Warum dürfen immer noch Coffee-to-go Becher verkauft werden?
  • Es wäre schön, wenn ich an öffentlichen Plätzen auch Müll trennen könnte und es nicht nur eine Tonne gäbe.
  • Es liegen viel zu viele Zigaretten auf dem Boden! Auch auf Spielplätzen!
  • In vielen Parks reichen die Mülleimer nicht aus und dann liegt da alles rum.
  • Es geht um unsere Zukunft!

Gut zu wissen:

Kindern und Jugendlichen steht gesetzlich zu, dass sie gute Bedingungen vorfinden, unter denen sie aufwachsen können. Dies haben wir in unseren ersten Aktionsplan als Kinderfreundliche Kommune unter dem Punkt "3.1.1.3 Maßnahme: Umwelt und Natur schützen und bewahren" aufgenommen.

Auch unsere Jugendbefragung 2018 kam zu dem Ergebnis, dass das Thema Sauberkeit einen großen Stellenwert hat. Bekannt ist, dass die teils mangelnde Sauber­keit Erwachsenen ein Dorn im Auge ist. Neu ist hingegen, dass dies auch für die jungen Bewohner*innen der Domstadt gilt. Einer der meist genannten Punkte lautet: "Ein dreckiges Köln gefällt nicht."

Interessante Links:

Kinder- und jugendfreundliches Köln - Aktionsplan
PDF, 2060 kb
Natur- und Umweltbildung in Köln Beschwerden zum Kölner Stadtbild – Sag's uns

Diversität

© Känguru Colonia Verlag/Petra Sonnenberg

Der Begriff "Diversität" bedeutet Vielfalt.

Wir leben in einer Stadt, in der viele verschiedene Menschen zusammenleben und unsere Gesellschaft und das Miteinander prägen. Dazu zählen Aspekte wie das Alter, eine Behinderung, die ethni­sche Herkunft, das Geschlecht, verschiedene Religionen, Weltanschauungen und sexuelle Identitäten.

So verschieden wir sind, wollen wir doch alle gleichwertig behandelt werden und uns wohlfühlen. Das gilt auch für junge Menschen, egal, wie unterschiedlich sie sind.

Was beschäftigt Kinder und Jugendliche?

  • Ich werde anders behandelt, weil ich anders aussehe.
  • Ich wünsche mir, dass das Thema Vielfalt auch in der Schule und im Unterricht eine Rolle spielt.
  • Warum sind in den Modegeschäften die Sachen nach Geschlechtern getrennt? Es sollten doch alle tragen können, was sie möchten.
  • Ich würde mich sicherer fühlen, wenn die öffentlichen Toiletten unisex, also für alle Geschlechter, wären.

Gut zu wissen:

  • In Köln leben 1.091.819 Menschen aus 183 Nationen. Weltweit gibt es 195 Länder. Wir sind also ganz schön bunt, wie schön!
  • Jede Jeck is anders: Besonders in Köln ein wichtiges Thema.
    Per Ratsbeschluss haben wir als erste Stadt in Deutschland am 13. März 2007 die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Mit der Unterzeichnung bekannten und bekennen wir uns bis heute zum Diversity Management und entschieden uns für die Erstellung eines städtischen Diversity-Konzeptes. Die Erstellung und Umsetzung des Konzeptes wurde zur Hauptaufgabe der 2013 eingerichteten Dienststelle Diversity.
  • Im Dezember 2018 gründeten wir das Amt für Integration und Vielfalt, das dem Dezernat der Oberbürgermeisterin zugeordnet ist. Die Dienststelle Diversity wurde zur Abteilung Vielfalt und umfasst seitdem das Büro der*des Behindertenbeauftragten, die Fachstelle für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und intergeschlechtliche Menschen sowie das Büro für Diversity Management.
  • Damit auch die Menschen mitbestimmen können, die aufgrund ihrer Herkunft nicht bei uns wählen dürfen, gibt es den Integrationsrat.
  • Wir haben einen eigenen Diversity-Kalender, in dem wir die weltlichen Feiertage und Feiertage verschiedenster Religionen zusammengetragen haben.

Interessante Links:

Kölner Zahlenspiegel 2020
PDF, 359 kb
Rund um Diversity/Vielfalt in Köln Integrationsrat Diversity Kalender

Inklusion

© Känguru Colonia Verlag/Petra Sonnenberg

Die meisten von uns werden diesen Begriff schon einmal gehört haben: Inklusion. Alle Menschen sollen in verschiedenen Bereichen teilhaben können und nicht aufgrund ihrer Behinderung ausgegrenzt werden.

Bei Kindern und Jugendlichen ist dieses Thema vor allem im Bereich Bildung, aber auch bei Freizeitgestaltung und Freizeitmöglichkeiten wichtig.

Was beschäftigt Kinder und Jugendliche?

  • Ich kann nach der Schule oft nichts mehr machen, da ich ohne Hilfe nicht aus dem Haus komme.
  • Ich höre nichts und kann dann an vielen Angeboten nicht teilnehmen.
  • Ich wünsche mir, dass wir öfter gefragt werden, was wir brauchen und was uns wichtig ist.
  • So richtig gleichberechtigt fühle ich mich nicht.
  • In der Stadt gibt es an vielen Stellen keine abgesenkten Bürgersteige oder Rampen. Das macht es für mich kompliziert.

Gut zu wissen:

Der Rat hat die Verwaltung 2010 beauftragt, einen Inklusionsplan für unsere Schulen zu entwickeln. Damit soll die Konvention der Vereinten Nationen zu den Rechten von Menschen mit Behinderung umgesetzt werden. Kinder sollen in einer wohnortnahen Regelschule die für sie individuell notwendige Förderung bekommen können. Die meisten Kinder, die sonderpädagogische Unterstützung brauchen, besuchen bisher Förderschulen. Das soll sich ändern. Der Inklusionsplan für unsere Schulen soll auf einer breiten gesellschaftlichen Basis entwickelt werden.

In unserer Stadt besuchen aktuell 4.566 Schüler*innen insgesamt 23 Förderschulen. Die Förderschulen haben unterschiedliche Schwerpunkte:

  • Geistige Entwicklung: vier Schulen
  • Lernen: vier Schulen
  • Emotionale und geistige Entwicklung: acht Schulen
  • Hören und Kommunikation: eine Schule
  • Körperliche und motorische Entwicklung: zwei Schulen
  • Sehen: eine Schule
  • Sprache: drei Schulen

Und außerhalb der Schule? 

Wir haben in den letzten Jahren wertvolle Erfahrungen in Ferienprogrammen und in der Kinder- und Jugendarbeit gesammelt. Jetzt wollen wir die barrierefreien Angebote für Freizeit, Bildung und Ferien weiter ausbauen und fördern. Das steht auch in unserem neuen Kinder- und Jugendförderplan, mit dem sich im Dezember 2021 der Rat beschäftigt. Unser Ziel ist es, vor allem die Regelangebote so anzupassen, dass sie für alle zugänglich sind, egal, ob mit einer Einschränkung oder ohne.

Interessante Links:

Inklusion und Förderung Inklusionsplan für Kölner Schulen

Bildung

© Känguru Colonia Verlag/Petra Sonnenberg

Bildung ist ein erster wichtiger Schritt, die eigene Zukunft gestalten zu können.

Bei Kindern werden dafür die ersten Bausteine gelegt. Auch junge Menschen, die nicht die besten Voraussetzungen von zu Hause mitbringen, sollen die gleichen Bildungs- und Teilhabe-Chancen haben. Deshalb können in Deutschland alle Kinder und Jugendliche kostenlos eine Schule besuchen.

Viele von uns denken jetzt wahrscheinlich an die Schulpflicht. Aber ist es nicht viel wichtiger, stattdessen an das Recht auf Bildung zu denken?

 

Was beschäftigt Kinder und Jugendliche?

  • Ich würde in der Schule gerne mehr mitbestimmen.
  • Ich würde gerne mithelfen unseren Schulhof zu gestalten.
  • Unsere Schule ist ausgezeichnet als "Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage". Und das wird schon gelebt.
  • Ich wollte mal die Schule wechseln, weil ich Probleme hatte. Das war leider nicht möglich, es gab keine freien Plätze.
  • Ich gehe grundsätzlich gerne zur Schule. Leider werden wir seit Jahren in Containern unterrichtet, weil es nicht genug Platz gibt.
  • In der Schule können wir immerhin Schülersprecher*innen wählen.
  • Ich fahre mit dem Rad zur Schule. Das ist ganz schön gefährlich und es gibt zu wenig Fahrradständer

Gut zu wissen:

Im Bereich Bildung gibt es verschiedene gesetzliche Vorgaben.

Die UN-Kinderrechtskonvention schreibt im Artikel 28 "Recht auf Bildung" fest, welche Punkte für das Thema Bildung wichtig sind:

  • den Besuch der Grundschule für alle zur Pflicht und unentgeltlich machen
  • die Entwicklung verschiedener Formen der weiterführenden Schulen allgemeinbildender und berufsbildender Art fördern, sie allen Kindern verfügbar und zugänglich machen und geeignete Maßnahmen wie die Einführung der Unentgeltlichkeit und die Bereitstellung finanzieller Unterstützung bei Bedürftigkeit treffen
  • allen entsprechend ihren Fähigkeiten den Zugang zu den Hochschulen mit allen geeigneten Mitteln ermöglichen
  • Bildungs- und Berufsberatung allen Kindern verfügbar und zugänglich machen
  • Maßnahmen treffen, die den regelmäßigen Schulbesuch fördern und den Anteil derjenigen, welche die Schule vorzeitig verlassen, verringern

In unserer Stadt gibt es übrigens in den allgemeinbildenden und Berufsschulen fast 150.000 Schüler*innen.

Interessante Links:

Bildung und Schule

Freiräume in der Stadt

© Känguru Colonia Verlag/Petra Sonnenberg

Freiräume sind Orte, drinnen oder draußen, die auch von jungen Menschen frei genutzt und gestaltet werden können. In der Regel erfüllen in Köln alle Bereiche innerhalb der Stadt eine Funktion: Straßen, Kleingartensiedlungen, Spielplätze, Friedhöfe, Schulen.

Für Freiräume, in denen gemeinsam etwas entwickelt werden kann, gibt es oft Hindernisse und unterschiedliche Vorstellungen zu ihrer Nutzung. Eine Idee von jungen Menschen ist es, brachliegende Flächen bis zur Bebauung für solche Zwecke zugänglich und nutzbar zu machen.

Auch junge Menschen haben einen Anspruch darauf, ihr Umfeld und ihre Stadt aktiv mitzugestalten.

 

Was beschäftigt Kinder und Jugendliche?

  • Auf dem Spielplatz sind nur Sachen für Kinder, nicht für Jugendliche.
  • Wir Jugendliche werden immer vertrieben, wenn wir uns draußen treffen.
  • Warum können wir nach der Schule nicht mehr den Schulhof nutzen?
  • Mir ist das abends im Park einfach zu dunkel. Und es gibt dort keine Toiletten.
  • Wir können im Winter nicht mehr nach der Schule den Skatepark nutzen. Es gibt kein Licht und wir können dann nicht mehr fahren.
  • Überall fahren Autos, da habe ich mit dem Rad Angst.

Gut zu wissen:

Das Recht auf Mitsprache von Kindern und Jugendlichen bei der Stadtentwicklung ist sogar im Baugesetzbuch verankert. Dort heißt es nämlich in § 3 zur Beteiligung der Öffentlichkeit: "Die Öffentlichkeit ist möglichst frühzeitig über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung, sich wesentlich unterscheidende Lösungen, die für die Neugestaltung oder Entwicklung eines Gebiets in Betracht kommen, und die voraussichtlichen Auswirkungen der Planung öffentlich zu unterrichten; ihr ist Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung zu geben. Auch Kinder und Jugendliche sind Teil der Öffentlichkeit im Sinne des Satzes 1".

Für unsere Spielplätze gibt es bereits seit vielen Jahren Mitgestaltungsmöglichkeiten für Kinder und Familien.

Interessante Links:

Spiel- und Bolzplätze in Köln

Ein Video der Abteilung Spielplatzangelegenheiten

Mobilität

© Känguru Colonia Verlag/Petra Sonnenberg

Mobilität heißt so viel wie Beweglichkeit. Diese Beweglichkeit kann unter anderem zu Fuß, mit dem Rad, mit dem Auto, Motorrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgen.

Die "Öffis" werden häufig als ÖPNV abgekürzt, das steht für Öffentlicher Personennahverkehr. Damit gemeint sind alle Busse, Bahnen, S-Bahnen und Züge.

Für Kinder und Jugendliche spielen im Bereich Mobilität vor allem das Fahrrad sowie die Busse und Bahnen eine zentrale Rolle. Sie brauchen sie für den Weg zur Schule und für ihre Freizeitaktivitäten. Nur gute Bewegungsmöglichkeiten ermöglichen eine gute Teilhabe in allen Lebensbereichen.

Was beschäftigt Kinder und Jugendliche?

  • Warum muss ich in Köln ab 14 Jahren den gleichen Preis in der Bahn bezahlen wie Erwachsene?
  • Mir sind Radwege wichtiger als Busse und Bahnen.
  • Die Radwege sind kaputt, enden plötzlich, sind zu schmal oder einfach nicht vorhanden.
  • Die Busse und Bahnen sollten öfter und pünktlicher fahren.
  • Bei mir habe ich eine super Anbindung, aber meine Freundin kommt abends nicht mehr nach Hause, es fährt nichts mehr.
  • Busse und Bahnen sind zu den Schulzeiten einfach zu voll.
  • Es gibt viel zu viele Autos in Köln.

Gut zu wissen:

  • In Köln gibt es Orte, an denen Radfahrende gezählt werden, die sogenannten Dauerzählstellen.
  • 2020 haben wir alleine auf der Venloer Straße in Ehrenfeld insgesamt 2.020.460 Radfahrende gezählt.
  • In Köln gibt es Radverkehrskonzepte für die künftige Planung von Radwegen.
  • Die Kölner*innen sind im Vergleich mit anderen Städten am wenigsten zufrieden mit ihren Radwegen. Das hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ADFC festgestellt. An einer Verbesserung arbeiten wir natürlich.

Interessante Links:

Rund ums Radfahren und die Radverkehrskonzepte Mobilität in Köln Fahrradklima-Test des ADFC

Sicherheit

© Känguru Colonia Verlag/Petra Sonnenberg

Nicht alle Kinder und Jugendliche fühlen sich überall in unserer Stadt wohl.

Dieses Gefühl kann ganz persönliche Gründe haben, aber auch zum Beispiel durch mangelnde Beleuchtung oder belagerte Plätze entstehen. Solche Orte werden manchmal auch Angsträume genannt. Sie können sich im direkten Umfeld, aber auch auf dem Weg zur Schule oder zur Jugendeinrichtung befinden.

Was beschäftigt Kinder und Jugendliche?

  • Es wäre schön, wenn bestimmte Plätze besser beleuchtet wären.
  • Die Polizei könnte doch häufiger an diesen Orten unterwegs sein.
  • Wenn es dunkel ist, dann fahre ich nicht mehr allein mit der Bahn.
  • Ich fühle mich schon sicher, es gibt halt nur ein paar Stellen. Da versuche ich erst gar nicht hingehen zu müssen.
  • Ich fühle mich am unsichersten auf den Bahnsteigen und in den S-Bahnen. Da ist es dunkel und es gibt zu wenig Menschen.
  • Nicht die Opfer sollten sich einschränken, sondern die Täter*innen.

Gut zu wissen:

  • Kinder und Jugendlichen haben einen gesetzlichen Anspruch darauf, unter möglichst guten Bedingungen aufwachsen zu können.
  • Im Jahr 2020 gab es in unserer Stadt insgesamt 31.316 Fälle aus dem Bereich der Straßenkriminalität, von denen ungefähr 15 Prozent aufgeklärt werden konnten.
  • Und was ist mit Jugendlichen als Täter*in oder Tatverdächtige?
    Die Zahl der Tatverdächtigen lag 2020 bei 7.512 und damit deutlich unter der Zahl in 2019 mit 9.484.
  • Zur Vorbeugung von Straftaten haben wir seit 2019 ein Zentrum für Kriminalprävention und Sicherheit. Es ist Anlaufstelle für alle Sicherheits- und Präventionsthemen und arbeitet mit unterschiedlichen Netzwerken zusammen.

Interessante Links:

Polizeiliche Kriminalstatistik 2020 ZKS - Zentrum für Kriminalprävention und Sicherheit Sicherheit im Straßenverkehr

Freies WLAN

© Känguru Colonia Verlag/Petra Sonnenberg

Für die meisten von uns ist es völlig normal, mit dem Handy oder Tablet unterwegs zu sein. Das ist auch bei Kindern und Jugendlichen der Fall.

Gerade Kinder und Jugendliche wünschen sich, das Internet unabhängig von ihren eigenen finanziellen Möglichkeiten nutzen zu können. Daher hätten sie gerne in ganz Köln Zugang zu freiem WLAN.

Der Zugang zu Informationen wäre damit für alle gleichermaßen möglich. Besonders junge Menschen sind auf die Nutzung des Internets angewiesen, um zum Beispiel in Pandemiezeiten am Onlineunterricht teilnehmen zu können und um einen Zugang zu Informationen zu erhalten.

Was beschäftigt Kinder und Jugendliche?

  • Wir haben zu Hause kein gutes Internet, dann kann ich manchmal nicht am Onlineunterricht teilnehmen.
  • Vor allem in der Bahn wäre es gut, erreichbar zu sein, für den Notfall.
  • Manchmal habe ich mitten in der Stadt keinen Empfang und muss dann zum Beispiel in ein Fastfood Restaurant dafür gehen.
  • Oftmals funktionieren die Anzeigen an den Bahnen nicht. Dann wäre es toll, mit dem Handy die nächste Verbindung nachschauen zu können.
  • In Köln ist das Internet ganz schön langsam.

Gut zu wissen:

  • Laut Jugendbefragung fehlt 61 Prozent der jungen Menschen freies WLAN in unserer Stadt.
  • Bei uns gibt es an vielen Orten öffentliche Hotspots.
  • Seit 2021 haben wir ein Dezernat für Digitalisierung. Dadurch wollen wir insgesamt digitaler werden. Das gilt für unsere Beschäftigten genauso wie für alle Kölner*innen.
  • Köln ist ein wichtiger und bekannter Standtort für Medien. Hier haben zum Beispiel der WDR und RTL ihren Sitz. Viele junge Menschen kommen nach Köln, die in der Medienbranche arbeiten wollen.

Interessante Links:

Hotspots in Köln
Jugendbefragung 2018

Noch Fragen?

Bei Fragen stehen wir Ihnen unter der Rufnummer 0221 / 221-21196 gerne zur Verfügung oder nutzen Sie unter Kontaktformular.

Kontaktformular