Am Eifelwall errichten wir Europas modernstes kommunales Archiv, in dem das Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv ihre neue Heimat finden werden. Wir bauen nach den Plänen des Architekturbüros Waechter + Waechter Architekten aus Darmstadt eine dreigeschossige Mantelbebauung. In deren Mitte erhebt sich das so genannte Schatzhaus, das mit seinen Magazinen die Archivalien und Fotografien schützen wird.

Der Neubau am Eifelwall wird eine Gesamtfläche von etwa 22.584 Quadratmetern bieten und rund 50 Regalkilometer sowie 460 Planschränke für das Archivgut zur Verfügung stellen. Das Rheinische Bildarchiv bekommt weitere 2,2 Regalkilometer Lagerfläche. Das Gebäude bietet gleichzeitig rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hochfunktionale Arbeitsplätze. Im Lesesaal werden 45 Plätze für die Arbeit mit Archivgut zur Verfügung stehen. Die Gesamtkosten für den Neubau Historisches Archiv und Rheinisches Bildarchiv werden rund 75,9 Millionen Euro, zuzüglich 10 Prozent Risikoreserve, betragen.

Hier bekommen Sie einen Einblick in die aktuelle Entwicklung sowie Informationen zu Planung und Leitidee des Neubaus.

Aktuelle Entwicklung

© Raimond Spekking/CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)
Der Neubau im August 2019

Der Neubau schreitet zügig voran. Der Rohbau ist abgenommen und die Fassade der Mantelbebauung fertiggestellt. Der Aufbau der Rollregalanlagen im Gebäude ist weit fortgeschritten. Das sogenannte "Schatzhaus" inmitten der Mantelbebauung, welches das Magazin beherbergen wird, ist noch eingerüstet, da hier die Fassade noch montiert werden muss. Dies soll spätestens im Januar 2020 abgeschlossen sein. Wir planen das Gebäude im vierten Quartal 2020 funktionsfähig an unsere Kolleginnen und Kollegen der beiden Archive zu übergeben. Danach erfolgen die Umzüge beider Dienststellen sowie die Rückführung der Archivalien, die in mehreren Asylarchiven in der ganzen Bundesrepublik verteilt aufbewahrt werden.

Beim Einsturz des Historischen Archivs am 3. März 2009 befanden sich im Archiv circa:

  • 27 laufende Kilometer Akten
  • 62.000 Urkunden
  • 329.000 Karten, Pläne und Plakate
  • 500.000 Fotos
  • 2.500 Tonträger und Videos

Was bisher geschah

© Waechter + Waechter Architekten

Seit dem Einsturz des alten Stadtarchivs an der Severinstraße ist das Historische Archiv auf zwei provisorische Standorte verteilt. Zum einen ist am Heumarkt 14 die Verwaltung untergebracht sowie ein digitaler Lesesaal und ein Ausstellungsraum. Zum anderen steht in Porz das Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum mit seiner großen Werkstatt, dem Magazin und einem digitalen Lesesaal.

Bereits im September 2009, sechs Monate nach dem Einsturz, beschloss der Rat den Neubau am Eifelwall/Ecke Luxemburger Straße, in den auch die Kunst- und Museumsbibliothek mit dem Rheinischen Bildarchiv einziehen sollten.

Mit Beschluss des Rates vom 12. Mai 2015 - auf Basis der vorliegenden Baupläne der Büros Waechter + Waechter -  war die letzte Hürde zur Realisierung des Neubaus genommen. Nachdem die Bodendenkmalpflege das Areal untersucht hatte und das Baufeld frei gemacht worden war, begannen im Frühjahr 2016 mit der Kampfmittelsondierung die Tiefbauarbeiten am Eifelwall. Ab September wurden die ersten Pfahlbohrungen vorgenommen.

Dabei kam ein Großbohrgerät mit einer Höhe von 20 Metern und einem Gewicht von 100 Tonnen zum Einsatz. Pfahlbohrungen dienen dazu, die Lasten des Gebäudes auf die Bodenplatte zu verteilen. Bei der Pfahlgründung werden Pfähle in den Baugrund gebohrt bis eine tragfähige Boden- oder Gesteinsschicht erreicht ist. Der Erdkern wird anschließend entfernt, der Hohlraum dann mit Beton verfüllt und das Rohr wieder aus dem Boden gezogen. Diese Betonpfähle dienen schließlich als Stützen und Fundament für das neue Gebäude.

Probebohrungen hatten im Vorfeld wichtige Erkenntnisse zur Planung der einzelnen Bohrpfähle am Eifelwall erbracht. Mit diesen Daten wurde eine wichtige Grundlage für die Statik geschaffen, die über die notwendige Dimensionierung der Pfahlgründung entschieden hatte.

Richtfest mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker

© Stadt Köln
Das Richtfest am 2. März 2018

Auf dem Gelände wurden insgesamt 186 Betonpfähle mit einem Durchmesser von 90 bis 120 Zentimetern in den Baugrund eingebracht. Während der Beton der Pfahlbohrungen aushärtete, wurden bereits die Baucontainer sowie der erste von drei Baukränen aufgestellt. Die erste Aufgabe beim Rohbau bestand in der Erstellung der Bodenplatte im Bereich des künftigen Foyers.

Auf dieser Bodenplatte fand am 17. März 2017 die Grundsteinlegung statt. Am 2. März 2018 konnte das Richtfest begangen werden.

Grundsteinlegung

Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat am 17. März 2017 im Beisein vieler Gäste den Grundstein für das neue Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv gelegt.

Unsere Bildergalerie vermittelt Ihnen einen Eindruck vom Festakt und dem Stand der Bauarbeiten zu diesem Zeitpunkt.

Informationen zur Grundsteinlegung am 17. März 2017
Weitere Details zum Bauprojekt

Planungsphase

© Stadt Köln

Unser Wettbewerb für den Neubau des Historischen Archivs wurde durch das Darmstädter Architekturbüro Freischlad + Holz durchgeführt und begleitet. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Wettbewerbs wurden städtebaulich, architektonisch und funktional anspruchsvolle Entwürfe erwartet.

Bereits die Planung eines Gebäudes für derart bedeutende wissenschaftliche Einrichtungen wie das Historische Archiv und die Kunst- und Museumsbibliothek erforderte eine intensive Auseinandersetzung aller Beteiligten mit den verschiedenen Aufgabenbereichen, Inhalten und Zielen der künftigen Nutzerinnen und Nutzer.

Eine wichtige Forderung war, dass die unterschiedlichen Einrichtungen einerseits eigenständig genutzt und betrieben werden können und andererseits einladende gemeinsame Foyer- und Veranstaltungsräume vorhanden sind.

Die hohen baulichen und klimatischen Anforderungen an die Sicherheit der Magazinräume stellten eine besondere Herausforderung dar. Die Magazinräume müssen größtmöglichen Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen, Vandalismus, Diebstahl und Naturkatastrophen gewährleisten, wobei auch das hohe Eigengewicht der Regalanlagen und Planschränke sowie der eingelagerten Bestände berücksichtigt werden muss.

© Stadt Köln
Professor Carlo Weber, Beigeordneter Professor Georg Quander, Oberbürgermeister Jürgen Roters und Beigeordneter Bernd Streitberger

Falsche Klimabedingungen führen zu irreparablen Schädigungen des Archiv- und Bibliotheksguts. Deshalb müssen Schwankungen der Temperatur und Luftfeuchtigkeit soweit wie möglich reduziert werden.

Aus insgesamt 40 Entwürfen von nationalen und internationalen Architektenteams hat das Preisgericht in seiner Tagung am 17. und 18. Juni 2011 den Sieger gewählt. Unter dem Vorsitz von Professor Carlo Weber stimmte das Preisgericht für den Entwurf des Büros Waechter + Waechter Architekten Darmstadt.

Die Stadt Köln hat es sich zum Ziel gesetzt, das sicherste und modernste Archiv Europas zu errichten. Diesen Anspruch haben wir an die Architekten gestellt, und ich bin zuversichtlich, dass wir dies jetzt auch erreichen werden,

so Oberbürgermeister Jürgen Roters bei der Vorstellung der Preisträgerentwürfe am 19. Juni 2011.

Die Leitidee des Neubaus

Das erklärte Ziel ist es, mit dem Neubau ein Bürgerarchiv entstehen zu lassen, das sich der Öffentlichkeit transparent und einladend präsentiert.

Entstehen soll ein einladendes, offenes und gleichzeitig hoch funktionales Haus, das sowohl interessierte Bürgerinnen und Bürger als auch Fachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Studierende sowie Kundinnen und Kunden des Bildarchivs anspricht. Dabei sollen gleichzeitig strengste konservatorische Erfordernisse mit Energieeffizienz und möglichst geringen Betriebskosten vereint werden.

© Stadt Köln

Durch die unmittelbare Nähe zur Universität eröffnen sich zudem ganz neue Möglichkeiten der wissenschaftlichen Zusammenarbeit.

Das Herzstück des Neubaus wird das Magazin sein, in dem die Kölner Kulturschätze aus über 1.000 Jahren Geschichte eine neue, sichere und an den modernsten konservatorischen Anforderungen ausgerichtete Heimat bekommen.

Um das "Schatzhaus" herum entsteht das Mantelgebäude, das sich, so das Urteil des Preisgerichtes

durch seine Transparenz ausstrahlende Glasfront auszeichnet.

Das lichtdurchflutete Foyer strahlt eine einladende Atmosphäre aus. Mit Blick in den grünen Innenhof kann man im Lesesaal in einer schönen Umgebung recherchieren und Quellen studieren.

Die neuen Räume und Magazinflächen für das Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv entstehen auf einer Nutzfläche von 14.493 Quadratmetern/Bruttogrundfläche von 22.510 Quadratmetern.

Für die Bestände des Historischen Archivs stehen im Neubau rund 50 Regalkilometer für kartoniertes Archivgut zuzüglich Flächen für Urkunden und Großformate sowie 460 Planschränke zur Verfügung.

Für das Rheinische Bildarchiv werden eigene Magazinräume eingerichtet.

Die Baukosten belaufen sich auf rund 80,53 Millionen Euro brutto.