Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um die Stadtbahnverlängerung nach Rondorf und Meschenich haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Ziel und Konzept Die Linienführung Prozess: Planung und Öffentlichkeitsbeteiligung Investition und Förderfähigkeit Stadtentwicklung und -gestaltung Stadtverkehr Umweltverträglichkeit

Ziel und Konzept

Warum ist die Verlängerung der Stadtbahn nach Rondorf und Meschenich wichtig?

Köln wächst – und auch in Rondorf nehmen die Einwohnerzahlen zu. Im Nordwesten des Stadtteils entsteht ein neues Stadtquartier für mehr als 3.000 Bürger*innen. Dieser dringend benötigte, moderne Wohnraum für viele Menschen kann aber nur realisiert werden, wenn es mit einem umfassenden Verkehrskonzept gelingt, Rondorf zu entlasten. Denn mehr Menschen bedeutet auch mehr Verkehr und mehr Autos auf den Straßen. Deshalb ist es wichtig, die Stadtbahn bis nach Rondorf und Meschenich zu verlängern. Die StadtBahn Süd zielt als Rückgrat der Mobilität zusammen mit der Entflechtungsstraße darauf ab, den Verkehr zu reduzieren.

Welches Ziel hat die StadtBahn Süd?

Die Stadtteile Rondorf und Meschenich sollen an das bestehende Stadtbahnnetz angebunden werden. Die Linienführung soll ab der Stadtbahnhaltestelle Arnoldshöhe, der letzten Haltestelle der 3. Baustufe der Nord-Süd Stadtbahn, über den Verteilerkreis Süd über Rondorf nach Meschenich verlängert werden. Dies hat der Rat am 27. September 2018 beschlossen und damit die notwendigen Finanzierungsmittel für die Planung freigegeben.

Die neue Strecke wird die Fahrtzeiten ins Zentrum für die Menschen südlich des Äußeren Grüngürtels deutlich reduzieren und das Pendeln ins Zentrum wesentlich komfortabler machen. Dieses verbesserte Angebot soll die Menschen – insbesondere die künftigen Bewohner*innen des Neubaugebiets Rondorf Nord-West – zur Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs bewegen.

Was ist der Nutzen der neuen StadtBahn Süd?

Die Stadtteile Rondorf und Meschenich sollen an das bestehende Stadtbahnnetz angebunden werden. Der Ausbau der Stadtbahnlinie wird die Fahrtzeit und die Fahrtqualität für die Bewohner*innen der Stadtteile deutlich verbessern. Der bisher nötige Umstieg von Bus auf Stadtbahn entfällt. Dadurch reduziert sich die Fahrtzeit von Rondorf-Mitte bis zum Kölner Hauptbahnhof in Zukunft auf rund 16 Minuten.

Darüber hinaus sollen Ihnen neue P+R-Parkplätze am Ortseingang von Meschenich einen problemlosen Umstieg vom Auto auf die Stadtbahn ermöglichen.

Die Linienführung

Wo wird die StadtBahn Süd künftig entlang fahren?

Die Strecke der StadtBahn Süd verläuft von der aktuell entstehenden Endhaltestelle Arnoldshöhe der 3. Baustufe Nord-Süd Stadtbahn, über den Verteilerkreis weiter durch den Äußeren Grüngürtel über die Autobahn 4 hinweg durch Rondorf bis Meschenich. Für den Stadtteil Rondorf untersuchen die Verantwortlichen die Chancen und Auswirkungen mehrerer möglicher Streckenführungen. Die einzelnen Linien wurden Ihnen im Rahmen einer Öffentlichkeitsbeteiligung auf meinungfuer.koeln vorgestellt. Alle Alternativen sehen dabei eine Erschließung des geplanten Neubaugebietes Rondorf Nord-West vor.

Derzeit ist die Gesamtmaßnahme in zwei Bauabschnitte unterteilt. Der erste Bauabschnitt endet im nördlichen Bereich von Meschenich. In einem zweiten Bauabschnitt soll die Stadtbahn bis ans südliche Ortsende des Stadtteils verlängert werden.

Wie wird die finale Linienführung festgelegt?

Ihre Anregungen, die im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung eingegangen sind, nehmen wir auf und prüfen, inwieweit sie in die weitere Planung einfließen können.

Parallel dazu gehen die Ergebnisse der unterschiedlichen Gutachten, die die Planer*innen beauftragt haben, ein. Dazu gehören etwa Gutachten zu Verkehr, Umwelt, Immissionen und Trinkwasserschutz. Anhand aller Ergebnisse bewerten wir die Alternativen. Die Alternative, die auch über alle Gutachten hinweg – unter Berücksichtigung einer zuvor festgelegten Gewichtung – am besten abschneidet, wird die Vorzugslinienführung. Diese legen wir schließlich als Empfehlung für einen Beschluss dem Rat vor. Nach Ratsbeschluss kann die vertiefte Planung der Vorzugslinienführung starten. In dieser Planungsphase geben wir Ihnen erneut die Möglichkeit, Anregungen und Fragen einzubringen.

Wie viele Fahrgäste werden künftig mit der StadtBahn Süd unterwegs sein?

Mit der StadtBahn Süd wird für etwa 17.000 Menschen im Kölner Süden ein direkter Anschluss an das Stadtbahnnetz geschaffen. Zusätzliche potenzielle Fahrgäste außerhalb von Rondorf und Meschenich kommen durch die Erstellung von P+R-Anlagen hinzu.

Wann werden die genauen Positionen der Haltestellen festgelegt?

Nach dem Ratsbeschluss geht es an die vertiefte Planung der Vorzugsalternative. Im Zuge dessen werden wir auch die Haltestellen festlegen. Grundsätzlich sollen sowohl in Rondorf als auch in Meschenich zwei bis drei Haltestellen entstehen. Ziel ist dabei immer, die Stationen so nah wie möglich zu legen, um so auch möglichst viele Kölner*innen anzubinden.

Wie verändern sich die Reisezeiten?

Die aktuelle Busverbindung von Rondorf und Meschenich in die Innenstadt geht mit einer langen Fahrtzeit einher. Zudem teilen sich die Busse nördlich des Verteilerkreises mit dem Individualverkehr die Fahrspuren und stehen daher häufig im Stau. Mit der StadtBahn Süd soll sich das ändern. Sie sorgt für eine schnelle, komfortable und klimafreundliche Anbindung der südlichen Stadtteile an die Innenstadt. Die Fahrtzeit von Rondorf-Mitte bis zum Kölner Hauptbahnhof reduziert sich um 24 Minuten auf 16 Minuten.

Ist es möglich, die Linie unterirdisch bis nach Rondorf zu führen?

Eine der geplanten Linienführungen, die Nord-Alternative 1.2, quert den Verteilerkreis mit einer Unterfahrung. Die StadtBahn Süd komplett unterirdisch verlaufen zu lassen, würde hingegen mit enormen Kosten einhergehen und einen massiven Eingriff in die Wasserschutzzone bedeuten. Der Bau eines Tunnels wurde daher im Rahmen der Vorplanung nicht betrachtet.

Warum gibt es nur zwei Südalternativen?

Wir haben eine Vielzahl weiterer Alternativen zur Linienführung zwischen Rondorf und Meschenich betrachtet. Die beiden vorgestellten Alternativen sind unter Beachtung aller Randbedingungen die einzigen, die für eine Umsetzung in Betracht kommen.

Prozess: Planung und Öffentlichkeitsbeteiligung

Wie ist der Stand der Planung?

Aktuell befindet sich das Projekt in der Vorplanung. Im Rahmen der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung vom 8. bis 22. Dezember 2021 konnten Sie Fragen stellen und Anregungen einreichen. Diese Anregungen fließen nun in den weiteren Planungsprozess ein. Parallel dazu erreichen die Planer*innen die Ergebnisse der unterschiedlichen Gutachten. Anhand dieser werden die Alternativen bewertet. Dazu gehören etwa Gutachten zu Verkehr, Umwelt, Immissionen und zum Trinkwasserschutz.

Wie sehen die nächsten Schritte im Planungsprozess aus?

Im Anschluss an das Bewertungsverfahren legen die Planer*innen auch auf Grundlage der beauftragten Gutachten dem Rat die geeignetste Linienführung als Empfehlung für einen Beschluss vor. Es handelt sich dabei um die Alternative, die über alle Gutachten hinweg – unter Berücksichtigung einer zuvor festgelegten Gewichtung – am besten abschneidet.

Bereits vor dem Ratsbeschluss werden Sie über den Planungsstand informiert. Nach Beschluss des Rates kann die vertiefte Planung der Vorzugslinienführung starten. Dann wird Ihnen erneut die Möglichkeit gegeben, im Rahmen einer Beteiligung Anregungen und Fragen einzubringen.

Wie wird die Öffentlichkeit am Planungsprozess beteiligt?

Eine erste Öffentlichkeitsbeteiligung fand vom 8. bis 22. Dezember 2021 auf der Plattform meinungfuer.koeln statt. Im Rahmen des Online-Dialogs wurden der Planungsstand sowie sämtliche geprüften Alternativen vorgestellt. Zudem wurden alle Alternativen auf einer separaten Thesenseite anhand der wichtigsten Kriterien erläutert und auf einer Karte dargestellt. Sie konnten Fragen und Anregungen zu den Alternativen einbringen.

Weitere Beteiligungsmöglichkeiten folgen nach der Empfehlung für die Vorzugslinienführung sowie nach dem geplanten Ratsbeschluss zur Ausarbeitung der Vorzugsalternative und im Rahmen der Entwurfsplanung.

Was sind die Ergebnisse der ersten Beteiligungsphase?

In der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung zur StadtBahn Süd sind über die Dialog-Plattform meinungfuer.koeln, unseren Facebook- und Twitter-Account sowie per E-Mail mehr als 300 Anregungen von Bürger*innen und Bürgerinitiativen eingegangen.

Die Kommentare waren insgesamt ausgesprochen sachlich und konstruktiv. Die Bürger*innen stehen dem Vorhaben größtenteils positiv gegenüber. Am häufigsten wurden die Nord-Alternative 1.2 (Unterfahrung) sowie die Süd-Alternative 1 (Linienführung durch Rondorf Mitte) diskutiert. Themen, die den Bürger*innen dabei besonders wichtig waren, sind die Auswirkungen auf Umwelt, Stadtbild und andere Verkehre. Eine ausführliche Zusammenfassung der Anregungen und Kommentare finden Sie auf unserem Beteiligungportal.

Beteiligungsportal - Zusammenfassung der Öffentlichkeitsbeteiligung

Investition und Förderfähigkeit

Wie hoch ist die Investition in den Stadtbahnausbau?

Die genauen Investitionskosten sind noch nicht bekannt. Hierzu ist erst einmal entscheidend, die am besten geeignete Linienführung für die Stadtbahnverlängerung nach Rondorf und Meschenich zu ermitteln. Die einzelnen Alternativen unterscheiden sich, was die Investitionskosten betrifft. Die Kostenschätzungen für die einzelnen Alternativen werden im weiteren Planungsprozess noch konkretisiert.

Wer trägt die Projektkosten?

Durch den Bau des Neubaugebiets Rondorf Nord-West und durch den damit einhergehenden Zuzug von neuen Einwohner*innen ist es möglich, die StadtBahn Süd mithilfe von Fördermitteln aus den Töpfen des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes zu realisieren. Voraussetzung für die Landes- und Bundesmittel ist unter anderem das erwartete Bevölkerungswachstum in Rondorf. Die Stadtbahnverlängerung ist als Projekt bereits für den Bedarfsplan des Landes Nordrhein-Westfalen für den öffentlichen Personennahverkehr angemeldet und wurde in das Bundesprogramm zum Gesetz über Finanzhilfen des Bundes zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden bedingt aufgenommen.

Ohne die Fördergelder ist die StadtBahn Süd von uns allein nicht zu realisieren. Die Fördergelder für den Ausbau des klimafreundlichen Öffentlichen Personennahverkehr, insbesondere für den Bau von Straßenbahnen, wurden zuletzt noch einmal deutlich erhöht: Mittlerweile trägt der Bund in der Regel 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Das Land Nordrhein-Westfalen stockt die Förderung des Bundes bis auf insgesamt 95 Prozent auf.

Warum investieren wir in die Verlängerung der Stadtbahn nach Rondorf und Meschenich?

Dank der neuen Verbindung kommen Fahrgäste aus Rondorf und Meschenich schneller in die Innenstadt. Dabei erschließt die Stadtbahn über die neue Linie auch das Neubaugebiet Rondorf Nord-West. Insgesamt sinkt die Reisezeit von Rondorf-Mitte bis zum Kölner Hauptbahnhof um 24 Minuten auf 16 Minuten – der Öffentliche Personennahverkehr wird somit deutlich attraktiver, der Verkehr entlastet, das Klima geschont und die Lebensqualität in der Stadt gesteigert.

Wann gilt ein Projekt als wirtschaftlich und somit als förderfähig?

Bevor Fördergelder fließen, prüft der Bund jedes Projekt anhand der sogenannten Standardisierten Bewertung auf seine Wirtschaftlichkeit. Alle Rechenschritte der Standardisierten Bewertung sind vom Bund fest vorgegeben. Wiegt der volkswirtschaftliche Nutzen die Projektkosten auf, kann das Projekt von Bund und Land gefördert werden.

Stadtentwicklung und -gestaltung

Wie entwickeln sich die Stadtteile entlang der Linie?

Die StadtBahn Süd ist Teil der Stadtentwicklung von Rondorf. Dazu gehören ein Neubaugebiet mit etwa 1.300 Wohneinheiten, vier neuen Kindertagesstätten, einer weiterführenden Schule, Grundschulen, Grünflächen und Spielplätzen. An einem neuen Quartiersplatz sollen zudem Flächen für Nahversorgungsangebote wie Apotheken, Drogerien, Gastronomien oder Lebensmittelmärkte geschaffen werden. Die Planung ist eng mit einem Verkehrskonzept zur Entlastung des Ortskerns von Rondorf verknüpft. In einem nächsten Schritt kann so auch die Rodenkirchener Straße neu gestaltet und verkehrsberuhigt werden. Die Entwicklung von Meschenich wird in der darauffolgenden Baustufe näher betrachtet.

Wie werden die Haltestellen gestaltet?

Die Haltestellen der StadtBahn Süd werden mit 90 Zentimeter hohen Hochbahnsteigen sowie Bahnsteigrampen für einen barrierefreien Zugang zu den Bahnen ausgestattet. Die Bahnsteige werden etwa 50 Meter lang und vier bis fünf Meter breit sein. Ergänzt werden sie um Informations- und Beleuchtungsanlagen, Überwachungskameras sowie Lautsprecheranlagen zur Leitstelle der Kölner Verkehrs-Betriebe. Darüber hinaus sollen die Haltestellen mit einem taktilen Leitsystem versehen werden. Dieses wird in Abstimmung mit Behindertenverbänden entstehen.

Was passiert mit dem Kirmesplatz in Rondorf?

Die geplante Strecke der Süd-Alternative 1 verläuft östlich des Kirmesplatzes über die Wiese parallel zur Talstraße. Nach dem aktuellen Planungsstand sind die Parkplätze am Kirmesplatz durch den Betrieb der Stadtbahn nicht betroffen. Die Süd-Alternative 2 nimmt keinen Einfluss auf den Kirmesplatz.

Müssen im Zuge des Bauvorhabens Häuser weichen?

Sollte die Süd-Alternative 1, die Linienführung durch Rondorf Mitte, zur Vorzugsalternative und vom Rat beschlossen werden, müsste der Abriss einzelner Gebäude geprüft werden. Alle Auswirkungen der Stadtbahn auf die direkten Anwohner*innen werden durch Gutachter*innen geprüft und bewertet.

Stadtverkehr

Wie entlastet die StadtBahn Süd den Ortskern Rondorfs?

Die StadtBahn Süd ist Teil eines Gesamtkonzepts, das für den Bau des Neubaugebiets erforderlich ist und das eine Entlastung des Verkehrs in Rondorfs vorsieht. Je besser die Stadtbahn die Menschen erreicht, desto eher gelingt der Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Personennahverkehr.

Zu diesem Verkehrskonzept zählt auch der Bau einer Entflechtungsstraße. Diese soll den Stadtteil Rondorf im Osten und Süden umschließen, da dieser Straßenverlauf sowohl Verkehre zwischen Rondorf und Rodenkirchen als auch aus dem Neubaugebiet aufnehmen kann. Neben der Fahrbahn für den Individualverkehr soll auf der gesamten Länge ein Geh- und Radweg angelegt werden.

Umweltverträglichkeit

An welchen Stellen kommt es zur Fällung von Bäumen?

Für die Querung des Grüngürtels werden die verschiedenen Linienführungen der Stadtbahn auch unter Umweltaspekten von Gutachter*innen und Fachplaner*innen untersucht. Grundsätzlich geht es darum, den Eingriff in die Umwelt möglichst gering zu halten. Nichtsdestotrotz sind Baumfällungen bei so einem großen Bauvorhaben unvermeidbar. Wie viele Bäume genau betroffen sein werden, ist abhängig von der Alternative und muss für jede einzelne Linienführung noch geprüft werden. Ausgleichsmaßnahmen werden zu jeder Alternative mitgeplant.

Welche Auswirkungen hat der Stadtbahnbau auf die Wasserschutzzone II?

Nur die Nord-Alternative 3, also die komplette Umfahrung über die Militärringstraße und die Brühler Landstraße, nimmt keinen Einfluss auf die Wasserschutzzone II im Bereich des Wasserwerkes. Zur Ermittlung der Auswirkungen aller anderen Nord-Alternativen auf das Schutzgut Trinkwasser wird derzeit eine gutachterliche Risikobewertung durchgeführt.

Kommt es für die Anwohner*innen zu erhöhter Lärmbelastung oder Erschütterungen?

Im Rahmen der Planung wird das Thema Lärm und Erschütterung im Detail betrachtet. Wenn Gutachten ergeben, dass die zu erwartende Lärmbelastung gesetzliche Grenzwerte überschreitet, dann haben betroffene Personen einen Anspruch auf Lärmschutz. Welche Maßnahmen dann zur Anwendung kommen, hängt von den Ergebnissen der örtlichen Untersuchung ab.