Auf dieser Seite haben wir Ihnen Informationen zum Thema "Aufenthalt, Einreise nach Deutschland und Reisen ins Ausland" für die folgenden Personengruppen zusammengestellt:

  1. Ukrainer*innen
  2. Nicht-Ukrainer*innen mit internationalem Schutzstatus
  3. Familienangehörige der ersten beiden Personengruppen
  4. Nicht-Ukrainer*innen mit befristetem oder unbefristetem Aufenthalt in der Ukraine

Was muss ich tun, damit ich mich rechtmäßig in Deutschland aufhalte?

Die deutsche Bundesregierung hat Anfang April 2022 beschlossen allen in Zusammenhang mit dem Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 aus der Ukraine geflohenen Personen, sowohl Ukrainer*innen als auch Nicht-Ukrainer*innen, weiterhin bis zum 31. August 2022 einen rechtmäßigen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland zu gewähren. 

Wenn Sie in Zusammenhang mit dem Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 aus der Ukraine geflohen sind, halten Sie sich erlaubt und legal in Deutschland auf. 

Hierfür ist kein Antrag oder eine Anmeldung beim Ausländeramt notwendig.

Ich habe vom Ausländeramt bereits einen Bescheinigung erhalten, die meinen Aufenthalt nur bis zum 31. Mai 2022 bestätigt. Muss ich etwas tun?

Wenn Sie von unserem Ausländeramt bereits eine Bescheinigung erhalten haben, die Ihren legalen Aufenthalt bis zum 31. Mai 2022 bestätigt, müssen Sie nichts weiter tun.

Auch Ihr Aufenthalt ist automatisch bis zum 31. August 2022 legal. Sie benötigen keine neue Bescheinigung, die dieses Datum bestätigt. 

Falls Sie in Köln bleiben und einen Aufenthaltstitel beantragen möchten, vereinbaren Sie innerhalb der nächsten sechs Monate einen Termin bei unserem Ausländeramt.

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Wie geht es nach dem 31. August 2022 weiter?

Der Rat der Europäischen Union hat am 4. März 2022 einen EU-weiten Schutzstatus für Geflüchtete aus der Ukraine beschlossen. Dieser Schutzstatus gilt für: 

  • Ukrainischen Staatsbürger*innen
  • Nicht-Ukrainer*innen mit einem Reiseausweis für Flüchtlinge oder einem Reisedokument über den komplementären Schutz ("Travel document for person granted complementary protection")
  • Nicht-Ukrainer*innen die sich vor Kriegsbeginn mit einem unbefristeten Aufenthaltstitel in der Ukraine aufgehalten haben
  • Staatsangehörige Afghanistans, Syriens, Eritreas und des Iraks, die sich vor Kriegsbeginn mit einem befristeten Aufenthaltstitel in der Ukraine aufgehalten haben
  • Familienangehörige dieser Personengruppen 

Die deutsche Bundesregierung hat den Ratsbeschluss in der Weise umgesetzt, dass sie den soeben genannten Personengruppen einen Aufenthaltstitel nach § 24 Aufenthaltsgesetz bis zum 4. März 2024, also für fast zwei Jahre, erteilt. 

Zur Beantragung dieses Aufenthaltstitels nach § 24 Aufenthaltsgesetz, vereinbaren Sie bitte einen Termin über unser Online-Terminbuchungssystem. 

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Für Nicht-Ukrainer*innen mit befristetem Aufenthalt in der Ukraine, die nicht zu den oben genannten Personengruppen gehören: 

Nicht-Ukrainer*innen mit befristetem Aufenthalt in der Ukraine (zum Beispiel aufgrund Studiums/Arbeit in der Ukraine) ist der Aufenthalt weiterhin bis zum 31. August 2022 erlaubt.

Ob darüber hinaus Möglichkeiten im Rahmen des § 24 Aufenthaltsgesetz für einen längeren Aufenthalt in Deutschland geschaffen werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar. 

Wir werden Sie an dieser Stelle zeitnah darüber informieren, wie in diesen Fällen zu verfahren ist. 

Unabhängig vom Vorliegen des EU-Schutzstatus nach § 24 Aufenthaltsgesetz steht es Ihnen jedoch frei, auf "gewöhnlichem Wege" eine Aufenthaltserlaubnis beispielsweise zu Ausbildungs-, Studiums- oder Erwerbszwecken für den Zeitraum nach dem 31. August 2022 zu beantragen. 

Weitere Informationen hierzu, finden Sie hier

Sollte ich einen Asylantrag stellen?

Nein. Personen, die grundsätzlich unter EU-Schutzstatus nach § 24 Aufenthaltsgesetz fallen, wird von der Stellung eines Asylantrages abgeraten, da dieser für sie nachteilige Folgen haben könnte. 

Möchten Sie gleichwohl einen Antrag auf Asyl beantragen, wenden Sie sich bitte an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. 

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Gelten Coronabedingte Einreisebeschränkungen?

Die Empfehlungen des EU-Rates zur Beschränkung von Reisen in Europa (Ratsempfehlung 2020/912) gestatten unter anderem Reisen von Personen, die internationalen Schutz oder Schutz aus anderen humanitären Gründen benötigen. Die Vorgaben der Coronavirus-Einreiseverordnung sind unabhängig davon grundsätzlich zu beachten.

Die Ukraine ist seit dem 27. Februar 2022 nicht mehr als Hochrisikogebiet eingestuft. Damit besteht nach der Coronavirus-Einreiseverordnung nur eine allgemeine Testpflicht vor der Einreise, aber kein Quarantäne- und Anmeldeerfordernis mehr.

Nach aktuellem Kenntnisstand wird die Bundespolizei bei Kriegsflüchtlingen und Vertrieben pragmatisch mit der Situation umgehen. So werden unter anderem freiwillige Tests bei der Einreise an der Grenze angeboten. Bei Covid-Symptomen werden medizinische Fachkräfte konsultiert.

Reisen in die Ukraine und ins Ausland

Kann ich mit meinem Aufenthaltstitel nach § 24 Aufenthaltsgesetz in die Ukraine oder generell ins Ausland reisen? 

Ja. Wenn Sie bereits einen Aufenthaltstitel zum vorübergehenden Schutz in Deutschland haben, ist es Ihnen grundsätzlich möglich ins Ausland und damit auch in die Ukraine zu reisen. Bitte beachten Sie dennoch die konkreten Ein-und Wiederausreisebestimmungen Ihres gewählten Ziellandes.

Solange Ihre Aufenthaltserlaubnis gültig ist und Sie mit einem gültigen Reisedokument reisen, können Sie jederzeit wieder nach Deutschland einreisen. 

Beachten Sie aber bitte, dass Ihr Aufenthaltstitel in folgenden Fällen erlischt:

  • Sie verlassen Deutschland nicht nur aus einem vorübergehendem Grund oder
  • Sie halten sich mehr als sechs Monate nicht in Deutschland auf. 

Kann ich auch verreisen, wenn ich bislang nur eine Fiktionsbescheinigung habe? 

Nein. Sie erhalten die Fiktionsbescheinigung, wenn Sie eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland beantragt haben. Diese berechtigt nicht zum visumfreien Reisen im Schengen-Raum, da Ihnen noch kein Aufenthaltstitel ausgestellt wurde.

Die Fiktionsbescheinigung ersetzt somit weder einen gültigen biometrischen Pass noch einen Aufenthaltstitel und erlaubt deshalb grundsätzlich auch nicht die Wiedereinreise nach einem Auslandsaufenthalt.

Aktuell ist die Einreise bis zum 31. August 2022 aber durch eine besondere Verordnung der Bundesregierung auch ohne Aufenthaltstitel erlaubt.  

Achten Sie daher darauf, bei Reisen die über den 31. August hinaus geplant sind, dass Sie einen gültigen Aufenthaltstitel zu besitzen!

Kann ich in ein anderes Land weiterreisen, wenn ich beim Ausländeramt bereits eine Aufenthaltserlaubnis nach § 24 Aufenthaltsgesetz beantragt oder bereits einen Aufenthaltstitel erhalten habe? 

Mit einem biometrischen Pass können Sie innerhalb des Schengen-Gebietes ohne Visum weiterreisen und sich für insgesamt 90 Tage innerhalb von 180 Tagen darin aufhalten.

Das Gleiche gilt, wenn Sie bereits einen Aufenthaltstitel erhalten haben, zum Beispiel zum vorübergehenden Schutz, auch wenn Sie keinen biometrischen Pass haben. Ein separates Visum benötigen Sie dann nicht.  

Wenn Sie weiterreisen möchten, um in einem anderen EU-Mitgliedstaat den vorübergehenden Schutz zu beantragen, ist dies aktuell in der Regel visumfrei möglich. Bitte erkundigen Sie sich zu den Einreisemodalitäten im Zweifel bei dem Staat, in den Sie weiterreisen möchten.  

Wir bitten Sie aber darum, sich bei uns, der Ausländerbehörde Köln, zu melden, sollten Sie planen den vorübergehenden Schutzstatus in einem anderen europäischen Land zu beantragen!

Antworten auf häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Einreise aus der Ukraine und zum Aufenthalt in Deutschland beantwortet die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration auch auf Ukrainisch, Russisch und Englisch:

Втеча, в’їзд і притулок Бегство, въезд в Германию и убежище Displacement, entry and asylum Flucht, Einreise und Asyl