© Ayla Gillessen

Mit dem Else-Falk-Preis würdigen wir das herausragende Engagement von Frauen, die sich für Geschlechtergerechtigkeit in Köln einsetzen. Mit diesem Preis möchten wir die Öffentlichkeit sensibilisieren und auf die Verdienste von Frauen aufmerksam machen.

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre verliehen. Die Preisträgerin erhält zudem eine Trophäe, die in einem Kooperationsprojekt mit der ecosign / Akademie für Gestaltung von Ayla Gillessen entworfen wurde.

Die Ausschreibung für den diesjährigen Else-Falk Preis startet am 15. Februar 2026. Nachfolgend finden Sie alle Informationen und den Bewerbungsbogen. 

Else-Falk-Preis 2026 – Einsendeschluss 20. Mai 2026

Wer kann mitmachen?

Wir vergeben den Else-Falk-Preis wird an eine weibliche Persönlichkeit. Vorschläge für die Nominierung können durch Einzelpersonen oder Gruppen erfolgen. Der Kölner Else-Falk-Preis wird ausschließlich an eine in Köln wirkende Frau vergeben. Eine Frau kann auch mehrere Jahre hintereinander vorgeschlagen werden. Ausgenommen davon sind die Preisträgerinnen.

Kriterien

Die Bewerberinnen für den Preis sollen eine Vorbildfunktion erfüllen und durch ihr Engagement in herausragender Weise für Geschlechtergerechtigkeit wirken oder gewirkt haben. Wir legen ein hohes Augenmerk auf zukunftsweisende, nachhaltige und innovative Beiträge.

Wir verleihen den Preis für:

Besonderes und überdurchschnittliches Engagement für die Emanzipation der Geschlechter, zum Beispiel durch:

  • außergewöhnliches Engagement zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern im Rahmen beruflicher oder ehrenamtlicher Tätigkeiten
  • journalistisches und kreatives Arbeiten sowie Publikationen, die Frauen in ihrer Vielfalt als aktiv Handelnde darstellen und fördern oder Lebenszusammenhänge von Frauen in besonderer Weise kritisch beleuchten
  • besonders frühes, langjähriges, erfolgreiches Engagement auf dem Feld der Gleichstellungspolitik in Vereinen, zivilgesellschaftlichen Initiativen, Institutionen, politischen Parteien

Zukunftsweisende, nachhaltige und innovative Ideen und Konzepte, zum Beispiel durch:

  • Entwicklung und Umsetzung eines erfolgreichen und innovativen Gleichstellungsprojekts
  • herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die geschlechterrelevante Fragestellungen und/oder neue, kreative gleichstellungsrelevante Ansätze erörtern
  • herausragende künstlerische Leistungen, die sich mit der gesellschaftlichen Situation von Frauen auseinandersetzen
  • vorbildliches gleichstellungspolitisches Engagement in einem frauenuntypischen Bereich des gesellschaftlichen Lebens

Eine Position als Vorreiterin in einem wesentlichen frauenpolitischen Tätigkeitsbereich, zum Beispiel:

  • mit der Initiierung einer öffentlichen Debatte zu einem wichtigen Thema
  • durch Entwicklung von neuen und innovativen Projekt- und Maßnahmenideen zur Sensibilisierung für gleichstellungsrelevante Themen

Besonderes Engagement für soziale Gerechtigkeit, für die Menschenrechte sowie gegen Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzungen aller Art, zum Beispiel:

  • Einsatz für eine interkulturelle Verständigung
  • Leistungen zur Integration von Migrantinnen
  • Unterstützung mehrfachdiskriminierter Frauen

Wie geht es weiter?

Über die Vergabe des Preises entscheidet eine unabhängige Jury. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Nach Sichtung der Bewerbungsunterlagen werden diese für die Jurysitzung am 17. Juli 2026 vorbereitet. Der Else-Falk-Preis wird von Oberbürgermeister Torsten Burmester am 2. Oktober 2026 im Rathaus überreicht. 

Bisherige Preisträgerinnen

2024: Christiane Lehmann

Die gelernte Tischlerin und Sozialarbeiterin leistet mit ihrer täglichen Arbeit einen wichtigen Beitrag zu einer Gesellschaft, in der Mädchen und Frauen frei von tradierten Rollenerwartungen selbstbewusst und selbstbestimmt ihre Lebens- und Berufsperspektiven entwickeln können.

Seit über 26 Jahren arbeitet Christiane Lehmann im Handwerkerinnenhaus Köln und hat maßgeblich zu dessen Ausbau und Erfolg beigetragen. Sie setzt ihre Energie dafür ein, die Angebote für Mädchen stetig zu erweitern und das Handwerkerinnenhaus zu einem Ort zu machen, an dem die jungen Frauen in ihrer Vielfalt wahrgenommen, gestärkt und unterstützt werden.

Darüber hinaus akquiriert sie im Laufe der Jahrzehnte als Vorständin immer wieder neue Fördertöpfe und Finanzquellen, um den Mädchenbereich dauerhaft und stabil zu finanzieren.

Am 24. Mai 2024 überreichte Oberbürgermeisterin Henriette Reker den Else-Falk-Preis an Christiane Lehman.

© Stadt Köln / Stephan Dorsch
© Stadt Köln / Stephan Dorsch
© Stadt Köln / Stephan Dorsch

2022: Behshid Najafi

Am 31. Mai 2022 verlieh die Stadt Köln Behshid Najafi den Else-Falk-Preis für ihr außergewöhnliches Engagement im Bereich Frauenrechte und ihren Einsatz im Kampf gegen Sexismus und Rassismus in Köln.

Seit Jahrzehnten setzt sich die Deutsch-Iranerin für die Sichtbarmachung der komplexen Formen von Benachteiligungen migrierter und geflüchteter Frauen ein und engagiert sich auch in ihrem Ruhestand weiterhin aktiv in der politischen Arbeit.

Ohne ihre jahrzehntelange Beharrlichkeit und ihren Mut in ihren Aussagen und Forderungen wären die Rechte der Frauen mit Migrationshintergrund und Flüchtlingsgeschichte nicht ausreichend gewürdigt worden.
Gleichstellungsbeauftragte Bettina Mötting.

Die Preisträgerin erhielt neben einem Preisgeld und einer Urkunde auch eine Trophäe, die in Kooperation mit der ecosign/Akademie für Gestaltung in Köln entstand.

2020: Frauke Mahr

Als erste Preisträgerin wurde Frauke Mahr von einer 13-köpfigen Jury ausgewählt. Die Preisträgerin engagiert sich seit über 30 Jahren, sowohl beruflich als auch ehrenamtlich, für die Anliegen und Rechte von Mädchen und Frauen. Sie ist geschäftsführende Vorständin im Verein LOBBY FÜR MÄDCHEN. Sie macht in Medien und Netzwerken auf Themen wie den alltäglichen Sexismus, die Pornografisierung der Gesellschaft oder die Ungleichbehandlung von Mädchen und Jungen aufmerksam. 

Die Preisverleihung fand am 6. März 2020 im Historischen Rathaus statt. Nach einer Laudatio von Bettina Böttinger wurde der Preis durch Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Gleichstellungsbeauftragte Bettina Mötting überreicht. Anschließend konnte sich die Preisträgerin ins Gästebuch der Stadt Köln eingetragen. Musikalisch wurde die Veranstaltung von "Nette Duette", einem Berliner Musiktheater-Ensemble, begleitet. 

Wer war Else Falk?

Else Falk (1872 bis 1956) – Ein Auszug aus ihrem Engagement

  • Während des 1. Weltkriegs Schatzmeisterin der Kölner Nationalen Frauengemeinschaft
  • 1918 bis 1933 Vorsitzende des Stadtverbandes Kölner Frauenvereine (heute AKF Köln)
  • Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Stadtverbände von Rheinland und Westfalen
  • Vorsitzende des Kölner Vereins Fünfter Wohlfahrtsverband und Vorstandsmitglied des Landesverbandes (heute Der Paritätische Köln/NRW)
  • Gründung und Leitung des Vereins Müttererholung und Mütterschulung, Initiierung von vier Rentnerinnenheimen für durch Krieg und Inflation verarmte Frauen, Begründung der städtischen Blindenbibliothek
  • Mitwirkung im Vorstand der Kölner GEDOK
  • 1930 wurde das Haus für berufstätige Frauen nach ihr benannt. Ein Jahr später war sie als Jüdin gezwungen, alle Ämter niederzulegen. Nach der Zerstörung der Wohnung der Falks in der Reichspogromnacht 1938 verließ die Familie das Land.
Zur Biografie von Else Falk im Kölner Frauen*Stadtplan