In diesem Jahr feiert die UN-Kinderrechtskonvention 30-jähriges Bestehen. Als erste Millionenstadt mit dem Siegel Kinderfreundliche Kommune ist dies für uns ein ganz besonderer Geburtstag, den wir mit den Kölner Kindern und Jugendlichen sowie mit Ihnen feiern möchten.

Im Jahresverlauf werden wir gemeinsam mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren der Kinder- und Jugendorganisationen Veranstaltungen und Aktionen durchführen. Informieren, erleben und mitmachen werden dabei unter dem Fokus der Kinderrechte im Vordergrund stehen.

Kinder erklären Kinderrechte:

Child Friendly Cities Summit

© Thomas Zimmer

Auf Einladung von UNICEF findet vom 15. bis 18. Oktober im Gürzenich der erste internationale Gipfel "Kinderfreundlicher Kommunen" statt.

Die mit dem Siegel "Kinderfreundliche Kommune" (Child Friendly Cities) ausgestatteten Kommunen verfolgen weltweit das Ziel, die Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen zu verbessern und das Lebensumfeld kinderfreundlicher zu gestalten. Köln hat das Siegel im Jahr 2018 erhalten.

Im stetig wachsenden und dichten urbanen Alltag werden die Bedürfnisse und Rechte von Kindern und Jugendlichen häufig übersehen oder eingeschränkt. Um hier die Umsetzung der seit 30 Jahren bestehenden UN-Kinderrechtskonvention voranzubringen, findet erstmalig ein Gipfel der Child Friendly Cities statt. Städte und Gemeinden aus über 50 Ländern werden mit ihren Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, Fachleuten sowie mit mehr als 60 Kindern und Jugendlichen vertreten sein.

Circa 500 Teilnehmende werden sich über Chancen und Möglichkeiten zur Umsetzung der Kinderrechte austauschen. Sie diskutieren in verschiedenen Veranstaltungen Erfahrungen, Strategien und die Umsetzung innovativer Konzepte auf lokaler Ebene.

Erster internationaler Child Friendly Cities Summit in Köln

Was ist die UN-Kinderrechtskonvention?

Die Kinderrechtskonvention ist ein Übereinkommen, welches von allen Staaten der Welt unterzeichnet wurde und besonderen Fokus auf die Rechte von Kindern und Jugendlichen legt. In 42 Artikeln sind hier die Rechte von Kindern und Jugendlichen niedergeschrieben.

Sie baut auf diesen vier elementaren Grundsätzen auf:

  • Überleben und Entwicklung
  • Nichtdiskriminierung
  • Wahrung der Interessen
  • Beteiligung

Anlässlich des Jubiläums haben wir in einem Workshop mit Kindern und Jugendlichen sowie einer Grafikerin und tatkräftiger Unterstützung der MittwochsMaler des SKM Köln vier Kinder- und Jugendrechte ausgewählt und bildlich aufbereitet: 

Artikel 1 - Kinderrechte für Alle unter 18

Für viele ist es immer noch überraschend, dass es überhaupt international festgelegte Vereinbarungen zu Kinderrechten gibt. Auch wenn es Konvention über die Rechte des Kindes genannt wird, so gelten diese stärkenden Rechte nicht nur für Kinder, sondern auch für Jugendliche - für Alle bis 18 Jahren. Es ist egal woher jemand kommt, egal welche Kultur oder Religion im Vordergrund steht. Das Gemeinsame und die Vielfalt spielen hier eine zentrale Rolle.

© Birgit Jansen

Artikel 16 - Recht auf Privatsphäre

Brisant ist das Thema zum Schutz der Privatsphäre und damit verbunden das Recht am eigenen Bild. Für Kinder und Jugendliche ist es unangenehm bis übergriffig wenn sie ohne gefragt zu werden, mit dem Smartphone fotografiert werden. Das gilt für jeden: Eltern, Geschwister, den Freundeskreis, Lehrerinnen und Lehrer und für Fremde sowieso!

Denn keiner weiß, was im Zweifelsfall später auf Instagram, Facebook und Co. auftauchen könnte. Aber auch Privates durchstöbern, öffnen oder lesen geht nicht. Das gilt gleichermaßen für Chatverläufe, gespeicherte und ausgedruckte Fotos bis hin zu Tagebüchern. Privat ist Privat.

Artikel 19 - Schutz vor Gewalt 

Gewalt hat viele Facetten und kann von allen möglichen Seiten auf Kinder und Jugendliche einwirken. Das Recht der Kinder und Jugendlichen auf eine gewaltfreie Erziehung und auf Achtung ihrer Menschenwürde ist in der Kinderrechtskonvention festgelegt. Es gibt auch ein Gesetz zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung. Jede Art von Gewalt in der Erziehung ist sinnlos und schädlich. Seelische Verletzungen und körperliche Strafen beeinträchtigen das Selbstwertgefühl eines jungen Menschen und erhöhen wiederum seine Gewaltbereitschaft. Keine Angst vor Gewalt zu haben bedeutet für Kinder und Jugendliche auch, sich mit einem guten Gefühl in der Öffentlichkeit bewegen können und sich angstfrei zu entfalten.

© Birgit Jansen

Artikel 31 - Recht auf Freizeit

Gerade das "Chillen" wird ja von Erwachsenen oft kritisch beäugt. Ob nun spielen oder chillen, ausreichend Zeit und Raum für Pausen im heutigen vollgepackten Leben ist wichtig! Gerade die Jugendlichen fragen sich, wo sie sich gut in der Öffentlichkeit aufhalten können, ohne sich wie Eindringlinge in die primär für Kinder oder Erwachsenen bestimmten Areale zu fühlen.

Als Gegenpol zu vollen Stundenplänen, hohen Erwartungen der Eltern, mitunter überzogenem Hobby- und Förderehrgeiz, besteht die Notwendigkeit des Ausgleichs. Deshalb ist die Wohltat der freien Zeitgestaltung wichtig: sei es beim Lesen, Malen, Spielen, Museumsbesuch, Haustiere kuscheln, Tagträumen oder Singen.

Termine und Aktionen

Veranstaltungen finden Sie im Veranstaltungskalender von bildung.koeln.de. Dort können Sie auch als Trägerin oder Träger der freien Jugendhilfe Ihre interessanten Termine gerne veröffentlichen.

bildung.koeln.de - Das Kölner Bildungsportal

Informationen zum Thema Kinderrechte

Sie möchten gerne mehr über die Entstehung der UN-Kinderrechte erfahren oder sind auf der Suche nach kindgerechten Informationen? Wir haben Ihnen einige interessante Informationen zusammengestellt.

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