Am Rande des Königsforstes

An der östlichen Stadtgrenze Kölns befindet sich unmittelbar an den Königsforst angrenzend der Stadtteil Rath/Heumar. Rath verdankt seinen Namen vermutlich einer Rodung im Königsforst (Rod). Heumars Ortsname lässt sich von humilis (klein, niedrig) und mar (Sumpf) ableiten. Die beiden Orte, die nach dem Zweiten Weltkrieg mehr und mehr zusammengewachsen waren, wurden 1975 zu einem Stadtteil von Köln.

Aus Höfen entstanden

© Stadtkonservator/in, Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege

Bis ins 20. Jahrhundert war Rath/Heumar landwirtschaftlich geprägt. Noch heute bezeugen einige wenige gut erhaltene Fachwerkhäuser von dieser Vergangenheit. Neben Haus Rath im Norden und Haus Röttgen im Süden bestimmte lange Zeit eine Vielzahl von Gehöften in lockerer Anordnung das Ortsbild.

Rath gehörte seit 1815 zur Bürgermeisterei Merheim und wurde mit dieser 1914 nach Köln eingemeindet. Heumar, das unter französischer Besatzung 1806 Sitz einer Bürgermeisterei war, gehörte 1929 zum Amt Porz und kam 1975 mit Porz zu Köln.

Verkehrsmäßig gut erschlossen

In Rath begann in den 1920er Jahren mit der sogenannten Göttersiedlung (die Straßen sind nach germanischen Göttern benannt) die Entwicklung zu einem durchgrünten Wohnvorort. Auch in Heumar entstanden mehrere Siedlungen überwiegend mit Einfamilienhäusern.

Der ländliche Bereich wurde Mitte des 19. Jahrhunderts durch den Ausbau der Rösrather Straße verkehrsmäßig erschlossen. Seit 1904 existiert die Bahnverbindung Köln-Königsforst (die heutige Stadtbahn-Linie 9), deren Endpunkt für einige Zeit Rath/Heumar war. Die Rösrather Straße entwickelte sich zu einem ansehnlichen Zentrum für Handel, Gewerbe und gute Gastronomie.

Schloss und Gestüt Röttgen

© Jörg Grahl

Röttgen, was "kleine Rodung" bedeutet, ist zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert als Rittersitz entstanden. 1790 wurde das alte Schloss abgerissen, 1866 wurde die Schlossanlage so wieder aufgebaut, wie sie sich heute präsentiert:

Im romantischen Stil mit Rückgriff auf das Mittelalter inmitten eines Park- und Waldareals. Umgeben wurde die Anlage von einer festungsartig ausgebauten Mauer mit burgartigen Torbauten. 1909 kaufte der Kölnisch-Wasser-Fabrikant Peter Mülhens das Schloss und gründete 1924 hier ein Vollblut-Gestüt, das eines der bekanntesten in Deutschland ist.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das von Bomben stark beschädigte Schloss von 1945 bis 1953 Sitz der britischen Militärregierung. Hier handelte Bundeskanzler Adenauer mit den drei westlichen Besatzungsmächten England, Frankreich und den USA den Deutschlandvertrag aus.

Akzente im Stadtteil

Barockkapelle des Hauses Rath, germanische Hügelgräber bei Heumar und Rath, Gestüt und Schloss Röttgen, Gut Maarhausen, Gaststätte "Jägerhof", Monte Troodelöh als höchste Erhebung Kölns, Pfarrkirche Sankt Cornelius und "Alter Turm" einer abgerissenen romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert