Die diesjährige Preisträgerin ist Nora Schramm

Nora Schramm, geboren 1991, lebt in Köln und arbeitet als Autorin. Sie studierte Moderne Fremdsprachen, Kulturen und Wirtschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie an der Universidad de Costa Rica in San José und absolviert derzeit den Masterstudiengang "Theorien und Praktiken professionellen Schreibens" an der Universität zu Köln.

Vor ihrer Tätigkeit als freie Autorin arbeitete sie unter anderem in der Assistenz und Pflege von Menschen mit Behinderung. Darüber hinaus sammelte sie Erfahrungen in internationalen Kultur- und Bildungsinstitutionen, unter anderem am Goethe-Institut und in der Researchabteilung von Amnesty International in Mexiko-Stadt. Journalistisches und redaktionelles Arbeiten prägten ihren Werdegang ebenso wie die Mitarbeit bei Literatur-, Radio- und Kulturprojekten.

Für ihr literarisches Schaffen erhielt Nora Schramm bereits eine Reihe von Auszeichnungen und Förderungen, darunter den Mara-Cassens-Preis (2025), den Kranichsteiner Literaturförderpreis (2024), das Arbeitsstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen (2022) sowie Stipendien des Literarischen Colloquiums Berlin, des Künstlerdorfs Schöppingen und der Jürgen-Ponto-Stiftung. 2024 veröffentlichte sie ihren Roman "Hohle Räume" im Verlag Matthes & Seitz Berlin, 2026 erschien ihr Gedichtband "Die Erlöschung" in der Parasitenpresse. 

Die Lesung der Preisträgerin findet am Donnerstag, 19. November 2026, 19 Uhr, im Literaturhaus Köln, Großer Griechenmarkt 39, 50676 Köln, statt.

Begründung der Fachjury

Ulrike Schulte-Richtering erläutert stellvertretend für die Fachjury:

Das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium wird in diesem Jahr an Nora Schramm verliehen. In ihrem Romanprojekt "Frederik bei Nacht" erzählt sie in rhythmisch präziser Prosa von einem jungen Liebespaar, das so schnell wie möglich zusammenziehen will. Der Plot um Wohnraumkampf und verunsicherte Geschlechterrollen steckt voller Überraschungen und schrägem Witz. Nora Schramm überzeugte die Jury sowohl mit ihrem Geschick, nuanciert die Charaktere der Protagonist*innen festzuhalten, als auch mit ihrer eigenen unverkennbaren Erzählstimme. Mit sprachlicher Präzision und großer erzählerischer Sogwirkung entfaltet "Frederik bei Nacht" ein ebenso komisches wie berührendes Panorama prekärer Gegenwartserfahrungen.

Der Sachverständigen-Jury gehörten an:

  • Christoph Vormweg, Literaturkritiker und freier Autor von Hörfunkbeiträgen und Features

  • Fatma Tuna, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin sowie Kultur- und Literaturvermittlerin

  • Ulrike Schulte-Richtering, Literaturhaus Köln

  • Katrin Krause, Vorjahresstipendiatin

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