Am Eifelwall haben wir Europas modernstes kommunales Archiv errichtet, in dem das Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv ihre neue Heimat finden. Gebaut haben wir nach den Plänen des Architekturbüros Waechter + Waechter Architekten aus Darmstadt eine dreigeschossige Mantelbebauung. In deren Mitte erhebt sich das sogenannte Schatzhaus, das mit seinen Magazinen die Archivalien und Fotografien schützen wird. Übergabe des Objekts an die Nutzenden war im April 2021. Nun folgen die Möblierungen sowie die Umzüge bis zum endgültigen Nutzungsbeginn, der für den Herbst 2021 geplant ist.

Der Neubau am Eifelwall bietet eine Gesamtfläche von etwa 8.800 Quadratmeter, rund 50 Regalkilometer sowie 460 Planschränke für das Archivgut. Das Rheinische Bildarchiv bekommt weitere 2,2 Regalkilometer Lagerfläche. Das Gebäude bietet gleichzeitig mehr als 150 Mitarbeitenden hochfunktionale Arbeitsplätze. Im Lesesaal werden 45 Plätze für die Arbeit mit Archivgut zur Verfügung stehen. Die Gesamtkosten für den Neubau Historisches Archiv und Rheinisches Bildarchiv betragen vorbehaltlich der noch ausstehenden Schlussrechnungen für die abschließenden Kostenfeststellung rund 90 Millionen Euro. 

Aktuelle Entwicklung

© Martina Goyert
Raumbuchabnahme mit den künftigen Nutzerinnen und Nutzern

12 Jahre nach dem Einsturz des Historischen Archivs in der Kölner Südstadt ist die neue Heimat für die Archive der Stadt Köln fertiggestellt. Zur Vorbereitung der Umzugsplanungen sowie Möbelbestellungen hatte bereits kurz vor Weihnachten 2020 mit den künftigen Nutzenden die Begehung zur sogenannten "Raumbuchabnahme" stattgefunden. Das Raumbuch beinhaltet die Beschreibung aller notwendigen Räume, Flächen, und technischen Sonderanforderungen, die ein so spezielles Gebäude erfüllen muss. Die Gebäudetechnik wurde so einreguliert, dass die Nutzung im Herbst 2021 beginnen kann. 

 

Bei dem Neubau für das Historische Archiv und Rheinische Bildarchiv handelt sich um ein technisch äußerst anspruchsvolles Gebäude mit sehr hohen Anforderungen an die Klimastabilität, die die empfindlichen Archivalien benötigen. Das Gebäude verfügt mit einem Eisspeicher, einer Hüllflächentemperierung für den Magazinbaukörper, sowie Geothermie und Photovoltaik, über ein komplexes Energiekonzept, dass von der Fachwelt interessiert verfolgt wird. Der Rohbau war 2019 abgenommen und die Fassade der Mantelbebauung fertiggestellt worden. Anschließend erfolgten der Aufbau der Rollregalanlagen im Gebäude, die Fertigstellung der Fassade des sogenannten "Schatzhaus" inmitten der Mantelbebauung, welches das Magazin beherbergen wird, der Innenausbau und die Gestaltung der Außenanlagen.  

 

© Rheinisches Bildarchiv Köln/Marc Weber
Schlüsselübergabe für den Neubau des Historischen Archivs und des Rheinischen Bildarchivs

Schlüsselübergabe für den Neubau des Historischen Archivs und des Rheinischen Bildarchivs

Am 26. Mai 2021 hat Baudezernent Markus Greitemann symbolisch den Schlüssel für den Neubau des Historischen Archivs und Rheinischen Bildarchivs an seine Amtskollegin, Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach, übergeben. Der Neubau war im Dezember 2020 unter Leitung der Gebäudewirtschaft weitestgehend fertiggestellt worden. Im März 2021 wurde die vorläufige Genehmigung zur Nutzung durch die Bauaufsicht erteilt, womit nun die offizielle Übergabe an die Nutzenden im engsten Verwaltungskreis stattfinden konnte.

Entstanden sind nicht nur 8.800 Quadratmeter Raum mit mehr als 50 Regalkilometern zur sicheren Unterbringung von Kölns Archivalien und Bildschätzen, sondern auch mehr als 150 hochfunktionale Arbeitsplätze für die Mitarbeitenden der beiden Archive. Im Verwaltungs- und Bürobereich sind die Möbel schon geliefert, die IT- und Kommunikationstechnik wird aktuell aufgebaut und eingerichtet.

Vom 14. bis 16. Juni 2021 zieht das Historische Archiv mit der Verwaltung aus dem Zwischenstandort an der Brabanter Straße in den Neubau. Im Juli werden dann die Werkstätten und Labore aus dem Restaurierung- und Digitalisierungszentrum Porz-Lind einziehen. Das Rheinische Bildarchiv zieht mit der Bildarchivverwaltung und den Bildbearbeitungsplätzen vom 21. bis 25. Juni vom Kattenbug an den Eifelwall.

Im Herbst 2021 folgen dann auch die Bestände der Archive aus den Standorten in Porz, Düsseldorf und der Innenstadt sowie abschließend die Bestände des Rheinischen Bildarchivs. Vorher wird es einen Test-Umzug geben, um Klimaschwankungen zu vermeiden. Beobachtet wird dieser Prozess durch Fachleute des Fraunhofer Institutes für Bauphysik. Sie prüfen auch die Bautrocknung und die Stabilität des Klimas in den Magazinräumen. Die offizielle Eröffnung ist für Anfang September 2021 geplant.

Beim Einsturz des Historischen Archivs am 3. März 2009 befanden sich im Archiv circa

  • 27 laufende Kilometer Akten,
  • 62.000 Urkunden,
  • 329.000 Karten, Pläne und Plakate,
  • 500.000 Fotos,
  • 2.500 Tonträger und Videos.

In diesem Video können Sie sich einen ersten Eindruck verschaffen:

Was bisher geschah

© Waechter + Waechter Architekten

Seit dem Einsturz des alten Stadtarchivs an der Severinstraße ist das Historische Archiv auf zwei provisorische Standorte verteilt. Zum einen ist in der Brabanter Straße 2-4 die Verwaltung untergebracht sowie ein digitaler Lesesaal und ein Ausstellungsraum. Zum anderen steht in Porz das Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum mit seiner großen Werkstatt, dem Magazin und einem digitalen Lesesaal.

Bereits im September 2009, sechs Monate nach dem Einsturz, beschloss der Rat den Neubau am Eifelwall/Ecke Luxemburger Straße, in den auch die Kunst- und Museumsbibliothek mit dem Rheinischen Bildarchiv einziehen sollten.

Mit Beschluss des Rates vom 12. Mai 2015 - auf Basis der vorliegenden Baupläne der Büros Waechter + Waechter -  war die letzte Hürde zur Realisierung des Neubaus genommen. Nachdem die Bodendenkmalpflege das Areal untersucht hatte und das Baufeld frei gemacht worden war, begannen im Frühjahr 2016 mit der Kampfmittelsondierung die Tiefbauarbeiten am Eifelwall. Ab September wurden die ersten Pfahlbohrungen vorgenommen.

Dabei kam ein Großbohrgerät mit einer Höhe von 20 Metern und einem Gewicht von 100 Tonnen zum Einsatz. Pfahlbohrungen dienen dazu, die Lasten des Gebäudes auf die Bodenplatte zu verteilen. Bei der Pfahlgründung werden Pfähle in den Baugrund gebohrt bis eine tragfähige Boden- oder Gesteinsschicht erreicht ist. Der Erdkern wird anschließend entfernt, der Hohlraum dann mit Beton verfüllt und das Rohr wieder aus dem Boden gezogen. Diese Betonpfähle dienen schließlich als Stützen und Fundament für das neue Gebäude.

Probebohrungen hatten im Vorfeld wichtige Erkenntnisse zur Planung der einzelnen Bohrpfähle am Eifelwall erbracht. Mit diesen Daten wurde eine wichtige Grundlage für die Statik geschaffen, die über die notwendige Dimensionierung der Pfahlgründung entschieden hatte.

© Stadt Köln

Richtfest mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker

Auf dem Gelände wurden insgesamt 186 Betonpfähle mit einem Durchmesser von 90 bis 120 Zentimetern in den Baugrund eingebracht. Während der Beton der Pfahlbohrungen aushärtete, wurden bereits die Baucontainer sowie der erste von drei Baukränen aufgestellt. Die erste Aufgabe beim Rohbau bestand in der Erstellung der Bodenplatte im Bereich des künftigen Foyers.

Auf dieser Bodenplatte fand am 17. März 2017 die Grundsteinlegung statt. Am 2. März 2018 konnte das Richtfest begangen werden.

Grundsteinlegung

Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat am 17. März 2017 im Beisein vieler Gäste den Grundstein für das neue Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv gelegt.

Unsere Bildergalerie vermittelt Ihnen einen Eindruck vom Festakt und dem Stand der Bauarbeiten zu diesem Zeitpunkt.

Informationen zur Grundsteinlegung am 17. März 2017

Planungsphase

© Stadt Köln

Unser Wettbewerb für den Neubau des Historischen Archivs wurde durch das Darmstädter Architekturbüro Freischlad + Holz durchgeführt und begleitet. Von den Teilnehmenden des Wettbewerbs wurden städtebaulich, architektonisch und funktional anspruchsvolle Entwürfe erwartet.

Bereits die Planung eines Gebäudes für derart bedeutende wissenschaftliche Einrichtungen wie das Historische Archiv und die Kunst- und Museumsbibliothek erforderte eine intensive Auseinandersetzung aller Beteiligten mit den verschiedenen Aufgabenbereichen, Inhalten und Zielen der künftigen Nutzenden.

Eine wichtige Forderung war, dass die unterschiedlichen Einrichtungen einerseits eigenständig genutzt und betrieben werden können und andererseits einladende gemeinsame Foyer- und Veranstaltungsräume vorhanden sind.

Die hohen baulichen und klimatischen Anforderungen an die Sicherheit der Magazinräume stellten eine besondere Herausforderung dar. Die Magazinräume müssen größtmöglichen Schutz vor schädlichen Umwelteinflüssen, Vandalismus, Diebstahl und Naturkatastrophen gewährleisten, wobei auch das hohe Eigengewicht der Regalanlagen und Planschränke sowie der eingelagerten Bestände berücksichtigt werden muss.

© Stadt Köln
Professor Carlo Weber, Beigeordneter Professor Georg Quander, Oberbürgermeister Jürgen Roters und Beigeordneter Bernd Streitberger

Falsche Klimabedingungen führen zu irreparablen Schädigungen des Archiv- und Bibliotheksguts. Deshalb müssen Schwankungen der Temperatur und Luftfeuchtigkeit soweit wie möglich reduziert werden.

Aus insgesamt 40 Entwürfen von nationalen und internationalen Architektenteams hat das Preisgericht in seiner Tagung am 17. und 18. Juni 2011 den Sieger gewählt. Unter dem Vorsitz von Professor Carlo Weber stimmte das Preisgericht für den Entwurf des Büros Waechter + Waechter Architekten Darmstadt.

Die Stadt Köln hat es sich zum Ziel gesetzt, das sicherste und modernste Archiv Europas zu errichten. Diesen Anspruch haben wir an die Architekten gestellt, und ich bin zuversichtlich, dass wir dies jetzt auch erreichen werden,

so Oberbürgermeister Jürgen Roters bei der Vorstellung der Preisträgerentwürfe am 19. Juni 2011.

Die Leitidee des Neubaus

Das erklärte Ziel ist es, mit dem Neubau ein Bürgerarchiv entstehen zu lassen, das sich der Öffentlichkeit transparent und einladend präsentiert.

Entstehen soll ein einladendes, offenes und gleichzeitig hoch funktionales Haus, das sowohl interessierte Bürger*innen als auch Fachwissenschaftler*innen, Studierende sowie die Kundschaft des Bildarchivs anspricht. Dabei sollen gleichzeitig strengste konservatorische Erfordernisse mit Energieeffizienz und möglichst geringen Betriebskosten vereint werden.

© Stadt Köln

Durch die unmittelbare Nähe zur Universität eröffnen sich zudem ganz neue Möglichkeiten der wissenschaftlichen Zusammenarbeit.

Das Herzstück des Neubaus wird das Magazin sein, in dem die Kölner Kulturschätze aus über 1.000 Jahren Geschichte eine neue, sichere und an den modernsten konservatorischen Anforderungen ausgerichtete Heimat bekommen.

Um das "Schatzhaus" herum entsteht das Mantelgebäude, das sich, so das Urteil des Preisgerichtes

durch seine Transparenz ausstrahlende Glasfront auszeichnet.

Das lichtdurchflutete Foyer strahlt eine einladende Atmosphäre aus. Mit Blick in den grünen Innenhof kann man im Lesesaal in einer schönen Umgebung recherchieren und Quellen studieren. Die neuen Räume und Magazinflächen für das Historische Archiv und das Rheinische Bildarchiv entstehen auf einer Nutzfläche von 14.493 Quadratmetern/Bruttogrundfläche von 22.510 Quadratmetern. Für die Bestände des Historischen Archivs stehen im Neubau rund 50 Regalkilometer für kartoniertes Archivgut zuzüglich Flächen für Urkunden und Großformate sowie 460 Planschränke zur Verfügung. Für das Rheinische Bildarchiv werden eigene Magazinräume eingerichtet.