Beendete frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit an der Bauleitplanung

Veröffentlicht im Amtsblatt am 9. Dezember 2020

Ziel ist es, dort Wohnen, Kindertagesstätte und Gewerbe festzusetzen sowie die Errichtung einer Quartiersgarage zu prüfen.  

Amtsblatt 98, 9. Dezember 2020
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Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses Mai 2020

Beschlussvorlage, Pläne und Erläuterung
© Stadt Köln

Der Stadtentwicklungsausschuss hat in seiner Sitzung am 28. Mai 2020 unter anderem folgenden Beschluss gefasst:  

Der Stadtentwicklungsausschuss beschließt, nach § 12 Absatz 2 Baugesetzbuch (BauGB) in Anwendung des beschleunigten Verfahrens nach § 13 a BauGB ein Bebauungsplanverfahren (vorhabenbezogener Bebauungsplan) für das Gebiet östlich der Franz-Geuer-Straße, nordöstlich der Pellenzstraße 6, südlich der Stammstraße und westlich der Bezirkssportanlage (Siemens-Gelände, Gemarkung Ehrenfeld, Flur 70 Flurstücke 808 und 1406) - Arbeitstitel: Franz-Geuer-Straße in Köln-Ehrenfeld - einzuleiten mit dem Ziel, dort Wohnen, Kindertagesstätte und Gewerbe festzusetzen sowie die Errichtung einer Quartiersgarage zu prüfen.  

Hinweis: Gemäß § 13 a Absatz 3 Nummer 1 Baugesetzbuch wird darauf hingewiesen, dass dieser Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren ohne Durchführung einer Umweltprüfung nach § 2 Absatz 4 Baugesetzbuch aufgestellt wird.

 

Informationen zum Verfahren

In Abstimmung mit uns hat ein Vorhabenträger für das Plangebiet mit dem Arbeitstitel "Franz-Geuer-Straße in Köln-Ehrenfeld" ein städtebauliches Konzept erarbeitet.

Das Plangebiet liegt zwischen der Franz-Geuer-Straße und der Stammstraße und westlich der Bezirkssportanlage Ehrenfeld und hat eine Größe von 18.920 Quadratmetern. Das Grundstück wird derzeit noch von der Siemens AG als Bürostandort genutzt. Diese Nutzung wird aufgegeben.

Auf dem Gelände soll ein urbanes, gemischt genutztes Quartier mit Wohnungsbau, einer Kindertagesstätte und gewerbliche Nutzungen entstehen. Bei der Wohnnutzung ist der Neubau von Geschosswohnungen mit insgesamt circa 430 Wohneinheiten, davon 30 Prozent öffentlich gefördert, geplant. Das Projekt trägt zur Schaffung von in der wachsenden Großstadt Köln dringend benötigtem Wohnungsbau bei.

Die Geschossigkeit beträgt überwiegend fünf Vollgeschosse plus Staffelgeschoss, an drei städtebaulich begründeten Hochpunkten mit Raumbezug zu der angrenzenden Grün-/Bezirkssportanlage sind acht Geschosse vorgesehen. Die Kindertagesstätte liegt im Südwesten des Plangebiets.

Die Planung entspricht nicht dem rechtskräftigen Bebauungsplan. Deshalb beschloss der Stadtentwicklungsausschuss im Mai 2020 auf Antrag des Vorhabenträgers einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan einzuleiten und eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit durchzuführen. 

Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit

Das Beteiligungsverfahren fand in der Zeit vom 14. Dezember 2020 bis 18. Januar 2021 statt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde keine öffentliche Veranstaltung durchgeführt. Die Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgte mit einem Aushang des Planungskonzepts und mit telefonischer Auskunft. Zusätzlich fand am 14. Dezember 2020 ein Livestream mit anschließendem Online-Dialog statt.  Schriftliche Stellungnahmen konnten bis einschließlich 18. Januar 2021 an den Bezirksbürgermeister des Stadtbezirkes Ehrenfeld gerichtet werden.

Die eingegangenen Stellungnahmen werden in der Bezirksvertretung Ehrenfeld beraten und eine Beschlussempfehlung für den Stadtentwicklungsausschuss formuliert. Der Stadtentwicklungsausschuss berät und beschließt auf dieser Grundlage die Vorgaben zur weiteren Ausarbeitung des Bebauungsplan-Entwurfs Franz-Geuer-Straße.

Präsentation des Livestreams am 14. Dezember 2020
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Aushangplakat
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Textauszug aus dem Aushangplakat

Anlass und Ziel der Planung  

Das Plangebiet umfasst das Grundstück östlich der Franz-Geuer-Straße, südlich der Stammstraße und westlich der Bezirkssportanlage in Köln-Ehrenfeld, auf dem sich heute ein durch die Siemens Aktiengesellschaft genutzter Bürostandort befindet. Diese Nutzung wird im Laufe des Jahre 2021 aufgegeben. Auf dem Gelände soll ein urbanes, gemischt genutztes Quartier mit Wohnungsbau, einer Kindertagesstätte und gewerbliche Nutzungen entstehen. Mit der Planung und Arrondierung der vorhandenen Wohnbebauung wird dem Grundsatz einer freiraumschonenden Innenentwicklung Rechnung getragen.    

Erläuterungen zum Plangebiet  

Das Areal wird gegenwärtig von der Siemens Aktiengesellschaft genutzt. Es befindet sich dort ein für den Mikrostandort atypisches, inzwischen 49 Jahre altes Bürogebäude mit bis zu sieben Geschossen. Es sind insgesamt 472 Stellplätze vorhanden, davon 236 in einer Tiefgarage und 236 oberirdisch. Das Plangebiet ist derzeit zu 95 Prozentversiegelt. Auf dem Grundstück befinden sich zwischen den Parkplätzen und an den Grundstücksgrenzen Bäume, die teilweise der Baumschutzsatzung unterliegen. Bei notwendigen Fällungen wird eine entsprechende Anzahl an Ersatzpflanzungen im zukünftigen Quartier nachgewiesen.  

Städtebauliches Konzept

Das städtebauliche und architektonische Gesamtkonzept von Konrath und Wennemar Architekten mit FSWLA ist aus einem Qualifizierungsverfahren als Siegerentwurf hervorgegangen. Dieses Konzept bildet nun die Grundlage für das Bebauungsplanverfahren. Es sollen rund 430 Wohneinheiten, davon 30 Prozent öffentlich gefördert, entstehen. Weiterhin sind kleinere Gewerbeeinheiten am neuen Quartiersplatz an der Franz-Geuer-Straße und eine viergruppige Kindertagesstätte im Südwesten des Plangebietes vorgesehen. Die Geschossigkeit beträgt über­wiegend fünf Vollgeschosse mit Staffelgeschossen, an drei Hochpunkten mit Raumbezug zu der angrenzenden Bezirkssportanlage sind acht Geschosse vorgesehen. Ein öffentlicher Spielplatz wird angrenzend zur Bezirkssportanlage errichtet.  

Verkehr

Der ruhende Verkehr wird in Tiefgaragen untergebracht. Jeder Bauabschnitt erhält eine eingeschossige Tiefgarage. Die Verkehrserschließung soll zu großen Teilen über die Franz-Geuer-Straße erfolgen, da auch im heutigen Be­stand die Stellplätze der gewerblichen Nutzung ausschließlich über die Franz-Geuer-Straße angebunden sind. Die Tiefgarage des nördlichen Bauabschnitts, circa 25 bis 30 Prozent der Stellplätze, soll über die Stammstraße in Richtung Everhardstraße angebunden werden. Das neue Quartier soll weitgehend autofrei sein. Eine öffentlich nutzbare Verbindung zwischen der Franz-Geuer-Straße und der Stammstraße für den Rad- und Fußverkehr sowie die Durchlässigkeit zur Bezirkssportanlage sind im Konzept vorgesehen. Es wird eine Verkehrsuntersuchung und ein Mobilitätskonzept erarbeitet.    

Umweltbelange

Die betroffenen Umweltbelange werden im weiteren Verfahren untersucht und bewertet. Dies betrifft vor allem den Lärmschutz im Hinblick auf Sportlärm, Gewerbelärm und Verkehrslärm, den Artenschutz und den Schutz vor Luftschadstoffen. Daneben wird eine orientierende Bodenuntersuchung veranlasst, da sich innerhalb des Plangebietes ein Alt­standort befindet. Zudem ist das Plangebiet als stark hitzebelastetes Wohngebiet einzustufen. Dazu sind Minderungsmaßnahmen wie etwa Baumpflanzungen und Dachbegrünungen vorgesehen. Zur Sicherung der Freiraumqualität wird ein Grünordnungsplan inklusive einer Baumbewertung erstellt. Sicherungsmaßnahmen bei Starkregenfällen werden ebenfalls untersucht. Das Erfordernis weiterer Umweltuntersuchungen wird im weiteren Verfahren geprüft.

Auskunft zum Planungskonzept und Informationen zum Amtsblatt