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Wir möchten die Voraussetzungen für eine Mobilitätswende schaffen und damit Lärm- und Abgasemissionen reduzieren. Das bedeutet, dass Architekt*innen bei der Planung von Neubauvorhaben verkehrliche Aspekte stärker berücksichtigen müssen. Vor dem Hintergrund der dichten Bebauung und starken Nutzung öffentlicher Räume müssen die verkehrlichen Herausforderungen auch auf privaten Grundstücken gelöst werden.

Damit Sie möglichst frühzeitig die genauen verkehrlichen Anforderungen bei großen Wohnungsbauvorhaben mit uns abstimmen können, geben wir Ihnen eine detaillierte Checkliste an die Hand. Wir bitten Sie, diese zu beachten. Die Vernachlässigung dieser Hilfestellung kann zu vermeidbaren kostenintensiven Umplanungen und zeitlichen Verzögerungen führen.

Grundsätzliche Anmerkungen zur Erschließung

  • Vermeiden Sie grundsätzlich Mehrfacherschließungen.
  • Türen und Tore dürfen nicht in das öffentliche beziehungsweise zukünftig öffentliche Straßenland aufschlagen. Ausgenommen hiervon sind Fluchttüren mit besonderer Sicherheitseinrichtung, die nicht als Zugang genutzt werden können.
  • Vor Pkw-Aufzügen und einspurigen Tiefgarageneinfahrten mit Tiefgaragengrößen von 100 bis 1.000 Quadratmetern ist eine vorwärts anfahrbare Warteposition auf dem eigenen Grundstück einzuplanen. Bei Tiefgaragen von mehr als 1.000 Quadratmetern muss eine zweispurige Zufahrt vorgesehen werden. Rechtsgrundlage sind §§ 122 und 123 der Sonderbauverordnung Nordrhein-Westfalen.
Sonderbauverordnung Nordrhein-Westfalen

Müllentsorgung

  • Standorte für Müllcontainer einschließlich Unterflurcontainer sind auf dem eigenen Grundstück gut anfahrbar und entleerbar anzuordnen, ohne öffentliche Parkplätze zu entfernen und den Verkehr zu beeinträchtigen.
  • Vermeiden Sie, dass es durch eigene Mülltonnen-Abstellflächen zu Konflikten mit Radfahrenden und zu Fuß Gehenden kommen kann.

Bei Rückfragen zum Thema Müllentsorgung wenden Sie sich bitte an die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH.

AWB Köln

Feuerwehr

In Bezug auf Feuerwehraufstellflächen sind folgende Hinweise zu beachten:

  • Feuerwehraufstellflächen sind möglichst auf dem eigenen Grundstück und nicht im öffentlichen Straßenland zu positionieren. Hiervon ausgenommen ist Grenzbebauung an öffentlichen Straßen.
  • Bei Neubauten sind Zufahrtmöglichkeiten für den zweiten Rettungsweg vorzusehen.
  • Die Anleiterbarkeit ist mit der Feuerwehr zu klären beispielsweise hinsichtlich von Baumstandorten, Trafostationen, Beleuchtungseinrichtungen oder Oberleitungen der KVB.
  • Feuerwehraufstellflächen dürfen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und des ruhenden Verkehrs nicht beeinträchtigen.

Für Rückfragen zu den Feuerwehraufstellflächen wenden Sie sich bitte an die Abteilung Gefahrenvorbeugung der Berufsfeuerwehr Köln.

Kontakt Gefahrenvorbeugung

Laden und Liefern

Es ist grundsätzlich zu vermeiden, dass Lieferverkehr rückwärts vom Grundstück auf das öffentliche Straßenland ausfährt. Planen Sie daher Vorfahrten oder Ladezonen auf dem eigenem Grundstück ein. Sofern nicht anders möglich, müssen diese in einer Tiefgarage mit ausreichender Höhe vorgesehen werden.

Zudem sollten Sie folgendes beachten:

  • Sehen Sie in autofreien Projekten mit mehr als 100 Wohneinheiten private Paketstationen auf dem eigenem Grundstück vor.
  • Berücksichtigen Sie für den Hol- und Bringverkehr von Einrichtungen der Kindertagespflege und Kindertagesstätten Fahrrad- und Lastenfahrradabstellplätze auf privater Fläche.
  • Für die Seniorentagespflege müssen Stellplätze und ausreichender Rangierraum für größere Fahrzeuge der Lieferdienste wie beispielsweise für Wäscheservice, Kantinenlieferung oder Krankenwagen auf privater Fläche bereitgestellt werden.

Parkplätze für Besucher*innen

Sie sollten Parkplätze für Besucher*innen grundsätzlich auf dem privaten Grundstück und im Idealfall oberirdisch positionieren. Bitte beachten Sie folgende Hinweise:

  • Die Anzahl der Parkplätze sollte in Abstimmung mit dem Fachamt erfolgen. In der Regel sind rund 10 Prozent vom Gesamtstellplatznachweis gemäß gültiger Stellplatzsatzung anzusetzen.
  • Bei großen Erschließungs- und Neubauprojekten mit neu anzulegenden öffentlichen Straßen können Besucherparkplätze auch im öffentlichen Straßenland vorgesehen werden, sofern hierfür ausreichend Flächen vorhanden sind.
  • Je vier Parktaschen soll gemäß Vorgabe des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen ein Baum mit Baumscheibe vorgesehen werden. Hierbei sind bestehende Kanäle, Versorgungsleitungen oder Zufahrten zu berücksichtigen.
  • Sehen Sie Behindertenparkplätze in Tiefgaragen in Aufzugnähe mit möglichst kurzen Wegen vor.
  • Berücksichtigen Sie Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge im Rahmen der Planung.

Eine Ausnahme von diesen Hinweisen stellen Projekte vor dem Hintergrund eines Baulückenschluss dar.

Private Stellplätze

Die Festlegung der Anzahl der benötigten privaten Stellplätze erfolgt grundsätzlich nach gültiger Stellplatzsatzung und in Abstimmung mit uns. Bei günstiger Lage des Grundstücks zu Haltestellen des schienengebundenen Personennahverkehrs kann eine Reduzierung der Stellplätze erfolgen. Eine weitere Reduzierung kann durch Maßnahmen eines Mobilitätskonzeptes, beispielsweise durch zusätzliche Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs, erreicht werden.

Satzung über die Herstellung von Stellplätzen für Kraftfahrzeuge und Fahrradabstellplätzen sowie die Erhebung von Ablösebeträgen der Stadt Köln (Stellplatzsatzung)

Fahrradstellplätze

Fahrradabstellplätze sind grundsätzlich auf dem eigenen Grundstück nach gültiger Stellplatzsatzung zu realisieren. Wir bitten um Beachtung der folgenden Hinweise:

  • Sehen Sie Fahrradabstellplätze in Abstimmung mit uns auch oberirdisch und nicht nur in der Tiefgarage vor.
  • Planen Sie anteilig Flächen für Lastenfahrräder mit ausreichendem Rangierraum ein.
  • Zur Erhöhung der Attraktivität des Fahrradfahrens sollten Sie auch wetterfeste und verschließbare Abstellmöglichkeiten, gegebenenfalls auch zur Vermietung oder zum Verkauf, einplanen.
  • Berücksichtigen Sie bei größeren Einheiten eine Stromversorgung für Ladeschränke für E-Bikes und Pedelecs.
  • Bei Unterbringung von Fahrradstellplätzen in Tiefgaragen ist von Anfang an auf eine funktionale Erschließung zu achten, beispielsweise durch eine Rampenneigung von höchstens 15 Prozent oder fahrradtaugliche Aufzüge.

Mobilstationen als Bestandteil von Mobilitätskonzepten

Mobilstationen sind grundsätzlich auf dem eigenen Grundstück und in Abstimmung mit uns bezüglich der Ausstattungen zu errichten. Derzeit werden die Anforderungen von Mobilstationen im Quartier gemäß Raumbuch der Stadt Köln präzisiert. Zur Ausstattung von Mobilstationen können beispielsweise gehören:

  • Ladestationen für E-Fahrzeuge und E-Fahrräder
  • Car-Sharing-Stellplätze
  • Bike-Sharing-Stationen
  • Flächen für Mikromobilität
  • Abstellmöglichkeiten für Lastenfahrräder
  • Infoboard für den ÖPNV
  • Anbieterneutrale Paketumschlagstation für Lieferdienste (ab 100 Wohneinheiten)

Zusätzliche Wärmedämmung an Bestandsgebäuden

Bei Aufbringung einer zusätzlichen Wärmedämmung an Bestandsgebäuden einer Randbebauung müssen Sie grundsätzlich eine Sondernutzungserlaubnis für die Inanspruchnahme des direkt angrenzenden öffentlichen Straßenlandes beantragen.

Kontakt

Für Rückfragen nutzen Sie bitte unser Kontaktformular.

Kontaktformular des Amtes für nachhaltige Mobilitätsentwicklung