Die Eingänge des NS-Dokumentationszentrums wurden in der Nacht zum 16. Oktober 2026 mit einer übel riechenden Flüssigkeit verschmiert. Hierzu erklären Tayfun Keltek sowie Ahmet Edis als Vorsitzender bzw. 1. stellvertretender Vorsitzender des Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration (ACI):

Mit Bestürzung und Empörung haben wir erfahren, dass Unbekannte in der Nacht zum Freitag, den 16. Oktober 2026 an allen drei Eingängen des NS-DOK eine übelriechende Flüssigkeit verschüttet haben – ausgerechnet am Morgen nach der Podiumsdiskussion zur AfD-Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln.  

Wir sind zutiefst empört, dass diese wichtige Institution und das dahinterstehende Team diesem Angriff ausgesetzt waren und das Haus mehrere Tage schließen musste. Wir teilen dabei die gleiche Einschätzung des NS-DOK: Das ist keine bloße Sachbeschädigung, sondern ein gezielter Angriff auf einen Ort der Erinnerung, der Aufklärung und der demokratischen Bildung.  

Als Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration (ACI) und Fach-Arbeitskreis V wissen wir, wie wichtig die Arbeit gerade für die Menschen in unserer Stadt ist, die selbst von Rassismus, antimuslimischen Rassismus, Antisemitismus und rechter Hetze betroffen sind. Das NS-DOK erinnert nicht nur an die Opfer des Nationalsozialismus, es stärkt auch heute alle, die sich für eine offene und vielfältige Stadtgesellschaft einsetzen. Gerade deshalb darf ein solcher Einschüchterungsversuch nicht unwidersprochen bleiben.  

Wir freuen uns, dass das NS-DOK inzwischen wiedereröffnet wurde, und rufen alle dazu auf, Solidarität zu zeigen, sich gegen jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu stellen und das NS-DOK zu besuchen. Denn dieser Ort führt uns eindrücklich vor Augen, welche verheerenden Folgen es haben kann, wenn Menschen angesichts von Unrecht schweigen und tatenlos bleiben, während autoritäre und rechtsextreme Kräfte Demokratie und Rechtsstaat aushöhlen und ein Land ins Verderben stürzen. Die Lehren aus der Geschichte verpflichten uns – hier und heute und auch in Zukunft. Wir dürfen nicht wegsehen, nicht schweigen und nicht zulassen, dass Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit unsere Gesellschaft spalten. Als ACI Köln appellieren wir an alle: Lasst uns solidarisch bleiben, Haltung zeigen und unsere Stimmen erheben – für Demokratie, Menschenwürde und eine offene Gesellschaft.