Die Photoszene-Residency "Artist meets Archive!"

© Erik Kessels

Köln ist international bekannt für seine hochkarätigen Fotografiebestände. In den Museen und Sammlungen der Stadt bildet sich Fotografiegeschichte ab. Sie geben einen einzigartigen Überblick über die Diversität und Verbreitung des Mediums in Kunst, Geschichte und Gewerbe.

Sechs international agierende Künstlerinnen und Künstler sind im September während des Photoszene-Festivals 2018 in die Sammlungen und Archive folgender Institutionen eingeladen:

  • Kölnisches Stadtmuseum
  • Museum für Angewandte Kunst Köln
  • Museum Ludwig
  • Rautenstrauch-Joest-Museum - Kulturen der Welt
  • Rheinisches Bildarchiv Köln
  • Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur

Aus ihren dortigen Recherchen werden sie eigene künstlerische Arbeiten oder Intervention entwickeln, die im Mai 2019 während des nächsten Photoszene-Festivals in den jeweiligen Häusern präsentiert werden.

Das Projekt der Photoszene-Residency "Artist meets Archive" dient dazu, das große Potenzial Kölns im Bereich der Fotografie für ein Publikum sichtbar und erlebbar zu machen und möchte im gleichen Atemzug die aktuelle, internationale Fotografie und den zeitgenössischen Diskurs fördern und in Köln verankern. Die Stadt Köln besitzt unvergleichliche Schätze zur Fotografie in ihren und den beteiligten privaten Sammlungen, die zeitgenössischen künstlerischen Blicke darauf bringen den Schatz zum Strahlen.

Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach

Die Künstlerinnen, Künstler und Sammlungen

Die israelische Künstlerin Ronit Porat (geboren 1975) setzt sich in ihrer Arbeit mit der Frage auseinander, wie Archive Geschichte entstehen lassen und verwebt Archivmaterial bisweilen mit biografischen Texten. Aktuell wird sie mit dem renommierten Lauren and Mitchell Presser Photography Award für junge israelische Künstlerinnen und Künstler sowie einer Ausstellung im Tel Aviv Museum of Art geehrt. Sie wird in die fotografische Sammlung des Kölnischen Stadtmuseums eintauchen.

Der niederländische Künstler, Designer, Verleger und Kurator Erik Kessels (geboren 1966) ist international für seine humorvolle, kluge und pointierte Auseinandersetzung mit Fotografie und Found Footage bekannt. Er spürt unsichtbare und unentdeckte Muster in den zahllosen Fotomappen der meist privaten Bildarchive auf und betreibt damit eine Art visuelle Archäologie. Er wird sich einer bisher unveröffentlichten Vorlagensammlung des Museums für Angewandte Kunst Köln widmen.

Die in Amsterdam lebende Künstlerin Fiona Tan (geboren 1966) beschäftigt sich in ihrem Werk mit der Darstellung von Erinnerung, Zeit und Geschichte, der Konstruktion von Fremden und Vertrautem. Sie wird sich mit einem bislang unbearbeiteten Fotoarchiv im Museum Ludwig befassen.

Die belgische Künstlerin Antje van Wichelen speist Fotografien aus kolonialen Bildarchiven in ihre filmischen Arbeiten und bringt sie in neue Narrative. Ihre Intervention wird sich auf die Fotosammlung des Rautenstrauch-Joest-Museums - Kulturen der Welt beziehen.

Den finnischen Künstler Ola Kolehmainen (geboren 1964) interessiert die Fotografie in ihrer Dualität als haptisches Objekt und Informationsträger für abgebildete Architektur. Er setzt sich im Rheinischen Bildarchiv Köln mit ausgesuchten historischen Glasnegativen auseinander.

Die französische Künstlerin Roselyne Titaud (geboren 1977) wird in den Archiven der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur recherchieren. Die sachlich dokumentarische Fotografie ist für die Künstlerin ein wesentlicher Bezugspunkt. In den von ihr seit den 2000er-Jahren erarbeiteten Serien blickt sie vor allem auf Interieurs, Stillleben, Objekte und vorgefundene Arrangements, die vielfach Natur und davon inspirierte Vorstellungsbilder reflektieren. In Roselyne Titauds Arbeit spiegeln sich alltägliches Repertoire und individuelle Archivalien, Zeitbezug und ein großes Gespür für Bedeutungszusammenhänge.

Das Rahmenprogramm des Photoszene-Festivals im Herbst 2018 wird die Sammlungs- und Archivbesuche der Künstlerinnen und Künstler durch Diskussionen und Gespräche mit den jeweiligen Sammlungsleiterinnen und -leitern, Kuratorinnen und Kuratoren begleiten.

Das Programm der Photoszene-Festivals 2018 und 2019

© Ola Kolehmainen/Rheinisches Bildarchiv Köln

Das Photoszene-Festival eröffnet in diesem Herbst erneut hochkarätige Fotografieausstellungen in zahlreichen Kölner Museen, Ausstellungshäusern, Galerien und Kunsträumen im gesamten Stadtraum.

Die Vermittlung der zahlreichen Ausstellungsinhalte ist für das Festival wesentlich und wird in Form von Künstlergesprächen, Kuratorenführungen, Workshops, Stadtteilführungen, Filmscreenings und dem neuen Vermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche - Photoszene-Kids und Die Junge Photoszene - Eingang ins Festivalprogramm finden. Um den seit 2014 initiierten Schwerpunkt der publizierten Fotografie weiterzuführen, wird das FotobookFestival Kassel 2018 in seinem 10. Jubiläumsjahr mit den erfolgreichen Projekten des Dummy Awards und des Photobook Awards von der Photoszene in die Ausstellungsräume des Museums für Angewandte Kunst Köln eingeladen.

Die Photoszene freut sich auf ein facettenreiches Festival der Fotografie, das parallel und in intensivierter Partnerschaft mit der photokina stattfindet.

Wir sind feste und langjährige Partnerin der Internationalen Photoszene Köln und begleiten die Aktivitäten seit Beginn der Initiative in den 1980er Jahren.

Internationale Photoszene Köln