Trotz der Erfolge der Frauenbewegung ist die tatsächliche Gleichstellung von Mann und Frau, so wie es Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes vorsieht, noch nicht realisiert.

Der Internationale Frauentag ist immer noch notwendig, um Diskriminierungen sichtbar zu machen und frauenpolitische Rechte einzufordern. Zugleich ist er jedoch auch ein Tag, an dem Frauen mit Stolz auf das bisher Erreichte zurückblicken können: ein Grund zum Feiern.

In jedem Jahr laden die Oberbürgermeisterin, die Gleichstellungsbeauftragte, der Arbeitskreis Kölner Frauenvereinigungen (AKF), der deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und weitere Frauenorganisationen und frauenpolitische Sprecherinnen, die Kölnerinnen und Kölner ins Rathaus zu aktuellen frauenpolitischen Themen ein.

Die Geschichte des Internationalen Frauentages

Der Internationale Frauentag (IFT) entstand im Kampf um Gleichberechtigung und Wahlrecht für Frauen. Initiiert durch Clara Zetkin (1857-1933) fand der erste IFT 1911 statt. Millionen von Frauen in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA gingen wegen geschlechterbedingten Benachteiligungen auf die Straße. Ihre zentralen Forderungen waren das Recht auf Mitbestimmung und auf gleichen Lohn. Mit dem Streik der Textilarbeiterinnen in Sankt Petersburg am 8. März 1917 erhielt der IFT einen weltgeschichtlichen Aspekt. Er wird daher international am 8. März gefeiert.

Internationaler Frauentag 2020 - Heute für Morgen gestalten- Wir gehen es an!

In jedem Jahr lädt die Oberbürgermeisterin anlässlich des Internationalen Frauentages ins Historische Rathaus ein. Am 07.03.2020 war es wieder soweit. Unter dem Motto "Heute für Morgen gestalten – wir gehen es an"  gewährten 60 Frauenorganisationen  Einblicke in ihre Arbeit. Mit dabei war auch die Lobby für Mädchen e. V., deren Geschäftsführerin Frauke Mahr einen Tag zuvor als Trägerin des ersten Kölner Frauenpreises gekürt wurde.

Mit der inhaltlichen Ausgestaltung der Workshops und der Podiumsdiskussion zum Internationalen Frauentag wurde ein breiteres und jüngeres Publikum fokussiert. Fünf Politikerinnen aus Europa-, Bundes-, Landes- und Kommunalebene diskutierten lebhaft mit der Moderatorin Cornelia Benninghoven "Wie macht Frau Politik?". Ratschläge zum Umgang mit Hashtags gegen das Patriarchat gab die feministische Aktivistin Anne Wizorek. Die erfahrene Journalistin Marlies Hesse kam mit jungen Vertreterinnen von "Fridays for Future" sowie "Frauenstreik" über deren ehrenamtliches Engagement in ein generationsübergreifendes Gespräch, das auf eine sehr interessierte Zuhörerschaft traf. Die Besucherinnen und Besucher nutzen das Café im Atrium zum Austauschen und Netzwerken.

Erstmalig gab es dort auch eine Fotobox. Die Gäste konnten per Sofortbild Statements zur Frage "Was bedeutet für Sie der Internationale Frauentag?" abgeben, die später einen "feministischen" Baum zierten. Es wurden Aussagen getroffen wie beispielsweise: 

Es ist DER Tag für uns Frauen und Mädchen, an dem wir öffentlich wahrnehmbar unser Recht auf Gleichstellung und ein selbstbestimmtes Leben an allen 365 Tagen im Jahr einfordern!

Erreichtes Feiern, fehlendes Fordern!

Immer wieder auf Netzwerkerinnen zu treffen und Aktionen gemeinsam in Gang zu bringen! 

Starke Frauen treffen und an Frauenstärke arbeiten!

 

Die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag 2020 wurde vom Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern gemeinsam mit dem Arbeitskreis Kölner Frauenvereinigungen (AKF) organisiert. Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden für die Unterstützung und bei den über 600 Besucherinnen und Besuchern im Rathaus für ihr großes Interesse!