© Helmut Weller

Siebenschläfer (Glis glis) – Kobold der Nacht  

Merkmale: etwa 20 Zentimeter langes grau gefärbtes, mausähnliches Tier mit heller Bauchseite, dunklen Augenringen und langem, buschigem Schwanz 

Beobachtungszeit: April bis Oktober, fast nur nachts 

Nahrung: Nüsse, Beeren, Knospen, Insekten, Schnecken, Würmer, Vogeleier, sehr gerne Bucheckern 

Lebensraum: Laub- und Mischwälder mit Waldmantel, Obstwiesen, Kleingärten 

Lebensweise: nachtaktiv, verbringen den Großteil des Tages in Baumhöhlen, Erdhöhlen, Nistkästen und anderen Verstecken. Winterschlaf von September/Oktober bis Mai/Juni.

Der Siebenschläfer macht seinem Namen wahrlich alle Ehre, verbringt er doch sieben lange Monate mit Winterschlaf. Diese Zeit verharrt er starr in einem gut gepolsterten Nest unter der Erde. Manchmal findet er auch in menschlichen Gebäuden ein geeignetes Quartier.

Erst mit dem Frühling erwacht der Schläfer wieder. Wenn er mit der Balz beginnt, wird es meist sehr laut. Hausbesitzer*innen, die einen Siebenschläfer beherbergen, kann dies gelegentlich schier zur Verzweiflung bringen. Die wenigen Monate von April bis Oktober verbringt der Siebenschläfer mit der Aufzucht seiner Jungen. Der Nachwuchs kommt blind und nackt auf die Welt. Erst im Alter von drei bis vier Wochen können die kleinen das Nest verlassen. Ab dieser Zeit geht die ganze Familie auf Nahrungssuche. Um nicht verloren zu gehen, klammern sich die Jungen bei den ersten Ausflügen am Schwanz des jeweiligen Vorgängers fest und bilden so gemeinsam mit der Mutter eine Kette.

Um sich ordentlich Speck für den nächsten Winter anzufressen, geht die kleine Gruppe auf Nahrungssuche, bevorzugt im Bereich von Waldmänteln. Dabei wird fettreiche Kost bevorzugt. Zu den Lieblingsspeisen des Siebenschläfers gehören dabei übrigens Bucheckern.

Übrigens: Bekannt ist der Siebenschläfer durch den Siebenschläfertag. Dieser geht jedoch nicht auf den Bilch mit seiner langen Schlafphase zurück, sondern auf die 7 menschlichen Schläfer von Ephesus. Diese suchten in der Zeit der Christenverfolgung Schutz in einer Höhle und wurden dort eingemauert. Um zu überleben sind sie in einen tiefen Schlaf gefallen und konnten der Legende nach 200 Jahre später unversehrt befreit werden.

Beobachtung aktiv:

Wollen Sie dem Siebenschläfer in sein Nest schauen? Seit einigen Jahren betreiben der BUND und der NABU Stadtverband Leverkusen e. V. ein einem gemeinsamen Projekt eine Siebenschläfer-Webcam. Hier können Sie das spannende Leben der Tiere von April bis Oktober live verfolgen. 

Siebenschläfer - Webcam, NABU Stadtverband Leverkusen e.V.

Weitere Informationen: 

Siebenschläfer - quirlige Poltergeister, Wildtierhilfe Wien, Österreich Siebenschläfer - Deutschlands Natur