Lindweiler Hof als Keimzelle

Die Geschichte von Lindweiler ist eng mit der des Lindweiler Hofes verbunden. Er wurde erstmals 1276 erwähnt. Von ihm sind heute noch zwei Gebäude erhalten. Der Ort gehörte zur Bürgermeisterei Longerich. Mit ihr wurde Lindweiler bei der Stadterweiterung von 1888 eingemeindet.

Grundstücke zur Selbstversorgung

Während der Wirtschaftskrise um 1930 wurde das Gelände zwischen Unnauer Weg, Pescher Weg, Kitschburger Weg und Stallagsweg in Grundstücksgrößen von etwa zwei bis vier Morgen Land aufgeteilt und vom städtischen Liegenschaftsamt an 70 bedürftige Kölner Familien verpachtet. Die Größe der Grundstücke war darauf ausgelegt, dass sich die Familien selbst versorgen konnten.

Das Baumaterial für die Holzhäuser stammte von abgerissenen Militärbaracken des nahegelegenen Flughafens Butzweiler Hof. Es wurde auf Handwagen nach Lindweiler befördert. Anschlüsse an die Strom- und Wasserversorgung waren lange Zeit nicht vorgesehen.

Lindweiler nach dem Zweiten Weltkrieg

Auf den verpachteten Grundstücken konnten die Familien bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Trinkwasser aus eigenen Brunnen fördern. Die Straßen waren noch unbefestigt. Während des Krieges bekam Lindweiler Strom, so dass die Karbidlampen nicht mehr nötig waren. Nach dem Kriegsende erhielt Lindweiler auch einen Anschluss an die Wasserversorgung.

© Stadt Köln

1945 baute die Stadt Köln Steinbaracken, die als Notunterkünfte dienten. Sie sind im Laufe der Jahrzehnte schmucken Wohnhäusern gewichen, welche sich um den Marienberger Hof, das Ortszentrum, gruppieren. Hier befinden sich Geschäfte und die Gaststätte "Haus Lindweiler". Weil es in Lindweiler kaum noch bebaubare Grundstücke gibt, bleiben Zuzüge junger Familien nahezu aus.

Die Bevölkerungszahlen sinken seit den 1990er Jahren. Nichtsdestotrotz ist Lindweiler bekannt für sein reges Vereinsleben. Beispiele hierfür sind die Karnevals- und Geselligkeitsfreunde "Lindweiler Büchelcher" von 1982, der Sportverein SC Lindweiler oder die Kolpingfamilie Lindweiler.

Akzente im Stadtteil

Begegnungsstätte Lindweiler der evangelischen Kirche, Gaststätte "Haus Lindweiler", Hermann-Gmeiner-Schule für Lernbehinderte, katholische Kirche "Schmerzhafte Mutter" und Marienberger Hof