Echtzeitmonitoring von Verkehrslage und Luftschadstoffen
© PantherMedia / Walter Merk
Saubere Luft ist für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden unverzichtbar. Als Stadtverwaltung haben wir die Aufgabe, saubere Luft für Köln sicherzustellen. Das ist eine komplexe Herausforderung. Für eine nachhaltige, klimafreundliche und lebenswerte Stadt ist es wichtig, dass wir die verschiedenen Einflussfaktoren – insbesondere Emissionen aus Industrie, privaten Haushalten und dem Straßenverkehr – kontinuierlich beobachten und besser verstehen.
Eine wichtige Grundlage, um die Luftqualität nachhaltig zu verbessern ist MoCKiii. Die Kurzform MoCKiii setzt sich zusammen aus Mobilitäts-Cockpit Köln – innovativ, integrativ und intelligent. Mit MoCKiii erfassen wir die Verkehrslage und die Luftschadstoffe in unserer Stadt in Echtzeit. Wir können Entwicklungen frühzeitig erkennen und gezielt Maßnahmen ableiten. Seit 30. Juni 2026 ist MoCKiii zunächst bis 2035 im Dauerbetrieb.
Wozu dient MoCKiii?
Mit MoCKiii können wir:
- Veränderungen im Verkehr mit ihren Auswirkungen auf die Luftschadstoffbelastung erfassen
- negative Trends wie die Überlastung von Streckenabschnitten erfassen
- bei Überschreitung von Grenzwerten frühzeitig geeignete Gegenmaßnahmen im Verkehr einleiten
- den Verkehrsfluss verbessern
- die Wirksamkeit von Verkehrsmaßnahmen auf die Verbesserung der Luftqualität dokumentieren
- die Mobilitätswende vertiefend analysieren
Wie funktioniert MoCKiii?
Für MoCKiii führen wir verschiedene Daten zusammen, werten diese aus und verknüpfen sie. Die Datengrundlage bilden:
- lokale Messstellen für den Verkehr (beispielsweise Dauerzählstellen für den Fuß-, Rad- und Autoverkehr) sowie für Luftschadstoffe und Wetterdaten
- Zustandsdaten unserer Ampeln
- anonymisierte Verkehrs- und Positionsdaten von fahrenden Autos ("Floating-Car-Daten")
- tagesaktuelle anonymisierte Mobilfunkdaten
Mit diesen Daten berechnen wir:
- die Verkehrsverteilung auf den Hauptstrecken
- die Luftschadstoffkonzentration an ausgewählten Standorten
- die Kfz-bezogenen CO2-Emissionen
- den Modal Split für Köln
Die Ergebnisse visualisieren wir mithilfe unseres Verkehrsrechners und des MoCKiii-Dashboards. Dieses stellt komplexe Daten und wichtige Kennzahlen übersichtlich dar und ermöglicht die Analyse der erhobenen Daten. Wir vergleichen aktuelle Verkehrsdaten mit historischen Werten, um Verkehrsströme und deren Zusammenhänge mit der Umweltsituation sichtbar zu machen. Zudem können wir Verkehrsszenarien untersuchen und entsprechende Schwellenwerte ermitteln.
Wie wir den Modal Split mit MoCKiii berechnen
Mit MoCKiii können wir auf Basis verschiedener Datenquellen den täglichen Modal Split berechnen, das heißt die gesamtstädtische Verteilung auf Kfz-, Rad- und Fuß-Verkehr sowie ÖPNV. Dafür vergleichen wir Zähldaten von Ampeln, Kraftfahrzeugen und Fahrradzählstellen sowie Mobilfunkdaten mit den Referenzwerten unserer repräsentativen Mobilitätsbefragung aus 2022. Auf diesen Grundlagen berechnen wir die tägliche Mobilität der Menschen in Köln.
Die flexiblen Auswertungszeiträume ermöglichen es uns, Einflüsse wie Wetter, Ferien oder Streiks zu analysieren und verkehrliche Maßnahmen besser zu bewerten.
Wie wir reagieren, wenn Grenzwerte überschritten werden
Wenn Grenzwerte überschritten werden, leiten wir gezielte Verkehrsmaßnahmen ein. Bei schlechter Verkehrslage können wir beispielsweise über unsere Verkehrsinformationsanlagen (Variotafeln) zum Umstieg auf den ÖPNV raten.
Das Brückenleitsystem informiert zudem über die aktuellen Fahrzeitverluste auf den Rheinbrücken, sodass Verkehrsteilnehmende auf weniger belastete Strecken ausweichen können.
Darüber hinaus überwachen wir die Stickstoffdioxid-Konzentration unserer Stadtbezirke. Bei Überschreiten der Grenzwerte wird das betroffene Gebiet als "LowEmissionZone" an die Mobilithek, die zentrale Plattform in Deutschland zur Bereitstellung und zum Austausch von Mobilitätsdaten, gemeldet. Dadurch können beispielsweise hybride Fahrzeuge dort automatisch bevorzugt elektrisch fahren.
Wie teuer war die Entwicklung von MoCKiii?
Insgesamt haben wir rund 4,3 Millionen Euro für die Umsetzung veranschlagt. MoCKiii wurde im Rahmen des Sonderförderaufrufs zur "Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme" vom Bundesministerium für Verkehr gefördert. Die Förderbescheide von 2021 und 2024 enthielten Bundesfördermittel in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro.
Wer hat uns bei der Umsetzung geholfen?
Wir haben das Projekt gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) durchgeführt. Das DLR hat uns insbesondere methodisch begleitet und für einen Wissensaustausch mit anderen Kommunen gesorgt. Zudem entwickelte es die Methode zur täglichen Ermittlung des Modal Split.
Monatsberichte
Die Daten aus den lokalen Messstellen stehen Ihnen in der Mobilithek des Bundesministeriums für Verkehr zur Verfügung. Die Mobilithek ist eine Plattform zum Austausch von digitalen Mobilitätsdaten.
Unsere Auswertungen zu den Luftschadstoffkonzentrationen, zur Nachfrage sowie zur Verkehrsentwicklung und Verkehrsmittelwahl fassen wir in regelmäßigen Berichten zusammen. Die Berichte sind nicht barrierefrei. Wenn Sie eine barrierefreie Version benötigen oder Sie Interesse an älteren Berichten haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.
Wissenswertes
Pressemitteilungen
Kontakt
Wenn Sie Fragen zu MoCKiii haben, rufen Sie uns gerne an unter 0221 / 221-35299 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.