Was bedeutet Zero Waste?

© AWB / Stadt Köln

"Zero Waste" bedeutet ein gemeinsames Handeln, das verstärkt Abfälle vermeidet, Wertstoffe noch besser trennt und das Recycling fördert.

Es geht nicht im Wörtlichen Sinne darum, dass überhaupt keine Abfälle mehr anfallen. Engagiertes Ziel ist vielmehr eine Lebens- und Wirtschaftsweise, die in allen Bereichen möglichst wenig Abfall produziert, Recycling fördert und zudem keine Rohstoffe vergeudet. Der Gedanke der Nachhaltigkeit soll verantwortungsbewusst, konsequent und verbindlich umgesetzt in den Vordergrund gestellt werden.

Fokus-Thema: Fast Fashion

Mode kann und soll Spaß machen.

Mit ihr können wir uns ausdrücken, unsere Persönlichkeit und Individualität zeigen. Wenn wir wollen, täglich neu.
Ebenfalls täglich begegnen uns Kaufanreize und Werbung für die neuesten Trends. Das Angebot in den Warenhäusern wechselt nicht mehr nur zur neuen Saison sondern bis zu zweimal pro Monat. Neue Kollektionen schwemmen in immer kürzeren Abständen in die Geschäfte oder werden uns in den sozialen Netzwerken von Influencer*innen präsentiert. Und mit nur wenigen Klicks haben wir alles zu Hause.

Viele dieser auf Schnelllebigkeit produzierten Kleidungsstücke sind von minderer Qualität. Oder gefallen uns schon übermorgen gar nicht mehr so gut. Nachschub ist jedoch allgegenwärtig.

© RJM 2018

Dieser globale Trend wird mit dem Begriff Fast Fashion oder auch Ultra Fast Fashion beschrieben.
Immer mehr, immer billigere Kleidung landet mit kurzen Umwegen über heimische Kleiderschränke in Altkleidersammlungen. Ungefähr 17 Prozent dieser Kleidungsstücke wurden übrigens nie getragen. Eventuell können diese Textilien noch als Secondhand-Ware genutzt werden, jedoch findet nur ein verschwindend kleiner Anteil davon hier in Deutschland ein neues Zuhause. Der Großteil wird exportiert – in Länder, wo Entsorgungsstrukturen für Altkleider völlig fehlen. Die weder weiter nutzbaren noch recycling-fähigen Kleidungsstücke haben nicht nur immens viele Ressourcen verschwendet. Im Prozess von Produktion, Vertrieb und ihrem Weg auf die Halde wird bei der Zersetzung die Umwelt durch Freisetzung verarbeiteter Giftstoffe weiter massiv geschädigt. Die Bilder dieser Kleidungsmüllberge kennen wir aus den Medien und verdrängen sie beim nächsten Einkauf wieder. 

Vielleicht schaffen wir zusammen ein Umdenken? Helfen Sie mit, indem Sie nachhaltig und bewusst konsumieren. Streuen Sie diesen Gedanken-Samen auch gern in Ihrer Familie, Ihrem Umfeld, Ihrem Veedel. 

Mehr Wissenswertes zum Thema

Die Abfallhierarchie

Die Abfallhierarchie ist der Eckpfeiler der Abfallpolitik und -gesetzgebung der Europäischen Union. Die höchste Priorität ist der Abfallvermeidung eingeräumt, das heißt allen Strategien und Mitteln, die das Abfallaufkommen reduzieren und Abfall gar nicht entstehen lassen. Die grundsätzlich positiv zu bewertenden Maßnahmen Wiederverwendung und Recycling sind der Vermeidung nachgelagert. Die thermische Verwertung und die Beseitigung, zum Beipiel über Deponien, sollte dagegen auf ein Minimum beschränkt werden. 

 

 

Unser Konzept zur Abfallvermeidung

Der Rat hat im Dezember 2023 das Zero-Waste-Konzept der Stadt Köln beschlossen. Das Konzept soll unser roter Faden sein, um in vielen Bereichen des Öffentlichen Lebens den Zero Waste Gedanken keimen und wachsen zu lassen. Sei es bei Veranstaltungen, beim privaten Konsum - aber auch für und mit Gewerbe, Handel und Gastronomie möchten wir Lösungsansätze erarbeiten. Ohne erhobenen Zeigefinger möchten wir aufklären, bilden und ein "Wir" entwickeln.

Für den Erfolg und die Umsetzung des vorliegenden Konzepts ist eine möglichst umfassende Integration vieler Akteur*innen der Stadtgesellschaft essentiell. Daher haben wir Kölner Bürger*innen, lokale Unternehmen, den Handel, Bildungseinrichtungen, Veranstalter*innen, Vereine und Verbände über Beteiligungsformate bereits bei der Konzepterstellung mit eingebunden. 

Die Ziele und Maßnahmen des Konzepts sollen in regelmäßigen Abständen unter Beteiligung der Kölner Stadtgesellschaft weiterentwickelt werden. Dazu wird festgestellt, inwieweit die Ziele erreicht und Maßnahmen umgesetzt werden konnten.

 

Das Zero-Waste-Konzept

William Wolfgramm, Beigeordneter für Klima, Umwelt, Grün und Liegenschaften der Stadt Köln:

Mit dem ‚Zero Waste-Konzept‘ möchten wir positive Anreize zur Abfallvermeidung in der ganzen Stadtgesellschaft setzen. Es ist der Beginn eines langfristigen Prozesses und Dialogs. Wir möchten mehr Bewusstsein für den Umgang mit Abfällen schaffen. Denn Abfallvermeidung und Recycling sind gelebter Ressourcen-, Umwelt- und Klimaschutz.   

Wer hat das Kozept erarbeitet?

Verantwortlich für die Konzeptentwicklung ist die Eigenbetriebsähnliche Einrichtung "Abfallwirtschaftsbetriebe der Stadt Köln". Mit der Konzepterstellung wurde nach öffentlicher Ausschreibung das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH mit den Konsortialpartnern INFA (Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management GmbH), Zero Waste Germany e. V. und circulatemore beauftragt. In die Konzepterarbeitung waren ebenfalls die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH und die Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln mbH eng eingebunden.

Was kann ich bereits jetzt tun, um Abfälle zu vermeiden?

© Nadia-nb

Eine ganze Menge!
Wie Sie Abfälle zu Hause, im Büro und unterwegs selbst leicht vermeiden und wie Sie die Tauschbörse und Re(st)zepte nutzen können, erfahren Sie auf den Internetseiten der AWB Köln.

AWB Köln

Und wenn mal was kaputt geht, gibt es schon jetzt in Köln viele spannende Initiativen, wo Sie sich beim Reparieren helfen lassen können. Oder Werkzeuge ausleihen. Oder wichtige Tipps holen.

Kostenlos und bestimmt auch in Ihrer Nähe gut erreichbar.

Hier finden Sie Kölner Repair-Cafés

Wussten Sie schon…?

  • Pro Kopf entstehen in Köln im Jahr rund 222 Kilogramm Restabfall. Bis zum Jahr 2040 möchten wir diese Menge um rund 40 Prozent reduzieren.
  • Im Restabfall landen noch zu oft viele Wertstoffe wie Bio- und Grünabfälle, Papier, Wertstoffe und Glas, die dort nicht hinein gehören und separat gesammelt werden können.
  • Kölner Abfälle werden zu rund 58 Prozent recycelt (stofflich verwertet).

Und falls Sie nicht wissen...

was in Ihre Biotonne gehört und was nicht, hilft Ihnen der Bio-Bot weiter.

Dieser ChatBot ist ein Service, der Ihre Fragen rund um die Biotonne beantwortet. Die richtige Trennung und Sammlung von Bioabfall verringert den Restmüll und trägt zum Klima- und Umweltschutz bei. Die Abfälle, die in der Biotonne gesammelt werden, sind ein wertvoller Rohstoff. Sie werden zu Kompost verarbeitet, der in der Landwirtschaft verwendet oder zu Biogas umgewandelt wird, welches als Treibstoff für Fahrzeuge genutzt werden kann. So wird Bioabfall zu einem wichtigen Teil des Recyclingkreislaufs.

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