© Trint und Kreuder

Das Gelände rund um den Mülheimer Hafen wird sich in den kommenden Jahren zu einem gemischten, urbanen Viertel entwickeln. Mit der Umwandlung der Industriebrache in das neue Stadtquartier Mülheimer Süden ergeben sich erhebliche verkehrliche Veränderungen. Neben einem leistungsfähigen Straßennetz benötigen wir auch eine gute Anbindung an den ÖPNV.

Aus diesem Grund haben wir ein Mobilitätskonzept für die Neuentwicklung des Mülheimer Südens erarbeitet. Eng verknüpft mit den Zielen aus dem Strategiepapier "Köln mobil 2025" sieht es Maßnahmen zur Stärkung des Umweltverbundes in dem Gebiet vor. In einem ersten Schritt haben wir bereits eine zusätzliche Buslinie eingerichtet.

Darüber hinaus planen wir eine leistungsfähige Stadtbahnverbindung durch das Gebiet auf der Deutz-Mülheimer Straße und der Danzierstraße.

Geplante Stadtbahnanbindung

Zur Anbindung des Mülheimer Südens planen wir die Verlängerung der Stadtbahntrasse der Linien 3 und 4 nach Norden. Diese zweigt heute am Messekreisel in Richtung Pfälzischer Ring ab. Die Neubaustrecke ist rund zwei Kilometer lang und schließt über die Deutz-Mülheimer Straße und die Danzierstraße südlich des Wiener Platzes wieder an die bestehende Stadtbahntrasse der Linie 4 an. Insgesamt sind drei neue Haltestellen vorgesehen: im Bereich der Zoobrücke, auf Höhe der Gaußstraße und am Abzweig Danzierstraße.

Wir werden den gesamten Straßenraum überplanen und den Verkehrsraum neu aufteilen. Wir möchten insbesondere die Situation für den Fuß- und Radverkehr verbessern.   

Für eine ausreichend leistungsfähige und konfliktfreie Führung der neuen Stadtbahntrasse müssen wir den Messekreisel in seiner heutigen Form auflösen. Zur Entlastung dieses Knotenpunktes planen wir daher eine neue Straßenverbindung zwischen Deutz-Mülheimer Straße und Pfälzischem Ring über den Messeparkplatz 21.

Aktuelles und Ausblick

Der Rat hat am 24. Juni 2021 den Bedarf für die Planungsleistungen zur Stadtbahnanbindung beschlossen. Die Kostenprognose für die Planungsleistungen sowie die erforderlichen Gutachten und Dienstleistungen beläuft sich auf rund 2,4 Millionen Euro. Derzeit bereiten wir die Vergabe der erforderlichen Leistungen an externe Fachbüros vor.

Sobald die aktuell laufenden letzten internen Abstimmungsprozesse abgeschlossen sind, schließen wir die Vorentwurfsplanung für die Stadtbahnanbindung Mülheimer Süden. Parallel dazu werden wir einen erweiterten Planungsbeschluss bei den politischen Gremien einholen, auf dessen Grundlage die Entwurfsplanung anschließt.

Im nächsten Schritt melden wir das Vorhaben zur Planfeststellung bei der Bezirksregierung Köln an. Wenn das Genehmigungsverfahren reibungslos verläuft, können wir schätzungsweise zwei Jahre später mit der Umsetzung der Maßnahme beginnen.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Wir möchten die Entscheidungsfindung, den Planungsprozess und damit unser gesamtes Verwaltungshandeln transparent gestalten. Daher werden wir mit externer Unterstützung ein Konzept zur systematischen Öffentlichkeitsbeteiligung erarbeiten.

Kernelemente des Mobilitätskonzeptes

Neben der Stadtbahnerweiterung enthält das Mobilitätskonzept folgende Kernelemente:

  • Einbindung in das übergeordnete Radwegenetz
  • Fahrradabstellanlagen in bedarfsgerechter Anzahl zur gezielten Förderung des Radverkehrs. Es besteht die Möglichkeit einer zusätzlichen Erhöhung um 20 Prozent auf Basis der Wohnnutzung.
  • Bike-and-Ride
  • Bike- und Lastenradsharing
  • Carsharing mit einem zugrunde gelegten Bedarf von fünf Stellplätzen pro 1.000 Bewohnende einschließlich E-Ladestationen
  • Entwicklung von Mobilstationen

Zusätzliche Maßnahmen im vorhandenen Straßennetz

Mit der Umsetzung der Maßnahmen aus dem Mobilitätskonzept können wir eine Reduzierung auf 50 Prozent der Stellplätze im Plangebiet für die einzelnen Baufelder erreichen. Um die verkehrliche Leistungsfähigkeit zu erhalten, müssen jedoch zusätzliche Maßnahmen im vorhandenen Straßennetz realisiert werden. Diese Maßnahmen werden als sogenannte "Netzelemente" bezeichnet:

  • Ausbau einer Querverbindung zwischen der Deutz-Mülheimer Straße und dem Bergischen Ring als Verlängerung des Auenweges als Netzelement 1
  • Ausbau der Querverbindung Auenweg/Deutz-Mülheimer Straße auf Höhe der Adam-Stegerwald-Straße (Planstraße Euroforum Nord) als Netzelement 2
  • Verbindung der Deutz-Mülheimer Straße mit dem Pfälzischen Ring über den Messeparkplatz 21 als Netzelement 3
  • Östlicher Ringschluss mit folgenden Einzelmaßnahmen als Netzelement 4:
    • Neue Verbindungsrampe vom Östlichen Zubringer zum Deutzer Ring
    • Durchbindung Westumgehung Kalk bis Karlsruher Straße
    • straßenbauliche, markierungstechnische und signaltechnische Maßnahmen an den Knotenpunkten Westumgehung Kalk/Gummersbacher Straße, Walter-Pauli-Ring/Kalker Hauptstraße/Deutzer Ring und Pfälzischer Ring/Karlsruher Straße

Wissenswertes

Haben Sie Fragen?

Wenn Sie Fragen zur Stadtbahnanbindung oder zum Mobilitätskonzept Mülheimer Süden haben, nutzen Sie bitte unser Kontaktformular.

Kontaktformular des Amtes für Straßen und Radwegebau