"Open Air Museum" auf der Straße

Nach dreieinhalb Jahren erfolgreichem Probelauf, in Kooperation mit der Kunsthochschule für Medien (KHM) und dem Medienhaus Ströer, sowie erfolgreichen Vertragsverhandlungen, die wir mit den Stadtwerken und der Firma Ströer führten, setzen wir seit Ende März 2019 die Aktion "Kunst an Kölner Litfaßsäulen" fort.

Verschiedenste Akteur*innen, Ämter, Gremien und nicht zuletzt die Freie Szene sowie Bürger*innen hatten sich auch im Zuge einer Petition für die Fortsetzung der Kunst im öffentlichen Raum eingesetzt. Von den 200 Werbesäulen, die abgerissen werden sollten, blieben 25 "Kunstsäulen der Stadt Köln" bestehen. In diesem Umfang können wir die Förderung für die Kosten der Plakate, Plakatierung und Künstler*innen-Honorare langfristig leisten.

Wir sind damit die erste Stadt, die ihre alten Werbesäulen als Kunstsäulen nutzt und damit ein innovatives Präsentationsmedium geschaffen hat.

"Kunst an Kölner Litfaßsäulen" bietet für die Kölner*innen die wohl unmittelbarste Form kultureller Teilhabe, indem künstlerische Werke im ganzen Stadtgebiet verteilt jeden Tag sichtbar gemacht werden. Es kommt hiermit zu unerwarteten Begegnungen mit Kunst, damit hoffentlich zu vielen Gesprächen darüber, was Kunst ist und was der öffentliche Raum für seine Bürger*innen ist. Die Kunstsäulen-Aktion kann auch als Vorbote der Kulturentwicklungsplanung für Köln verstanden werden, denn diese wird der Kunst und Kultur im öffentlichen Raum eine größere Bedeutung beimessen.

Ausschreibung zu den Kölner Kunstsäulen

Die Ausschreibung zur Gestaltung der Kölner Kunstsäulen von September 2022 bis September 2023 ist beendet. 

Über neue Ausschreibungen werden wir hier informieren.

Stadt Köln
Kulturamt
Referat Bildende Kunst, Literatur und Neue Medien
Nadine Müseler

Telefon: 0221 / 221-23643

E-Mail an: nadine.mueseler@stadt-koeln.de

Aktuell: Die Künstlerin Rike Hoppse regt uns an, neue Wege einzuschlagen.

© Rike Hoppse

Nimm den langsamsten Weg nach Hause,

fordert uns die Künstlerin Rike Hoppse aktuell mit ihrem Motiv an den Kölner Kunstsäulen auf.

Die Spielsäule, so nennt sie es, zeigt bis Anfang September einen Ausschnitt des Projektes "Real-Life Adventure Game". Mit ihrem Spiel richtet sich die Künstlerin an alle Menschen, die das Gefühl haben, sich in festgetretenen Pfaden zu bewegen. Durch Spielaufgaben für den Alltag möchte Hoppse zum Spielen mit der eigenen Komfortzone und dem öffentlichen Raum anregen. Die Stadt und die Umgebung der Litfaßsäulen sollen so zu einem analogen Spielfeld werden.

Das "Real-Life Adventure Game" ist ein Gesellschaftsspiel für den Alltag in unserer analogen Welt,

so Rike Hoppse.

Das Motiv auf den Kölner Kunstsäulen ist Teil einer Serie von insgesamt vier Spielsäulen mit  Aufgaben, die Passant*innen und Interessierte auf der Internetseite www.relag.de entdecken können.

Die Aufgaben sind auf den 25 Kunstsäulen in verschiedenen Sprachen sowie in unterschiedlichen Schriftgrößen angebracht, sodass möglichst viele Passant*innen und Fahrradfahrer*innen die Aufgaben wahrnehmen können.

Die visuelle Gestaltung der Säulen erinnert an eine Mindmap. Text wird teilweise mit Bild verknüpft und nicht jede Aufgabe ist in alle vier Sprachen (Englisch, Türkisch, Deutsch, Arabisch) übersetzt. Hier soll Raum für eigene Assoziationen bleiben.

Auf der Säule dienen die Spielaufgaben und Fotomotive als Blickfang. Je näher man dann an die Säule herangeht, desto mehr Text entdeckt man. Stehen wir direkt vor der Säule, erkennen wir Leerstellen, die die Möglichkeit geben, den Platz mit eigenen Spielaufgaben oder Zeichnungen zu füllen,

so Rike Hoppse.  

Das "Real-Life Adventure Game" funktioniert crossmedial. Es ist ein partizipatives Gesellschaftsspiel für den öffentlichen Raum, das auf der Internetseite weitergespielt werden kann. Zudem hat man hier die Möglichkeit, eigene Spielerfahrungen zu teilen, oder sich eine zufällige Spielkarte zusenden zu lassen.

Hier gelangen Sie zur Internetseite des Spiels.

Rike Hoppse, 1992 geboren, schreibt Texte und produziert Filme im Grenzbereich zwischen dokumentarischen und fiktionalen Formen. Neben ihrer filmischen und literarischen Arbeit realisiert sie crossmediale künstlerische Projekte. Aus dem mehrjährigen Projekt "Das Real-Life Adventure Game" entstand bisher ein partizipatives Gesellschaftsspiel für den öffentlichen Raum, ein experimenteller Dokumentarfilm, eine Video- und Rauminstallation und auch ein Postkartenspiel.

Hoppse schafft Kunst, die ohne die Idee des Spielens als Startpunkt für Unwägbares nicht auskommt. Der Alltag als Austragungsort kleinster politischer Handlungen und Unterlassungen beschäftigt sie immer wieder. Rike Hoppse studierte von 2012 bis 2016 Philosophie und Sozial- und Kulturanthropologie an der Freien Universität Berlin, anschließend Medienkunst an der Kunsthochschule für Medien in Köln.

Standorte der Kölner Kunstsäulen

Die Säulen stehen in den verschiedensten Stadtvierteln in Köln, an gut einsehbaren Standorten. Diese sind zum Beispiel in:

  • Chorweiler
  • Holweide
  • Humboldt-Gremberg
  • Kalk
  • Longerich
  • Neu-Brück
  • Raderberg
  • Rodenkirchen
  • Seeberg
  • Südstadt
Standorte der Kölner Kunstsäulen
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Die Jury für die Motive der Kunstsäulen

Die Auswahl der Motive für die Kunstsäulen erfolgt durch eine Jury, die vor allem aus Personen besteht, die zwischen 2015 und 2021 bereits Erfahrung mit dem Projekt gesammelt haben.

Der Fachjury gehören derzeit folgende Personen an:

  • Heike Ander, Kunsthistorikerin, KHM
  • Rozbeh Asmani, Künstler
  • Arno Hambloch, Firma Ströer
  • Nadine Müseler, Kulturamt der Stadt Köln
  • Johanna Reich, Künstlerin
  • Christian Sievers, Künstler
  • Damian Zimmermann, Kunstkritiker, Internationale Photoszene Köln

Das Votum der Jury ist unanfechtbar und der Rechtsweg ausgeschlossen.

Rückblick auf die bisherigen Kölner Kunstsäulen

Viola Yeşiltaç Katharina Kohl Charlotte Pohle Pia Hertel Andreas Maus Stefanie Pluta Bärbel Möllmann Tamara Lorenz Dawid Liftinger Weitere Informationen zum Projekt von Hans Diernberger und Will Saunders Martin Wisniowski Johannes Post Maurits Boettger Doris Frohnapfel Christian Sievers Johanna Reich Vera Drehbusch Rozbeh Asmani Philipp Hamann
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Referat für Bildende Kunst Art on former Cologne Advertising Columns in English