Die zunehmende Versiegelung von Flächen stellt eine Herausforderung für Städte und Gemeinden dar. Asphalt, Beton und Pflasterflächen verhindern das natürliche Versickern von Regenwasser und heizen sich in der Sonne stark auf und tragen so zur Verschlechterung des Mikroklimas bei. Die Entsiegelung und Begrünung solcher Flächen ist eine wirksame Maßnahme, um diesen Problemen zu begegnen.
Vorteile der Entsiegelung und Begrünung, sowie Rückbau und Begrünung von Schotterflächen
Verbesserung des Mikro- und Stadtklimas
Begrünte Fläche wirken wie natürliche Klimaanlagen. Sie verdunsten Wasser, kühlen ihre Umgebung und senken so die gefühlte Umgebungstemperatur. Dies ist ein besonders wichtiger Effekt in dicht bebauten Gebieten mit starkem Hitzeinseleffekt. Versiegelte Flächen und Schotterflächen speichern die Wärme und geben diese langsam wieder ab, was insbesondere in Sommernächten zu sehr hohen Temperaturen führen kann.
Ästhetik und Lebensqualität
Grünflächen verbessern das Erscheinungsbild von Städten und Wohngebieten. Sie steigern das Wohlbefinden der Menschen, werten die Umgebung optisch auf und sorgen somit für noch mehr Lebensqualität in der Stadt.
Regenwasserversickerung
Durch die offenen Bodenoberflächen kann das Regenwasser auf natürliche Weise versickern. Dadurch steht dieses Wasser zur Grundwasserneubildung zur Verfügung und trägt zur Verdunstung bei.
Lebensraum für Flora und Fauna
Begrünte Flächen bieten wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Sie fördern die Artenvielfalt und schaffen Biotopvernetzungen, die insbesondere in dicht besiedelten Städten besonders wichtig sind.
Überblick über die Förderung der Entsiegelung und Rückbau Schottergärten durch GRÜN hoch 3
Gefördert werden:
- vorbereitende Maßnahmen wie der Abbruch von Mauern, Zäunen und Gebäuden
- das Entfernen von versiegelnden Bodenbelägen und Schottergärten
- die Bodenaufbereitung beziehungsweise der Bodenaustausch
- Bepflanzungen und gärtnerische Gestaltung von Bodenflächen
- das Anlegen von Hochbeeten mit einem Mindestvolumen von 200 Liter und 0,5 Meter Höhe in Fällen, in denen eine bodengebundene Bepflanzung ausgeschossen ist
- der Schutzanstrich von Kellerwänden
- die ergänzende Pflanzung von großkronigen Bäumen
Höhe der Zuwendung
Die Förderung erfolgt in Form eines Zuschusses. Der Zuschuss beträgt 50 Prozent der als förderfähig anerkannten Kosten, höchstens jedoch 50 € je Quadratmeter begrünter Bodenfläche bei entsiegelten Flächen und bei rückgebauten Schotterflächen.
Bonus für Maßnahmen zur Erhöhung der biologischen Vielfalt
Werden über die extensive Begrünung hinaus Maßnahmen zur Erhöhung der biologischen Vielfalt umgesetzt, kann dies bei einer Fläche
- ab 10 m² mit einer Pauschale in Höhe von 200 €
- bei mehr als 50 m² mit einer Pauschale in Höhe von 400 €
zusätzlich gefördert werden. Zur Gewährung des Bonus ist eine Mindestartenzahl von 15 bis 20 Pflanzenarten schriftlich nachzuweisen oder eine nachgewiesene Fläche von 10 Prozent der Gesamtfläche mit Biodiversitätselementen, wie Wasser- oder Sandlinsen, Totholzansammlungen, Vogelnistkästen, sowie Laub- und Reisighaufen vorzuweisen.
Nützliche Informationen und Ideen sind auch aus der Gartenbroschüre unter folgendem Link zu finden.
Weitere Informationen und Ideen zur Erhöhung der Artenvielfalt
Voraussetzung hierfür ist die Beantragung der Bonuspauschale sowie eine umfangreiche Beschreibung der Maßnahmen. Die Gesamtfläche muss mindestens 10 m², zusammenhängende Einzelflächen mindestens 5 m² groß sein.
Weiterführende Informationnen sind auf dieser Seite zu finden:
Besondere Bestimmungen
Für vollversiegelte Flächen:
Nicht gefördert werden der Einbau von Rasengitter verschiedener Materialien, Drainage- oder Fugenpflaster sowie Oberflächen mit Steinen, Kies, Schotter oder ähnlichen Materialien. Eine reine Gartenumgestaltung ist grundsätzlich aus der Förderung ausgeschlossen. Wird eine Fläche entsiegelt und eine andere Fläche versiegelt, ist nur die entsiegelte Nettofläche förderfähig. Beschreibungen beziehungsweise Nachweise mit entsprechenden Maßangaben sind vorzulegen. Mit der Entsiegelungsmaßnahme darf nicht gegen Rechtsnormen, insbesondere aus dem Baurecht, dem Denkmalschutzrecht, dem Bodenschutzrecht, dem Wasserrecht, dem Abfallrecht und dem Naturschutzrecht verstoßen werden. Um eine Boden- und Grundwassergefährdung oder eine Belastung des Menschen als Folge der Entsiegelung auszuschließen, ist in Verdachtsfällen eine (gegebenenfalls kostenpflichtige) Auskunft aus dem Altlastenverzeichnis einzuholen. Die Anforderungen nach Paragraf 4 bis 8 Bundes-Bodenschutzverordnung (BBodSchV) sind einzuhalten.
Bei einer Entsiegelung einer Fläche kann eine Anpassung der Gebühren bei den Stadtentwässerungsbetrieben Köln (StEB) beantragt werden.
Zudem ist die Auslegung eines Schotterrasens nicht förderfähig. Befahrbare Parkplätze und Gitterlösungen werden nicht gefördert.
Für Schottergärten:
Unter „Schottergarten“ ist eine großflächig, mit Steinen bedeckte Gartenfläche, in welcher Steine das hauptsächliche Gestaltungsmittel sind, zu verstehen. Der Oberboden ist abgetragen und mittels Vlies oder Beton von der darunterliegenden Schicht getrennt und mit vorwiegend gebrochenem oder ungebrochenem Material >2 mm Korngröße aufgefüllt. Die umgestaltete Fläche muss eine Mindestgröße von insgesamt 10 m² aufweisen. Zusammenhängende Einzelflächen müssen mindestens 5 m² betragen. Förderfähig sind nur Flächen, bei denen Steine / Schotter die wesentlichen Gestaltungselemente darstellen, der Flächenanteil an vorhandener Bepflanzung unter 15 % liegt und der Oberboden entfernt wurde. Einfache Nachpflanzungen oder Ergänzungen werden nicht gefördert. Die Fläche ist mit Oberboden aufzufüllen und flächendeckend zu begrünen. Die Anforderungen gemäß Paragraf 4 bis 8 Bundes-Bodenschutzverordnung (BBodSchV) sind einzuhalten.
Nicht gefördert werden befahrbare Parkplätze und Gitterlösungen.
Ergänzung zu einer Entsiegelung oder Rückbau Schotter
Für "die gesonderte Pflanzung großkroniger Bäume" als Hochstamm in Verbindung mit einer Entsiegelung einer Fläche zum Zweck der Begrünung
Bedingungen:
- Stammumfang von mindestens 10 bis 12 Zentimeter (10/12)
- Baumauswahlliste gemäß angehängter Baumauswahlliste
Die Bezuschussung beträgt maximal 50 Prozent der Kosten für die Pflanzung. Die Maximalförderung beträgt 250 € pro Baum.
Bepflanzung von Teichen
In Kombination mit einer Begrünungsmaßnahme ist die Bepflanzung einer auf dem Grundstück befindlichen Teichuferzone mit 50 Prozent förderfähig. Diese neu geschaffenen Flächen für bepflanzte Teiche können als Biodiversitätselement für den Bonus anerkannt werden, sofern sie im ausreichenden Maße die Biodiversität fördern. Jedoch die Kosten zur Errichtung eines Teiches sind nicht förderfähig. Die Maximalförderung hierfür beträgt 250 € pro Objekt.
Mögliche Senkung der Niederschlagsabwassergebühren
Bei einer Entsiegelung von befestigten Flächen kann eine Anpassung der Niederschlagswassergebühren bei den Stadtentwässerungsbetrieben Köln (StEB) beantragt werden. Weitere Informationen, die Voraussetzungen sowie Kontaktdaten zu diesem Thema sind auf folgender Homepage zu finden:
Weitere Bedingungen zur Förderung entnehmen Sie bitte der Förderrichtlinie.
Der Förderantrag kann auch in Kombination mit folgenden anderen Fördermaßnahmen gestellt werden. Erfahren Sie hier mehr über die weiteren Fördermöglichkeiten von GRÜN hoch 3.
Kontakt und Beratung
Eine Vorsprache ist nicht erforderlich. Sie können sich aber gerne telefonisch oder per E-Mail an uns wenden.
Willy-Brandt-Platz 2
50679 KölnKontakt: 0221 / 221-25384 oder 0221 / 221-36164
gruenhoch3@stadt-koeln.de