Das Kölner Gedächtnis hat wieder ein Zuhause

Nach viereinhalb Jahren Bauzeit wurde am 3. September der Neubau des Archivgebäudes im Rahmen eines Festaktes eröffnet.

Zwölf Jahre nach dem Einsturz des Stadtarchivs in der Südstadt haben das Historische Archiv sowie das Rheinische Bildarchiv im modernsten kommunalen Archiv Europas ein gemeinsames Zuhause. Informationen zum Bau, zu Führungen durch die Archive und Wissenswertes finden Sie auf den folgenden Seiten.   

Festakt am 3. September 2021

Die feierliche Eröffnung durch Oberbürgermeisterin Henriette Reker fand im Rahmen eines Festaktes am 3. September 2021, 16 Uhr, statt. 

Einen ersten virtuellen Einblick in das neue Archivgebäude erhalten Sie unter dem folgenden Link. Dieser 360-Grad-Rundgang wird fortlaufend aktualisiert. Es lohnt sich also, immer mal wieder reinzuschauen. 

Zum 360-Grad-Rundgang

Kostenlose Führungen – Informationen und Buchung

Wir haben den Anspruch ein Archiv für Bürger*innen zu sein. Daher fand nach dem Festakt zur Eröffnung eine Festspielwoche für die Öffentlichkeit statt. 

Achtung! Die Führungen des Historischen Archivs im Rahmen der Festspielwoche waren in kürzester Zeit komplett ausverkauft! 

Aufgrund der hohen Nachfrage bietet das Historische Archiv jedoch weitere Führungen nach Absprache an. Interessierte können sich weiter unten direkt per E-Mail an das Historische Archiv wenden.

Programm Historisches Archiv

Besucher*innen können täglich an mehreren Terminen an Führungen durch den Neubau teilnehmen. 

Die Teilnehmenden erhalten dabei nicht nur eine Führung durch den faszinierenden Neubau, sondern auch einen Einblick in den Arbeitsalltag des Historischen Archivs sowie eine Übersicht der Möglichkeiten, das Archiv als Bürger*in nutzen zu können. Sie erhalten unter anderem Einblick in:

Die Restaurierungswerkstatt

In unseren Restaurierungswerkstätten arbeiten zurzeit 29 Restaurator*innen. Hier werden die Archivalien restauriert, stabilisiert und dafür gesorgt, dass diese weiter nutzbar bleiben und die vorhandene Substanz erhalten bleibt. Dafür sind die Werkstatträume ideal ausgerüstet. Die Restaurierungsarbeiten der Werkstätten werden auch im Neubau noch für lange Zeit durch den Wiederaufbau der Bestände nach dem Einsturz des Archivbaus in der Severinstraße im Jahr 2009 geprägt sein. Der Schaden jedes einzelnen geborgenen Stückes muss dokumentiert werden, jedes Stück muss mit Ziegenhaar- Pinseln und Latexschwämmchen vom Baustaub gereinigt werden, der die Oberflächen angreift.

Den Lesesaal

Der Lesesaal ist das Herzstück des öffentlichen Bereichs des Archivneubaus. Er dient sowohl dem Historischen Archiv als auch dem Rheinischen Bildarchiv. Hier begegnen die Nutzer*innen dem Original. Archivalien können im Vorfeld bestellt und im Lesesaal eingesehen werden. Für die Aufsicht ist der gesamte Lesebereich einsehbar, um die Sicherheit der Archivalien zu gewährleisten. Durch die Anordnung der Lesetische an der Nordseite des Gebäudes werden sie ohne direkte Sonneneinstrahlung optimal ausgeleuchtet. Die Regale enthalten die Handbibliothek, die den Benutzenden Basisliteratur und Hilfsmittel für die Nutzung aus der Dienstbibliothek zur Verfügung stellt.

Originalarchivalien

Während der Führungen besteht zudem die Möglichkeit, sich verschiedene Archivalien aus dem Originalbeständen des Historischen Archivs aus der Nähe anzusehen: Darunter ein mittelalterliches Schreinsbuch aus dem Jahr 1400, ein Befehl von Kaiser Ferdinand an Jan von Werth zum Schutz des Breisgaues von 1637, eine Karte von Worringen aus dem Jahr 1757 und viele weitere Beispiele. 

Anfrage Führungen des Historischen Archivs
Anfrage über ein sicheres Formular

Programm Rheinisches Bildarchiv

Auch das Rheinische Bildarchiv hat während der Festspielwoche eine Vielzahl interessanter Veranstaltungen und Führungen angeboten. Weitere Führungen zu den folgenden Themen sind aktuell in Vorbereitung und schon bald buchbar. 

Das Rheinische Bildarchiv – seine Aufgaben und Bestände mit Rundgang durch den Archivneubau

Das RBA verwahrt rund 5,5 Millionen Fotografien. Es ist seit seiner Gründung 1926 auf Architekturdokumentation in Köln und dem Rheinland sowie Sachaufnahmen in den und für die Kölner Museen spezialisiert. Die RBA-Fotograf*innen dokumentieren ebenso Ausstellungseröffnungen, wichtige Ereignisse und Persönlichkeiten von öffentlichem Interesse. Der Bestand wuchs aber nicht nur durch fotografische Eigenproduktion sondern auch durch die Übernahme zahlreicher Bestände von Fotografierenden mit einem Bezug zu Köln. Fotoaufträge aus aller Welt spiegeln das Interesse und die Nutzung der Bestände für Wissenschaft und Forschung sowie unterschiedlichste private und kommerzielle Zwecke. Bei dem Rundgang thematisiert Dr. Johanna Gummlich, Leiterin des RBA, die neuen Möglichkeiten, die sich aus dem Archivneubau ergeben, für die Umsetzung dieser Aufgaben.

Architekturführung durch das neue Archivgebäude mit Einblicken in Fotostudio und Magazin

Erleben Sie die Ästhetik und Funktionalität des Archivneubaus: Aus einem nüchternen Raumprogramm mit hohen technischen Anforderungen ist für die Mitarbeitenden, Nutzenden und die Archivbestände des Rheinischen Bildarchivs ein optimaler Baukörper entstanden. Der Leiter der RBA-FotoMedienWerkstatt Michael Albers hat die Planungs- und Bauprozesse seit 2009 begleitet. Er vermittelt Ihnen bei diesem Rundgang unter dem besonderen Blickwinkel eines produktiven Fotoarchivs interessante Einblicke in die Realisierung des modernsten Archivgebäudes Deutschlands.

"Bilder von Köln" - zur Geschichte des Positivarchivs im RBA

Köln im Wandel der Zeit: Anhand alter Fotoabzüge – Dom, Deutzer Schiffsbrücke, Mausefalle, Castan's Panoptikum, Hohe Straße – zeigt die wissenschaftliche Dokumentarin Dr. Evelyn Bertram-Neunzig die Geschichte und Bedeutung des RBA-Positivarchivs. Das Positivarchiv besteht aus rund 230.000 Kartons, auf die ein oder mehrere beschriftete Schwarz-Weiß-Abzüge von Glas- und Filmnegativen des RBA aufgezogen wurden. Diese Abzüge werden im Archivneubau wieder ihre ursprüngliche Aufgabe erfüllen können, nämlich den Nutzer*innen im Lesesaal für die Bildrecherche sowie kunst- oder fotohistorische Forschung dienen, oder um ihrer eigenen Ästhetik willen als analoge Fotografien wahrgenommen werden.

Fotorestaurierung: Die RBA-Beispielsammlung

Fotoarchivierung steht im direkten Zusammenhang mit Restaurierung, Konservierung und Identifizierung. Die sorgfältige Betreuung der fotohistorischen Dokumente ist die Grundvoraussetzung für die langfristige Nutzbarkeit und Verfügbarkeit. Die Restauratorin Eva Boer erklärt anhand der Beispielsammlung des RBA verschiedene Fototechniken und Fotomaterialien aus der Geschichte der Fotografie.

Zur Geschichte des Rheinischen Bildarchivs

Umzuziehen ist den Archivalien des Rheinischen Bildarchivs vertraut: In der fast 100-jährigen Geschichte seit seiner Gründung 1926 hat das RBA an verschiedenen Standorten ein Dach mit namhaften Kölner Kulturinstitutionen geteilt. Der Überblick zur Geschichte des RBA spiegelt ein Stück Geschichte der Kölner Museen und Sammlungen, genauso wie die Bestände des Archivs die Geschichte der Fotografie und deren Archivierung von den analogen Techniken bis zur Digitalfotografie spiegeln.

Anhand ausgewählter Fotografien zeigt die Archivpädagogin Jennifer Crowley, welche Bedeutung die Archivierung von Fotonegativen, - positiven und Bilddateien hat. Nur gemeinsam können die Informationen über die Fotografien möglichst lange erhalten bleiben und etwa für die Forschung genutzt werden.

Fotografenbestände im RBA

Das Rheinische Bildarchiv bietet hervorragende Bedingungen für die dauerhafte Bewahrung von Fotograf*innen-Nachlässen an: Sie werden restauriert, fachgerecht verpackt, unter den erforderlichen klimatischen Bedingungen gelagert und von Fachleuten inhaltlich erschlossen. Daher werden dem Bildarchiv immer wieder Nachlässe mit Negativen und Positivabzügen angeboten, als Schenkung oder zum Ankauf. Das Bildarchiv bewertet die Bedeutung für die Öffentlichkeit, also den dokumentarischen und künstlerischen Wert, damit wichtige fotografische Arbeiten auf Dauer gesichert werden. Die Archivarin Letha Böhringer stellt anhand von Bildbeispielen ausgewählte Nachlässe und ihre Fotograf*innen vor, die in den Bereichen Architektur, Porträt und Gesellschaft Außergewöhnliches geleistet haben.

Digitale Bildrecherche in der Bilddatenbank

In der Bilddatenbank www.kulturelles-erbe-koeln.de (KEK) stehen rund 814.000 Bilddateien öffentlich für Wissenschaft und Forschung sowie private und kommerzielle Nutzung zur Verfügung. KEK wurde über einen Zeitraum von über 30 Jahren nach Kriterien der wissenschaftlichen Dokumentation aufgebaut und bietet mehr und komplexere Suchmöglichkeiten als der übliche Suchmaschinen-Suchschlitz, um zielgenau zu den gewünschten Treffern zu gelangen. Die RBA-Retrievalspezialistin Lena Pickartz zeigt Tipps und Tricks für die Bildrecherche.

Kulturelles Erbe Köln

Aufgrund der Pandemie ist die Anzahl der Teilnehmenden für die Veranstaltungen begrenzt. Es gilt die "3G"-Regel. 

Architektur und Bau des neuen Archivs

Baufortschritt Archivgebäude Eifelwall

Wir haben am Eifelwall Europas modernstes kommunales Archiv geplant und errichtet, in dem das Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv ihre neue Heimat finden. 

Hochkomplexe Gebäudetechnik

Gebaut wurde nach den Plänen des Architekturbüros Waechter + Waechter Architekten aus Darmstadt. Eine hochkomplexe Gebäudetechnik sorgt für neun verschiedene Klimazonen, um für alle Archivalien optimale konservatorische Bedingungen zu gewährleisten. Zur effizienten Nutzung der Energie ist ein Eisspeicher mit 400.000 Litern Wasser im Erdreich verbaut worden.

Mehr Informationen zum Neubau

Virtueller Rundgang durch das Archiv

Entdecken Sie das Archivgebäude virtuell. Im 360-Grad-Rundumblick erhalten Sie exklusive Einblicke auch in die nicht öffentlichen Bereiche. Nach und nach werden weitere Räumlichkeiten und Inhalte folgen.

Zum Rundgang

Wissenswertes über das Historische Archiv

Die Sendung ohne Maus – Armin Maiwalds Film über das Historische Archiv

Armin Maiwald hat im Auftrag der Freunde des Historischen Archivs der Stadt Köln e. V. einen Film über das Archiv gedreht. In seiner typischen Art schildert der Miterfinder der "Sendung mit der Maus" die Geschichte, die Aufgaben und die Bedeutung des Archivs für die Stadt und ihre Bürger*innen. Der Film wird in Zukunft auch im Neubau des Archivgebäudes zu sehen sein. 

Das Archiv: Gedächtnis und Vermächtnis der Stadt

Das Historische Archiv bildet das schriftliche "Kölner Stadtgedächtnis", denn es verwahrt eine Vielzahl von Unterlagen aus der Kölner Stadtgeschichte sowie der Geschichte des Rheinlandes und macht sie für seine Nutzer*innen zugänglich.

Das Archiv stellt sich vor

Wissenswertes über das Rheinische Bildarchiv

Zur Geschichte des Rheinischen Bildarchivs

Die virtuelle Ausstellung "Fotografien für Köln und die Welt – Die Geschichte des Rheinischen Bildarchivs" reicht von der ersten bekannten Dienstanweisung zur fotografischen Kulturgutdokumentation in der Stadt Köln im 19. Jahrhundert bis hin zur Digitalfotografie und dem Archivneubau am Eifelwall.

Die Ausstellung wird in der Deutschen Digitalen Bibliothek gezeigt. Kurator der Ausstellung ist Tim Schnarr, Auszubildender zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, Schwerpunkt Bildagentur, im Rheinischen Bildarchiv.

Zur virtuellen Ausstellung

Das Rheinische Bildarchiv stellt sich vor

Das Rheinische Bildarchiv

Die Bilddatenbank des Rheinischen Bildarchivs

Kulturelles Erbe Köln