"Open Air Museum" auf der Straße

Nach dreieinhalb Jahren erfolgreichem Probelauf, in Kooperation mit der Kunsthochschule für Medien (KHM) und dem Medienhaus Ströer, sowie erfolgreichen Vertragsverhandlungen, die wir mit den Stadtwerken und der Firma Ströer führten, setzen wir seit Ende März 2019 die Aktion "Kunst an Kölner Litfaßsäulen" fort.

Verschiedenste Akteur*innen, Ämter, Gremien und nicht zuletzt die Freie Szene sowie Bürger*innen hatten sich auch im Zuge einer Petition für die Fortsetzung der Kunst im öffentlichen Raum eingesetzt. Von den 200 Werbesäulen, die abgerissen werden sollten, bleiben 25 "Kunstsäulen der Stadt Köln" bestehen. In diesem Umfang können wir die Förderung für die Kosten der Plakate, Plakatierung und Künstler*innen-Honorare langfristig leisten.

Wir sind damit die erste Stadt, die ihre alten Werbesäulen als Kunstsäulen nutzt und damit ein innovatives Präsentationsmedium geschaffen hat.

"Kunst an Kölner Litfaßsäulen" bietet für die Kölner*innen die wohl unmittelbarste Form kultureller Teilhabe, indem künstlerische Werke im ganzen Stadtgebiet verteilt jeden Tag sichtbar gemacht werden. Es kommt hiermit zu unerwarteten Begegnungen mit Kunst. Damit hoffentlich zu vielen Gesprächen darüber, was Kunst ist und was der öffentliche Raum für seine Bürger*innen ist. Die Kunstsäulen-Aktion kann auch als Vorbote der Kulturentwicklungsplanung für Köln verstanden werden, denn diese wird der Kunst und Kultur im öffentlichen Raum eine größere Bedeutung beimessen.

Die Jury für die Motive der Kunstsäulen

Die Auswahl der Motive für die Kunstsäulen erfolgt durch eine Jury, die vor allem aus Personen besteht, die zwischen 2015 und 2018 bereits Erfahrung mit dem Projekt gesammelt haben.

Der Fachjury gehören derzeit folgende Personen an:

  • Heike Ander, Kunsthistorikerin, KHM
  • Rozbeh Asmani, Künstler
  • Arno Hambloch, Firma Ströer
  • Nadine Müseler, Kulturamt der Stadt Köln
  • Christian Sievers, Künstler
  • Damian Zimmermann, Kunstkritiker, Internationale Photoszene Köln

Das Votum der Jury ist unanfechtbar und der Rechtsweg ausgeschlossen.

Ausschreibung zu den Kölner Kunstsäulen

Ausschreibung Kunst im öffentlichen Raum 

Zur Gestaltung der Kölner Kunstsäulen von August 2021 bis Juli 2022 war ein künstlerischer Wettbewerb ausgeschrieben. Dieser richtet sich ausschließlich an Künstler*innen aus den Bereichen Bildende Kunst, künstlerische Fotografie und Urban Art. Wir suchen Kunstentwürfe zur Gestaltung einer Rundumplakatierung der "25 Kölner Kunstsäulen" mit jeweils einem Motiv für eine Laufzeit von zwei bis drei Monaten pro Künstler*in. Die Kunstsäulen, die derzeit mit einem Motiv von Bärbel Möllmann plakatiert sind, befinden sich in den verschiedensten Stadtbezirken von Köln an gut einsehbaren und viel frequentierten Orten. Die Künstler*innen müssen sich mit einem konkreten Motivvorschlag bewerben. Künstler*innen können auch vorgeschlagen werden. Die Vorlage eines konkreten künstlerischen Gestaltungskonzeptes sowie einer Visualisierung ist immer erforderlich.

Die Ausschreibung ist beendet.

 

Die Kosten für Plakatdruck, Plakatierung und Pflege in Höhe von jeweils 3.500 Euro übernehmen wir ebenso, wie ein Honorar in Höhe von jeweils 500 Euro für die ausgewählten vier bis sechs Künstler*innen.

Wer kann sich bewerben?

  • Professionelle Künstler*innen aus Köln sowie dem In- und Ausland.

Wer kann Künstler*innen mit konkreten Motiventwürfen vorschlagen?

  • Kurator*innen aus Köln
  • Freie Kunsträume und -initiativen sowie Kunstfestivals aus Köln
  • Museen und Kunstinstitutionen in Trägerschaft der Stadt Köln

Was ist bei den Entwürfen zu beachten?

  • Es gilt, innovative künstlerische Motive zu entwickeln, die sich für eine Ganzsäulenbeklebung und speziell für die Rundumgestaltung im Sinne einer 360-Grad-Betrachtung einer Litfaßsäule eignen und auch bei unterschiedlichen Säulenumfängen realisiert werden können. Das heißt, es ist bei der Bewerbung klar darzustellen, wie mit dem stets variierenden Säulenumfang umzugehen ist.
  • Die eingereichten Motiventwürfe sollen eine Fernsicht und nahe Betrachtung in ihrer Konzeption und Gestaltung berücksichtigen.
  • Mit einem Kurztext von maximal drei Zeilen, der am unteren Ende jeder Kunstsäule in das Motiv integriert wird, soll das Konzept für Passanten auf Deutsch und Englisch in möglichst einfacher Sprache vermittelbar sein.
  • Bei dem Motiventwurf sind Motive oder Teilmotive, die frauenfeindliche, sexuelle, rassistische, gewalt- oder kriegsverherrlichende Inhalte haben, ausgeschlossen. Ebenso solche, die gegen Gesetze oder behördliche Bestimmungen verstoßen oder den Interessen der Personen/Unternehmen, auf dessen Grundbesitz sich der Werbeträger befindet, zuwiderläuft.
  • Die eingereichten Entwürfe können unter anderem grafische, malerische oder fotografische Motive und Gestaltungsmethoden nutzen, müssen sich aber als vierfarbiger Digitaldruck (4/0 C Euroskala) auf 115 g/m² Affichenpapier realisieren lassen. Die gestaltbare Fläche hat eine Größe von 4,76 mal 3,36 Meter, wobei die leicht unterschiedlichen Dicken der Säulen mit Makulaturpapier ausgeglichen werden. Alternativ können drei Plakate im Format 8-eintel erzeugt werden. (Maße 119 cm x 336 cm), "Gassen" werden auch hier mit Makulaturpapier gefüllt)
  • Die konkreten Themen, auf die sich gestalterisch bezogen werden kann, sind vielfältig und werden ausdrücklich nicht vorgegeben. Angeregt wird aber, sich mit der Geschichte des Mediums Litfaßsäule und den bisherigen Motiven aus der Zeit zwischen 2015 und 2021 (siehe Rückblick 2015 bis 2021) zu beschäftigen, ebenso wie mit der urbanen Bedeutung und Präsenz der Litfaßsäulen in den diversen Wohnvierteln.
  • Jede Künstler*in beziehungsweise jede Initiative kann maximal zwei Entwürfe einreichen.

Einzureichende Unterlagen

  1. Das vollständig ausgefüllte Bewerbungsformular. Pro eingereichtem Motiv ist ein Bewerbungsformular auszufüllen, maximal also zwei Bewerbungsformulare.
  2. Weiterführende textliche und bildliche Darstellung der künstlerischen Gestaltung; Textteil: maximal zwei DIN-A4-Seiten
  3. Kurztext, der am unteren Ende der Kunstsäule auf Deutsch und Englisch integriert werden soll.
  4. Illustrationen des eingereichten Motivs
  5. Künstlervita mit Angaben zu Ausbildung, jüngsten Ausstellungen, Projekten, Preisen, Stipendien et cetera. Maximal eine DIN-A4-Seite und Referenzprojekte mit dem Schwerpunkt Kunst und Installationen im öffentlichen Raum.
Download Bewerbungsformular

Die Bewerbungsunterlagen sind ausschließlich digital einzureichen.

 

Weitere Hinweise

  • Ausgewählte Künstler*innen, die ihren Wohnsitz nicht in Köln haben, können - sofern es der Belegungsplan zulässt und es zur Vorbereitung oder Umsetzung des Entwurfes sinnvoll ist - die Gastateliers im Neuen Kunstforum am Alteburger Wall 1 nutzen. Die Kosten hierfür betragen 10 Euro pro Tag und einmalig 50 Euro Reinigungskosten. Reisekosten werden von uns nicht übernommen.
  • Der Vertrag zur Realisierung des Projektes wird vom Kulturamt direkt mit der Künstler*in abgeschlossen, auch wenn der Entwurf von einer Kurator*in , einer freien Initiative oder einem städtischen Museum eingereicht wurde.
  • Die Künstler*in verpflichtet sich mit der Bewerbung und bei Projektzusage, zu den vorgegebenen Terminen die Druckvorlagen und eventuell benötigte Materialien und Informationen zu liefern. Hierbei handelt es sich um das Finalisieren der Druckdatei, das Erstellen von Erläuterungstext und Ergänzung des Pressetextes und die fotografische Dokumentation des plakatierten Motives anhand von mindestens drei professionellen Fotos.
  • Das Urheberrecht der Künstler*innen beinhaltet keinen Anspruch auf den Erhalt der plakatierten Motive. Mit der Bewerbung erklären sich die Künstler*innen  bereit, dass ihr Motiv auf den 25 Kölner Kunstsäulen nach zwei bis drei Monaten überklebt wird.

Bitte beachten Sie, dass die Bewerbungsunterlagen inklusive Illustration(en) des eingereichten Motivs per E-Mail an das Kulturamt gesendet werden müssen. Bitte halten Sie sich bei der Benennung der Dateien an die oben genannte Nummerierung und an die maximale Gesamtgröße aller Dateien von 10 Megabyte.

Wettbewerbsanträge per E-Mail an Katrin Koerdt

Kontakt bei inhaltlichen Fragen:

Kulturamt der Stadt Köln
Referat Bildende Kunst, Literatur und Neue Medien
Nadine Müseler
Telefon 0221 / 221-23643

E-Mail an Nadine Müseler

Kontakt bei Fragen zu den Bewerbungsunterlagen und zur Jurysitzung:

Kulturamt der Stadt Köln 
Verwaltung
Katrin Koerdt
Telefon 0221 / 221-23354

E-Mail an Katrin Koerdt
Art in Public Spaces Tender - English version

Plakatierung des Motivs "Warp" der Künstlerin Stefanie Pluta

© Stadt Köln
Warp von Stefanie Pluta

Mit dem neuen Motiv "Warp" der Künstlerin Stefanie Pluta wird ab Anfang Juni 2021 die Reihe "Kunst an Kölner Litfaßsäulen" fortgeführt.

Ab August 2021 werden dann die Motive der neuen "Staffel" zu sehen sein. Den Auftakt wird der Künstler Andreas Maus mit "Olympiade 21" machen. Ihm folgen die Künstlerinnen Pia Hertel, Rike Hoppe, Katharina Kohl, Charlotte Pohle und Viola Yeşiltaç. Die Jury der "Kölner Kunstsäulen" hat am 14. Mai 2021 aus über 120 Bewerbungen diese Künstler*innen ausgewählt. Die Bandbreite der eingereichten Motive war dieses Jahr besonders groß. Von Fotos über Collagen bis hin zu malerischen Motiven war alles vertreten. Die Motivauswahl spiegelt diese unterschiedlichen künstlerischen Vorgehensweisen wieder. Auch die kommenden Motive versprechen den Passant*innen in Köln eine abwechslungsreiche, interessante, teils hinterfragende, künstlerische Motivshow auf den Kunstsäulen.

Das neue und zugleich die Ausschreibung von 2020 abschließende Motiv von Stefanie Pluta, zeigt die schwarz-weiß Fotografie eines - die Litfaßsäule umspannenden – Bauzaunes. Der Zaun, der mit einem feinmaschigen Netz bespannt ist, zieht die Blicke einerseits auf sich, verwehrt aber einen direkten Einblick. Durch den Schattenwurf entstehen Verzerrungen, die der geometrischen Form des Zauns entgegenwirken. Durch das Netz hindurch lassen sich Gerüste, eine Leiter und anderes Baustellenmaterial erahnen.

In meiner künstlerischen Arbeit beschäftige ich mich schon seit mehreren Jahren mit der Baustelle als visuellem Phänomen im urbanen Raum. Der Blick und das Sehen, Sichtbarkeiten und Unsichtbares spielen dabei eine große Rolle. Zäune, Gerüste, Planen, Stoffe, Netze und Sperrholzboxen wirken dabei als Regulative der Wahrnehmung,

so die Künstlerin über ihr Motiv.

Baustellen nähren die Faszination für das Versteckte und Spekulative und werden so zu Orten im Übergang. Litfaßsäulen sind ähnliche Orte des Übergangs, zum einen, weil sie sich durch Neuplakatierungen ständig ändern und zum anderen, weil sie langsam im Stadtbild verschwinden. Die deformiert wirkende Form des Zauns, der auf der Fotografie abgebildet ist, steht im Gegensatz zur perfekten Form des Zylinders der Säule. Das Baunetz suggeriert eine gewisse Durchlässigkeit. Es gibt bei längerer Betrachtung den Blick auf ein vermeintliches "Dahinter" frei. Dadurch wird die Litfaßsäule nicht nur als bloße Oberfläche behandelt, sondern dehnt sich räumlich aus.

Stefanie Pluta (1980 in Bobingen bei Augsburg geboren) ist Absolventin der Folkwang Universität der Künste und studierte an der Visual School of Arts New York. Einen weiteren Abschluss erwarb sie 2015 an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Eine Vielzahl an Ausstellungen im In- und Ausland zeigen ihre Werke. Stefanie Pluta erhielt auch mehrere Auszeichnungen, unter anderem den 1. Preis des internationalen "Marianne Brandt Wettbewerbs" im Jahr 2019.

Weitere Informationen zur Künstlerin

Standorte der Kölner Kunstsäulen

Die Säulen stehen in den verschiedensten Stadtvierteln in Köln, an gut einsehbaren Standorten. Diese sind zum Beispiel in:

  • Chorweiler
  • Holweide
  • Humboldt-Gremberg
  • Kalk
  • Longerich
  • Neu-Brück
  • Raderberg
  • Rodenkirchen
  • Seeberg
  • Südstadt
Standorte der Kölner Kunstsäulen
PDF, 114 kb

Rückblick zu den bisherigen Kölner Kunstsäulen

Weitere Informationen zu "Camera Obscura Wien"
Weitere Informationen zu "REPEATREPETITION"
Weitere Informationen zu "#360baleado"
Weitere Informationen zu "Cologne-Mine"
Weitere Informationen zu "Bodenproben" von Johannes Post
Weitere Informationen zu "360° Stillstand"
Weitere Informationen zu "Kopf oder Zahl"
Weitere Informationen zu "Wir haben keine Angst – Hop 3"
Weitere Informationen zu "Heroines" (Vorbilder)
Weitere Informationen zu "Nichts als die Wahrheit"
Weitere Informationen zu "Colourmarks"
Weitere Informationen zu "OPA1 und OPA2"
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Referat für Bildende Kunst
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