Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um die Stadtbahnverlängerung nach Rondorf und Meschenich haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Ziel und Konzept Die Linienführung Trinkwasserschutz und Umweltverträglichkeit Stadtentwicklung und -gestaltung Stadtverkehr Prozess: Planung und Öffentlichkeitsbeteiligung Investition und Förderfähigkeit

Ziel und Konzept

Warum ist die Verlängerung der Stadtbahn nach Rondorf und Meschenich wichtig?

Köln wächst – und auch in Rondorf nehmen die Einwohnerzahlen zu. Im Nordwesten des Stadtteils entsteht ein neues Stadtquartier für mehr als 3.000 Bürger*innen. Dieser dringend benötigte, moderne Wohnraum für viele Menschen kann aber nur realisiert werden, wenn es mit einem umfassenden Verkehrskonzept gelingt, Rondorf zu entlasten. Denn mehr Menschen bedeutet auch mehr Verkehr und mehr Autos auf den Straßen. Deshalb ist es wichtig, die Stadtbahn bis nach Rondorf und Meschenich zu verlängern. Die StadtBahn Süd zielt als Rückgrat der Mobilität zusammen mit der Entflechtungsstraße darauf ab, den Verkehr zu reduzieren.

Welches Ziel hat die StadtBahn Süd?

Die Stadtteile Rondorf und Meschenich sollen an das bestehende Stadtbahnnetz angebunden werden. Die Linienführung soll ab der Stadtbahnhaltestelle Arnoldshöhe, der letzten Haltestelle der 3. Baustufe der Nord-Süd Stadtbahn, über den Verteilerkreis Süd oder daran vorbei über Rondorf nach Meschenich verlängert werden. Dies hat der Rat am 27. September 2018 beschlossen und damit die notwendigen Finanzierungsmittel für die Planung freigegeben.

Die neue Strecke wird die Fahrtzeiten ins Zentrum für die Menschen südlich des Äußeren Grüngürtels deutlich reduzieren und das Pendeln ins Zentrum wesentlich komfortabler machen. Dieses verbesserte Angebot soll die Menschen – insbesondere die künftigen Bewohner*innen des Neubaugebiets Rondorf Nord-West – zur Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs bewegen.

Was ist der Nutzen der neuen StadtBahn Süd?

Die Stadtteile Rondorf und Meschenich sollen an das bestehende Stadtbahnnetz angebunden werden. Der Ausbau der Stadtbahnlinie wird die Fahrtzeit und die Fahrqualität für die Bewohner*innen der Stadtteile deutlich verbessern. Der bisher nötige Umstieg von Bus auf Stadtbahn entfällt. Dadurch reduziert sich die Fahrtzeit von Rondorf-Mitte bis zum Kölner Hauptbahnhof in Zukunft auf rund 16 Minuten.

Zusätzlich prüfen wir die Machbarkeit des Baus von P+R-Parkplätzen am südlichen Trassenende und am nördlichen Ortsende von Meschenich. Diese sollen Ihnen einen problemlosen Umstieg vom Auto auf die Stadtbahn ermöglichen.

Die Linienführung

Wo soll die StadtBahn Süd künftig entlang fahren?

Nachdem die Ergebnisse aller Gutachten vorgelegt wurden, konnten wir eine Vorzugslinienführung für die Verlängerung der Nord-Süd Stadtbahn nach Rondorf und Meschenich erarbeiten. Diese hat der Rat in seiner Sitzung am 23. März 2023 beschlossen und uns mit der Durchführung der weiteren Schritte beauftragt.

Die Linienführung verläuft von der aktuell entstehenden Endhaltestelle Arnoldshöhe der 3. Baustufe Nord-Süd Stadtbahn und quert den Verteilerkreis Süd über eine Brücke. Im weiteren Verlauf führt sie im Wasserwerkswäldchen in unmittelbarer Nähe parallel zur Bundesautobahn 555 und quert die Bundesautobahn 4 über eine neu zu errichtende Brücke. Über den Weißdornweg führt die Linie zentral durch Rondorf und bindet damit sowohl den bestehenden als auch den geplanten Ortsteil an. Die Stadtbahn fährt dann über die Bödinger Straße nach Meschenich-Nord, wo der erste Bauabschnitt endet.

Derzeit ist die Gesamtmaßnahme in zwei Bauabschnitte unterteilt. Der erste Bauabschnitt endet im nördlichen Bereich von Meschenich. Der zweite Bauabschnitt soll die Stadtbahn bis an das südliche Ortsende des Stadtteils verlängern.

Was sind die Vorteile der beschlossenen Linienführung?

Die im Planungsprozess optimierte Linienführung bündelt die Stadtbahntrasse und die Autobahn östlich des Wasserwerks Hochkirchen und verringert die Gefährdung für die Trinkwassergewinnung, indem der Abstand zu den Brunnen des Wasserwerks Hochkirchen gegenüber der ersten Planung vergrößert wurde. Die beschlossene Linienführung soll den Verteilerkreis Süd mit einer Brücke queren und wird damit den Verkehrsfluss am Kreuzungspunkt Bonner Straße und Militärringstraße nicht beeinträchtigen. Gleichzeitig ist die Stadtbahn so auf dem eigenen Gleiskörper schneller unterwegs. Zudem quert sie den Grüngürtel auf einem möglichst direkten Weg und bindet Rondorf sowie das neu entstehende Wohngebiet an. Die Busverbindung nach Rondorf und Meschenich kann somit vollständig durch die Stadtbahn ersetzt werden. Durch die Führung entlang der Bundesautobahn 555 werden die Eingriffe in den Grüngürtel sowie den Baumbestand entlang der Militärringstraße und der denkmalgeschützten Siedlung Heidekaul so gering wie möglich gehalten. Die Linienführung haben wir in Abstimmung mit den zuständigen Genehmigungsbehörden und der RheinEnergie AG als Betreiberin des Wasserwerks weiterentwickelt.  

Warum kann der Verteilerkreis Süd nicht unterirdisch gequert werden?

Die Querungen des Verteilerkreises Süd führen durch die besonders geschützte engere Wasserschutzzone II. Bei der Beurteilung der Gefährdung für das Trinkwasser mussten wir unterirdisch verlaufende Alternativen wie Tunnel, Trog und Unterfahrung grundsätzlich ausschließen, da die Bauwerke das Grund- und Rohwasser dauerhaft gefährden würden. Diese Gefährdung kann nicht mit technischen oder baulichen Maßnahmen ausgeglichen werden. 

Mit dem Ratsbeschluss aus März 2022 wurden wir beauftragt, die Variante eines Kurztunnels am Verteilerkreis Süd zu prüfen. Dieser Vorschlag wurde von der Bezirksvertretung Rodenkirchen eingebracht. Mit einer Machbarkeitsstudie untersuchten wir, ob ein Kurztunnel zur Unterfahrung technisch möglich und der Eingriff in die Trinkwasserschutzzone genehmigungsfähig ist.

Das Ergebnis der Untersuchung: Auch bei den Kurztunnelvarianten kann wie bei dem ursprünglich geplanten langen Tunnel nicht ausgeschlossen werden, dass durch den Einschnitt des Tunnels ein nicht unerhebliches Gefährdungspotenzial für das Grund- und Rohwasser besteht beziehungsweise auftreten wird. Im Vergleich zu den Brückenvarianten ist bei den Kurztunnelvarianten ein zehnfach größerer Flächeneingriff in den Boden erforderlich. Das Gutachterbüro empfiehlt daher, die Tunnelvarianten zugunsten der Brückenvarianten zu verwerfen, um die Risiken für die Wasserversorgung zu minimieren. Die Reinheit des Trinkwassers während des Baus und des späteren Betriebes der StadtBahn Süd müssen wir in jedem Fall sicherstellen.

Was ist der Unterschied zwischen Grund- und Rohwasser?

Grundwasser ist zum größten Teil Regenwasser, das durch den Boden und den Untergrund bis in die Grundwasserleiter sickert und das wiederum als Rohwasser in den Wasserwerken weiter aufbereitet wird. Rohwasser ist unbehandeltes, naturbelassenes Wasser wie zum Beispiel Grundwasser, Quellwasser oder Niederschlagswasser. Es ist so nicht für den menschlichen Konsum geeignet und wird erst durch verschiedene Filter-Schritte zu Trinkwasser.

Trinkwasserschutz und Umweltverträglichkeit

Welche Auswirkungen hat der Stadtbahnbau auf die Wasserschutzzone II?

Da die Reinheit des Trinkwassers während des Baus und des späteren Betriebes der StadtBahn Süd in jedem Fall sichergestellt sein muss, haben wir eine gutachterliche Risikobewertung beauftragt. Auf Grundlage dieser mussten wir verschiedene Alternativen ausschließen und andere optimieren. Darüber hinaus ist der Rückbau der Tankstelle am Verteilerkreis Süd und die Sperrung der Straße Im Wasserwerkswäldchen für die Durchfahrt des motorisierten Verkehrs notwendig, um die Trinkwassergefährdung weiter zu verringern. 

Was passiert mit der Tankstelle am Verteilerkreis Süd?

Die Tankstelle liegt innerhalb der Wasserschutzzone II. Das Grundstück ist in unserem Besitz und derzeit verpachtet. Für die beschlossene Linienführung der Stadtbahn werden wir die Tankstelle stilllegen und zurückbauen, um die Risiken für die Trinkwassergewinnung weiter zu reduzieren.

An welchen Stellen kommt es zur Fällung von Bäumen?

Für die Querung des Grüngürtels wurden die verschiedenen Linienführungen der Stadtbahn auch unter Umweltaspekten von Gutachter*innen und Fachplaner*innen untersucht. Grundsätzlich geht es darum, den Eingriff in die Umwelt möglichst gering zu halten. Trotzdem sind Baumfällungen bei so einem großen Bauvorhaben unvermeidbar. Bei der nun beschlossenen Linienführung sind die Eingriffe in den Grüngürtel und entlang der Militärringstraße deutlich geringer als bei den anderen Alternativen. Ausgleichsmaßnahmen sind Bestandteil unserer nächsten Planungsschritte.

Kommt es für die Anwohner*innen zu erhöhter Lärmbelastung oder Erschütterungen?

Im Rahmen der weiteren Planung wird das Thema Lärm und Erschütterung im Detail betrachtet. Wenn Gutachten ergeben, dass die zu erwartende Lärmbelastung gesetzliche Grenzwerte überschreitet, dann haben betroffene Personen einen Anspruch auf Lärmschutz. Welche Maßnahmen dann zur Anwendung kommen, hängt von den Ergebnissen der örtlichen Untersuchung ab.

Stadtentwicklung und -gestaltung

Wie entwickeln sich die Stadtteile entlang der Linie?

Die StadtBahn Süd ist Teil der Stadtentwicklung von Rondorf. Dazu gehören ein Neubaugebiet mit etwa 1.300 Wohneinheiten, vier neuen Kindertagesstätten, einer weiterführenden Schule, Grundschulen, Grünflächen und Spielplätzen. An einem neuen Quartiersplatz sollen zudem Flächen für Nahversorgungsangebote wie Apotheken, Drogerien, Gastronomien oder Lebensmittelmärkte geschaffen werden. Die Planung ist eng mit einem Verkehrskonzept zur Entlastung des Ortskerns von Rondorf verknüpft. In einem nächsten Schritt kann so auch die Rodenkirchener Straße neu gestaltet und verkehrsberuhigt werden. Die Entwicklung von Meschenich wird in der darauffolgenden Baustufe näher betrachtet.

Was geschieht mit dem Kunstwerk auf dem Verteilerkreis Süd?

Das urheberrechtlich geschützte Kunstwerk Standortmitte mit den Skulpturen und Grünflächen auf den Verteilerkreisen am Anfang und Ende der ältesten Autobahn Deutschlands ist durch den Bau der Brücke direkt betroffen. Wir stehen dazu im Kontakt mit dem Künstler.

Was passiert mit dem Kirmesplatz in Rondorf?

Die geplante Strecke der Linienführung verläuft östlich des Kirmesplatzes über die Wiese parallel zur Talstraße. Nach dem aktuellen Planungsstand sind die Parkplätze am Kirmesplatz durch den Betrieb der Stadtbahn nicht betroffen. 

Werden Privatgrundstücke benötigt?

Im Verlauf der Linienführung gibt es zahlreiche notwendige Grundstücksankäufe. Teilweise haben wir bereits Gespräche mit den Eigentümer*innen geführt, die wir im Verlauf der weiteren Planungsschritte fortführen und konkretisieren werden.

Müssen im Zuge des Bauvorhabens Häuser weichen?

Mit der Linienführung durch Rondorf Mitte müssen wir den Abriss einzelner Gebäude prüfen. Hierzu führen wir bereits Gespräche mit den Eigentümer*innen, die im weiteren Verlauf der Planung fortgeführt und konkretisiert werden.

Wie werden die Haltestellen gestaltet?

Die Haltestellen der StadtBahn Süd werden mit 90 Zentimeter hohen Hochbahnsteigen sowie Bahnsteigrampen für einen barrierefreien Zugang zu den Bahnen ausgestattet. Die Bahnsteige werden etwa 50 Meter lang und vier bis fünf Meter breit sein. Im Bereich der Schule werden die Bahnsteige vier bis sechs Meter breit sein. Ergänzt werden sie mit Informations- und Beleuchtungsanlagen, Überwachungskameras sowie Lautsprecheranlagen zur Leitstelle der Kölner Verkehrs-Betriebe AG. Darüber hinaus werden wir die Haltestellen mit einem taktilen Leitsystem versehen.

Stadtverkehr

Wie viele Fahrgäste werden künftig mit der StadtBahn Süd unterwegs sein?

Mit der StadtBahn Süd wird für etwa 17.000 Menschen im Kölner Süden ein direkter Anschluss an das Stadtbahnnetz geschaffen. Zusätzliche potenzielle Fahrgäste außerhalb von Rondorf und Meschenich kommen durch die Erstellung von P+R-Anlagen hinzu.

Wie verändern sich die Reisezeiten?

Die aktuelle Busverbindung von Rondorf und Meschenich in die Innenstadt geht mit einer langen Fahrtzeit einher. Zudem teilen sich die Busse nördlich des Verteilerkreises Süd mit dem Individualverkehr die Fahrspuren und stehen daher häufig im Stau. Mit der StadtBahn Süd soll sich das ändern. Sie sorgt für eine schnelle, komfortable und klimafreundliche Anbindung der südlichen Stadtteile an die Innenstadt. Die Fahrtzeit von Rondorf-Mitte bis zum Kölner Hauptbahnhof reduziert sich um 24 Minuten auf 16 Minuten.

Wie entlastet die StadtBahn Süd den Ortskern Rondorfs?

Die StadtBahn Süd ist Teil eines Gesamtkonzepts, das für den Bau des Neubaugebiets erforderlich ist und das eine Entlastung des Verkehrs in Rondorfs vorsieht. Je besser die Stadtbahn die Menschen erreicht, desto eher gelingt der Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Personennahverkehr.

Zu diesem Verkehrskonzept zählt auch der Bau einer Entflechtungsstraße. Diese soll den Stadtteil Rondorf im Osten und Süden umschließen, da dieser Straßenverlauf sowohl Verkehre zwischen Rondorf und Rodenkirchen als auch aus dem Neubaugebiet aufnehmen kann. Neben der Fahrbahn für den Individualverkehr soll auf der gesamten Länge ein Geh- und Radweg angelegt werden.

Warum muss die Straße Im Wasserwerkswäldchen für den Durchgangsverkehr gesperrt werden?

Die Straße Im Wasserwerkswäldchen bleibt bis zur Abzweigung zum Wasserwerk unverändert und wird lediglich als Zufahrt zum Wasserwerk sowie als Rad- und Gehweg genutzt. Den weiteren Streckenabschnitt der Straße südlich der Zufahrt zum Wasserwerk werden wir zurückbauen. Eine Durchfahrt für den motorisierten Verkehr ist dann nicht mehr möglich. Das ist notwendig, um die Gefährdung des Trinkwassers weiter zu verringern. Aktuell entstehen und versickern durch den Verkehr ungehindert Schadstoffe. Dies soll zukünftig verhindert werden. Durch den Rückbau der Straße kann zudem die Streckenführung weiter optimiert werden. Die Entscheidung über den Zeitpunkt der Nutzungsänderung der Straße Im Wasserwerkswäldchen ist abhängig vom Verlauf der Bauarbeiten und den damit verbundenen Verkehrsoptimierungen. Unter anderem geht es um die Ertüchtigung des Knotenpunktes Friedrich-Ebert Straße/Zum Forstbotanischen Garten. Es steht jedoch fest, dass eine Sperrung der Straße Im Wasserwerkswäldchen für den motorisierten Durchgangsverkehr in Höhe des Wasserwerks unumgänglich ist, um die Gesamtrisiken in der Wasserschutzzone II zu verringern.

Wie wird sich die Sperrung auf den Verkehr rund um Rondorf auswirken?

Die Auswirkungen der Sperrung der Straße Im Wasserwerkswäldchen für den Durchgangsverkehr wurde gutachterlich untersucht. Dabei wurde der sogenannte Null-Fall, also der aktuelle Zustand, mit dem Planfall, der Prognose bei einer Sperrung, verglichen. Die Sperrung der Straße Im Wasserwerkswäldchen für den motorisierten Verkehr würde danach zu einer Verlagerung auf alternative Routen führen. Das Gutachten zeigt, dass der Mehrverkehr auch in den Spitzenstunden morgens und abends ausreichend abgewickelt werden kann.

Bleibt die Buslinie 132 bestehen?

Mit der beschlossenen Linienführung kann die bestehende Busverbindung nach Rondorf und Meschenich vollständig durch die Stadtbahn ersetzt werden. Dies erhöht die Kapazitäten und reduziert die Reisezeit von Rondorf und Meschenich bis in die Kölner Innenstadt erheblich.

Wann werden die genauen Positionen der Haltestellen festgelegt?

Im Zuge der weiteren Ausarbeitung der Linienführung werden wir auch die Haltestellenpositionen festlegen. Grundsätzlich sollen sowohl in Rondorf als auch in Meschenich zwei bis drei Haltestellen entstehen. Unser Ziel ist dabei immer, die Stationen so zu legen, dass möglichst viele Kölner*innen angebunden werden.

Sind P+R-Parkplätze in Meschenich vorgesehen?

Im Zuge der Stadtbahnplanung untersuchen wir im Norden und im Süden von Meschenich jeweils eine P+R-Anlage und setzen diese bei Bedarf um. Hierzu beauftragten wir eine Machbarkeitsstudie. Das Ergebnis der ermittelten Anzahl der möglichen Nutzer*innen werden wir in der weiteren Planung berücksichtigen. Zudem lassen wir aktuell ein sogenanntes Raumbuch Mobilstationen erarbeiten, welches die konzeptionellen Grundlagen für die perspektivische Einrichtung eines flächendeckenden Netzes von Mobilstationen im Stadtgebiet liefern soll. Damit soll festgelegt werden, welche Mobilitätsangebote in welcher Größenordnung an den Haltestellen der StadtBahn Süd vorzusehen sind.

Prozess: Planung und Öffentlichkeitsbeteiligung

Wie sehen die nächsten Schritte im Planungsprozess aus?

Der Rat hat uns mit der Entwurfsplanung für die gesamte Linienführung von der Haltestelle Arnoldshöhe bis zur Endhaltestelle in Meschenich Süd beauftragt. Es wurde beschlossen, die Planung einer Brückenvariante über den Verteilerkreis Süd mit Erhalt des Kunstwerks Standortmitte weiterzuführen und die Trassierung der Stadtbahnbrücke in der weiteren Bearbeitung zu optimieren. 

Zusätzlich werden wir die Planung der weiteren Linienführung vorantreiben. Dazu gehören Untersuchungen zu Baugründen und den Auswirkungen auf den Lärmschutz sowie eine detaillierte Planung der Haltestellen. Wir führen alle Prüfungen so durch, dass das Bebauungsplanverfahren Rondorf Nord-West sowie das Gesamtprojekt StadtBahn Süd zeitlich nicht verzögert werden.

In den nächsten Schritten werden wir die Planung für das angestrebte Planfeststellungsverfahren vorantreiben. Das Planfeststellungsverfahren ist das Genehmigungsverfahren für größere Vorhaben, zu denen auch die StadtBahn Süd zählt. Die gesetzlichen Vorgaben hierfür finden sich im Personenbeförderungsgesetz. Teil der einzureichenden Planfeststellungsunterlagen sind zum Beispiel Erläuterungsbericht, Lage- und Höhenpläne, Bauwerkspläne, Umweltverträglichkeitsprüfung, landschaftspflegerischer Begleitplan, schalltechnische Gutachten und vieles mehr. Die Dauer des Planfeststellungsverfahrens ist stark von möglichen Einwendungen und insbesondere von möglichen Klageverfahren abhängig. Da der Planfeststellungsbeschluss auch wasserrechtliche Erlaubnisse in der Wasserschutzzone II des Wasserwerks Hochkirchen sowie naturschutzrechtliche Befreiungen für den Äußeren Grüngürtel festlegt, können wir die genaue Dauer des Verfahrens nicht abschätzen.

Wie wird die Öffentlichkeit am Planungsprozess beteiligt?

Begleitend zur Vorplanung informierten wir Sie frühzeitig und umfassend über den Prüf- und Auswahlprozess der Vorzugslinienführung. Eine erste Öffentlichkeitsbeteiligung fand Ende 2021 auf der Plattform meinungfuer.koeln statt.

Parallel zur politischen Beratungsfolge haben wir am 24. Februar 2023 eine Online-Informationsveranstaltung durchgeführt. 

Live-Dialog zur StadtBahn Süd

Zudem haben wir den aktuellen Stand der Planung im Rahmen der Informationsveranstaltung für das neue Wohngebiet Rondorf Nord-West präsentiert.

Zu den vertiefenden Planungen werden Sie in Rondorf und Meschenich bei Bürgerinformationsveranstaltungen, Begehungen oder Planergesprächen die Möglichkeit erhalten, ihre Anregungen und Fragen einzubringen. Über konkrete Veranstaltungen und Termine informieren wir Sie rechtzeitig, unter anderem in unserem Newsletter.

Was sind die Ergebnisse der ersten Beteiligungsphase?

In der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung zur StadtBahn Süd Ende 2021 sind über unser Beteiligungsportal meinungfuer.koeln, unseren Facebook- und Twitter-Account sowie per E-Mail mehr als 300 Anregungen von Bürger*innen und Bürgerinitiativen eingegangen.

Die Kommentare waren insgesamt ausgesprochen sachlich und konstruktiv. Am häufigsten wurden die Unterfahrung, die wir im weiteren Prozess aus Gründen des Trinkwasserschutzes ausschließen mussten sowie die Linienführung durch Rondorf Mitte diskutiert. Themen, die den Bürger*innen dabei besonders wichtig waren, sind die Auswirkungen auf Umwelt, Stadtbild und andere Verkehre. Eine ausführliche Zusammenfassung der Anregungen und Kommentare finden Sie auf unserem Beteiligungsportal.

Beteiligungsportal - Zusammenfassung der Öffentlichkeitsbeteiligung

Am 24. Februar 2023 haben wir eine Online-Informationsveranstaltung durchgeführt, bei der bis zu 500 Menschen zugeschaut haben.

Live-Dialog zur StadtBahn Süd

Investition und Förderfähigkeit

Wie hoch ist die Investition in den Stadtbahnausbau?

Die Kosten schätzen wir aktuell auf rund 140 Millionen Euro. Noch nicht berücksichtigt wurden hier unter anderem Kosten für Leitungsverlegungen, Wasserhaltungen, Schutzbauwerke, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, Kosten aus Auflagen zum Bau und Betrieb in der Wasserschutzzone II im Bereich des Wasserwerks Hochkirchen sowie Kosten für nicht kalkulierbare Auswirkungen von Stoffpreisgleitungen und Inflation, gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen.

Wer trägt die Projektkosten?

Durch den Bau des Neubaugebiets Rondorf Nord-West und durch den damit einhergehenden Zuzug von neuen Einwohner*innen ist es möglich, die StadtBahn Süd mithilfe von Fördermitteln aus den Töpfen des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes zu realisieren. Voraussetzung für die Landes- und Bundesmittel ist unter anderem das erwartete Bevölkerungswachstum in Rondorf. Die Stadtbahnverlängerung ist als Projekt bereits für den Bedarfsplan des Landes Nordrhein-Westfalen für den Öffentlichen Personennahverkehr angemeldet und wurde in das Bundesprogramm zum Gesetz über Finanzhilfen des Bundes zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden bedingt aufgenommen.

Ohne die Fördergelder ist die StadtBahn Süd von uns allein nicht zu realisieren. Die Fördergelder für den Ausbau des klimafreundlichen Öffentlichen Personennahverkehrs, insbesondere für den Bau von Straßenbahnen, wurden zuletzt noch einmal deutlich erhöht.

Warum investieren wir in die Verlängerung der Stadtbahn nach Rondorf und Meschenich?

Dank der neuen Verbindung kommen Fahrgäste aus Rondorf und Meschenich schneller in die Innenstadt. Dabei erschließt die Stadtbahn über die neue Linie auch das Neubaugebiet Rondorf Nord-West. Insgesamt sinkt die Reisezeit von Rondorf-Mitte bis zum Kölner Hauptbahnhof um 24 Minuten auf 16 Minuten – der Öffentliche Personennahverkehr wird somit deutlich attraktiver, der Verkehr entlastet, das Klima geschont und die Lebensqualität in der Stadt gesteigert.

Wann gilt ein Projekt als wirtschaftlich und somit als förderfähig?

Bevor Fördergelder fließen, prüft der Bund jedes Projekt anhand der sogenannten standardisierten Bewertung auf seine Wirtschaftlichkeit. Alle Rechenschritte der standardisierten Bewertung sind vom Bund fest vorgegeben. Wiegt der volkswirtschaftliche Nutzen die Projektkosten auf, kann das Projekt von Bund und Land gefördert werden.

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