Beschreibung

Für die Beseitigung von Anlagen brauchen Sie seit Inkrafttreten der neuen Bauordnung für Nordrhein-Westfalen im Januar 2019 keine Genehmigung mehr. Der Begriff der "Beseitigung" schließt den des Abbruchs mit ein und bezeichnet ausschließlich die vollständige Beseitigung einer baulichen Anlage.

Für die Beseitigung bestimmter baulicher Anlagen wurde jedoch eine Anzeigepflicht eingeführt. Sie besteht ausschließlich für:  

  1. nicht freistehende, also angebaute Gebäude der Gebäudeklassen 2 bis 5
  2. grundsätzlich für Gebäude der Gebäudeklassen 4 und 5 sowie
  3. sonstige Anlagen mit einer Höhe von mehr als 10 Metern von der Geländeoberfläche, die keine Gebäude sind.

Eine Erläuterung der Gebäudeklassen finden Sie weiter unten auf dieser Seite, die Empfehlungen des Bauministeriums des Landes NRW (ab Seite 49 ff.) finden Sie unter "Downloads und Infos".

Bitte beachten Sie:

  • Ein teilweiser Abbruch eines Gebäudes ist keine Beseitigung, sondern eine baugenehmigungspflichtige Änderung. Sie müssen einen Bauantrag stellen. 
  • Mit den Abbrucharbeiten beginnen dürfen Sie frühestens einen Monat nachdem wir Ihnen die Vollständigkeit Ihrer Anzeige bestätigt haben.
  • Wir prüfen bei der Beseitigungsanzeige nur die Vollständigkeit der Unterlagen. Wir prüfen die Anzeige nicht inhaltlich. Ebenso prüfen wir nicht, ob der Beseitigung öffentlich-rechtliche Vorschriften entgegenstehen. Die Verantwortung zur Einhaltung aller maßgeblichen Rechtsvorschriften liegt bei Ihnen.
  • Sie müssen eigenständig prüfen, ob andere Vorschriften betroffen sind und gegebenenfalls Genehmigungen beantragen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn es sich um ein Sanierungsgebiet handelt oder eine Erhaltungssatzung festgelegt ist. Gleiches gilt im Fall einer Veränderungssperre oder wenn ein städtebaulicher Entwicklungsbereich besteht. Möchten Sie Baudenkmäler beseitigen, müssen Sie ebenfalls eine Erlaubnis einholen.
  • Wohnraum ist in Köln sehr knapp, darum bedarf die Beseitigung von Wohnraum in Köln grundsätzlich der Genehmigung. Er wird durch die städtische Wohnraumschutzsatzung geschützt. Hinweise dazu erhalten Sie auf unserer Seiten "Wohnraumschutz und Zweckentfremdungsverbot". Den Link finden Sie unter "Downloads und Infos".
  • Auch müssen Sie umweltrechtliche Belange beachten. Informationen hierzu erhalten Sie im Merkblatt des Amtes für Umwelt- und Verbraucherschutz. Das Merkblatt finden Sie ebenfalls unter "Downloads und Infos".     

Stichwort "Unnötige Unterlagen"

Wir erhalten teilweise eine große Menge an Unterlagen, die wir gar nicht brauchen. Diese prüfen wir überhaupt nicht, da lediglich eine Anzeigepflicht besteht. Wir müssen sie deshalb wieder zurückschicken. Das sind zum Beispiel Gutachten oder Konzepte zur Altlastenentsorgung, Bodengutachten oder Standsicherheitsnachweise (Statik).

Wir benötigen ausschließlich die nachfolgend genannten Unterlagen:

Benötigt werden

  • Formular "Anzeige der Beseitigung von Anlagen"

    Gültig ist nur der vorgeschriebene Vordruck, den Sie unter "Downloads und Infos" finden. Die Bauherrin oder der Bauherr muss unterschreiben. Bei einer nicht freistehenden baulichen Anlage muss eine qualifizierte tragwerksplanende Person im Formular benannt werden. Diese Person muss ebenfalls unterschreiben.

  • Liegenschaftskarte

    Die Liegenschaftskarte, auch Flurkarte genannt, darf nicht älter als sechs Monate sein. Die Gebäude oder baulichen Anlagen, die beseitigt werden sollen, markieren Sie bitte in der Flurkarte, indem Sie zum Beispiel die Abbruchkanten gelb nachzeichnen oder mit dem Buchstaben X ausfüllen. Sie erhalten die Flurkarte beim Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster. Mehr dazu unter "Downloads und Infos".

  • Bestätigung der oder des Tragwerksplanenden (qualifiziert nach § 54 Absatz 4 Bauordnung Nordrhein-Westfalen)

    Eine solche Bestätigung brauchen Sie nur, wenn eine angebaute, also nicht freistehende, bauliche Anlage beseitigt werden soll. Die Standsicherheit der verbleibenden Gebäude muss gewährleistet sein. Darum müssen Sie in diesen Fällen eine qualifizierte Person einschalten. Die Bestätigung und das Anzeigeformular werden als Nachweis von dieser Person unterschrieben. Die tragwerksplanende Person trifft auch die Entscheidung, ob sie die Beseitigungsarbeiten überwachen muss. Bautechnische Nachweise, wie etwa die Standsicherheitsnachweise (Statik), benötigen wir hingegen nicht. Sie werden von uns nicht geprüft. Das Formular zur Bestätigung finden Sie unter "Downloads und Infos".

  • Statistik Bauabgang

    Die Beseitigung einer baulichen Anlage wird in der Statistik "Bauabgang" erfasst. Den Erhebungsbogen können Sie auf der Seite des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg ausfüllen, das diese Aufgabe bundesweit wahrnimmt. Sie werden am Bildschirm durch den Bogen geleitet. Die daraus erzeugte PDF-Datei müssen Sie ausdrucken und dem Antrag beifügen. Den Link zum Online-Erhebungsbogen finden Sie ebenfalls unter "Downloads und Infos".

Erläuterung der Gebäudeklassen

Gebäude werden in folgende Gebäudeklassen eingeteilt (§ 2 Absatz 3 BauO NRW 2018):  

  • Gebäudeklasse 1
    a) freistehende Gebäude mit einer Höhe bis zu 7 Metern und nicht mehr als zwei Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400 Quadratmetern
    b) freistehende land- oder forstwirtschaftlich genutzte Gebäude und Gebäude vergleichbarer Nutzung
  • Gebäudeklasse 2
    Gebäude mit einer Höhe bis zu 7 Metern und nicht mehr als zwei Nutzungseinheiten von insgesamt nicht mehr als 400 Quadratmetern
  • Gebäudeklasse 3
    sonstige Gebäude mit einer Höhe bis zu 7 Metern
  • Gebäudeklasse 4
    Gebäude mit einer Höhe bis zu 13 Metern und Nutzungseinheiten mit jeweils nicht mehr als 400 Quadratmetern sowie
  • Gebäudeklasse 5
    sonstige Gebäude, einschließlich unterirdischer Gebäude. 

Höhe im Sinne des Satzes 1 ist das Maß der Fußbodenoberkante des höchstgelegenen Geschosses, in dem ein Aufenthaltsraum möglich ist, über der Geländeoberfläche im Mittel. Die Grundflächen der Nutzungseinheiten im Sinne dieses Gesetzes sind die Brutto-Grundflächen. Bei der Berechnung der Brutto-Grundflächen nach Satz 1 bleiben Flächen in Kellergeschossen außer Betracht.  

Geländeoberfläche (§ 2 Absatz 4 BauO NRW 2018): Geländeoberfläche ist die Fläche, die sich aus der Baugenehmigung oder den Festsetzungen des Bebauungsplans ergibt, im Übrigen die natürliche Geländeoberfläche.  

Geschosse (§ 2 Absatz 5 BauO NRW 2018): Geschosse sind oberirdische Geschosse, wenn ihre Deckenoberkanten im Mittel mehr als 1,60 Meter über die Geländeoberfläche hinausragen, im Übrigen sind sie Kellergeschosse. Hohlräume zwischen der obersten Decke und der Bedachung, in denen Aufenthaltsräume nicht möglich sind, sind keine Geschosse.

Bauordnung des Landes Nordrhein-Westfalen

Vorsprache

Allgemeine Informationen erhalten Sie in unserer Antragsberatung Bauen. Wir beraten Sie zu öffentlich-rechtlichen Vorschriften - insbesondere hinsichtlich des Baurechts.

Nutzen Sie unser Kontaktformular, wenn Sie eine Frage haben.

Gebühren

Die Gebühren werden nach der Allgemeinen Verwaltungsgebührenordnung des Landes Nordrhein-Westfalen (AVerwGebO) errechnet.

Die schriftliche Eingangsbestätigung oder Vervollständigung mit anschließender Mitteilung werden jeweils mit der Mindestgebühr 50 Euro nach Tarifstelle 2.4.11.3 und 2.4.11.4 berechnet.

Rechtliche Voraussetzungen

Die Genehmigungsfreiheit und Anzeigepflicht von Abbrüchen wird im § 62, Absatz 3 der Bauordnung Nordrhein-Westfalen (BauO NRW 2018) thematisiert:

Bauordnung des Landes Nordrhein-Westfalen
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Kontakt

Kontakt und Erreichbarkeit

Downloads und Infos

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen

Stadtbahn-Linien 1 und 9 (Haltestelle Bahnhof Deutz/Messe)
Stadtbahn-Linien 3 und 4 (Haltestelle Bahnhof Deutz/LANXESS arena)
Bus-Linien 153 und 156 (Haltestelle Bahnhof Deutz/LANXESS arena)
S-Bahn Linien S 6, S 11, S 12, S 13 sowie Deutsche Bahn (Haltestelle Bahnhof Deutz/Messe)

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