Der Kölner Innovationspreis Behindertenpolitik (KIB) wurde 2021 bereits zum zehnten Mal vergeben. Der Preis ehrt Menschen mit und ohne Behinderung, die sich für eine Verbesserung der Lebenssituation und die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in Köln einsetzen. Um den Preis, der von einer Jury vergeben wird, bewarben sich Akteur*innen aus den Bereichen Arbeit, Sport und Freizeit, Kinder und Jugend, Kunst und Kultur sowie politische und digitale Teilhabe. Insgesamt hat die Jury 21 interessante Projekte bewertet.

Prominentes Mitglied der Jury war dieses Mal Stephan Brings, Bassist und Mitbegründer der Kölner Band Brings. Er engagierte sich bereits bei einigen Veranstaltungen zum Thema Menschen mit Behinderung.

Die feierliche Preisverleihung, die für den 2. Dezember 2021 geplant war, konnte aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Aus diesem Grund wurden die Preise am 21. Dezember 2021 durch Oberbürgermeisterin Henriette Reker im Muschelsaal des Historischen Rathauses separat an die Preisträger*innen verliehen.

Die Preisträger*innen 2021

1. Preis: Inklusive Bildung NRW

© Tobias Vollmer

Der erste Preis ging an das Projekt "Inklusive Bildung NRW" des Instituts für Inklusive Bildung NRW. Dieser Preis ist mit 2.000 Euro dotiert.

Im Projekt "Inklusive Bildung NRW" werden am Standort Köln sieben Menschen mit sogenannten geistigen Behinderungen oder Lernbeeinträchtigungen für die Bildungsarbeit an den Hochschulen Nordrhein-Westfalens qualifiziert.

Das Projekt läuft noch bis zum 30. März 2022. Danach sollen die Bildungsleistungen in den Studiengängen Nordrhein-Westfalens fest verankert und die Bildungsfachkräfte auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig sein.

Inklusive Bildung NRW – Inklusive Bildung NRW
Web-Serie von Tabea Hosche über die angehenden Bildungsfachkräfte

2. Preis: FASD Peergroup "Anders anders"

© Tobias Vollmer

Der 2. Preis wurde zweimal vergeben. Einer der beiden Preise ging an das Projekt "Soziale Teilhabe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit FASD in Köln" der FASD Peergroup "Anders anders". Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert.

Die FASD Peergroup ist ein spezielles Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 20 Jahre mit FASD. Fetal Alcohol Spectrum Disorders, auf Deutsch Fetale Alkoholspektrum-Störungen zählen zu den häufigsten angeborenen Behinderungen in Deutschland. Die Teilnehmenden werden in ihren individuellen Themen und aktuellen Befindlichkeiten gestärkt und ermutigt, ihren FASD-spezifischen Herausforderungen im Alltag zu begegnen. 

Alle Peers gestalten die Treffen durch Vorschläge und eigene Impulse aktiv mit. Es gibt Konsens über den Umgang miteinander sowie spezielle Regeln während der Kommunikation und der Treffen. Diese machen die Atmosphäre in der Gruppe für alle sicher und verbindlich. Es ist allen Beteiligten wichtig, dass ein respektvoller und vertrauensvoller Umgang herrscht, damit auch sehr persönliche Anliegen und Probleme geteilt werden können. Dies funktioniert sehr gut und die Teilnehmenden können sich stark mit der Gruppe identifizieren und fühlen sich zugehörig. Eine Erfahrung, die viele der Betroffenen ansonsten nicht oft in ihren sozialen Interaktionsräumen machen können.

FASD-Peergroup für Jugendliche in Köln – Anders anders

2. Preis: Begegnung schaffen – miteinander Brücken bauen

Der andere 2. Preis ging an das Projekt "Begegnung schaffen – miteinander Brücken bauen" des Puppentheaters "Rimon" des Begegnungszentrums Chorweiler der Synagogen-Gemeinde Köln. Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert.

Rimon bietet Menschen, die diskriminierende Behandlung aufgrund einer Behinderung erfahren haben, die Chance, ein Puppentheater für alle Altersgruppen aufzuführen. Das Programm wurde um musikalische Aufführungen für Kinder mit psychischer Erkrankung erweitert. Rimon stärkt in ganz besonderer Weise die Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderung.

Puppentheater Rimon – Begegnung schaffen – miteinander Brücken bauen

Belobigungen

Darüber hinaus belobigte die Jury folgende Projekte:

PIKSL – Digitale Teilhabe für ein selbstbestimmteres Leben
Netzwerk "Sportive Kids" e. V. – Kölner Inklusionsspiele
Un-Label e. V. – Access Maker
Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW – Gaming ohne Grenzen

Weitere Projekte

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