Im Jahr 2023 wird Mathias Weinfurter ausgezeichnet

© Nils Altland

Mathias Weinfurter wurde 1989 in Frankfurt am Main geboren.

Er studierte Bildhauerei an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und ergänzte dies mit einem Auslandsjahr an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem. Seit 2014 sind seine Werke in zahlreichen Ausstellungen in ganz Deutschland aber auch in Israel, Norwegen und in der Ukraine zu sehen. Artist-in-Residence-Programme führten ihn unter anderem nach Südafrika, Südkorea und Kolumbien.

Die Fachjury überzeugte Mathias Weinfurter mit seinem thematischen Ansatz, Fragen unserer Erinnerungskultur zu reflektieren und in ortsspezifischen Installationen erlebbar zu machen. Die Jury führt dies so aus:

Mathias Weinfurter beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit gesellschaftlichen Situationen und Gegebenheiten, die er kritisch hinterfragt und aus der Selbstverständlichkeit ihrer alltäglichen Erscheinung in den Fokus rückt. Mit einfachen Mitteln findet er zu vielschichtigen und komplexen Phänomenen visuelle Formulierungen, die klar und auf den Punkt gebracht ästhetisch ansprechen. Es entstehen intensive Bilder, die einen intuitiven Zugang zu den verschiedenen Themenfeldern ermöglichen. In erster Linie arbeitet Weinfurter mit dreidimensionalen Körpern, oft aus gängigen Baumaterialien hergestellt, die er mit Bildmedien wie Fotografie und Video zu Rauminstallationen erweitert. Irritationen ergeben sich unmittelbar oder auf den zweiten Blick und bieten einen Ansatzpunkt zur Reflektion der häufig symbolhaft aufgeladenen Objekte. Mit seinem Interesse an gesellschaftlichen Themen widmet sich Mathias Weinfurter der Untersuchung, welche Relevanz Monumente des Gedenkens haben und wie weit sie innerhalb ihrer historischen Bezüge einer gesellschaftlichen Entwicklung und Neubewertung unterliegen. Damit stellt sich die Frage nach der Veränderbarkeit des Status Quo als Gegenpol zum Bewahren historischer geprägter Formulierungen.

Internetseite des Künstlers

Der Sachverständigen-Jury gehörten an:

  • Astrid Bardenheuer, Leiterin artothek
  • Dr. Gail Kirkpatrick, ehemalige Leiterin der Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst, Münster
  • Heike Kropff, Abteilungsleiterin Bildung/Kommunikation, Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz
  • Jeehye Song, Künstlerin und Vorjahresstipendiatin

Lernen Sie Mathias Weinfurter und seine künstlerischen Ideen in folgendem Videoportrait näher kennen.

Wer war Friedrich Vordemberge?

Friedrich Vordemberge, deutscher Maler und Kunstprofessor, wurde 1897 in Osnabrück geboren und starb 1981 in Köln. 1945 gründete er die Rheinische Künstlergemeinschaft, von 1959 bis 1965 war er Direktor der Kölner Werkschulen.

Seit 1977 ist unser jährlich zu vergebendes Stipendium im Bereich Bildende Kunst nach ihm benannt. Weitere Eckdaten zu Friedrich Vordemberge sowie eine alphabetische Übersicht der bisherigen Preisträger*innen stehen hier zur Verfügung:

Friedrich Vordemberge – Leben und Werk Die bisherigen Preisträger*innen in alphabetischer Reihenfolge