Der Umweltschutzpreis 2002 wurde den Preisträgerinnen und Preisträgern während der Kölner Gesundheitstage am 19. September 2002 durch Herrn Oberbürgermeister Fritz Schramma und der Dezernentin für Gesundheit, Umwelt und Feuerschutz, Frau Dr. Ursula Christiansen verliehen.

Preisträgerinnen und Preisträger

Katholische Grundschule Mainzer Straße

Die Katholische Grundschule Mainzer Straße gilt als ein Vorzeigeprojekt für eine erfolgreiche Schulhofumgestaltung in Köln. Seit 1996 wird der 2.600 Quadratmeter große, ehemals versiegelte Schulhof von einer Eltern- und Lehrer-Arbeitsgruppe gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern in eine naturnahe und kindgerechte Lernlandschaft umgestaltet.

So sind im Verlauf von zahlreichen Ferienaktionen beispielsweise

  • ein Garten für Kinder mit Weidenhütten und -gängen,
  • eine Freiluftklasse,
  • ein Lehmofen und
  • eine Kräuter-Mosaik-Schlange

entstanden. Der grüne Schulhof steht neben der Schulgemeinde auch den Bewohnerinnen und Bewohnern des Stadtviertels zur Verfügung: Er ist ein Ort der Begegnung, Kommunikation und kreativer Beschäftigung.

Herr Diplom-Ingenieur Christoph Groneck, Verkehrsclub Deutschland, Kreisverband Köln VCD e. V.

Für das Buskonzept "Kölner Norden, Sternverkehr Chorweiler". Aufgrund einer besseren Verzahnung der S-Bahn mit den Buslinien bei gleichzeitig kürzerer Fahrzeit wird die Nutzerfreundlichkeit des Öffentlichen Personennahverkehrs im Vergleich zu dem bisherigen Bus- und Bahnangebot im Kölner Norden deutlich erhöht.

Da der Individualverkehr derzeit das städtische Umweltproblem Nummer 1 darstellt, ist eine Attraktivitätssteigerung und der damit verbundene Umstieg der Bürgerinnen und Bürger auf den öffentlichen Nahverkehr von erheblicher Bedeutung für die Umwelt.

Professor Doktor Bülent Tezkan, Universität zu Köln, Institut für Geophysik und Meteorologie

Die Arbeitsgruppe von Herrn Professor Dr. Tezkan am Institut für Geophysik und Meteorologie hat durch die innovative Erkundung von Altlasten mit elektromagne-
tischen Methoden, ein geophysikalisches Verfahren konzipiert, mit dessen Einsatz bei der Untersuchung von Flächen mit Altablagerungen unter Umständen Kosten und Zeit eingespart werden können.

Die RadioMagnetotellurik-Methode, RTM ermöglicht zerstörungsfreie, hochauflösende Kartierungen und Sondierungen der zu untersuchenden Gebiete. Die kontaminierten Flächen können eingegrenzt und notwendige, kostenintensive Bohrungen gezielt durchgeführt werden.

Im Rahmen von Forschungsprojekten, Diplom- und Doktorarbeiten wurde die RTM-Methode bereits in den Kölner Stadtgebieten Ossendorf, Holweide, Poll und Longerich erfolgreich angewandt.

Städtische Kindertagesstätte Niehler Straße 344

Ein Arbeitskreis, bestehend aus Eltern und Erzieherinnen hat seit 1992 die Außenspielfläche der Kindertagesstätte zu einem Natur- und Erlebnisraum für Stadtkinder entwickelt. An einem Samstag im Frühjahr und Herbst eines jeden Jahres wurde das Gelände Stück für Stück naturnah umgestaltet.

Dabei sind zahlreiche "grüne Spielgeräte" entstanden, wie beispielsweise Weiden-Iglus, Weidenzäune, Hochbeete, ein Hügel mit Hangelrampe und Rutsche sowie eine bepflanzte Pergola.

Die Aktivitäten der Kindertagesstätte sind in ihrer konsequenten und langfristigen Durchführung sehr lobens- und nachahmenswert.

Arbeitskreis Biotopvernetzung BUND, NABU, LNU

Der Arbeitskreis wurde ausgezeichnet für seinen Beitrag zur "Renaturierung  des Kemperbaches und seiner Auen - ein Stadtteilprojekt". Die seit Jahren andauernden Aktivitäten des AK Biotopvernetzung unter Regie des Herrn Dr. Joachim Melke stellen einen herausragenden Beitrag ehrenamtlicher Arbeit im Sinne des Naturschutzes dar.

Auf Grundlage eines Biotop-Managementplans verfolgt der Arbeitskreis den Erhalt der vorhandenen Natur und die Annäherung an den ursprünglichen Charakter der die Bäche begeleitenden Bruchwälder und Feuchtwiesen zwischen dem Ortskern von Dellbrück und der Stadtgrenze zu Bergisch Gladbach.

Der Arbeitskreis fördert durch seine zahlreichen, öffentlichen Aktionen gemeinsam mit den Dellbrücker Bürgerinnen und Bürgern, mit Kindern und Jugendlichen das Verständnis für natürliche Zusammenhänge und motiviert zu aktiver Umweltschutzarbeit.

Herr Alfred Jung, Firma Jungtec

Die Entwicklung und Herstellung von Industriedichtungen aus Metall-Grafit zur Reduzierung von Emissionen im Bereich von Chemie, Raffinerien, Petrochemie und Anlagenbau durch die Firma Jungtec wird als eine Innovation eingeschätzt. Die nachgewiesene Verringerung von Leckagen als diffuse Quellen für Luftverunreinigungen hat besonders für den Kölner Süden Bedeutung. In der Vergangenheit traten dort hohe Ozon-Konzentrationen, beispielsweise durch Ethen-Emissionen aus Industrieanlagen auf.

Aktuell wurde Herr Jung für seine vorbildliche Leistung mit dem Deutschen Umweltpreis 2004 ausgezeichnet, der jährlich von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) vergebenen wird.