Kampfmittel - der offizielle Begriff für Munition, Bomben und Granaten, die zum Beispiel noch aus den beiden Weltkriegen stammen. Viele sind nicht detoniert und liegen bis heute unentdeckt im Erdreich, teilweise viele Meter tief. Sie werden bei Zufallsfunden oder in Vorbereitung einer Baumaßnahme entdeckt und müssen unschädlich gemacht werden. Die Kampfmittelbeseitigung ist als Teil der Gefahrenabwehr Aufgabe der örtlichen Ordnungsbehörden. In Köln ist dafür das Amt für öffentliche Ordnung zuständig.

Der Umgang mit Kampfmitteln setzt besondere Fachkunde voraus, weshalb das Land Nordrhein-Westfalen zur Unterstützung der örtlichen Ordnungsbehörden einen Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) bei den Bezirksregierungen unterhält, für Köln bei der Bezirksregierung Düsseldorf.

Warum werden auch heute noch immer wieder Bomben gefunden?

Im zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil Deutschlands durch die Alliierten bombardiert. Ziele waren dabei strategisch wichtige Punkte, wie zum Beispiel Brücken und das Eisenbahnnetz. Auch Köln wurde zu mehr als 60 Prozent von Fliegerbomben zerstört. Viele Bomben sind aber nicht detoniert, sondern liegen immer noch unentdeckt im Kölner Boden.

Die Bombenblindgänger werden auch nach so langer Zeit nicht unwirksam, sondern können immer noch eine Gefahr darstellen. Eine großflächige Untersuchung des gesamten Stadtgebietes auf Kampfmittel ist aber nicht möglich. Bomben werden entweder zufällig entdeckt, oder aufgrund von Verdachtsbohrungen, zum Beispiel durch Auswertung von Aufzeichnungen und Luftaufnahmen, oder bei geplanten Baumaßnahmen. Dabei muss das betroffene Grundstück vor Baubeginn überprüft werden. Dafür sind die Bauherrin beziehungsweise der Bauherr verantwortlich. 

Informationen zum Verfahren bei Baumaßnahmen und das entsprechende Antragsformular finden Sie hier:  

Kampfmittelräumung bei Baumaßnahmen

Was ist zu tun bei einem Bombenfund?

© Stadt Köln
Bombe wird nach der Entschärfung abtransportiert

Besteht der Verdacht auf ein Kampfmittel im Boden, muss sofort das Ordnungsamt, die Polizei oder die Feuerwehr verständigt werden. Diese informieren dann den Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf, der den Fundort in Augenschein nimmt und die Sachlage beurteilt. Stellt sich bei der Kontrolle heraus, dass dort tatsächlich ein Blindgänger im Boden liegt, entscheidet der KBD auf Grund der Sprengkraft und des Zünders der Bombe, ob diese entschärft oder gezielt gesprengt wird.

Informationen zum Kampfmittelbeseitigungsdienst bei der Bezirksregierung Düsseldorf

Was ist bei einer Evakuierung zu tun?

Abhängig von der Sprengkraft legt der KBD in Zusammenarbeit mit dem Amt für öffentliche Ordnung einen Sicherheitsradius fest, in dem sich außer dem Sicherheitspersonal und dem KBD niemand mehr aufhalten darf.

Der Ordnungsdienst kontrolliert im Rahmen dieser Maßnahme alle im Gebiet befindlichen Wohnungen oder sonstigen Gebäude, um die Anwohnerinnen und Anwohner aus dem Gefahrengebiet zu bringen. Ein Verbleiben im Evakuierungsgebiet ist nicht möglich. Der Schutz der Bevölkerung und die Gefahrenabwehr stehen dem entgegen.  

Falls Sie von einer Evakuierung betroffen sind, können Sie die von uns eingerichteten Anlaufstellen, wie zum Beispiel Schulen, Sporthallen oder ähnliche Unterkünfte aufsuchen. Kosten für private Unterbringung und Verpflegung übernehmen wir hingegen nicht. Es ist durchaus möglich, dass eine Evakuierung und die Entschärfung einer Bombe bis in die Nacht dauern. Bitte haben Sie dafür Verständnis. Die geschilderten Maßnahmen dienen dem Zweck der Gefahrenabwehr. Der Schutz der Bevölkerung hat größtmögliche Priorität und die Sicherheit liegt auch in Ihrem Interesse.

Weitere aktuelle Informationen im Fall einer Evakuierung erhalten Sie

  • beim Bürgertelefon unter der Rufnummer 115 oder 0221 / 221-0,
  • bei der Leitstelle des Ordnungs- und Verkehrsdienstes unter der Servicenummer 0221 / 221-32000

und auf unserer

Startseite

Ebenfalls berichten lokale Radiosender, zum Beispiel der WDR und Radio Köln, und lokale Zeitungen bei einer Evakuierung und bieten aktuelle Informationen an.