Auf was muss sich die Stadt Köln im Klimawandel einstellen?

Die Auswirkungen der globalen Erwärmung sind schon jetzt in ganz Deutschland spürbar. Die Stadt Köln hat das Projekt "Klimawandelgerechte Metropole Köln", zusammen mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, dem Deutschen Wetterdienst und den Stadtentwässerungsbetrieben Köln durchgeführt und die Ergebnisse in der Studie: "Fachbericht 50: Klimawandelgerechte Metropole Köln - Abschlussbericht" publiziert. Die Studie hat deutlich gezeigt, dass es zukünftig in Köln heißer wird und dass Wetterextreme (Starkregenereignisse) zunehmen werden. Daher ist es wichtig, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um sich dem nicht mehr aufzuhaltenden Klimawandel anzupassen.

Die Stadt Köln muss sich auf deutlich längere Hitzeperioden mit Tagen über 30 Grad Celsius vor allem in den dicht bebauten Stadtteilen einstellen. Dabei können Maximaltemperaturen von über 40 Grad Celsius erreicht werden. Besonders ältere Menschen und Kleinkinder werden hohen Belastungen ausgesetzt sein. Auch Änderungen der Flächennutzung bisher noch unbebauter Freiflächen oder landwirtschaftlich genutzter Flächen sind besonders zu betrachten. Die dort heute geringe Anzahl von heißen Tagen und Sommertagen würde bis Mitte des Jahrhunderts bei einer erheblichen Verdichtung (beispielsweise durch Wohngebiete/Gewerbegebiete) eine deutliche Zunahme erfahren. Dies macht deutlich, dass bei Planvorhaben darauf zu achten ist, dass die Wärmebelastung durch den Klimawandel nicht durch ungünstige Flächennutzungsänderungen noch deutlich verstärkt wird. Diese Aspekte sind bei einer zukünftigen, nachhaltigen Stadtentwicklung zu berücksichtigen.

Grafik: Vergangenheit versus Zukunft
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Planungshinweiskarte Hitze

© Stadt Köln
Planungshinweiskarte Hitze für das Stadtgebiet Köln

Im Rahmen der Studie wurde die Planungshinweiskarte Hitze erstellt. Dieser Karte kann entnommen werden, welche Bereiche in Köln besonders klimarelevant und daher von dichter Bebauung freigehalten beziehungsweise durch eine klimaangepasste Bebauung möglichst wenig beeinträchtigt werden sollen. Die Planungshinweiskarte ist eine synthetische Klimaanalysekarte auf Basis der Muklimo_3 Berechnungen, die die zukünftig zu erwartenden lokalklimatischen Gegebenheiten auf dem Gebiet der Stadt Köln als flächenhafte Übersicht darstellt. Die Ausweisung der klimatisch aktiven Flächen ist nicht parzellenscharf und es bedarf bei großmaßstäbigen Planungen (beispielsweise Bebauungsplänen) einer zusätzlichen Auswertung der Grundlagendaten auf Detailebene.

Mit

  • der Anzahl der heißen Tage für die Periode 2021 bis 2050 (als Maß für die zu erwartende Wärmebelastung), der Verteilung der Grünzüge in der Stadt (als potenzielle Frisch- und Kaltluftproduktionsflächen),
  • den Kaltluftflüssen (als Maß für die Möglichkeit der Verminderung der innerstädtischen Wärmebelastung),
  • der Windrose (woher weht der Wind wie häufig?)

werden in der Planungshinweiskarte Größen zusammengeführt, die die siedlungsklimatische Situation und das Leben der Menschen in der Stadt beschreiben.

Die Flächen der Klasse 1 (rot) und 2 (orange) können hierbei als klimatische Sanierungsgebiete eingestuft werden, in denen sich Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtklimas aufdrängen, während die Flächen der Klasse 4 (hell-blau) und 5 (dunkel-blau) eine sehr hohe Empfindlichkeit bei nutzungsändernden Eingriffen, Versiegelung und Bebauungsverdichtungen aufweisen. Diese beiden Klassen sollten als Stadtklimatische Ausgleichsflächen“ in ihrer klimatischen Funktion erhalten bleiben. 

Wichtige Eckpunkte einer klimawandelgerechten Planung sind die Freihaltung von Kaltluftentstehungsgebieten und Frischluftschneisen, die "Durchgrünung" der Stadt, aber auch die Berücksichtigung der Belange des Klimawandels bei Planverfahren. Aktuelle und zukünftige Bauleitplanungen und andere Planungen sollen auf Basis der kleinräumigen Auswertung auf ihre Klimaverträglichkeit hin analysiert und bewertet werden.

Planungshinweiskarte Hitze
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Starkregen

Anhand von historischen und aktuellen Niederschlagsdaten sowie auf Basis von Klimaprojektionen wurde das Auftreten von Starkregen-Ereignissen in Köln untersucht. Es wurden zeitlich hochaufgelöste Daten von regionalen Klimaprojektionsberechnungen ausgewertet, um Aussagen treffen zu können, ob es bis Mitte dieses Jahrhunderts häufiger zu solchem Starkregen kommen kann.

Schwerpunkt der Arbeiten waren Betrachtungen zur Sicherstellung eines ausreichenden Entwässerungskomforts und einer Überflutungsvorsorge. Dabei wurden ein Modellgebiet in Köln-Porz mittels neuer Niederschlag-Abfluss-Modelle analysiert und Bereiche identifiziert, in denen das Kanalnetz die zukünftig erwarteten Regenmengen nicht aufnehmen kann und daher mit erhöhtem Überflutungsrisiko zu rechnen ist. Diese Ergebnisse sollen helfen, Konzepte zu entwickeln, wie mit den bestehenden Kanalnetzen und alternativen Methoden auch zukünftig Starkregen beherrscht oder seine Auswirkungen zumindest minimiert werden können.

Starkregengefahrenkarten der Stadtentwässerungsbetriebe Köln

Mithilfe der Karten der Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) erkennen Sie, wo im Kölner Stadtgebiet Gefahren durch Sturzfluten und Starkregen bestehen. Damit können Sie Ihre individuelle Gefahrenlage einschätzen und mögliche Schutzmaßnahmen planen und bauen, um Schäden vorzubeugen.

Grundsätzlich ist das gesamte Stadtgebiet Kölns durch Starkregenereignisse gefährdet. Die Karten zeigen, in welchen Bereichen eine besondere Überflutungsgefährdung zu erwarten ist.

Starkregen und Sturzfluten

Bericht des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen

Im Rahmen des Projektes "Klimawandelgerechte Metropole Köln" wurde Köln als größte Stadt Nordrhein-Westfalens hinsichtlich der Auswirkungen des Klimawandels untersucht. Mit Blick auf die im Vordergrund stehenden Aspekte "Wärmebelastung" und "Starkniederschläge" wurden für die Untersuchung verschiedene Ansätze gewählt.

Forschungsprojekt

Klimawandelgerechte Metropole Köln-Strategie zur Anpassung an den Klimawandel, Köln