Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren und beendete frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit an der Bauleitplanung

Veröffentlicht im Amtsblatt am 25. August 2021

Ziel ist es, etwa 75 Wohneinheiten in Doppel- und Reihenhäusern sowie Geschosswohnungsbau zu ermöglichen. 

Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses und Informationen zum Verfahren

© Stadt Köln

Der Stadtentwicklungsausschuss hat in seiner Sitzung am 17. Juni 2021 unter anderem folgenden Beschluss gefasst:

Der Stadtentwicklungsausschuss beschließt, nach § 12 Absatz 2 Baugesetzbuch (BauGB) in Anwendung des beschleunigten Verfahrens nach § 13a BauGB ein Bebauungsplanverfahren (vorhabenbezogener Bebauungsplan) für das Gebiet zwischen dem Oberen Bruchweg im Osten, der Astrid-Lindgren-Allee im Süden, der Martha-Heublein-Straße mit Wendeanlage und einem benachbarten Grundstück im Westen und der Bestandsbebauung und den dazu gehörigen Grundstücken entlang der Martha-Heublein-Straße im Norden (Sportpark Brück; Flur 71, Flurstücke 4553, 4551 und 4720) – Arbeitstitel: Astrid-Lindgren-Allee – in Köln-Kalk-Brück – einzuleiten mit dem Ziel etwa 75 Wohneinheiten in Doppel- und Reihenhäusern sowie Geschosswohnungsbau unter Anwendung des kooperativen Baulandmodells festzusetzen, und die Maßgabe, dass die Vorhabenträgerin ein Wettbewerbsverfahren unter Beteiligung der politischen Vertretungen durchführt, bei dem die Beschlüsse der Bezirksvertretung Kalk geprüft und gegebenenfalls berücksichtigt werden.

Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit

Das Beteiligungsverfahren haben wir vom 2. bis 16. September 2021 durchgeführt. Wegen der aktuellen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie wurde das Verfahren nur mit einem öffentlichen Aushang des Planungskonzepts oder mit telefonischer Auskunft sowie online durchgeführt. Interessierte Bürger*innen hatten in diesem Zeitraum die Möglichkeit, Anregungen  online in unserem Beteiligungsportal zu äußern.

Die Beiträge werden als Forumsprotokoll zusammen mit den schriftlichen und per E-Mail eingegangenen Stellungnahmen in der Bezirksvertretung Kalk beraten und eine Beschlussempfehlung für den Stadtentwicklungsausschuss formuliert. Der Stadtentwicklungsausschuss berät und beschließt auf dieser Grundlage die Vorgaben zur weiteren Ausarbeitung des Bebauungsplan-Entwurfs.

Das Aushangplakat sowie weitere Erläuterungen stellen wir Ihnen auf dieser Seite weiterhin zur Verfügung.

Informationen zum Aushangplakat

Anlass und Ziel der Planung

Die Sahle Wohnen GmbH & Co. KG und die Ihr Haus Sahle Massivbau GmbH (Vorhabenträgerinnen) beabsichtigen, das Gebiet zwischen dem Oberen Bruchweg im Osten, der Astrid-Lindgren-Allee im Süden, der Martha-Heublein-Straße im Westen und den Grundstücken entlang der Martha-Heublein-Straße im Norden (Sportpark Brück; Gemarkung Langenbrück, Flur 71, Flurstücke 4553, 4551 und 4720) zu einem städtischen Wohnquartier zu entwickeln. Der Einleitungsbeschluss des Stadtentwicklungsausschusses vom 17. Juni 2021 sieht als Planungsziel vor, etwa 75 Wohneinheiten in Doppelhäusern, Reihenhäusern sowie Mehrfamilienhäusern zu ermöglichen. Außerdem sollen in einem Qualifizierungsverfahren die unten aufgeführten Punkte geprüft werden. Das Plangebiet liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplanes 75450/04 aus dem Jahr 2001, der auf dem Grundstück ein Baufeld entsprechend dem bestehenden Sportpark vorsieht. Für die Neuentwicklung soll neues Planungsrecht in Form eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans unter Anwendung des beschleunigten Verfahrens nach § 13a Baugesetzbuch geschaffen werden. Die Anpassung des Flächennutzungsplans kann im Wege der Berichtigung erfolgen. Für das Vorhaben findet das Kooperative Baulandmodell in seiner Fassung der Bekanntmachung vom 10. Mai 2017 Anwendung.  

Bestandssituation

Derzeit ist das circa 1,3 Hektar große Grundstück mit einer Sporthalle sowie mehreren Nebengebäuden bebaut. Die Freiflächen sind als Verkehrs- und Parkplatzflächen nahezu komplett versiegelt. Der Bestand soll im Zuge der Neuentwicklung aufgegeben bzw. verlagert und zurückgebaut werden.  

Städtebauliches Planungskonzept (Testentwurf)

Die wesentlichen Vorgaben für die Neuentwicklung des Gebiets wurden in einem städtebaulichen Planungskonzept (Testentwurf) zusammengefasst. Mit dem Ziel, die vorhandene Baustruktur der Wohnbebauung der Umgebung aufzunehmen und angemessen fortzuführen, sollen Doppelhäuser, Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser entstehen. Neben Wohneinheiten im freifinanzierten Wohnungsbau sollen gemäß dem kooperativen Baulandmodell mindestens 30 Prozent der Geschossfläche Wohnen im geförderten Segment errichtet werden. Gegebenenfalls sollen ergänzend eine Großtagespflege und ein öffentlicher Spielplatz von mindestens 500 Quadratmetern realisiert werden. Die verkehrliche Erschließung soll ausschließlich über die östliche und südliche Grundstücksgrenze (Oberer Bruchweg und Astrid-Lindgren-Allee) erfolgen. Zwischen der Martha-Heublein-Straße im Westen und der Flehbachaue im Osten soll das Plangebiet über eine öffentlich zugängliche Fuß- und Radfahrverbindung durchquerbar sein. In dem neuen Quartier sollen neben privaten Gärten auch gemeinschaftlich nutzbare und gegebenenfalls öffentliche Freibereiche mit Aufenthaltsqualität entstehen. Eine starke Durchgrünung des Gebiets wird angestrebt, zudem soll es den Anforderungen an eine klimaresiliente und naturnahe Quartiersentwicklung gerecht werden.  

Qualifizierungsverfahren

Das konkrete städtebauliche Konzept wird in einem Qualifizierungsverfahren (städtebaulicher Wettbewerb) unter Berücksichtigung der Beschlussfassung des Stadtentwicklungsausschusses zur Einleitung des Verfahrens und den Anregungen aus der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung erarbeitet. Folgende Punkte sollen entsprechend dem Einleitungsbeschluss konkret geprüft und gegebenenfalls berücksichtigt werden: 

  • Realisierung innovativer Wohnformen mit geringer Flächeninanspruchnahme     
  • Erhöhung des Anteils an Geschosswohnungsbau    
  • Berücksichtigung von Einheiten für behindertengerechtes sowie betreutes Wohnen     
  • Einrichtung eines für alle Bürger*innen zugänglichen Gemeinschaftstreffs  
  • Erhöhung des Anteils an öffentlichen Grünflächen     
  • Maßvolle Versiegelung und naturnahe und klimaresiliente Gestaltung des Quartiers  

Umweltbelange

Die durch die Planung betroffenen Umweltbelange, wie zum Beispiel Tiere, Pflanzen, Boden, Lärm, Verkehr, Klima et cetera werden im Verfahren untersucht, bewertet und in der Abwägung berücksichtigt. Eine formale Umweltprüfung nach 2 Absatz 4 Baugesetzbuch mit Umweltbericht ist nach § 13a Baugesetzbuch nicht erforderlich.  

Aushangplakat
PDF, 13651 kb

Das bisherige Verfahren

Auskunft zum Planungskonzept und Informationen zum Amtsblatt

Telefonische Auskünfte erhalten Sie zu den Öffnungszeiten beim Stadtplanungsamt unter der Telefonnummer 0221 / 221-35568 oder per E-Mail.

  • Öffnungszeiten
    Montag und Donnerstag, 8 bis 16 Uhr
    Dienstag, 8 bis 18 Uhr
    Mittwoch und Freitag, 8 bis 12 Uhr
E-Mail an das Stadtplanungsamt
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