Mehr Platz, mehr Sicherheit

Zu sehen ist die Friesenstraße in Köln. Links parken Autos in Parkbuchten.© Pascal Nordmann
Friesenstraße

Unsere Straßen müssen viel leisten. Sie sind Verkehrswege, Treffpunkte und Teil unseres Alltags. Die Straßen gehören allen Menschen im Veedel. Sie sollen vor allem sicher sein.

In vielen Straßen ist es eng geworden. Autos, Fahrräder, zu Fuß Gehende und Lieferverkehr konkurrieren um wenig Platz. Das führt zu Problemen und gefährlichen Situationen. Besonders die Verkehrssicherheit leidet darunter. Zugeparkte Kreuzungen, schmale Gehwege und schlechte Sicht machen den Straßenraum unsicher – insbesondere für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Einschränkungen.

Betrieb und Leben braucht klare Strukturen. Nur wenn wir den vorhandenen Raum klug aufteilen und Regeln einhalten, können wir Gefahren reduzieren und unsere Veedel sicherer und lebenswerter machen.

Warum ist die Neuordnung des Parkens in Kölner Veedeln notwendig?

Das Auto ist für viele Menschen ein wichtiges Verkehrsmittel. Dies wird auch in Zukunft so bleiben. Die Zahlen zeigen das deutlich: Im Jahr 2025 waren in Köln insgesamt rund 591.200 Kfz, davon über 496.500 Pkw, zugelassen. Das ist etwa ein Prozent mehr als im Vorjahr. Dazu kommt, dass die Autos immer breiter und höher werden und dadurch mehr Platz benötigen als früher.

Um die Sicherheit, Bewegungsfreiheit und Lebensqualität in den Quartieren zu erhalten, müssen wir das bestehende Parken überprüfen. Kurz gesagt: Zu viele Autos auf zu engem Raum oder falsches Parken sind ein ernstes Sicherheitsproblem. Sie gefährden die Sicherheit und den Alltag aller Menschen, die die Straßen nutzen. Besonders kritisch wird es, wenn Feuerwehr und Rettungsdienste Straßen nicht mehr passieren können oder sich die Anfahrt erheblich verzögert. Dann drohen schnell Gefahren für Leib und Leben.

Aus diesem Grund prüfen wir die Parksituation in den Veedeln und nehmen Anpassungen vor, wo dies erforderlich ist. Wir starten in den innenstadtnahen Quartieren.

Ziele und Möglichkeiten der Neuordnung des Parkens

Folgende Ziele möchten wir mit der Neuordnung des Parkens erreichen:

  • Sicherheit schaffen, damit Feuerwehr, Rettungsdienste und die Müllabfuhr die Straße besser befahren können. Dazu ist eine Mindestbreite von 3,05 Meter vorgeschrieben.
  • Bessere Sicht ermöglichen zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer*innen.
  • Flächen für das Liefern und Laden sichern oder neu einrichten.
  • Parkplatznachfrage durch Parkraumbewirtschaftung steuern.
  • Alternativen zum Parken durch Mehrfachnutzung von privaten Parkflächen und Stellplätzen unterstützen.
  • Mobilitätsangebote im Veedel erhöhen: Kfz-Stellplätze unter Berücksichtigung von Carsharing, E-Ladepunkten, Fahrrad- und E-Scooter-Abstellmöglichkeiten schaffen.

Erste Schritte zur Sicherstellung des guten Durchkommens

  • Wir erfassen in den Bewohnerparkgebieten nach und nach alle Straßen, in denen die Fahrbahnbreite durch parkende Fahrzeuge ganz oder abschnittsweise unter den vorgeschriebenen 3,05 Metern liegt.
  • Wir nehmen, wenn es rechtlich zwingend erforderlich ist, Anpassungen an den Parkmöglichkeiten vor.
  • Wir informieren die Anwohnenden in den betroffenen Straßen.
  • Wir kennzeichnen Flächen mit Verkehrsschildern und Fahrbahnmarkierungen, die im Sinne der Rettungs- und Versorgungssicherheit nicht durch parkende Autos zugestellt werden dürfen.
  • Wir sichern Flächen für das Laden und Liefern.

Weitere Begleitmaßnahmen zur Abmilderung des Parkdrucks und Schaffung von Mobilitätsalternativen

Viele Wege lassen sich ohne eigenes Auto zurücklegen. Es gibt gute Alternativen, um von A nach B zu kommen. Bauen wir diese Angebote weiter aus, werden immer mehr Menschen auf das eigene Kraftfahrzeug verzichten können. Nur durch die Verringerung der Zulassungszahlen sinkt der Parkdruck in den Straßen.

Mit diesen Maßnahmen möchten wir den Parkdruck senken:

© Stadt Köln

Ausweitung des reservierten Bewohnerparkens: Vorrang für die Nachbarschaft

In den Bewohnerparkgebieten, in denen Parkplätze aufgrund der 3,05-Meter-Regel entfallen müssen, prüfen wir eine Ausweitung des reservierten Bewohnerparkens. Damit möchten wir den Wegfall der Parkplätze für die Anwohnenden so weit wie möglich kompensieren. Hierzu wandeln wir beispielsweise Kurzzeitparkplätze, auf denen derzeit auch Besucher*innen mit Parkschein stehen dürfen, in reine, ganztägig für Bewohner*innen reservierte Parkplätze um. Ergänzend reservieren wir in den Abend- und Nachtstunden Parkplätze ausschließlich für Bewohner*innen, oder geben Ladezonen für das Bewohnerparken frei.

Mehrfachnutzung von Parkplätzen und Stellplätzen

Private Parkplätze können auch mehrfach genutzt werden. Die gemeinsame Nutzung privater Parkplätze wie auch einzelner Stellplätze kann helfen, die Parkplatzsituation zu verbessern. Die vorhandenen schon hergestellten Flächen werden dann besser ausgelastet. Dazu zählen neben Parkplätzen von Supermärkten auch solche bei Firmen, Kirchen, Sportvereinen und städtischen Einrichtungen.

Ob diese Parkplätze genutzt werden können, entscheiden die Eigentümer*innen der Flächen. Sie schließen dafür Verträge mit Anbieter*innen von Parkdiensten ab. Wir bieten hierzu Runde Tische zum Austausch an. Damit möchten wir die Nutzung solcher zusätzlichen Parkflächen anregen und unterstützen. Erste Gespräche dazu finden derzeit statt.

In einem Pilotprojekt mit dem Einzelhandel können Anwohnende in Bilderstöckchen und Ehrenfeld abends und nachts Parkplätze von Supermärkten nutzen. Bei Erfolg möchten wir das "Feierabend-Parken" auf weitere Standorte ausweiten. Zusätzlich prüfen wir derzeit, ob wir beispielsweise auch Schulparkplätze, Flächen an Sportstätten oder städtische Tiefgaragen nach Feierabend für die Nachbarschaft öffnen können.

Pilotprojekt Feierabend-Parken

Alternative Mobilitätsangebote

Es gibt viele Alternativen zum Auto. Entscheidend ist die Frage: Welche Angebote passen zu meinem Alltag?

Mobilstationen, Carsharing und Lastenräder: Flexibel ohne eigenes Auto

Wir bauen das Angebot an Mobilstationen massiv aus, damit Menschen auch ohne eigenes Auto besser durch Köln kommen können. Neben Parkmöglichkeiten für private Fahrräder und Lastenräder bündeln wir dort verschiedene Sharing-Angebote:

  • Carsharing vor der Haustür: Durch fest installierte Carsharing-Plätze und Kooperationen mit externen Anbietenden fördern wir den Umstieg. Ein Carsharing-Auto ersetzt statistisch bis zu elf private Pkw und schafft so massiv Platz im Veedel. Für Menschen, die nur hin und wieder auf ein Auto angewiesen sind, gewährleisten wir die Vorteile von Carsharing weiter.
  • Leih-Fahrräder und E-Scooter: Auch Leihfahrräder und E-Scooter stehen an vielen Mobilstationen zur Verfügung. Diese vollenden Wegeketten und ermöglichen beispielsweise die An- und Abfahrt zum ÖPNV.
  • Lastenrad-Verleih: Für den Wocheneinkauf oder den Kindertransport stehen in den Bürgerämtern Lastenräder bereit. Darüber hinaus gibt es private Anbietende.
Erweiterung der Carsharing-Standorte Kostenlose E-Lastenräder in Bürgerzentren

Ausblick: Kommunale Mobilitätsgesellschaft

Unser Rat hat am 3. Juli 2025 die Gründung einer kommunalen Mobilitätsgesellschaft als Tochter der Stadt beschlossen. Diese soll innovative Mobilitätslösungen für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung realisieren und beispielsweise die Umsetzung von Quartiersgaragen prüfen. Die Planung und der Bau würden dabei mehrere Jahre dauern. Quartiersgaragen können daher nur maximal eine mittel- bis langfristige Lösung sein.

Derzeit bereiten wir die Gründung der Mobilitätsgesellschaft vor.

Gründung einer kommunalen Mobilitätsgesellschaft

Haben Sie Fragen?

Informationen zu den Parkregeln im Veedel

Bei Fragen zum Thema können Sie sich über unser Kontaktformular an uns wenden.

Kontakt – Amt für nachhaltige Mobilitätsentwicklung