Hier erhalten Sie ausführliche Informationen zum HIV-Test. Oft wird der HIV-Test auch Aidstest genannt. Ob eine Aidserkrankung besteht, lässt sich aber nicht mit dem HIV-Test, sondern nur durch eine umfassende ärztliche Untersuchung feststellen.

Der HIV-Test stellt fest, ob sich ein Mensch mit dem HI-Virus angesteckt hat.

Wo können Sie einen HIV-Test durchführen lassen?

Einen HIV-Test können Sie bei unterschiedlichen Stellen durchführen lassen:

  • anonym und kostenlos im Gesundheitsamt Köln und auch in den meisten anderen Gesundheitsämtern
  • bei einem Arzt Ihres Vertrauens
  • in einer Praxis für Labormedizin, die Sie in den gelben Seiten des Telefonbuches finden
  • in manchen Beratungsstellen von Aidshilfen

Es ist ratsam, dass Sie jeweils zuvor nachfragen, ob und welche Kosten für Sie entstehen und ob sie anonym bleiben können.

HIV-Test im Gesundheitsamt

Wann und warum ist ein HIV-Test sinnvoll?

Eine HIV-Infektion sollte behandelt werden, ehe sich das Virus im Körper stark vermehrt hat. Nur so lassen sich Schäden im Abwehrsystem und an anderen Organen verhindern, die später auch mit einer Behandlung nicht oder nur teilweise rückgängig gemacht werden können. Die Chance, dass diese Schäden gar nicht oder erst in hohem Lebensalter auftreten, ist besonders groß, wenn die Behandlung genau zum richtigen Zeitpunkt begonnen wird.

Dies setzt aber voraus, dass Sie wissen, ob Sie sich angesteckt haben und dass Sie dann in einer auf HIV spezialisierten Praxis oder Ambulanz betreut und behandelt werden können.

Sie sollten deswegen über einen Test nachdenken, wenn

  • Sie ungeschützten Sex mit einem Partner oder einer Partnerin hatten, die oder der eine HIV-Infektion hat,
  • Sie selbst, Ihr Partner oder Ihre Partnerin mit mehreren Personen ungeschützt Sex hatten,
  • Sie nach dem Ende einer Partnerschaft ausschließen wollen, dass Sie sich angesteckt haben,
  • Sie eine Schwangerschaft planen,
  • Sie ungeschützt Sex mit einer Person hatten, von der Sie nicht wissen, ob sie eine HIV-Infektion hat,
  • bei Ihnen eine andere sexuell übertragbare Erkrankung (STI) festgestellt wurde.

In einer neuen Partnerschaft kann es sinnvoll sein, dass Sie und Ihr Partner oder Ihre Partnerin gemeinsam einen Test durchführen lassen. Auch in einer auf Dauer angelegten Partnerschaft sollten Sie gelegentlich über dieses Thema miteinander sprechen.

Menschen, die immer wieder ein Ansteckungsrisiko haben, sollten sich regelmäßig auf HIV und andere STI testen lassen.

Auch bei einer Schwangerschaft ist es wichtig zu wissen, ob eine HIV-Infektion besteht. Die Übertragung auf das Neugeborene lässt sich wirksam verhindern, wenn die Frau während der Schwangerschaft Medikamente einnimmt und in einer spezialisierten Einrichtung betreut wird. Das Risiko, dass das HI-Virus während der Schwangerschaft, der Geburt oder beim Stillen übertragen wird, ist dann geringer als ein Prozent.

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt werden Ihnen in folgenden Situationen einen HIV-Test vorschlagen, wenn

  • Sie Beschwerden haben, die auf eine HIV-Infektion hinweisen,
  • Sie schwanger sind,
  • bei Ihnen eine Tuberkulose festgestellt wurde,
  • bei Ihnen eine andere STI festgestellt wurde.

Wie funktioniert ein HIV-Test?

Wenn sich ein Mensch mit dem HI-Virus angesteckt hat, bilden sich in seinem Blut Antikörper. Diese Antikörper zeigen an, dass eine Infektion mit dem HI-Virus besteht, auch wenn sich die Person noch nicht krank fühlt. Die Antikörper verschwinden nicht, wenn die HIV-Infektion behandelt wird. Die Antikörper sind lebenslang durch einen HIV-Test nachzuweisen.

Die heute üblichen HIV-Testverfahren reagieren auf diese Antikörper und fast immer zusätzlich auch auf Virusbestandteile, auf Virusantigen. So kann eine HIV-Infektion festgestellt oder ausgeschlossen werden.

Für einen HIV-Test wird im Allgemeinen Blut aus der Vene entnommen und zunächst ein sehr empfindlicher Suchtest auf Antikörper und Antigen durchgeführt.

Wenn darin weder Antikörper noch Antigen gefunden werden, wird der Test als "negativ" bezeichnet. Das bedeutet, dass man sich nicht angesteckt hat. Dabei muss jedoch das sogenannte diagnostische Fenster beachtet werden. Wenn im Suchtest Antikörper oder Antigen gefunden werden, wird der Test als "reaktiv" bezeichnet. Um ganz sicher zu sein, dass es sich wirklich um eine HIV-Infektion handelt, wird dann zusätzlich ein Bestätigungstest mit einem anderen Laborverfahren durchgeführt. Nur wenn der Bestätigungstest auch eine typische Reaktion zeigt, handelt es sich wirklich um eine HIV-Infektion. Der Test wird dann als "positiv" bezeichnet.

Was bedeutet „diagnostisches Fenster“?

In den ersten Wochen kann die Menge der Antikörper oder des Antigens im Blut so gering sein, dass auch ein sehr empfindlicher Test noch nicht reagiert. Man spricht deswegen von einer diagnostischen Lücke oder einem diagnostischen Fenster.

Mit den sehr empfindlichen Standard-Labortests kann in den allermeisten Fällen eine HIV Infektion bereits 6 Wochen nach dem letzten Risikokontakt sicher ausgeschlossen werden. Ein HIV-Schnelltest kann eine Infektion erst 12 Wochen nach dem letzten Risikokontakt sicher ausschließen. Dieser Abstand sollte beachtet werden, wenn eine Infektion sicher ausgeschlossen werden soll. Nur in ganz speziellen Fällen kann es notwendig sein, den Test zu wiederholen.

Umgekehrt kann es auch Situationen geben, in denen ein Test bereits zwei oder drei Wochen nach einem ungeschützten Sexualkontakt sinnvoll ist, nämlich wenn das Ansteckungsrisiko sehr hoch war und kurz danach Symptome auftreten, die typisch für eine frühe HIV-Infektion sind. Hier geht es darum, die Infektion früh festzustellen und möglichst rasch mit der Behandlung zu beginnen.

Was ist ein HIV-Schnelltest?

Ein HIV-Schnelltest kann auch ohne eine sehr aufwändige Laborausstattung durchgeführt werden.

Das Verfahren ähnelt technisch einem Blutzucker- oder Schwangerschaftstest. Das Ergebnis liegt innerhalb von 1 bis 120 Minuten vor. Für einen HIV-Schnelltest kann Blut aus der Vene oder aus der Fingerbeere verwendet werden.

HIV-Schnelltests werden in Gesundheitsämtern, spezialisierten Beratungsstellen und manchen Arztpraxen durchgeführt.

Anders als bei dem Standard-Labortest lässt sich mit dem Schnelltest eine HIV-Infektion jedoch erst 12 Wochen nach dem letzten Risiko sicher ausschließen. „Schnell“ bedeutet also „schnell nach der Blutentnahme“, aber nicht schneller nach dem Risiko.

Außerdem liefert der Schnelltest - anders als der Standard-Labortest - zwei mögliche Resultate: Negativ und reaktiv. Bei einem reaktiven Schnelltest muss immer zusätzlich ein Bestätigungstest aus Venenblut erfolgen. Nur so lässt sich feststellen, ob es sich wirklich um eine HIV-Infektion handelt.

Was ist ein HIV-Heimtest?

Ein HIV-Heimtest, auch HIV-Selbsttest genannt, ist ein HIV-Schnelltest der zu Hause durchgeführt werden kann. Wichtige Hinweise zum HIV-Heimtest befinden sich unter "Weitere Informationen".

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