Der Kölner Rat der Religionen ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Religionsgemeinschaften und Organisationen, die sich für die Förderung des interreligiösen Dialogs und das friedliche, gleichberechtigte Miteinander aller Kölner*innen einsetzen und jede Form von Diskriminierung, Terror und Gewalt ablehnen.
Gegenseitige Achtung, Akzeptanz und Toleranz sind ebenso Grundlage des gemeinsamen Handelns wie die Achtung der Menschenrechte, die Unverletzlichkeit der Würde des Menschen und die Achtung des religiösen Bekenntnisses des jeweils Anderen. Dazu gehört die Distanzierung von Antisemitismus und jeglicher Form von Rassismus.
Der Rat der Religionen unterstützt den Aufbau verlässlicher Kommunikations- und Kooperationsstrukturen zwischen den in Köln vertretenen Religionsgemeinschaften. Die Bedeutung von Religion als integrierendes Element steht dabei im Mittelpunkt.
Alle im Rat der Religionen vertretenen Religionsgemeinschaften verpflichten sich in diesem Sinne, offen für den interreligiösen Dialog zum Wohl der Stadt und ihrer Bürger*innen zu sein und vertrauensvolle Begegnung zu ermöglichen.
Gebet der Religionen und 20 Jahre Friedensverpflichtung – Jubiläum am 22. September 2026
2026 wird der Tag der Religionen im Rathaus mit dem Gebet der Religionen (jährlich am 21. September Weltfriedenstag) verknüpft.
Auf Einladung von Oberbürgermeister Torsten Burmester werden am 22. September 2026 hochrangige Gäste aus Politik, Verwaltung sowie Würdenträger aus 23 Kölner Religions- und Glaubensgemeinschaften teilnehmen. Alevitische, Baha´i, Buddhistische, Christliche, Hinduistische, Jüdische und Muslimische Gemeinden werden gemeinsam ihre Zusammenarbeit an einem friedlichen Zusammenleben aller Kölner*innen bekräftigen.
Nach Beendigung des offiziellen Bühnenprogramms ist die Unterzeichnung eines sogenannten Transfix der Original-Friedensverpflichtung aus dem Jahr 2006 durch alle Mitglieder des Rates der Religionen geplant.
Ein Transfix ist eine Urkunde, die an einer anderen, inhaltlich mit ihr in Zusammenhang stehenden Urkunde befestigt wird, um deren Inhalt zu präzisieren oder zu ergänzen.
Die Kölner Friedensverpflichtung ist Ausdruck des gemeinsamen Willens der Religions- und Glaubensgemeinschaften, in Köln einen Beitrag für Frieden, Respekt und ein gelingendes Zusammenleben zu übernehmen. Der im Jahr 2006 gegründete Kölner Rat der Religionen hat sich den Grundsätzen dieser Verpflichtung angenommen. Seit damals sind weitere Religionsgemeinschaften zum Rat der Religionen hinzugekommen, die religiöse Vielfalt in der Stadt Köln ist sichtbarer und selbstverständlicher geworden.
Heute stellen die gesellschaftlichen Entwicklungen den Rat der Religionen vor neue, gemeinsam anzugehende Aufgaben. Die Mitglieder sind sich einig, dass die Kölner Friedensverpflichtung in ihrem Geist und in ihrem Anliegen unverändert aktuell ist. Im Jubiläumsjahr 2026 werden alle 23 Mitgliedsgemeinschaften des Rats der Religionen dieses gemeinsame Fundament durch eine erneute Unterzeichnung bekräftigen.
Die Friedensverpflichtung ist ein Zeichen von Kontinuität und Erneuerung zugleich und ebenso Ausdruck des fortdauernden Einsatzes für ein friedliches und solidarisches Miteinander in Köln. Wie alle Mitglieder bereits mit Ihrer Unterschrift zur Geschäftsordnung bestätigt haben, verpflichten sie sich dieser Friedensverpflichtung aus dem Jahr 2006. Dies soll nun auch in feierlichem Rahmen mit der Unterzeichnung der Friedensverpflichtung selbst bekräftigt werden. Dieses Exemplar wird dann neben das Original in der Piazzetta des historischen Rathauses ausgehängt
Der Vorsitzende des Rates der Religionen, Oberbürgermeister Torsten Burmester, sieht das gemeinsame Handeln weiterhin als eine Richtschnur für das friedvolle und vielfältige Leben in Köln.
Text der Kölner Friedensverpflichtung von 2006
Tag der Religionen
Alle zwei Jahre findet der Tag der Religionen statt. Eine Mitgliedsorganisation aus dem Rat der Religionen richtet an diesem Tag eine Veranstaltung im Kölner Rathaus aus.
Zu diesem Anlass werde die Pforten des Rathauses geöffnet: Ziel der Veranstaltung ist das gegenseitige Kennenlernen vielfältiger Religionen, Gebräuche und Traditionen sowie die Förderung des interreligiösen Dialogs.
Bundeskongress der Räte der Religionen
Um eine Vernetzung auch zwischen den lokalen Räten der Religionen bundesweit mit dem Ziel des interreligiösen Dialogs zu ermöglichen, findet jährlich der Bundeskongress der Räte der Religionen in einer deutschen Gemeinde statt. Der Kölner Rat der Religionen entsendet zwei Vertretungen, berichtet auf dem Kongress über die Arbeit des Rates in Köln, sammelt neue Impulse und setzt sich für ein gestärktes, friedliches Miteinander ein.
Bundeskongress am 14. und 15. September im Landkreis Offenbach und der Kreisstadt Dietzenbach
Am 14. und 15. September trafen sich 81 Delegierte des Bundeskongresses der Räte der Religionen aus 44 Städten und Landkreisen im Kreis Offenbach und in der Kreisstadt Dietzenbach. Inhaltlich beschäftigte die Delegierten am Montag im Kreishaus die Frage, wie Brücken gebaut und Verständnis sowie Empathie gefördert werden können, wenn das gesprochene Wort an seine Grenzen stößt. Verschiedene Vorträge und Workshopformate beleuchteten die Potenziale, welche Stärke alternative Dialogformate als Mittel gegen Sprachlosigkeit haben und wie beispielsweise gemeinsame Musik und interreligiöse Kräuterkunde das Miteinander aufrechterhalten können. Die Entsandten des Kölner Rates der Religionen berichteten von ihrer Arbeit in Köln.