Anhaltend trockene und heiße Zeiten erhöhen auch in Köln die Gefahr eines Wald- oder Vegetationsbrandes
Wälder sorgen in heißen Zeiten für Abkühlung, spenden Schatten und bieten Naherholungsmöglichkeiten. Doch Trockenheit und Hitze setzen unseren Wäldern zu, und die Gefahr für Waldbrände steigt.
Neben klassischen Waldbränden zählen dazu auch sogenannte Vegetationsbrände: Feuer, die sich in trockenem Gras, auf Böschungen, an Bahndämmen, in Hecken oder auf offenen Feldern und Wiesen ausbreiten. Sie entstehen oft schneller als reine Waldbrände, da trockenes Gras oder Stoppelfelder besonders leicht Feuer fangen. Sie können sich rasch auf angrenzende Wald- und Siedlungsflächen ausdehnen.
Eine erhöhte Gefahr geht dabei vor allem von achtlos weggeworfenen Zigarettenkippen oder ungeeigneten Grills aus. Eine glimmende Zigarettenkippe genügt, um trockenes Gras an Waldrändern zu entzünden. Das gleiche gilt für Grillgeräte, die zu nah am Boden oder zu dicht an Bäumen und Sträuchern stehen.
Das Rauchen ist grundsätzlich vom 1. März bis zum 31. Oktober im Wald verboten.
Unterschätzte Gefahrenquellen
Besonders heimtückisch sind Hitzequellen, die im Alltag oft unbedacht bleiben:
- Zigaretten: Eine achtlos weggeschnippte Kippe reicht aus, um trockenes Gras am Waldrand oder auf Böschungen sofort zu entzünden.
- Shishas und Kohle: Die glühende Kohle von Wasserpfeifen wird vom Wind leicht verweht oder beim Entleeren unzureichend gelöscht.
- Grillgeräte und Einweggrills: Insbesondere Einweggrills, die direkt auf dem Boden stehen, übertragen extreme Hitze auf die Grasnarbe. Auch Grills, die zu nah an oder unter Bäumen und Sträuchern stehen, sind ein Risiko. Besonders gefährlich ist der Funkenflug.
- Heiße Autoteile: Auspuffanlagen und Katalysatoren erreichen enorme Temperaturen. Stellen Sie Ihr Fahrzeug auf trockene Grasflächen oder Feldwege, riskieren Sie einen sofortigen Brand.
- Unkrautbeseitigung: Beim Entfernen von Unkraut sollten Sie auf Geräte mit offener Flamme verzichten.
Um die Brandgefahr so weit wie möglich einzudämmen, gilt in folgenden Gebieten ein dringend einzuhaltendes komplettes Grillverbot:
- Rheinpark
- Rheingarten
- Botanischer und Forstbotanischer Garten
- Stadtgarten
- Wild- und Tierparks
- ausgewiesene Spielwiesen
- Spielplätze
- Hundefreilaufflächen
- Zieranlagen und Parkflächen mit Baumbestand
- außerdem dürfen Sie weder im Wald noch im Abstand von weniger als 100 Metern zum Waldrand und bebauten Grundstücken grillen.
Verwarn- und Bußgelder
- Für das achtlose Wegwerfen von Zigarettenkippen droht Ihnen ein Verwarn- oder auch Bußgeld bis zu einer Höhe von 150 Euro.
- Wenn Sie auf den oben genannten Flächen trotzdem grillen, droht Ihnen ein Bußgeld von bis zu 300 Euro.
- Für das Grillen im Wald oder in einem Abstand von weniger als 100 Metern zum Wald ist ein Bußgeldrahmen von 50 bis 5.000 Euro gültig.
Lösen Sie durch eine Zigarettenkippe, einen unsachgemäßen Grill oder ein offenes Feuer einen Brand aus, übernehmen Polizei und Staatsanwaltschaft die Ermittlungen.
Gesetzlich sind die entsprechenden Regelungen in § 47 des Landesforstgesetzes NRW (LFoG) zu finden.
Unsere Empfehlungen
Um Waldbrände und Vegetationsbrände zu verhindern:
- Rauchen Sie nicht im Wald und werfen Sie keine Zigaretten aus dem Auto.
- Befahren oder parken Sie nicht auf Grasflächen, Feldwegen und Feldern – heiße Auspuffe und Katalysatoren können trockenes Gras entzünden.
- Grillen Sie nicht im oder am Wald, auf Feldern oder Wiesen. Nutzen Sie ausschließlich ausgewiesene Grillplätze.
- Halten Sie Zufahrten zu Wäldern und Feldwegen immer für Rettungsfahrzeuge frei.
- Beachten Sie auf Waldbrandgefahrenindex und den Graslandfeuerindex (siehe unten).
Wenn Sie einen Brand entdecken:
- Bleiben Sie ruhig, versuchen Sie nicht selbst zu löschen, verständigen Sie sofort die Feuerwehr über den Notruf 112.
- Beschreiben Sie der Leitstelle so genau wie möglich, wo sich der Brand befindet, verlassen Sie den Gefahrenbereich und halten Sie ausreichend Abstand.
- Bewegen Sie sich niemals auf das Feuer zu, bleiben Sie auf den Wegen und warnen Sie andere Passant*innen.
Als Orientierungshilfe in Waldgebieten dienen die Rettungspunkte – das sind grüne Schilder mit einer Buchstaben-Zahlen-Kombination, die der Feuerwehr die genaue Ortsangabe erleichtern.