Der diesjährige Preisträger ist Kento Ishikawa
Kento Ishikawa, geboren 1997 in Tokio (Japan), ist ein Komponist, dessen künstlerische Arbeit durch vielschichtige Klangtexturen geprägt ist, die sich auf gesellschaftliche Fragestellungen sowie auf vielfältige außermusikalische Interessen beziehen. Seine Musik untersucht die Verbindung zwischen konzeptuellem Denken und klanglicher Struktur. Er studierte Komposition an der Tokyo University of the Arts, wo er sowohl sein Bachelor- als auch sein Masterstudium absolvierte und den Masterabschluss als Jahrgangsbester im Fach Komposition erlangte. Derzeit setzt er sein Studium im Masterstudiengang Instrumentalkomposition an der Hochschule für Musik und Tanz Köln fort und studiert bei Prof. Miroslav Srnka. Zu seinen Auszeichnungen zählen unter anderem der erste Preis in der Kategorie Komposition beim 91. Japan Music Competition, der Meiji-Yasuda-Preis, der Miyoshi-Preis (2022), der Mitsubishi-Estate-Preis (2023) sowie der 34. Akutagawa Yasushi Suntory Award for Music Composition (2024). Zudem war er Stipendiat der siebten Förderperiode der Kuma Foundation sowie Stipendiat der Rohm Music Foundation im Jahr 2025. Seine Werke werden sowohl in Japan als auch international aufgeführt.
Das Preisträgerkonzert findet am Mittwoch, 23. September 2026, 19:30 Uhr, in der Kunst-Station Sankt Peter in Köln statt.
Begründung der Fachjury
Prof. Carola Bauckholt erklärt stellvertretend für die Fachjury:
In seinen Harvard-Vorlesungen "Sechs Vorschläge für das nächste Jahrtausend" beginnt Italo Calvino mit dem Phänomen der Leichtigkeit und führt aus: "Für mich verbindet sich Leichtigkeit mit Präzision und Bestimmtheit, nicht mit Vagheit und Vertrauen auf den Zufall. Wie Paul Valéry gesagt hat: "Es gilt, leicht zu sein wie ein Vogel, nicht wie eine Feder."
Im Werk des jungen Komponisten Kento Ishikawa ist diese Leichtigkeit spürbar, die in der Musik nicht oft zu finden ist. Er versteht es, ein feines Gewebe aus Instrumentalgeräuschen, Tönen und auch zugespielten Geräuschfetzen zu schaffen, das energetisch gerichtet ist. Die Ohren werden gespitzt, denn es ist so verwoben, dass sich die verschiedenen Instrumente nicht mehr auseinanderdividieren lassen. Kento Ishikawa besitzt ein gutes Gespür für Dramaturgie, die Spannung wird gehalten, nicht zuletzt auch durch unerwartete Klangüberraschungen. Der Wechsel zwischen lebendigen und humorvollen Klangwelten und fragilen Strukturen unterstützt diese besondere Leichtigkeit in Ishikawas Musik.
Der Sachverständigen-Jury gehören an:
- Prof. Carola Bauckholt, Komponistin, ehemalige Preisträgerin
- Prof. Barbara Maurer, Musikerin, Professorin für Neue Musik, Folkwang Universität Essen
- Prof. Manos Tsangaris, Komponist
- Aline Sarah Müller, Vorjahresstipendiatin