Die Preisträgerin im Jahr 2021 ist Lisa Roy

© Marian Mayland
Lisa Roy - Preisträgerin Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium 2021

Lisa Roy wurde 1990 in Leipzig geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. Nach einem Abschluss in Literaturwissenschaften und Theologie studiert sie Literarisches Schreiben an der Kunsthochschule für Medien Köln. Lisa Roy veröffentlichte bislang Kurzgeschichten und Texte zum Thema Religion. Zur Zeit arbeitet sie an ihrem ersten Roman.

Die Jury begründet ihre Wahl wie folgt:

Das Romanvorhaben "Brennpunkt" behandelt das Verschwinden zweier junger Mädchen in einem sogenannten "Brennpunkt"-Viertel in Essen, sowie eine Ich-Erzählerin, die in genau diesem Viertel aufwuchs und nun dorthin zurückkehrt. Die inneren Konflikte der Protagonistin changieren dabei zwischen Vergangenheit, Herkunft und Zukunft sowie Selbstbestimmung und Fremdwahrnehmung. Die Autorin zeichnet mit großem Realismus das Bild einer post-migrantischen Gesellschaft in der Chancengleichheit und Emanzipation nur zum Schein existieren. Lisa Roys Erzählstil ist beeindruckend scharf und dennoch sensibel und umsichtig; sie ist eine Wanderin über die Milieugrenzen hinweg, was ihre Perspektive, ihren Blick nochmal ganz anders schärft. Sie zeigt, was Sprache vermag, nämlich gewaltvoll zu urteilen, szenisch und/oder sinnlich zu beschreiben und vor allem mit Witz und Weitsicht gesellschaftliche Zustände zu reflektieren.  

Der Sachverständigen-Jury gehörten an:

  • Ruth Dickhoven, Journalistin
  • Kamala Dubrovnik, Autorin und Vorjahresstipendiatin
  • Bettina Fischer, Leiterin Literaturhaus Köln
  • Dr. Erno Stahl, Freier Autor und Kritiker

Wer war Rolf Dieter Brinkmann?

Rolf Dieter Brinkmann war deutscher Schriftsteller und Herausgeber, geboren 1940 in Vechta und gestorben 1975 bei einem Unfall in London. In den 1960er Jahren war er der führende Underground-Lyriker in Deutschland.

Weitere Eckdaten seiner Biografie sowie eine alphabetische Übersicht der bisherigen Preisträger*innen finden Sie hier:

Rolf Dieter Brinkmann - Biografie, Werke, Preise Die bisherigen Preisträger*innen alphabetisch