Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um das Thema Radverkehr haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Radfahren - einige Grundregeln

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Aufsteigen: Kaum jemand kommt auf die Idee mit löchrigen Schuhen spazieren zu gehen. Mit einem defekten Fahrrad zu fahren, scheint aber vielen nichts auszumachen. Dennoch: Ein Fahrrad mit defekten Bremsen oder Beleuchtung hat im Straßenverkehr nichts verloren.

Im Hinblick auf die Beleuchtung hat es eine Änderung gegeben: Mussten früher alle Fahrräder, mit Ausnahme der Rennräder, einen Dynamo aufweisen, reicht jetzt eine Batterieleuchte, die über eine Befestigungsvorrichtung mit dem Fahrrad verbunden ist. Eine Leuchte nur in der Hand zu halten oder eine Stirnleuchte reichen daher also nicht.

Bevor Sie losfahren, noch ein wichtiger Hinweis: Auch wenn in Deutschland keine Helmpflicht besteht, kann ein Helm im Falle eines Unfalls vor schweren Kopfverletzungen schützen.

Fahren: Radfahrerinnen und Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, wenn sie gemütlich durch die Gegend radeln. Das gilt aber nur genau so lange, wie sie niemanden behindern. Erleichtern Sie sich und allen anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern das Leben.

Wenn Sie abbiegen möchten, kündigen Sie dies bitte frühzeitig den anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern durch ein deutliches Handzeichen an. Für Sie gelten sowohl auf der Fahrbahn als auch auf dem Radweg die gleichen Vorfahrtsregeln wie für die Autofahrerinnen und Autofahrer. 

Oft wird aber nicht bedacht, dass Radfahrerinnen und Radfahrer auch dann vorfahrtsberechtigt sind, wenn sie den Radweg entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung - und damit verkehrswidrig - nutzen. Daher passieren in diesem Zusammenhang immer wieder Unfälle. Befahren Sie daher Radwege nur in der vorgegebenen Fahrtrichtung und bleiben Sie auch dann im Bereich von Kreuzungen und Einmündungen besonders aufmerksam und bremsbereit.

Absteigen: Grundsätzlich dürfen Fahrräder generell auf Gehwegen, Plätzen und in Fußgängerzonen abgestellt werden. Natürlich ist niemand gezwungen, nur die Abstellanlagen für Fahrräder zu benutzen, sondern kann auch Laternenmaste oder andere Pfosten nutzen. Dennoch muss für behinderte Menschen im Rollstuhl und für Personen mit Kinderwagen genügend Raum auf dem Gehweg verbleiben. Fußgängerinnen und Fußgänger dürfen nicht behindert werden.

Radweg - wann muss ich ihn benutzen?

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Dort, wo das blaue Verkehrsschild angebracht ist, muss ich den Radweg in der Regel benutzen. Ist es nicht da, darf auch bei vorhandenem Radweg die Fahrbahn benutzt werden. Bei diesen Radwegen handelt es sich dann um sogenannte "andere Radwege" mit freiwilliger Benutzung.

Diese Regelung basiert auf der Erkenntnis, dass baulich abgesetzte Radwege in vielen Fällen ein höheres Unfallrisiko für Radfahrerinnen und Radfahrer bergen als die Führung auf der Fahrbahn. Auf baulich abgesetzten Radwegen kommt es vermehrt zu Konflikten mit Fußgängerinnen und Fußgängern.

Besonders an Kreuzungen und Einmündungen besteht ein hohes Konfliktpotenzial mit abbiegenden Kraftfahrerinnen und Kraftfahrern. Diese rechnen durch die oft fehlende Sichtbeziehung nicht mit kreuzenden Radfahrerinnen und Radfahrern. Und diese verhalten sich wegen des subjektiven Sicherheitsgefühls, das ihnen der Radweg vermittelt, oft zu sorglos. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber die Benutzungspflicht für Radwege seit der StVO-Novelle (1997 und zuletzt 2013) an bestimmte Mindeststandards geknüpft.

Radfahrstreifen - was ist das?

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Ein Radfahrstreifen ist ein Sonderweg für Radfahrerinnen und Radfahrer. Er ist mit einer breiten durchgezogenen Linie von der Fahrbahn abgetrennt und mit dem blauen Zeichen Radweg (Zeichen 238 der Straßenverkehrs-Ordnung) gekennzeichnet. Durch dieses Schild wird auch die Benutzungspflicht ausgesprochen. Fahrerinnen und Fahrer mit E-Scootern dürfen ihn auch befahren. Allen anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern ist das Überfahren grundsätzlich nicht erlaubt.

Es gibt nur eine Ausnahme: Autofahrerinnen und Autofahrer dürfen ihn dann überfahren, wenn sie Parkplätze erreichen sollen, die neben dem Radfahrstreifen liegen.

Das Halten und Parken ist auf dem Radfahrstreifen nicht erlaubt. Autofahrerinnen und Autofahrer sind auch hier verpflichtet, den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten, wenn sie Radfahrerinnen und Radfahrer innerorts überholen.

Schutzstreifen - was kennzeichnet sie?

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Schutzstreifen sind keine Sonderwege für Fahrräder. Er ist mit einer gestrichelten Linie von der Fahrbahn abgesetzt. Es können auch weiße Fahrradsymbole markiert sein.

Der Schutzstreifen ist grundsätzlich nicht benutzungspflichtig. Nach dem Rechtsfahrgebot müssen Radfahrerinnen und Radfahrer ihn aber befahren. Sie dürfen den Schutzstreifen zum Abbiegen und zum Überholen verlassen. Autofahrerinnen und Autofahrer dürfen den Schutzstreifen bei Bedarf überfahren. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn sie auf den Schutzstreifen ausweichen müssen, um einem anderen Fahrzeug im Gegenverkehr auszuweichen.

Wichtig ist aber, dass sie beim Überfahren dieses Streifens keine Menschen auf dem Fahrrad behindern oder gefährden. Seit dem 1. April 2020 ist auch auf dem Schutzstreifen das Halten und Parken nicht erlaubt. Autofahrende, die Radfahrende überholen, müssen sich natürlich an den Mindestabstand von 1,5 Metern innerorts halten.

Grünpfeil - was bedeutet er für mich?

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In Köln werden Grünpfeile an Fahrradampeln montiert, um dem Radverkehr das Rechtsabbiegen zu ermöglichen, auch wenn die Fahrradampel rot zeigt. Der Grünpfeil ist ein nicht reflektierendes, quadratisches Blechschild mit grünem Pfeil auf schwarzem Grund, das neben dem Rotsignal angeschraubt wird. Es ermöglicht den Verkehrsteilnehmenden nach einem kurzen Halt, wie vor einem Stoppschild, bei rotem Signal vorsichtig nach rechts abzubiegen. Mit dieser Regelung gestaltet sich der Radverkehr flüssiger. Allerdings ist Rücksicht auf Fußgängerinnen, Fußgänger, Radfahrerinnen, Radfahrer und andere Verkehrsbeteiligte nach wie vor ernst zu nehmen. Die Nutzung des Grünpfeils ist ein Angebot. Eine Verpflichtung zum Abbiegen bei Rot besteht nicht.

1994 wurde diese Verkehrsregelung aus der ehemaligen DDR in die bundesdeutsche Straßenverkehrs-Ordnung übernommen, um in erster Linie dem Fahrzeugverkehr das Abbiegen bei Rot zu ermöglichen. In Köln waren die ersten Grünpfeile bereits 1995 zu sehen. Im Jahr 2000 wurden flächendeckend alle Kreuzungen in Köln überprüft und wenn möglich dafür vorgesehen. Allerdings wurde dabei zunächst ausschließlich der Fahrzeugverkehr berücksichtigt, wobei der Radverkehr auch profitieren konnte, wenn er mit den Autos auf der Fahrbahn geführt wurde.

Haben Sie Vorschläge?

Wenn Sie einen Grünpfeil für den Radverkehr vorschlagen wollen, wenden Sie sich bitte an das Team des Fahrradbeauftragten unter Telefon 115 oder 0221 / 221-0 oder nutzen unser Kontaktformular.

Kontaktformular Fahrradbeauftragter

Fahrradstraße - was ist das?

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Eine Fahrradstraße ist ein Verkehrsweg, der Radfahrenden vorbehalten ist. Sie dürfen hier nebeneinander fahren, wobei Sie sich dennoch rechts halten müssen, etwa um schnelleren Radfahrenden das Überholen zu erleichtern. Ebenso wie das Rechtsfahrgebot gilt in einer Fahrradstraße das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme. Achten Sie daher auch in einer Fahrradstraße auf zu Fuß Gehende und deren Sicherheit. Andere Fahrzeuge wie Autos und Motorräder dürfen eine Fahrradstraße nur befahren, wenn ein Zusatzzeichen dies erlaubt. Fahrradstraßen können zum Beispiel für Anliegerinnen und Anlieger oder den allgemeinen Verkehr freigegeben werden. In einer Fahrradstraße gilt grundsätzlich Tempo 30. Um niemanden zu gefährden oder zu behindern, muss unter Umständen noch langsamer gefahren werden.   

Fahrradstraßen kommen dort zum Einsatz, wo der Radverkehr die dominierende Verkehrsart ist oder die Straße an einer Hauptroute des Radverkehrs liegt. Die erste Fahrradstraße wurde in Köln bereits 1993 angeordnet. In den darauffolgenden Jahren kamen im gesamten Stadtgebiet zahlreiche weitere hinzu. Das Radverkehrskonzept Innenstadt sieht für die Entwicklung des Radverkehrs die Einrichtung von 83 weiteren Fahrradstraßen vor.

In Fahrradstraßen gelten die allgemeinen Vorfahrtsregeln der Straßenverkehrs-Ordnung. Ist eine Kreuzung oder Einmündung nicht durch Verkehrszeichen oder durch eine Ampel geregelt, dann gilt rechts vor links. Es ist aber nicht so, dass der Radverkehr generell die Vorfahrt hat.

Fahrradstraßenkonzept Innenstadt - Köln
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Zebrastreifen - wie verhalte ich mich richtig?

Auf Zebrastreifen haben zu Fuß Gehende Vorrang gegenüber dem fließenden Verkehr. Das gilt auch für alle, die absteigen und ihr Fahrrad über den Zebrastreifen schieben. Wer auf dem Fahrrad sitzen bleibt, hat keinen Vorrang gegenüber dem Durchgangsverkehr. Wenn Sie den Zebrastreifen fahrend überqueren wollen, müssen Sie warten, bis die Straße frei ist.

Radfahren in Fußgängerzonen

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Weite Teile der Kölner Fußgängerzonen stehen Ihnen für die Benutzung mit dem Fahrrad zur Verfügung, vor Ort erkennbar durch zusätzliche Schilder. Die Öffnung von Fußgängerzonen für den Radverkehr stellt eine Ausnahmeregelung dar. Fußgängerzonen sind in erster Linie Fußgängerinnen und Fußgängern vorbehalten. Sie haben absoluten Vorrang und dürfen weder gefährdet noch behindert werden. Für Sie als Radfahrerin oder Radfahrer bedeutet dies, dass Sie vorausschauend und langsam fahren müssen. Die Geschwindigkeit ist an den Fußgängerverkehr anzupassen und im Zweifelsfall müssen Radfahrerinnen und Radfahrer absteigen, um Vorrang zu gewähren oder Behinderungen zu vermeiden.

Seit September 2016 sind auch die großen Fußgängerzonen in der City temporär für den Radverkehr freigegeben. Dazu zählen Schildergasse, Hohe Straße und Gürzenichstraße.

Radfahren in Fußgängerzonen
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Radfahren im Kreisverkehr - wie geht das?

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Viele Radfahrerinnen und Radfahrer fühlen sich im Kreisverkehr unsicher. Warum? Es gibt nur ein paar einfache Gesichtspunkte, die beachtet werden sollten.

Warten Sie bei der Einfahrt in den Kreisverkehr eine ausreichend große Lücken ab. Wer unmittelbar neben anderen Fahrzeugen in den Kreisverkehr einfährt oder sich neben Fahrzeuge drängelt, die schon im Kreisel sind, bringt sich in Gefahr. Wenn nämlich der Autofahrende an der nächsten Ausfahrt den Kreisel verlässt und nicht bemerkt hat, dass sich ein Radfahrender neben ihm befindet, besteht die große Möglichkeit, dass er diesen schneidet oder abdrängt.

Grundsätzlich hilft bei den innerstädtischen Kreisverkehren, wo sich Rad- und Autofahrende die Fahrbahn teilen, ein einfacher Trick: Befahren Zweiradfahrende die Fahrbahnmitte des Kreisels, können sie so verhindern, dass sich Fahrzeuge neben sie drängen und sie möglicherweise bei der nächsten Ausfahrt schneidet.

Wer jetzt sagt, dass dieser "Trick" aber den Verkehr behindert, der sollte sich vor Augen führen, dass die Kreisverkehre innerorts nur eine gemeinsame Fahrbahn für den Radverkehr und den motorisierten Verkehr aufweisen, der ohnehin erfahrungsgemäß nicht schneller als mit 30 Kilometern pro Stunde befahren werden kann (oder soll). Eine langsam fahrende Radfahrerin oder ein fahrender Radfahrer im Kreisverkehr verlangsamt den Verkehr daher normalerweise im zulässigen Rahmen.

Radschnellweg - was ist das?

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Radschnellwege sind Radverkehrsverbindungen, die nahezu kreuzungsfrei und ohne Geschwindigkeitsbeschränkung auf einer ebenen breit angelegten Oberfläche relativ gradlinig Ziele miteinander verbinden. Die Idee hat ihren Ursprung in den Niederlanden und wird nun auch hier mit Unterstützung der Landesregierung aufgegriffen. Das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und die AGFS haben einen Planungswettbewerb ausgelobt, an dem sich neben anderen die Städte Köln und Frechen mit der Idee beworben haben, einen Radschnellweg zu bauen.

Ende 2013 haben Verkehrsminister Michael Groschek und Christine Fuchs vom Vorstand der AGFS uns sowie vier weitere Gewinnerinnen und Gewinner des Planungswettbewerbes bekanntgegeben. Die Landesregierung fördert damit die weitere Planung für einen Radschnellweg zwischen der Kölner Innenstadt und dem Frechener Bahnhof, auf einer Länge von insgesamt 8,4 Kilometern.

Zählungen, Erhebungen und Modal Split

Eine zielgerichtete Förderung des Radverkehrs braucht eine gute und breite Datenbasis. Seit 2007 haben wir die Grundlage zur Datenerfassung daher deutlich verbessert. Dabei hat sich gezeigt, dass die parallele Erfassung von Radverkehrsdaten über stationäre Dauerzählstellen (Totalerhebungen) und räumlich variierende, manuelle Erhebungen die aussagekräftigsten und umfassendsten Ergebnisse liefern.

Seit 2008 gibt es in Köln vier Dauerzählstellen für den Radverkehr: am Neumarkt, auf der Zülpicher Straße in der Nähe der Universitäts-Mensa, auf der Deutzer Brücke sowie auf der Hohenzollernbrücke. Hier wird jede Radfahrerin und jeder Radfahrer rund um die Uhr an jedem Tag im Jahr automatisch erfasst. Eine weitere Zählstelle befindet sich auf der Bonner Straße. Hier werden neben Fahrrädern auch Kraftfahrzeuge erfasst.

Einer fundierten Datenbasis dient auch die Modal-Split-Erhebung. Modal Split ist ein Begriff aus der Verkehrsstatistik. Darunter ist die Verteilung des Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel zu verstehen. Der Modal Split ist Folge des Mobilitätsverhaltens der Menschen und der wirtschaftlichen Entscheidungen von Unternehmen einerseits und des Verkehrsangebotes andererseits. Für eine sinnvolle und nachhaltige Verkehrsplanung benötigen Verkehrsplaner Kenndaten, zum Beispiel zur Dichte von Verkehrsströmen, zur Wahl der Verkehrsmittel oder zum Zweck der Mobilität. In Köln ist eine Modal-Split-Erhebung geplant. Sie wird in Form einer Haushaltsbefragung erfolgen. Dabei steht das Mobilitätsverhalten der Bürgerinnen und Bürger im Zentrum des Interesses.

Veloroute - was ist das?

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Veloroute, auch Radroute, ist eine mit Wegweisern ausgeschilderte Route für den Radverkehr. Sie ist zumeist innerstädtisch, zugleich jedoch auch in das landesweite Veloroutennetz eingebunden. Insbesondere dient sie dem Alltagsverkehr. Velorouten unterstützen Radfahrerinnen und Radfahrer auch längere innerstädtische Strecken zurückzulegen, zügig und abseits von Autolärm und Abgasen. Velorouten können auf verschiedenen Verkehrsanlagen geführt werden. Dies sind meistens Fahrbahnen von Straßen, die möglichst verkehrsarm sind, Radverkehrsanlagen an verkehrsreichen Straßen oder autofreie Wege. Die ersten Velorouten wurden, wie das Wort schon vermuten lässt, in Schweizer Städten eingerichtet.

Radwegsanierungsprogramm - was ist das?

Zur gezielten Erneuerung sanierungsbedürftiger Radwege wurde in Köln 2009 erstmals ein Radwegsanierungsprogramm aufgelegt. Dieses Programm verfügt über ein jährliches Finanzvolumen von etwa 1,5 Millionen Euro.

Hierzu veröffentlichen wir jedes Jahr einen Maßnahmenbericht. In den jeweiligen Berichten werden sowohl die einzelnen Maßnahmen dargestellt, als auch die Rahmenbedingungen und Grundüberlegungen beschrieben, die den Maßnahmen zugrunde liegen.

Maßnahmenberichte 2009 bis 2015

Knotenpunktsystem - was ist das?

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Das Knotenpunktsystem der Radregion Rheinland wird zurzeit in Köln eingeführt. Dabei handelt es sich um eine Ergänzung des rot-weißen Beschilderungssystems, das das 3.000 Kilometer umfassende Streckennetz in Nordrhein-Westfalen kennzeichnet. Das Knotenpunktsystem markiert Stellen an denen sich Routen aus dem Streckennetz kreuzen. Dargestellt ist ein solcher Knotenpunkt mit einer rot umrandeten Zahl, auf dem jeweiligen Schilderpfosten.

Die Knotennummern befinden sich zusätzlich als Einschübe unter den Zielwegweisern. An den Knotenpunkten zeigt zukünftig eine Übersichtstafel, über welche Strecke man zum nächsten Knotenpunkt gelangt. In der gesamten Radregion Rheinland wird das Knotenpunktsystem zu Beginn der Radsaison 2015 installiert sein.

Radregion Rheinland e. V.

Handy und Fahrrad - was darf ich?

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Genau wie Autofahrerinnen und Autofahrern ist auch Radfahrerinnen und Radfahrern das Telefonieren während der Fahrt grundsätzlich verboten. Eine Ausnahme gibt es nur für diejenigen, die mit Head-Sets oder Freisprechanlagen kommunizieren. Bitte bedenken Sie dennoch, dass das Telefonieren mit diesen Einrichtungen zu erheblichen Ablenkungen führen kann. Sollten Sie also während eines an sich erlaubten Telefonates mit der Freisprecheinrichtung an einem Unfall beteiligt sein, können haftungs- und strafrechtliche Konsequenzen eintreten.

Besser ist immer: Wenn ich telefonieren möchte, halte ich dort an, wo ich niemanden behindere, führe mein Gespräch und fahre dann weiter. Wer auf dem Fahrrad schnell seine Nachrichten checkt, ist erfahrungsgemäß blind für seine Umwelt und gefährdet sich und andere.

Wird man bei dieser Aktion beobachtet, drohen 25 Euro Bußgeld. Im Falle eines Unfalls ist dagegen noch mit wesentlich höheren Kosten zu rechnen.

Vorbeifahren an der Warteschlange - darf ich das?

Sofern genügend Platz vorhanden ist, dürfen Radfahrerinnen und Radfahrer an Fahrzeugen, die vor einer Ampel warten, rechts vorbeifahren. Die Voraussetzung dafür ist, dass

  • die wartenden Fahrzeuge tatsächlich stehen und nicht etwa rollen
  • genügend Raum zur Verfügung steht. Dieser muss mindestens einen Meter zwischen Bordstein und Pkw betragen.
  • langsam und vorsichtig gefahren wird. Dabei sind höchstens 10 Kilometer pro Stunde erlaubt.

Der "holländische Griff" - was ist das?

Einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit können Autofahrerinnen und Autofahrer auch mit dem "holländischen Griff" leisten. Bei diesem Griff öffnet der Fahrende die Tür mit der rechten und der Beifahrende die Tür mit der linken Hand. Dadurch, dass die Hand eingesetzt wird, die von der Tür abgewandt ist, drehen sich Menschen im Auto automatisch in Richtung Spiegel beziehungsweise in Richtung Schulterblick. So können Unfälle zwischen Radfahrenden und plötzlich sich öffnenden Autotüren vermieden werden.

Sicherheitsabstand - wie groß muss er sein?

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Zum selbstbewussten Fahren gehört auch, dass Radfahrerinnen und Radfahrer sich in ihrem eigenen Raum behaupten. So sollten sie zu Bordsteinen und zu parkenden Autos unbedingt einen Sicherheitsabstand von rund einem Meter einhalten. Umgekehrt müssen Autofahrerinnen und Autofahrer natürlich auch gegenüber Radfahrerinnen und Radfahrer ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten.

Im innerstädtischen Verkehr mit einer Geschwindigkeit von rund 50 Kilometern pro Stunde darf dieser Abstand 1,5 Meter nicht unterschreiten. Fährt ein Autofahrender hinter einem Radfahrenden her und die Fahrbahn ist zu eng, um den Sicherheitsabstand zu gewährleisten, dann muss der Autofahrende warten, bis sich die Fahrbahn aufweitet und kann dann erst überholen.

Gegenverkehr in engen Einbahnstraßen - wer muss halten?

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Viele kennen diese Situation: Eine Einbahnstraße ist für den Radverkehr geöffnet und ich darf damit gegen die Hauptrichtung fahren. Kommen mir aber breitere Fahrzeuge oder gar ein Lastkraftwagen entgegen, dann reicht der Platz nicht für beide aus. Was tun? Eine hieb- und stichfeste Vorschrift, die den Begegnungsverkehr in engen Straßen regelt, sieht die Straßenverkehrs-Ordnung nicht vor. Hier greift allenfalls die Vorgabe der allgemeinen Rücksichtnahme aus § 1 der Straßenverkehrs-Ordnung. Grundsätzlich müssen sich die beiden Verkehrsteilnehmenden verständigen, wer fahren und wer halten soll.

Verschiedene Stimmen sagen dazu auch, dass es den wendigeren und kleineren Radfahrerinnen und Radfahrern, die die Einbahnstraße als Ausnahme befahren auch eher zugemutet werden kann, kurz anzuhalten oder in einer Lücke auszuweichen. Ein Anspruch kann daraus aber nicht abgeleitet werden.

Radwege und Schutzstreifen - in welcher Richtung darf ich sie befahren?

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Einbahnstraßen dürfen nur dann von Radfahrenden in umgekehrter Richtung befahren werden, wenn dies durch die zusätzliche Beschilderung "Fahrradpiktogramm mit zwei entgegengesetzten Pfeilen" gestattet ist. Das Befahren des Schutzstreifens ist dagegen nur in der Richtung des motorisierten Verkehrs möglich. Radwege dürfen nur dann in beide Richtungen befahren werden, wenn dies durch die blauen Radwegeschilder und zwei entgegengesetzte Pfeile erlaubt ist.

Wer sich über diese Regel hinwegsetzt, dem drohen erhebliche Unfallgefahren. Nicht nur, dass entgegenkommende Radfahrende behindert werden können, sondern es kann auch passieren, dass Autofahrende, die aus untergeordneten Straßen einbiegen und wartepflichtig sind, gar nicht mit Radfahrenden aus dieser Richtung rechnen.