Zu einer Vielzahl von Unfällen zwischen Auto- und Radfahrenden kommt es dann, wenn das Auto steht. Laut Unfallforschung der Versicherer liegt die Ursache bei mehr als der Hälfte der Verkehrsunfälle zwischen Radfahrenden und parkenden Autos bei der unachtsam geöffneten Autotür. Ein Moment der Unachtsamkeit der Autofahrenden, der Radfahrenden im Ernstfall allerdings kaum eine Chance zum Ausweichen lässt! Die Folgen sind oft schwerwiegend: Nach Informationen der Polizei Köln haben im Jahr 2020 deutlich mehr als 100 Radfahrende durch sogenannte "Dooring-Unfälle" teils schwere Verletzungen erlitten – sei es, dass sie auf die plötzlich geöffnete Tür auffuhren oder im Zuge eines Ausweichmanövers vom fließenden Verkehr erfasst wurden.

Der Holländische Griff

© Stadt Köln

Dabei könnten diese Unfälle ganz leicht verhindert werden. In den Niederlanden wird der sogenannte "Holländische Griff" in der Fahrschule gelehrt. Mit diesem kleinen Trick können Autofahrende wie auch die Beifahrerinnen und Beifahrer die Verkehrssicherheit für Radfahrende deutlich verbessern.

Die Durchführung ist einfach und effektiv: Personen auf der Fahrerseite des Autos öffnen die Autotür mit der rechten, Personen auf der Beifahrerseite öffnen sie mit der linken Hand. Dadurch, dass jeweils die von der Tür abgewandte Hand eingesetzt wird, drehen sich die Personen im Auto automatisch in Richtung Spiegel beziehungsweise in Richtung Schulterblick. Auf diese Weise können Radfahrende besser und früher erkannt und Dooring-Unfälle effektiv vermieden werden.

Für Radfahrende gilt: "Sicher mit Abstand"

Radfahrerinnen und Radfahrer sollten parkende Autos am Fahrbahnrand immer mit einem Mindestabstand von rund einem Meter passieren. Auf engen Straßen, auf denen der Abstand zu parkenden Autos am Fahrbahnrand nur schwierig einzuhalten ist, empfiehlt es sich, selbstbewusst in der Mitte zu fahren.

Liebe braucht Abstand

Die Verkehrssicherheitskampagne "Liebe braucht Abstand" der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen möchte alle Verkehrsteilnehmenden über unzureichendes und gefährliches Abstandsverhalten im Straßenverkehr aufklären, für einen sicheren Abstand sensibilisieren und letztlich für eine Verhaltensänderung gewinnen. Wir machen mit!

Verkehrssicherheitskampagne "Liebe braucht Abstand"

Video

Wie der "Holländische Griff" in der Praxis aussieht, erklärt die Unfallkasse Berlin in einem Videoclip.