Feinstäube können über die Atemwege tief in den Körper eindringen, deshalb haben erhöhte Feinstaubkonzentrationen eine hohe gesundheitliche Relevanz.

Feinstäube tragen zu Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei.

Die Feinstaubbelastung muss deshalb aus gesundheitlicher Sicht vermindert werden.

Situation

Vor allem in den Wintermonaten werden an vielen Messstellen gesundheitlich bedenkliche Feinstaubgehalte in der Luft festgestellt.

Als gesundheitlich bedenklich ist eine Überschreitung des Tagesmittelwertes von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft an mehr als 35 Tagen im Jahr zu sehen.

Wird dieser Wert überschritten, müssen Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität ergriffen werden.

Feinstaub und seine gesundheitliche Bedeutung

Erhöhte Konzentrationen von Feinstaub in der Atemluft können zu gesundheitlichen Problemen führen.

Die schädliche Wirkung kleinster Partikel auf den menschlichen Organismus wurde lange unterschätzt, zumal viele Wirkungsmechanismen immer noch unklar sind. Schon in den 1970er und 1980er Jahren wurden erste Studien durchgeführt, die einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Gesamtschwebstaubbelastung, Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen sowie erhöhten Sterblichkeiten feststellten.

In dieser Zeit wurden auch die ersten Untersuchungen zum Größenspektrum der Partikel in der Luft durchgeführt. Insbesondere Feinstäube können eine Vielzahl von Umweltschadstoffen wie Schwermetalle anlagern und so beim Einatmen giftig wirken. Dieselrußteilchen als einer der Bestandteile von Feinstaub wird eine Krebs erzeugende Wirkung bescheinigt. Weitere Wirkungen sind unter anderem negative Einflüsse auf chronische, also sich langsam entwickelnde, Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen, eine Verschlechterung der Lungenfunktion sowie eine sich daraus ergebende erhöhte Sterblichkeit. Dies gilt vor allem unter zusätzlicher Einwirkung weiterer Luftschadstoffe.

Je kleiner umso gefährlicher!

Epidemiologische Studien in den USA und Europa zeigen, dass umso mehr gesundheitliche Folgen zu befürchten sind, je kleiner die eingeatmeten Partikel sind.

Staub dringt je nach Größe des Staubpartikels beim Einatmen unterschiedlich tief in den Organismus ein. Teilchen mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometer (Mikro = Millionstel, 10 Mikrometer = 10 Millionstel Meter) werden nur ungenügend in den oberen Atemwegen abgeschieden. Je kleiner die Partikel, desto tiefer können sie in die Lunge eindringen, da sie sich zunehmend wie gasförmige Stoffe verhalten. Dabei wird wie folgt unterschieden:

  • kleiner 10 Mikrometer: inhalierbar
  • kleiner 2,5 Mikrometer: lungengängig
  • kleiner 0,1 Mikrometer: ultrafein

Inhalierbar bedeutet, die Feinstäube können über Mund und Nase eingeatmet werden, lungengängig heißt, sie gelangen über den Kehlkopf und die Luftröhre bis zu den Bronchien und Bronchiolen. Ultrafeine Partikel dringen bis in die Alveolen (Lungenbläschen) vor. Diese Partikel können bis ins Bindegewebe, in die Lymphknoten und in die Blutbahn vordringen, auf andere Zelltypen treffen und entzündliche Reaktionen verursachen.

Neueste Untersuchungen deuten an, dass noch kleinere Teilchen, sogenannte Nanoteilchen (Teilchengröße 1 Nanometer = 1 Milliardstel Meter) für die gesundheitlichen Gefahren die entscheidende Rolle spielen.

Die Verweilzeit im Organismus ist abhängig vom Ablagerungsort. Teilchen, die nur bis in die oberen Atemwege gelangen, können durch Aushusten oder Verschlucken relativ schnell, in Minuten bis Stunden, aus dem Körper entfernt werden. Sind sie bis in die Lungenbläschen vorgedrungen, können sie nur mit Hilfe der Makrophagen (Fresszellen) über Atemwege oder Lymphbahnen entfernt werden, was mehrere Jahre dauern kann.

Feinstäube im Innenraum

Auch im Innenraumbereich gibt es Feinstaub. In vielen Fällen kann die Staubbelastung innen sogar höher als in der Außenluft sein. Die Feinstaubgrenzwerte für die Außenluft sind nicht ohne weiteres auf den Innenraumbereich übertragbar.

Feinstaubquellen in Innenräumen

In ungenutzten Räumen sind im Allgemeinen gut 50 Prozent der Staubkonzentration auf den Austausch mit der Außenluft zurückzuführen. Dies sind unterschiedliche Partikel aus Reifenabrieb, Verbrennungsabgasen, industriellen und landwirtschaftlichen Produktionsprozessen. Auch biogene Verunreinigungen, wie Pollen und Blütenstaub, werden von außen in Innenräume eingetragen. In ungenutzten Räumen liegt die Staubkonzentration innen unter derjenigen außen. Wird ein Raum benutzt, ist mit vielfältigen zusätzlichen Quellen für Feinstaub und damit erhöhten Konzentrationen zu rechnen.

Zu den Feinstaubquellen in Innenräumen zählen:

  • Staubeinträge über die Schuhe und die Kleidung
  • Partikelfreisetzung beim Kochen und Backen
  • Tabakrauch
  • Kerzenabbrand, Kamine und Kaminöfen
  • Staubsaugen und andere Aktivitäten der Raumnutzerinnen und Raumnutzer, bei denen Staub aufgewirbelt wird
  • Bastel- und Heimwerkerarbeiten, besonders Schleif- und Sägearbeiten
  • Kopierer und Laserdrucker

Besonders ultrafeine Partikel spielen hierbei eine wichtige Rolle, wie jüngste Untersuchungen, unter anderem am Umweltbundesamt, zeigen.

Wie kann ich mich schützen?

Ein Schutz vor Feinstaub ist wegen der Partikelgröße nur mit speziellen Filtermasken möglich. Durch die Filtermasken wird aber die Atmung erschwert, sodass beispielsweise Personen mit Erkrankungen der Atemwege keine Filtermasken tragen können. Da diese Schutzmaßnahmen nicht praktikabel sind, wird regulatorisch eingegriffen, beispielsweise durch die Einführung von Luftreinehalteplänen, die Fahrverbote in belasteten Straßenzügen erlassen und Partikelfilter für bestimmte Fahrzeugtypen vorschreiben.

Wo finde ich Messwerte und weitere Informationen?

Täglich aktualisierte Tagesmittelwerte von verschiedenen Luftschadstoffen und Hintergrundinfos:

Landesumweltamt
Umweltbundesamt
Rheinisches Institut für Umweltforschung an der Universität Köln
Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt: Feinstaub - Kleine Partikel mit großer Wirkung