Es ist nicht nur der "Fall" Mesut Özil.

Die Abrechnung des Fußballprofis mit den Reaktionen auf sein Foto mit dem türkischen Präsidenten zeigen beispielhaft die Probleme in Deutschland, mit denen Migrantinnen und Migranten insbesondere türkischer Herkunft zu kämpfen haben. Das verdeutlicht auch die darauf folgende öffentliche Debatte über Rassismus sowie die Twitter-Kampagne unter dem #MeTwo.

Der dpa-Korrespondent Can Merey erzählt in seinem Buch die Geschichte seines Vaters. Tosun Merey kommt 1958 nach Deutschland, heiratet Maria von einem bayrischen Bauernhof und wird Manager in einer deutschen Firma und deutscher Staatsbürger. Sechzig Jahre später zieht er eine ernüchternde Bilanz. Zwar hat er alles unternommen, um sich zu integrieren, dennoch wurde ihm immer wieder bedeutet, dass er weniger wert sei als ein "echter Deutscher". Er fühlt sich in Deutschland als "Der ewige Gast".

Ein wichtiges Buch, um die Gefühlslage vieler Migrantinnen und Migranten in Deutschland und den fatalen Zusammenhang zwischen Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrung sowie gelingender Integration zu verstehen. Der Integrationsrat Köln hat in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum Herrn Merey nach Köln eingeladen und gebeten, aus seinem Buch zu lesen. Hier ein Zusammenschnitt.

Video zur Lesung von "Der ewige Gast"