Kölns jüngster Stadtteil

Finkenberg ist Mitte der 1960er Jahre als Planstadt konzipiert und ab 1972 auf Eiler Ackerflächen errichtet worden. Man setzte dabei auf eine Kombination aus Wohnblöcken mit bis zu 20 Etagen, Einfamilienhäusern und einer überdachten Geschäftspassage.

Vom "Demo" zum Stadtteil

Die ursprüngliche Idee bei der Planung Finkenbergs war, durch gut geschnittene Wohnungen, ansprechend gestaltete Freiflächen sowie separate Räume für Veranstaltungen und soziale Projekte ein besonders menschenfreundliches Wohnerlebnis zu schaffen.

Aus diesem Status als „Demonstrativ-Bauvorhaben" resultiert die von vielen Bewohnerinnen und Bewohnern auch heute noch verwendete Bezeichnung "Das Demo".

Um die persönliche Identifikation der hier lebenden Bürgerinnen und Bürger zu stärken, regte die Bezirksvertretung Porz im Dezember 2004 an, Finkenberg den Status eines Stadtteils einzuräumen. Dies wurde am 24. August 2007 umgesetzt und Finkenberg somit Kölns 86. und gleichzeitig jüngster Stadtteil.

Entwicklung und heutiges Erscheinungsbild

© Stadt Köln/Carsten Gruss

Finkenberg wird häufig zu Unrecht als reines Hochhaus-Wohnquartier angesehen, handelt es sich doch bei 72,8 Prozent der Wohngebäude um Ein- und Zweifamilienhäuser. Dennoch prägen gerade die Hochhäuser sein Erscheinungsbild. Waren diese zu Beginn noch in der Hand eines Projektträgers, änderten sich die Eigentumsverhältnisse in den folgenden Jahren laufend.

Die derzeitigen unterschiedlichen Investorinnen und Investoren halten sich mit Renovierungen und Instandsetzungen sehr zurück, da die Gebäude kaum Leerstände aufweisen. Daran änderte auch der stetig leichte Rückgang der Einwohnerzahl in den letzten Jahren nichts.

Eine deutliche Verbesserung hat sich in den letzten Jahren im Bereich der Infrastruktur eingestellt. Gute Verkehrsanbindung (Autobahn, S-Bahn, Bus-Linien und Flughafen), vielfältige Einkaufsmöglichkeiten sowie ein umfangreiches Angebot an Schulen und sozialen Einrichtungen führten zur Aufwertung des Stadtteils. Dazu beigetragen hat auch der Umbau der Fußgänger- und Einkaufszone.

Die Flächen zwischen Konrad-Adenauer-Straße, Theodor-Heuss-Straße und Humboldtstraße sind nun wesentlich offener, übersichtlicher und weitgehend barrierefrei gestaltet.

Großes soziales Engagement

© Stadt Köln/Carsten Gruss

Sowohl der Anteil an Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshintergrund als auch die Arbeitslosenquote ist in Finkenberg überdurchschnittlich hoch. Ebenso ausgeprägt ist allerdings auch das soziale, ehrenamtliche Engagement in diesem Stadtteil. Zahlreiche städtische, kirchliche und freie Organisationen bieten Unterstützung an, führen Projekte durch und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gelegt, machen diese (bis 17 Jahre) doch 21 Prozent der Gesamtbevölkerung Finkenbergs aus.

Beispielhaft für besonderes ehrenamtliches Engagement können die Hausaufgabenbetreuung, ein Kooperationsprojekt der Evangelischen Hoffnungskirche, dem Familienbildungswerk "Treffpunkt" und des Bürgerzentrums Finkenberg Pari Sozial gGmbH, sowie das Kinder-Musik-Theater "Der Spaß!" e. V. genannt werden. Beide Projekte wurden 2009 beziehungsweise 2007 mit dem Ehrenamtspreis KölnEngagiert ausgezeichnet.

Akzente im Stadtteil

Bürgerzentrum, Fußgänger- und Einkaufszone, Hoffnungskirche, Kinder-Musik-Theater "Der Spaß!" und Sankt Maximilian Kolbe