Es war mal wieder spannend! Zum diesjährigen Umweltschutzpreis wurden insgesamt 42 Beiträge von Kölner Kindertagesstätten, Schulen, Bürgerinnen und Bürgern, einer Fachhochschule, Firmen und Vereinen sowie gemeinnützigen Institutionen eingereicht.
 
Die Jury - bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von Verwaltung, Rat, Sparkasse KölnBonn, Kölner Medien, Universität und Umweltverbänden - hat aus diesen Projekten die Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt. Insgesamt wurde ein Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro vergeben, wobei jeweils 1.500 Euro auf  die vier Kategorien  verteilt wurden.

Die Preise überreichte Oberbürgermeister Jürgen Roters gemeinsam mit Umweltdezernentin Henriette Reker am 17. Oktober 2011 bei einer Feierstunde in der Piazzetta im Rathaus.

Preisträgerinnen und Preisträger in den Kategorien

Kindertagesstätten

Natur mit allen Sinnen zu erfahren, Spinnen, Regenwürmer oder das Keimen einer Pflanze zu beobachten, den sorgsamen Umgang mit Wasser und Strom zu erlernen, Müllsammelaktionen, Kunst aus Müll, Lebensraum Wald - schöne, vielfältige Projekte, bei denen die Sensibilisierung der Kinder für einen bewussten Umgang mit der Umwelt im Mittelpunkt steht. Die Jury wählte aus acht Beiträgen aus und vergab zwei erste Preise und zwei Belobigungen.

1. Plätze

Städtische Kita Immendorfer Hauptstrasse

"Mit der Lupe auf Tour verfolgen wir jede Spur": Während des Projekts erforschten die Kinder den Boden und die Wiese als natürlichen Lebensraum. Ausgestattet mit Lupen, Regenwurm-Schaukästen, dem sogenannten Vermarium, sowie einem neu angelegten Hochbeet beobachteten und studierten die Kinder das natürliche Umfeld von Regenwürmern, Schnecken und Spinnen und das Wachstum von Pflanzen während der Jahreszeiten.

Städtische Tageseinrichtung für behinderte und nichtbehinderte Kinder Koblenzer Strasse

Der Teilbereich Erde im Projekt "Feuer, Wasser, Luft und Erde" stand im Vordergrund. Während des Projektes entwickelten die Kinder ein Verständnis für die natürlichen Prozesse im Ökosystem Boden. Pflanzen, Tiere und der Boden wurden beobachtet und analysiert. Es wurden Bodenproben gesammelt und untersucht, ein großes Bodenprofil gemalt, Samen zum Keimen gebracht und die sich entwickelnden Pflanzen im Hochbeet ausgepflanzt. Bücher ergänzten das Angebot, und mit Hilfe eines Gießplans wurde von den Kindern die verantwortungsvolle Pflege des Hochbeets übernommen.

Belobigungen

Für ihr Engagement wurden belobigt:

  • Städtische Kita Käulchensweg mit dem Projekt "Wald-Baum-Papier". Ziel war es, die Kinder für den Lebensraum Wald zu sensibilisieren.
  • Kindertagesstätte Venloer Wall mit dem Projekt "Den Umgang lernen mit Strom und Wasser". Der sorgsame Umgang mit den Ressourcen Strom und Wasser wurde spielerisch vermittelt.

Weiterführende Schulen und Berufskollegs

Weiterführende Schulen

Interessante und engagierte Bewerbungen gab es in dieser Kategorie: neben einer Aktion zur Säuberung des Rheinufers befassten sich die weiteren Beiträge mit der praktizierten Umwelterziehung im Schulalltag, dem Ausbau und der Weiterentwicklung des Ökosystems Schulgarten sowie dem Projekt "Lebendes Bauwerk aus Weiden für Kindergärten".

1. Platz: Heinrich-Böll-Gesamtschule

Seit 20 Jahren gehört Umweltschutz als fester Bestandteil in das Programm der Heinrich-Böll-Gesamtschule. Der Titel des Beitrags "Wichtiges selbstverständlich werden lassen" trifft somit den Kern der praktizierten Umwelterziehung: Umweltlernen gehört elementar zum Schulalltag. Die langjährig tätige Umwelt-AG hat dabei zahlreiche Projekte an der Schule initiiert. Zum Spektrum der Aktivitäten zählen: Themen wie Recycling, Verkauf von umweltfreundlichen Schulmaterialien, Organisation von umweltfreundlichen Schulfesten, Entsiegelungsmaßnahmen auf den Schulhöfen, die Einrichtung eines grünen Klassenzimmers und die regelmäßige Pflege und Betreuung des Schulgartens, in dem Schülerinnen und Schüler praktische Naturerfahrungen erleben können.

Belobigung: Berufskolleg Humboldtstraße und AWO

Projekt "Lebendes Bauwerk aus Weidenpflanzen für Kindergärten": Schülerinnen und Schüler der Unterstufe aus der Berufsschule Agrarwirtschaft planten und errichteten eine lebende Spiellandschaft aus Weiden in der Kita "Winkelssprossen".

Universitäten, Fachhochschulen

Universitäten und Fachhochschulen

Die Fachhochschule Köln war mit insgesamt drei wissenschaftlichen Beiträgen zum diesjährigen Umweltschutzpreis gut vertreten. Ein Beitrag wurde mit dem ersten Platz, ein weiterer mit einer Belobigung von der Jury ausgezeichnet.

1. Preis: Institut für Landmaschinentechnik und regenerative Energie, Labor für Bioenergie der Fachhochschule Köln

Das studentische Umweltprojekt befasst sich mit der energetischen Optimierung des Elefantenhauses im Kölner Zoo. Dabei wurden die Möglichkeiten zur Energieeinsparung durch Lamellenvorhänge an den Toren zum Außengehege, die energetische Verwertung von Elefantendung und Grünschnitt untersucht sowie der Ertrag einer Photovoltaik-Anlage kalkuliert. Das Projekt ist mit vielen innovativen und nachhaltigen Ansätzen versehen.

Belobigung: Fachhochschule Köln, Fakultät für Architektur, Institut für Technik und Ökologie

Projekt: Mit dem Projekt Energie-Mobil "nachhaltig bewegt" konzipierten und gestalteten Studierende der Fachhochschule Köln ein Modell eines fahrbaren Energie-Mobils, das im Rahmen der Umweltbildung für nachhaltige Entwicklung eingesetzt werden könnte.

Firmen, Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Aktionsbündnisse und Bürgerzentren

Die Fertigung von Massivholzmöbeln aus Stadtwaldholz, eine Sammlung von leeren Patronen und Kartuschen mit ökologischem und sozialem Effekt, eine langjährige Müllsammel-Aktion in Köln-Pesch, die Mitorganisation des "Ehrenfelder Frühlings" und Energie zum Anfassen für Porzer Pänz - ein breites Spektrum in den Beiträgen der Firmen, Institutionen, Vereine sowie Bürgerinnen und Bürger, über die die Jury zu befinden hatte.

1. Platz: Firma Stadtwaldholz

Ökologische Möbel nach Maß entstehen bei der Firma Stadtwaldholz ausschließlich aus einheimischen Hölzern aus dem nahe gelegenen Kölner Stadtwald. Nur Holz, das vor der Haustür im Stadtwald wächst, wird für die Fertigung der Möbel verwendet. Die Transportwege sind kurz und auch bei der Nutzung von Strom wird konsequent auf umweltfreundliche Energiequellen geachtet. Dieser Beitrag zeichnet sich durch effizienten Umwelt- und Klimaschutz aus und vereint Kunst, Handwerk, Ökologie und nachhaltiges Wirtschaften vorbildlich.

2. Platz: Katholische Jugendwerke Köln e. V.

"SAMMELT MIT für Köln". Die Katholischen Jugendwerke haben in Zusammenarbeit mit lokalen Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern ein System zur Erfassung von Toner- und Tintenpatronen eingerichtet. Seit Januar 2011 werden an insgesamt 64 Stellen in Köln leere Patronen und Kartuschen aus Büros, Verkaufsräumen, Firmen und Betrieben gesammelt. Die leeren Patronen und Kartuschen werden recycelt oder zum Wiederbefüllen gereinigt. Mit dem Erlös aus der Sammlung werden Projekte zur gesunden und ausgewogenen Ernährung von Kindern und Jugendlichen in Köln gefördert. Diese innovative Recyclingaktion vermeidet Müll und verbindet Umweltschutz mit sozialem Engagement.

Eine zukünftige Zusammenarbeit mit den Katholischen Jugendwerken und der Stadt Köln, Koordinationsstelle Abfallwirtschaft, ist aktuell geplant. Die gute Idee und Umsetzung der Sammlung von leeren Patronen und Kartuschen im Kölner Stadtgebiet soll aufgegriffen werden, da diese Materialien bisher nicht getrennt erfasst wurden.

Belobigungen

Heinz Brill 

Projekt: Müllsammelaktion in Köln-Pesch. Seit mehr als drei Jahren entsorgt Herr Brill ehrenamtlich Müll und Unrat in seinem Stadtteil. Durch sein Engagement trägt er zu einem sauberen Umfeld in Köln-Pesch bei und schützt Natur und Umwelt.

Niklas Wagner

Projekt: Ehrenfelder Frühling. Herr Wagner ist Mitorganisator des "Ehrenfelder Frühlings", einem Veranstaltungsmonat zur urbanen Agrikultur in Köln-Ehrenfeld.

Jugendzentren Köln - Jugend- und Gemeinschaftszentrum Glashütte

Projekt: "Energie zum Anfassen-Umweltschutz für Porzer Pänz". Seit April 2008 befindet sich auf dem Dach der Glashütte eine Photovoltaikanlage, die neben der Stromproduktion auch als Lernobjekt für Kinder und Jugendliche dient.