Der diesjährige Preisträger ist  Roger Kintopf

© Dovile Sermokas
Porträtfoto von Roger Kintopf

Roger Kintopf ist ein in Köln lebender Kontrabassist und Komponist, der sich im Spannungsfeld von zeitgenössischem Jazz, improvisierter und experimenteller Musik bewegt. Seine künstlerische Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass er versucht musikalische Tiefe in langfristigen kreativen Prozessen zu erschließen – stets geprägt von aufmerksamem Zuhören und dem Interesse am Zusammenspiel unterschiedlicher musikalischer Persönlichkeiten. 2016 gründete er sein Ensemble STRUCTUCTURE, mit dem er seither fünf Alben veröffentlichte und durch zahlreiche europäische Länder tourte. Darüber hinaus veröffentlichte er zwei Soloalben für Kontrabass. In seinem aktuellen Quartett CIPHER, mit Kirke Karja, Felix Hauptmann und Philip Dornbusch, vertieft er musikalische Ansätze an der Schnittstelle von Neuer Musik und Improvisation.

Das Preisträgerkonzert findet am Donnerstag, 10. September 2026, 20 Uhr, im Stadtgarten Köln im Rahmen der Cologne Jazzweek statt.

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Begründung der Fachjury

Hans-Jürgen Linke erklärt stellvertretend für die Jury:

Roger Kintopfs Hauptinstrument ist der Kontrabass. Ein nicht unwesentlicher Teil seines Profils besteht in der Arbeit als sideman in verschiedenen Formationen, in denen er nicht der Bandleader ist, gleichwohl Wichtiges zum Konzept und den Konturen der Musik beiträgt. Er hat sich zu einem gefragten und sehr markanten Musiker entwickelt, der in den Formationen, in denen er arbeitet, die eigenen Ausdrucksweisen mit denen der Mitmusiker*innen aufmerksam zu koordinieren versteht. Zusätzlich hat Kintopf sich in den letzten Jahren zunehmend nachdrücklich und umfänglich als Komponist profiliert, der Zusammenhänge entwirft und eine wache Aufmerksamkeit für das Miteinander individueller Stimmen aufbringt. Er arbeitet kundig mit Kompositionstechniken der sogenannten Neuen Musik, hat konventionelle Formverläufe hinter sich gelassen und bezieht geräuschhafte Komponenten ein, ohne auf vorbereitete Pfade etwa einer musique concrète einzubiegen. Seine Konzepte bleiben auf die Spielsituation der konzertanten Arbeit auf der Bühne bezogen. Die instrumentale und kompositorische Entwicklung seiner Musik betreibt er wie ein Forschungsprojekt. Seine durchgearbeiteten multi-instrumentalistischen Solo-Einspielungen und seine solistischen Auftritte sind dafür lebendige Zeugnisse.  

Der Sachverständigen-Jury gehören an:

  • Prof. Frank Gratkowski, Musiker
  • Hans-Jürgen Linke, freier Journalist und Musikkritiker
  • Theresia Philipp, Saxophonistin, Klarinettistin, ehemalige Stipendiatin
  • Luise Volkmann, Saxophonistin, Flötistin, ehemalige Stipendiatin
  • Jorik Bergman, Vorjahresstipendiatin

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